Beiträge von Kazik

    Woher willst du das wissen?

    Ich meinte, es hätte mich vor dem missbräuchlichen gewalttätigen Verhalten meiner Eltern geschützt. Und auch wenn es eine Hypothese ist, weniger oder keine Gewalt meiner Eltern mir gegenüber hätte womöglich dazu geführt, dass ich nicht so einen Hau (wortwörtlich) weg hätte. Und vielleicht wäre ich kein Alkoholiker geworden. Es hätte mein Leben auf jeden Fall leichter gemacht.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    noch einmal zwei Gedanken zu Kindern. Ich bin absolut sicher nicht in einer Rama Familie aufgewachsen. Und ich kann mich nur Anna anschließen, wie wichtig es ist, dass Menschen im Umfeld von dysfunktionalen und/oder missbräuchlichen Familien ins Handeln kommen. Das hätte mich geschützt und vor vielem bewahrt.

    Zweitens. Während meiner Schulzeit besonders auf dem Gymnasium habe ich dann Freund*innen gehabt, die in guten Familien lebten. Und ich war immer sehr froh, wenn ich mich dort aufgehalten habe und praktisch erlebt habe, dass auch vernünftig mit Kindern und Jugendlichen umgegangen werden kann. Ich lebe heute in einer sehr großen Hausgemeinschaft mit sehr vielen Kindern, Jugendlichen und Ihren Eltern. Und hier wird vernünftig mit den Kindern und Jugendlichen umgegangen. Ich weiß das, weil ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen da sehr drauf achte und in Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen gehe. Und ich glaube, dass sich über die Jahrzehnte schon etwas im Umgang mit Kindern und Jugendlichen getan hat. Besser geht natürlich immer.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi R/no,

    wie geschrieben, alles gut.<3

    Zu Deinen Kids. Da ich selbst eine traumatische Kindheit hatte und EKA bin, finde ich Hartmuts Sicht zu hart. Heißt, Deine Kids werden Dich alkoholisiert erlebt haben. Öfters auch drüber. Und sie werden Dich und Deine Frau zusammen auch alkoholisiert erlebt haben. Auch drüber. Und das ist für Kinder nicht normal und auch nicht gut. Deshalb würde ich schon versuchen Ihnen zu erklären, was da los war. Und ich würde auch versuchen heraus zu finden, ob sie vielleicht etwas dazu loswerden möchten. Ich teile allerdings Hartmuts Einschätzung, das ich es mir nicht zur Aufgabe machen würde, dass sie Alkohol verteufeln. Das kann nach hinten losgehen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    R/no, ich habe das schon mal geschrieben Du bist echt ein guter Typ. Deine Begeisterung ist echt ansteckend und ich freu mich auch für Deine Kids das sie einen so lieben und coolen Vater haben.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich hoffe Dir geht's Stimmungsmäsig gut um mich brauchst du dir zur Zeit auf jedenfall keine Sorgen machen ich komm damit gut klar...

    Hi R/no, heute geht es mir ganz gut. Und Du brauchst Dir auch keine Sorgen um mich zu machen.;) Meine Befürchtung ist, wie ich Dich hier in den Monaten kennengelernt habe, das Du Deine Bedürfnisse hinten anstellst. Das macht Dich in meinen Augen zu einem guten Menschen, aber wie Du mir erst neulich geschrieben hast, müssen wir lernen nicht immer gut zu sein.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich schlaf da schon eine Weile, 3 Jahre bestimmt, aber ich werde einen Teufel tun und mich aufdrängen.

    Hi R/no,

    ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das ist eine sehr lange Zeit. Und ich vermute, die Gründe dafür liegen nicht nur im Alkohol. Und genauso vermute ich das es noch mehr Konsequenzen gibt, außer das Ihr getrennt schlaft. Meine Frage ist weißt Du eigentlich genau was sich alles ändern müsste, damit ihr wieder eine gute funktionierende Beziehung haben könnt. Seid ihr im Austausch? Hab Ihr irgendeinen Plan, wie Ihr weiter vorgehen wollt? Weil ich befürchte, wenn Du Dich nicht "aufdrängen" willst und Sie sich in der Situation bequem eingerichtet hat, dann schreibst Du noch in weiteren drei Jahren das Du in Eurem Wohnzimmer schläfst. Und das fände ich schade.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    heute geht es mir ganz gut. Nacht war okay. Wie es in meinen Depressionen manchmal ist, von jetzt auf gleich geht es mir wieder ganz gut. Deshalb ist es für mich auch wichtig, dass ich an den schlechten Tagen im Auge behalte, dass es immer nur eine Momentaufnahme ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    ich schreibe mal kurz was, Ihr könnt dann gleich weiter diskutieren.;)

    Heute geht es mir nicht gut. Verspannungsschmerzen, irgendwie fühle ich mich krank. Nacht war okay. Ich hab mich so durch den Tag geschleppt und freue mich aufs Bett nachher.

    Nochmal zu dem Label funktionierender Alkoholiker bzw. des mir eigentlich wichtigen funktionierender Depressiver. Ich folge hier Hartmuts Logik und werde den Begriff funktionierender Depressiver nicht mehr für mich verwenden. Schon weil ich nicht will, dass es irgendwann einen Spruch gibt: Wer depressiv ist, kann auch arbeiten. Denn das war in bestimmten Zeiten meiner Depression definitiv nicht möglich, sondern hätte mich nur noch tiefer in den Schacht gefahren.

    Auch im Austausch mit Kazik nochmals überprüft, als er sagte, ich hätte keine Ahnung von seiner Depression oder Krankheit. Das ist ja richtig, da ich sie nicht fühlen kann. Im Hinblick auf die Sucht war das auch immer ein Argument von mir: „Niemand kann nachvollziehen, was in mir vorgeht und die Krankheit begreifen, der sie nicht hat.

    Das finde ich einen guten Gedanken. Ich versuche offen mit meinen Depressionen um zu gehen, auch um anderen Menschen die Möglichkeit zu geben zu verstehen was mit mir los ist, wenn ich gerade in einer bin. Aber ich habe auch meine ich arme Sau Zeiten. Mir geht es Scheiße. Niemand kann mir helfen. Lasst mich hier einfach nur liegen.....

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hey Leonie,

    ich freu mich richtig, dass Du Dich meldest! Und noch mehr freue ich mich für Dich, dass Du denn Klinikaufenthalt gut für Dich nutzen kannst.

    Ich fand Klinikaufenthalte auch immer anstrengend, vor allem weil ich da ja immer schon auf dem Zahnfleisch angekommen bin.:( Nicht die blendensten Voraussetzungen um voller Tatendrang mein innerstes um zu krempeln.;)

    Deshalb noch einmal von mir der Hinweis, setz Dich nicht zu sehr unter Druck, was die Zeit nach der Klinik angeht. Nimm mit, was für Dich passt. Probier einiges schon in der Klinik aus. Und dann schaust Du, wenn Du wieder draußen bist, wo Du stehst. Manches braucht seine Zeit, um sich zu setzen. Vielleicht stellst Du auch fest, dass Du ambulant noch Hilfe brauchst. Schritt für Schritt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    da ich in meinen Schritten oft zu schnell vorausdenke und annehme, dass alles sofort verstanden wird.

    Das mag jetzt etwas verwirrend klingen, aber das finde ich tatsächlich die größte Qualität Deiner Beiträge. Oder anders gesagt, gerade, wenn ich kopfmässig nicht so gut aufgestellt bin, würde mich das Wissen um die ganzen Schritte nur verwirren.;) So habe ich das komprimiert, kann mir vor allem, was das praktische angeht, mitnehmen, was für mich passt. Und das theoretische kann ich dann zusammenpuzzeln, wenn mein Kopf wieder besser funktioniert. LG Kazik

    Nun werde ich das weiter verfolgen.

    Hi Hartmut,

    aktuell bin ich nicht der Form dazu, aber mich würde sehr interessieren was dabei so rauskommt. Schon aus Eigeninteresse.;) Und vielleicht gibt es ja irgendeine Möglichkeit, sich darüber auszutauschen?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Hartmut und Ihr,

    zunächst einmal möchte ich Dir danken, dass Du Dir nach gestern noch einmal die Mühe gemacht hast zu erklären, was Du meinst. Das finde ich wichtig, weil Du viele Dinge geschrieben hast, die ich für mich praktisch, aber auch für das eigene Verständnis von meinen Depressionen mitnehmen konnte. Und auch für den Zusammenhang von meiner Alkoholsucht und meinen Depressionen konnte ich Dinge mitnehmen. Das war für mich gestern zunächst schwierig, weil ich mich aktuell in einer Depression befinde und die Zahnräder in meinem Kopf in Zeitlupe drehen. Außerdem bin ich dünnhäutig und fühle mich gerade von wirklich allem sehr leicht angegriffen. Aber wie geschrieben konnte ich gestern doch daran vorbeischauen und bin zu dem eben geschriebenen Schluss gekommen. Ich persönlich würde mir wünschen, dass Menschen, denen es ähnlich wie mir gegangen ist, sich das, was Du geschrieben hast, noch einmal anschauen. Es ist es wert.

    Aber ich wundere mich schon, was da alles hineininterpretiert wird. Einfach nur das das lesen, was tatsächlich dort steht, und nicht irgendwelche Dinge willkürlich hineininterpretieren, nur weil man sich selbst angegriffen fühlt.

    Es wurde nichts verboten, und selbst wenn du das für dich siehst, solltest du keine unnötigen Anschuldigungen aufstellen.

    Für mich persönlich erfordern Deine Beiträge öfters einen hohen Grad an Abstraktion und Abstand. Und beides habe ich nicht immer zur Verfügung. Ich stehe noch am Anfang meiner Abstinenz und befinde mich aktuell in einer Depression. Mein Abstand ist gefühlt diesbezüglich zero. Und manche Dinge, die Du schreibst, sind komplex, auch wenn sie Dir einfach erscheinen mögen. ;) Zudem verboten, ich habe es nicht so verstanden, dass Du in Deinen Beiträgen irgendetwas verboten hast.

    Wie war das bei dir, war dein Trinkverhalten auch mal ein Thema bei deiner Behandlung wegen deiner Depressionen? Und hat mein Psychologe auch recht damit, wenn er schreibt, dass es gewisse Mechanismen gibt, die sich auf eine Sucht auswirken oder ähnlich sind ? Hast du da Erfahrungen damit?

    Die ehrliche Antwort auf die erste Frage ist Nein. Diese Antwort mag hier in der SHG verwundern aber mein Trinkverhalten war "lediglich" ein weiteres selbstschädigendes Verhalten von mir, zu denen ich neige, wenn ich eine Depression habe oder depressiv bin. Ich spreche jetzt allerdings von den Jahrzehnten, wo ich nicht abhängig war. Als ich dann vor ca. neun Jahren begann ernsthaft zu trinken war mir allerdings schon klar, dass ich eine Sucht entwickeln werde und dass ich dieses selbstschädigende Verhalten nicht mehr kontrollieren oder "einfach" abstellen kann. Allerdings habe ich mich in dieser Zeit auch nicht speziell wegen meiner Depressionen in therapeutische Behandlung begeben. Ich habe in dieser Zeit eine Traumatherapie abgeschlossen. In der konnte ich einiges für mich erreichen. Hätte ich dort meine Sucht thematisieren sollen? Ja. Hätte ich dort trocken mehr für mich erreichen können? Ja.

    Ich bin analog zu dem funktionierenden Alkoholiker ein weitestgehend funktionierender Depressiver. Das ist für mich notwendig, weil ich versuche mich von meinen Depressionen nicht mehr aus dem Leben kegeln zu lassen als unbedingt nötig. Da bin ich stur, ich will leben.;)

    Und hat mein Psychologe auch recht damit, wenn er schreibt, dass es gewisse Mechanismen gibt, die sich auf eine Sucht auswirken oder ähnlich sind ? Hast du da Erfahrungen damit?

    Auf beide Fragen lautet meine laienhafte Antwort Ja. Und über meine eigenen Erfahrungen habe ich hier auch schon geschrieben. Zwei Beispiele. Alkohol beeinflusst Botenstoffe im Gehirn, die bei meiner Depression gestört sind. Die gleichen Verhaltensänderungen, die geeignet sind, um meine Depression zu bewältigen, sind geeignet, um meine Alkoholsucht zu stoppen. Und das ist kein Zufall, sondern zeigt mir, dass beide Krankheiten Gemeinsamkeiten haben.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hey Hartmut,

    ich habe mir das jetzt noch ein parmal durchgelesen und verstehe so langsam Deine Argumentation.

    Ich entschuldige mich auf jeden Fall schon einmal für das keine Ahnung.

    Ich habe mich persönlich angegriffen gefühlt, obwohl Du das überhaupt nicht getan hast.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Selbst bei schweren Depressionen bin ich nicht vollständig handlungsunfähig.

    Woher weißt Du das? Ernsthaft Hartmut, Du hast keine Ahnung was eine Depression mit einem machen kann. Meine Depressionen beeinflussen mein Fühlen, Denken und Handeln, wenn sie in full swing sind und dem kann ich manchmal nur wenig entgegensetzen und muss es manchmal nur aushalten. Es gibt keine Medikation, die schnell wirkt. Und selbst die beste psychotherapeutische intensive Akutbehandlung braucht meist eine ganze Zeit, bis ich wieder so weit wieder stabil bin.

    Liebe Grüße

    Kazik