stoepf - Hilflos...mutlos...

  • Danke euch allen für die Impulse. Ich bin sehr froh, dass hier ein so toller Austausch stattfindet.

    Meine Mama ist mittlerweile bei meiner Cousine. Ich hoffe ich wiederhole mich nicht. Es ist also keiner bei ihm. Am Freitag haben wir noch mal Vorwürfe per WhatsApp bekommen. Habe dann die Gruppe verlassen. Seither kreisen meine Gedanken. Mir ist gefühlt dauerhaft schlecht. Was macht er? Lebt er noch? Ich ertappe mich dabei, immer wieder zu schauen, ob er online ist. Ich habe so ein schlechtes Gewissen. Was wenn er alleine stirbt? Oder schon tot im Bett liegt? Dann hat ihm keiner mehr geholfen...

    Ich kriege gerade schwer diese Bilder aus meinem Kopf. Zeitgleich versuche ich meine Mama zu stützen....

    Sie kommt morgen bis Mittwoch zu mir. Und irgendwie versuchen wir Weihnachten vorüber gehen zu lassen....

    Ich hasse diese Situation gerade so sehr!

  • Hallo stoepf,

    Ich habe mir deine Faden durchgelesen und es ist tatsächlich nahezu 1 zu 1 die gleiche Geschichte wie bei mir.

    Mein Papa hatte letztens Jahr seinen ersten tiefen Absturz mit Notarzt und anschließendem Entzug mit Reha. Dieses Jahr im Sommer ebenfalls der Rückfall. Auch vom Alter passt es.

    Ich weiß genau wie du dich fühlst. Ich schaue auch immer ob er noch online ist bzw wann zuletzt. So weiß ich, dass er nicht tot im Haus liegt.

    Ich bin allerdings schon an einem Punkt, wo ich auf seine Nachricht nunmehr nicht mehr reagieren werde. Es bringt nichts. Sehen will ich ihn auch nicht. Ich will ihn so in Erinnerung behalten, wie es vorher war.

    Es ist schwer und es zerreißt einen innerlich vor Wut und Trauer. Aber man muss es akzeptieren, sie haben sich entschieden den Weg ohne uns und mit dem Alkohol zu gehen.

    Ich wünsche dir alles Gute und ein schönes Weihnachtsfest, auch wenn es emotional schwer ist. LG

  • Ich kann auch mitfühlen. Mir kamen in der letzten Woche genau die selben Gedanken. Lebt meine Mutter noch? War sie online? - aber was ändert es? Ich will sie nicht sehen. Dennoch gefangen in den Bildern, wie sie ihrem Suff erlegen ist. Ich fühle mit dir!


    Mir hat vergangene Woche geholfen mal alles los zu lassen und einfach mal zu weinen und mit meinem Mann sprechen. Fast einen ganzen Tag habe ich immer wieder geweint und immer wieder kamen neue Bilder. Es fühlte sich aber sehr befreiend an.
    Vielleicht ist das schon der erste Schritt der Trauerbewältigung, auch wenn die Eltern noch leben. Sie sind ja im Grunde schon nicht mehr da und sowieso nicht so wie wir sie geliebt haben. Und das haben sich unsere Eltern selbst ausgesucht. Sie leben damit, dass ihre Kinder zeitweise unfassbar unglücklich sind und sind nicht bereit ihr Verhalten zu ändern.


    Lenk dich mit deiner Mama ab und lasst alle Gefühle zu. Ich hoffe, ihr könnt dann auch zeitweise loslassen und einfach ein paar schöne Momente erleben.

  • Dieses Gefühlschaos zu lesen macht mich ganz traurig, es macht mir wieder bewusst, was mein Kind durchleidet. Therapiestunden helfen sehr, wir hatten auch schon mal Kontaktabbruch, gerade über Weihnachten, es war so schlimm. Ich möchte das nie wieder erleben. Es ist auch große Unverständnis, dass ich nicht schon längst gegangen bin. Wir fragen uns dann immer wieder, warum ist der Alkohol so stark ??!!

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