Beiträge von FrauFrosch

    Hallo ins Forum,

    ich war länger nicht hier. Ich brauchte Abstand von dem Thema und das tat gut. Ich habe inzwischen den Brief versendet und sie hat darauf nicht geantwortet.

    Seit Mitte Dezember habe ich meine Mutter nun nicht mehr gesehen. Ich habe inzwischen die Chats wieder geöffnet, aber da passiert eigentlich nichts. Vor ein paar Tagen wurde ich dann doch nochmal kontaktiert, mit der Bitte, dass wir uns um Vorsorgevollmachten kümmern sollten. Ihre chronischen Rückenschmerzen wären wieder so schlimm aber organisch wäre alles in Ordnung, hieß es auf meine Nachfragen. Das kann ich mir kaum vorstellen, aber letztlich ist es auch egal.

    Der gänzliche Kontaktabbruch tat mir total gut. Ich habe immer seltener an sie gedacht. Ich habe auch verstanden und eingesehen, dass ich nichts mehr für sie tun kann. Ich habe so viele Jahre die Rolle der Co-Abhängigen und dann der besorgten Tochter eingenommen. Sie nimmt keine Hilfe an, bzw. eben nur temporär bis es wieder einigermaßen aushaltbar für sie ist. Mein Sohn hat auch immer weniger nach der Oma gefragt. Wenn dieses Thema doch mal aufkam, war es natürlich sehr schmerzlich für mich, da ich mir eigentlich sehr wünsche, dass auch meine Eltern eine Oma- bzw. Oparolle einnehmen. Meine Vernunft sagt mir dann aber immer wieder, dass ich jetzt durchhalten muss und mein Sohn ohne Oma/Opa besser dran ist.

    Mit dem Thema Vorsorgevollmachten bin ich leider gar nicht bewandert. Ich habe jetzt selbst eine im Internet für mich ausgestellt und meinen Mann darüber unterrichtet. Aber da meine Mutter noch eine Eigentumswohnung besitzt, bin ich mir nicht sicher, welche Wege wir gehen müssen.

    Kennt sich jemand von euch aus? Habt ihr dies für eure Eltern übernommen? Oder habt ihr es drauf ankommen lassen?

    Hallöchen,

    ich war heute bei der Suchtberatung. Der Termin tat gut. Es tat gut einfach mal alles auszusprechen.

    Aktuell habe ich seit 4 Wochen den Kontakt komplett abgebrochen. Durch meinen Bruder habe ich erfahren, dass sie mal wieder eine Entgiftung gemacht hat. Allerdings gehe ich davon aus, dass das nur wieder eine kurze Runterpegelung bringt und keine Abstinenz.

    In dem Gespräch bei der Suchtberatung habe ich zwar nicht viel Neues erfahren, aber ich bin bestärkt darin vorerst den Kontakt ruhen zu lassen. Ich habe mir allerdings vorgenommen meiner Mutter einen Brief zu schreiben, worin ich erläutere, dass ich jederzeit wieder bereit bin Kontakt aufzunehmen, wenn Sie sich wirklich bereit erklärt dem Alkohol den Rücken zu kehren. Und zwar nicht nur halbherzig. Beim letzten Kontakt war ich nur sauer und wütend. Da habe ich die Option gar nicht genannt, sondern sie sofort überall blockiert.

    Es tut unfassbar weh zu merken, dass die eigene Mutter den Alkohol jahrelang vorgezogen hat. Ich gehe auch davon aus, dass sie nicht mehr bereit ist bzw. in der Lage ist ihr Verhalten und ihren Konsum gänzlich einzustellen. Aber dann hat sie sich eben auch gegen mich entschieden.

    Mir geht es ohne Kontakt auf jeden Fall besser. Der Alltag lässt sich leichter bewältigen und ich bin nicht so oft einem Wirrwarr aus Gefühlen ausgesetzt. Nur in ruhigen Momenten schleicht sich hin und wieder ein Gedanke an meine Mutter.

    Lieben Gruß!

    Ich kann auch mitfühlen. Mir kamen in der letzten Woche genau die selben Gedanken. Lebt meine Mutter noch? War sie online? - aber was ändert es? Ich will sie nicht sehen. Dennoch gefangen in den Bildern, wie sie ihrem Suff erlegen ist. Ich fühle mit dir!


    Mir hat vergangene Woche geholfen mal alles los zu lassen und einfach mal zu weinen und mit meinem Mann sprechen. Fast einen ganzen Tag habe ich immer wieder geweint und immer wieder kamen neue Bilder. Es fühlte sich aber sehr befreiend an.
    Vielleicht ist das schon der erste Schritt der Trauerbewältigung, auch wenn die Eltern noch leben. Sie sind ja im Grunde schon nicht mehr da und sowieso nicht so wie wir sie geliebt haben. Und das haben sich unsere Eltern selbst ausgesucht. Sie leben damit, dass ihre Kinder zeitweise unfassbar unglücklich sind und sind nicht bereit ihr Verhalten zu ändern.


    Lenk dich mit deiner Mama ab und lasst alle Gefühle zu. Ich hoffe, ihr könnt dann auch zeitweise loslassen und einfach ein paar schöne Momente erleben.

    Danke für die Antworten und das Freischalten.


    Ihr habt wahrscheinlich Recht. Der Kontaktabbruch ist die einzige Möglichkeit nicht bei jeder Kleinigkeit informiert zu werden.

    Es macht mich zwar wahnsinnig traurig. Dieser Kontaktabbruch fühlt sich irgendwie anders an als die vergangenen. Irgendwie endgültig. Ich muss mir eingestehen, dass meine Mutter sich wahrscheinlich nie wieder vom Alkohol abwendet und irgendwann oder demnächst daran (oder an Suizid) verstirbt.

    Ich habe mir für Januar einen Termin bei der Suchtberatung als Angehörige gemacht.

    Zudem hat sie bereits eine gesetzliche Betreuuung, die sie bei allen Papier Angelegenheiten unterstützt.

    Über ihren genauen Gesundheitsstatus bin ich nicht informiert. Gut sieht sie aber schon länger nicht mehr aus...


    Viele Grüße!

    Hallo zusammen,

    ich bin 31 Jahre alt und mit einer trinkenden Mutter aufgewachsen. Mindestens seit 19 Jahren trinkt sie. Vorher kann ich keine verlässliche Aussage darüber treffen.
    Als wir noch als Familie zusammen wohnten, trank sie zunächst ab und zu am Abend Wein, dann regelmäßiger ... ich fand immer wieder leere Flaschen an komischen Orten (wie beispielsweise im Nachtisch,...). In meiner Jugend wurde der Alkoholkonsum noch mehr und plötzlich wurde auch getrunken, während wir Kinder in der Schule waren. So konnte sie mir selten nach der Schule Dokumente ausfüllen, wo Eltern unterschreiben müssen usw. und verpasste auch meine erste Periode, weil sie im Suff war. Meine Eltern ließen sich nach Jaaaahren unglücklicher und toxischer Ehe vor 12 Jahren scheiden. Mein Vater trank immer in Maßen Alkohol und auch nur sehr selten. Er hatte andere Macken - seine cholerischen Anfälle zum Beispiel.
    Meine Mutter zog mit der Scheidung aus der gemeinsamen Wohnung aus. Bis dato hatte sie schon eine handvoll Entgiftungen und auch einige Langzeittherapien gemacht. Letztlich kam sie aber immer wieder schnell zurück zur Flasche. Sie war zwischenzeitlich auch mit einem Alkoholiker liiert, welcher inzwischen an seinem Suff gestorben ist.
    Sie hat in den letzten 12 Jahren sicherlich zwischen 20-40 Entgiftungen gemacht. Immer wenn nichts mehr geht, karrt sie jemand (Bekannte, Familie) in die Entgiftung. Dann kommt sie wieder raus und beginnt direkt wieder mit dem Trinken. Nach der Entgiftung ist die Menge geringer, steigert sich aber wieder über die nächsten Wochen oder Monate.
    Ich habe selbst vor 2,5 Jahren einen Sohn bekommen und seitdem den Kontakt zwischendurch immer wieder abgebrochen. Sie hat die goldene Regel mehrfach gebrochen, dass sie meinem Sohn nicht alkoholisiert entgegentreten darf.
    Aktuell liegt der Kontakt auch wieder brach... und ich frage mich, ob es nun reicht.. ob ich nun den Cut für immer machen sollte.


    Zur aktuellen Situation:
    Vor wenigen Tagen wurde mein Mann von der Polizei angerufen, dass meine Mutter von einer Nachbarin vor der Haustür aufgefunden wurde. Sie war kaum ansprechbar und hatte weder Schlüssel, noch Handy bei sich. Die Polizei hat sie mit zur Wache genommen. Tage vorher hat sie mich mehrfach per Nachrichten informiert, dass sie sich das Leben nehmen wolle und es auch schon gescheiterte Versuche in den vergangenen Tagen gab. Ich teilte dies der Polizei mit und sagte, dass ich sie so nicht guten Gewissens nach Hause bringen kann (ich hatte bis dahin einen Ersatzschlüssel von ihrer Wohnung). Die Polizei schaute sich die Nachrichten an und wollten sie zwangseinweisen in eine geschlossene Psychatrie. Damit war ich zunächst etwas beruhigt und konnte dann Abends doch zur Ruhe finden. Spät am Abend rief die Polizei nun doch wieder an und stellte uns zum behandelnden Arzt durch. Dieser hielt die Aufnahme in die geschlossene Psychatrie nicht für notwendig. Trotz völligem Unverständnis unsererseits, holte mein Mann meine Mutter beim Krankenhaus ab und brachte sie nach Hause. Den Schlüssel ließ er bewusst dort, damit wir nicht mehr in solchen Fällen kontaktiert werden.

    Am nächsten Morgen bombardierte meine Mutter mich mit Nachrichten, wie schlimm ich sei und warum ich mich in ihr Leben einmischen würde etc. etc.
    Auch während ich arbeitete schrieb sie mir weiter Nachrichten und beschimpfte mich.
    Am Abend rief ich sie an und schilderte ihr nüchtern, wie ich mich damit fühle und sagte ihr, dass ich sie nun vorerst telefonisch und per Nachrichten blockieren werde. Sie kann mich also nicht erreichen.

    Sie ist gesundheitlich schon recht angeschlagen mit ihren 60 Jahren.

    Nun schwanke ich aktuell zwischen dem entlastenden Gefühl (weil ich nichts von ihr Höre) und der Sorge, dass sie alleine in ihrer Wohnung verreckt.

    Wirklich schwierig...

    viele Grüße

    die FrauFrosch