Danke Elly! Und bevor ich mich hier rausschleiche. Ich höre die ganze Zeit Coldplay (Band). Sehr schön!
Liebe Grüße
Kazik
Danke Elly! Und bevor ich mich hier rausschleiche. Ich höre die ganze Zeit Coldplay (Band). Sehr schön!
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Leonie, schöner Name by the way.
Ich habe inzwischen schon vieles von Deinem Faden gelesen. Ich bin in Deinem Faden hängengebieben, weil ich davon so beindruckt war wie mutig und offen Du Dich hier zurückgemeldet hast und Deinen Weg zu einer zufriedenen Abstinenz wieder aufgenommen hast. Und nachdem ich das meiste von Deinem Faden gelesen habe finde Ich das Du schon viel für Dich erreicht hast. Vieles auf das Du stolz sein kannst. Vieles was mit dem Rückfall ja nicht ungeschehen ist. Diese Erfahrungen hast Du gemacht und das haben Dir ja auch schon andere hier gesagt.
Ich selbst noch ganz neu hier in unserer Selbshilfegruppe und kann dir deshalb kaum hilfreiche Erfahrungen für Deinen Weg mitteilen. Schlicht weil ich sie nicht habe oder gerade erst selbst mache.
Du schreibst am Anfang von Deinem Missbrauch (aka Trauma) und Deinen Depressionen. Dann schreibst Du das Du Dir therapeutische Hilfe gesucht hast und Dir das hilft. Und danach verschwinden diese beiden Themen.
Ich selbst habe körperlichen und seelischen Missbrauch während meiner Kindheit und Jugend durch meine Eltern erleben müssen. Und mein unbewusst eingeschlagener Weg war das ich diese Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle abgespalten habe. Damit waren die Erfahrungen und Gefühle "bewusst" weg. Und ich konnte weiterleben. Beschädigt aber weiterleben. Leider vergisst das Unterbewusstsein nichts. Das ist ja auch der Grund warum mein Suchgedächtnis niemals etwas vergessen wird. Die Gefühle die ich versucht habe ab zu spalten, waren zum Beispiel Angst, Hilflosigkeit, Wut, Wehrlosigkeit, Agressionen, Selbsthass oder besser fehlende Selbstliebe. Das sind alles Symptome einer Depression. Ich entwickelte Mitte Ende meiner Zwanziger zunächst eine Angststörung gefolgt von meist schweren Depressionen. Rückblickend wenig überraschend (Ironie aus). Es folgten zahlreiche, meist akute, Klinikaufenthalte. Ich wurde verschiedenlich medikamentös eingestellt. Und nehme heute noch Antidepressiva. Es folgten Therapien mit unterschiedlichen Ansätzen die ich aber oft abbrach weil sie mir entweder nicht genug halfen oder ich zu instabil wurde und ich mich in eine Klinik in Sicherheit bringen musste. Bei den Therapien und in den Kliniken habe ich meine Missbrauchserfahrungen immer angesprochen. Nach mehreren Klinikaufenthalten im Jahr 2005 bot mir die Leitende Psychologin dort an, eine ambulante Therapie bei Ihr zumachen. Ein absoluter Glücksfall, den Sie ist eine sehr sehr gute Therapeutin. Ich habe dann eine komplette abulante Therapie bei Ihr abgeschlossen. Meine Angsstörung konnte ich komplett überwinden und die Depressionen konnte ich zumindestens soweit bewältigen das ich stabil war. Sie waren selten ganz weg. Gleichzeitig fing ich mehr oder weniger bewusst mir die Frage zu stellen warum sie nie endgültig verschwanden. Ich meine ich hatte eine Therapie abgeschlossen bei der ich auch Wege gelernt um mir bei einer Depression zu helfen. Also Warum? Ich hatte zwar eine ziemlich gute Ahnung, dennoch dauerte es nochmal 10 Jahre bist ich nach zwei Klinikaufenthalten 2015 erkannte das die unbewältigten Traumata der Grund für die wiederkehrenden Depressionen waren. Ich beschloss also da nochmal ran zu gehen. Auf den Tip einer damals Bekannten heute sehr guten Bekannten. Kontaktierte ich eine Therapeutin, aus einer Therapierichtung über die ich mich genauer informiert hatte und gutes gehört und gelesen hatte, die von der Kasse bezahlt wurde und die ein Verfahren zur Traumabewältigung anbot. Wieder ein absoluter Glücksfall, ich konnte sofort anfangen und Sie ist eine sehr sehr gute Therapeutin. Ich habe bei Ihr eine Therapie abgeschlossen und bei Ihr Wege gelernt wie ich mir helfen kann, wenn die Traumata "sich melden".
Es gibt allerdings auch eine Verbindung zu meiner Alkoholsucht. Ich wollte meine Depressionen im wahrsten Sinne des Wortes wegsaufen. Ich wusste und fühlte das das nicht funktioniert und auch niemals funktionieren wird. Im Gegenteil die Depressionen wurden während der Sauferei immer schlimmer.
Aktuell konzentriere ich mich auschliesslich darauf meine Akoholsucht zu stoppen und meinen Weg zu finden zufrieden abstinent zu werden. Allerdings geht es mir nach dem Entzug schon besser und meine antidpressiven Medikamente können jetzt "ungestört" Ihre Wirkung entfalten.
Meine Depressionen und Traumata gehe ich erst wenn nötig an, wenn ich mich stabil fühle.
Vielleicht sind meine Schilderungen ja irgendwie hilfreich für Dich.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo noch einmal,
ich lese seitdem ich mich hier vorgestellt habe viel mit. Hauptsächlich hier in diesem Teil des Forums aber ich lese auch bei den Co's und EKA's. Mein Hauptfokus liegt zur Zeit auf konkrete Schritte die ich unternehmen kann und will um meine Abstinenz abzusichern. Und es hilft zu lesen welche Erfahrungen Andere mit diesen Schritten gemacht haben und warum es Ihnen wichtig diese weiter zu geben. Ich habe Vertrauen das diese Schritte wenn sie von Erfahrenen weiter gegeben werden mir auf meinen Weg helfen. Ich weiß das diese Schritte mir nicht Schaden werden. Manche Schritte setze ich gleich um ohne nach zu denken. Manche Schritte muss ich erstmal in meinem Herzen und Kopf noch etwas bewegen. Aber das habe ich ja bereits geschrieben. Und ich lerne durch das lesen auch wie ich meine Sucht akzeptieren kann, kapitulieren kann und trotzdem irgendwann zufrieden abstinent leben kann. Da bin ich noch ganz am Anfang des Weges. Aber ich freue mich auch hier über meine kleinen Schritte.
Gleichzeitig versuche ich beim lesen hier bei mir zu bleiben und habe auch noch nicht in anderen Fäden geschrieben habe. Der Hauptgrund ist das manche Erfahrungen die geteilt werden so schlimm, herzzerreissend und traurig sind, das ich mich innerlich dagegen abgrenzen muss. Ein anderer Grund ist das ich bei anderen helfen immer schnell dabei bin. Ich konnte auch schon anderen helfen. Allerdings konnte ich das gute Gefühl darüber wenn ich es empfunden habe nicht lange bei mir behalten. Es hat mich von meinen eigenen Problemen abgelenkt und abgehalten. Und aufgrund meiner Geschichte trete ich mit meiner Hilfe innerlich immer in eine Art Vorleistung. Ich führe eine Art innere Bilanz auf meiner Seite viel Hilfe steht und auf der Seite meines Gegenübers möglichst keine Hilfe. Selber Hilfe annehmen, da musste mir schon das Wasser bis zum Hals und drüber stehen. Ich wollte mit meiner Hilfe erreichen das andere Menschen mich mögen und lieben. Insofern wr meine Hilfe auch nicht selbstlos, ich habe nur dafür gesorgt das meine Seite der inneren Bilanz auf jeden Fall im "Plus" ist. Eine Vorstellung wie eine gesunde bestenfalls sogar "ausgeglichene" Bilanz zwischenmenschliche Bilanz aussehen könnte hatte ich nicht. Nie gehabt. Nun ist es aber so das ich für den Weg um meinen Alkoholismus zu stoppen und zufrieden abstinent weiter zu leben, gefühlt gerade alle Hilfe der Welt brauche und auch anehmen will. Aber dazu muss ich auch bei mir bleiben.
Soweit mit lieben Grüßen
Kazik
Hallo Ihr,
heute Nacht ich gut geschlafen und bin auch einfach entspannt eingeschlafen. Yeah. Das freut mich und dafür bin dankbar. Schlaf (ohne Alk) erholt mich.
Und das obwohl ich gestern bei einem Termin etwas anders gemacht habe was ich auch im persönlichen Umgang oftmals nicht mache. Bei dem Termin ging es darum das Entscheider*innen auf eine Anforderung hin, ein Vorschlag oder Vorschläge gemacht werden wie diese Anforderung gelöst werden kann. Im Idealfall nur ein Vorschlag. Aber da die Anforderungen komplexer sind gibt es manchmal eben auch Vorschläge die zum Ziel führen. Gestern auf dem Treffen habe ich (nur ich) einen weiteren Vorschlag den ich vorher bereits rumgeschickt und begründet hatte noch einmal kurz vorgestellt. Um dann und das ist für mich neu mitzuteilen das ich möchte das mein Vorschlag an die Entscheider*innen weitergeleitet wird. Was dann auch widerspruchslos angenommen wurde, weil mein Vorschlag eben gut begründet war. Wie bereits geschrieben verhalte ich mich auch im persönlichen Umgang meistens nicht. Meine rationale Begründung dafür ist das der andere Vorschlag, ebenfalls wohlbegründet ist und zum Ziel führen wird. Und diese rationale Begründung trifft auch oft in persönlichen Konflikten zu. Ich habe meist keine Schwierigkeiten meine Meinung oder Argumente vorzutragen. Aber ich habe Schwierigkeiten meine Bedürfnisse zu äussern oder einen Konflikt länger aus zu halten. Und diese Vermeidung war eben auch ein Mitgrund zu saufen. Insofern ist es gut das ich gestern die Erfahrung gemacht habe das ich es aushalten kann. Und das ich danach sogar gut schlafen kann.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Ihr,
vielleicht später noch mehr. Es geht mir heute gut ohne Alk. Und ich würde mich freuen wenn hier irgendwann beim Schreiben das ohne Alk weglassen kann. Weil das für mich mehr zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Ber aktuell ist es wie es ist. Ich bin nüchtern und ich bemerke das ich Begegnungen und Aufgaben bewusster nachgehe und auch merke was in mir dann abgeht. Das ist neu.
Liebe Grüße
Guido
Hallo Ihr,
ich habe vorhin die Mail an meine Hausgemeinschaft geschrieben und bereits zwei positive Rückmeldung bekommen. Eine per Nachricht. Und eine als ich vorhin einem Vater im Haus geholfen habe das Hochbett für seine Tochter auf zu bauen. Das bauen war auch ganz gut, weil ich damit einfach auch simpel nur machen musste. Ich bin gelernter Tischler. Somit win win. Insgesamt bin ich froh und erleichtert das ich die Nachricht geschrieben habe. Aber ich bin auch ein ganz bißchen ängstlich weil ich mich aus meiner Komfortzone begeben habe und das war dann eben auch gerne mal ein Grund zu saufen.
Was mich zu meinen zweiten Punkt führt. Ich habe in den letzten Tagen einige Schritte gemacht um nach meiner Entgiftung auf einen für mich guten Weg zur dauerhaften Abstinenz zu finden. Schritte die es mir leichter machen sollen. Schritte die alle damit verbunden waren mich bezüglich meines Alkoholismus zu öffnen. Auch hier. Und ich bin auf diese Schritte über diese Selbsthilfegruppe gekommen. Dafür bin ich dankbar. Bei den meisten Schritten habe ich wenn sie mir gut erschienen einfach gemacht. Andere habe ich erst hier geschrieben oder gelesen und ein wenig in meinem Kopf und meinem Herzen bewegt bevor ich sie gegangen bin. Und das macht mir auch ein wenig Angst und wäre vor garnicht langer Zeit ein Grund zum saufen gewesen. Deshalb glaube ich das mein Saufdruck von gestern auch mit diesen Schritten zu tun hat. Weil ich gerade dabei bin zu lernen meine Probleme und Aufgaben an zu gehen und auch die damit Gefühle aus zu halten. Seien sie gut oder schlecht. Ohne Alkohol.
Heute Nacht habe ich besser geschlafen und wäre heute am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben. Und das obwohl es gestern vor dem Einschlafen noch ein Problem gab, welches ich hier nicht näher beschreiben will. Stichwort Verdauung. Aber es gab noch einige Dinge zu tun und ich bin jetzt froh alles getan zu haben.
Vielen Dank für die positiven Beiträge. Und AnnaBlume ich kann mir wirklich nicht erklären warum Du Geigen hörst. Dein Nachbar vielleicht?
Liebe Grüße
Kazik
Frohes Neues Ihr!
So bin ich doch länger bei der Freundin geblieben als gedacht. Und ich bin vollgefressen von unserem Spezialgericht...Spagetti mit Tomatensosse. Leider habe ich am Abend dann doch Saufdruck bekommen und so ein Gefühl das ich mich richtig irgendwo festhalten sollte damit ich nicht losrenne und mir irgendwo etwas zu saufen hole. Ich hatte sogar kurzeitig so ein Gefühl von rasenden Agressionen, was ich von mir tatsächlich überhaupt nicht kenne weder besoffen noch nüchtern. Ich habe meine Aggressionen aufgrund meiner Biografie immer sehr unter Kontrolle.Getriggert hat mich auch nicht meine Freundin oder Ihre Wohnung. Beide sind alkoholfrei. Und ich fühle mich dort wohl. Getriggert hat mich die Verknüpfung Sylvester, feiern und saufen. Ich habe dann meiner Freundin gleich zu Beginn gesagt das ich Saufdruck habe. Ich habe mir dann von Ihr Zitronensaft hinstellen lassen und noch einen Igelball geben lassen um einen Gegenimpuls zu setzen. Beides habe ich jetzt auch mit nach Hause genommen. Es wurde dann aushaltbarer. Auch weil wir viel gequasselt haben. Und zum Schluss haben wir dann noch eine ganze Weile Feuerwerk geschaut. Was ich gefühlt noch nie so intensiv gemacht habe. Jetzt bin ich zu Hause, werde langsam ruhiger und lege mich dann gleich ab. Fazit. Ich stehe noch ganz schön nah am Abgrund. Situation okay gemeistert. Werde aber überlegen, wie ich mir das noch besser und leichter machen kann.
Soweit Euch Allen eine Gute Nacht und ich freue mich auf den ersten nüchternen Neujahrsmorgen seit langem.
Kazik
Und noch etwas zu Offenheit. Bei meinen wiederkehrenden schweren Depressionen und deren Hauptursache habe ich einige Jahre/Jahrzehnte bezüglich Offenheit rumgeeiert. Besonders wenn es mir richtig bescheiden ging. Es ist eine Krankheit, die ich bis jetzt leider nur teilweise bewältigt bekomme. Aber mein erwachsenes Ich kann sich heute wehren, was mich damals tief verletzte und schliesslich krankmachte. Also was soll mir passieren. Und Offenheit entlastet mich.
LG
Kazik
Hallo Alex,
tatsächlich sind meine Erfahrung hier im Haus das Alle verantwortlich mit Informationen umgehen. Ich habe denen den ich mich jetzt geöffnet habe auch gesagt das sie darüber auch mit anderen sprechen können. Und ich vertraue Ihnen das sie damit verantwortlich umgehen. Insofern glaube ich das noch nicht Alle Bescheid wissen. Und falls doch erfahren sie morgen in meiner Mail halt etwas was sie wissen. So what.
LG Kazik
Hallo Ihr und AnnaBlume,
kleine Bitte und Anregung für Deine "Kommödie", es wäre schön wenn ich und meine Freundin darin keinen Tropfen Alkohol trinken. Denn auch wenn es äusserst unwahrscheinlich ist das ich im Frühling hier schreibe das ich diese Freundin geheiratet habe. Ist mein Wunsch Wille und Ziel das ich im Frühling hier schreiben kann das ich keinen Tropfen Alkohol getrunken habe und hoffentlich das ich einen oder mehrere Schritte weiter bin auf meinen Weg zu einem zufriedenen abstinenten Leben. Das wäre richtig gut. Und wenn Du AnnaBlume das gleiche im Frühling schreibst dann wäre das umso besser.
Einen Gedanken wollte ich teilen, weil der seit einigen Tagen in meinem Kopf sitzt. Ich meine das nicht selbstzerstörerisch oder weil ich auf Schmerzen, Übelkeit und dem Gefühl gerade die Wände hochgehen zu wollen stehen würde. Im Gegenteil das ist die Hölle. Aber ich habe hier geschrieben das einige der körperlichen und seelischen Entzugssymptome langsam besser werden und dieser Berg langsam überschritten ist. Was gut ist. Und gleichzeitig fühle ich eine Art bedauern. Bedauern weil sie damit gleichzeitig zu Erinnerungen an diese Erfahrung werden. Erinnerungen die ich den Rest meines Lebens nicht vergessen will und darf. Nicht nur weil ich die Qualen des Entzuges nicht noch einmal durchmachen möchte sondern weil sie meine unwiederlegbaren Beweise sind. Beweis dafür das Alkohol ein Gift ist und das es sich so anfühlt wenn ich saufe oder wieder saufen würde. Und Beweis dafür das die Glücksversprechen der Droge Alkohol sich nie auch nur Ansatzweise erfüllt haben, egal was mein Suchtgedächtnis mir erzählen will und wird. Ich wurde immer unglücklicher und mir ging es immer beschissener. Und das die Idee ich könnte mich damit betäuben und meine Depressionen damit wegsaufen nicht funktioniert und niemals funktionieren wird. Die Depressionen waren weiterhin da und wurden sogar noch schlimmer als zuvor. Das war auch der Grund warum ich in den letzten neun Jahren meinen Konsum fast nie eskaliert habe. Ich wusste und fühlte das ich mich bis zur Bewusstlosigkeit schlecht fühlen würde und ich mich am nächsten Tag noch schlechter fühlen würde. Und am Ende meiner Sauferei, war ich in jederlei Hinsicht am Ende. Das ist der Grund warum ich die Erinnerung an diese Erfahrung und meine Erkenntnisse daraus nicht vergessen will und darf. Ich möchte nur irgendwann meinen Frieden mit diesen Erfahrungen und Erinnerungen schliessen. Aber vergessen will ich sie nicht.
Ein akuteres Problem beschäftigt mich noch. Aus Gründen die ich hier nicht näher erläutern will gibt es in dem Haus in dem ich wohne im Keller einen Raum und in unserem Gemeinschaftsraum einen großen Kühler aus dem sich alle Bewohner*innen aus dem Haus Getränke, auch Alkohol entnehmen können und den Preis dann in eine Kasse werfen. Grundsätzlich eine gute Einrichtung die auch funktioniert. Für mich bis auf weiteres ein Problem, weil der Schlüssel zu dem Raum im Keller und dem Gemeinschaftsraum auch für weitere Räume im Haus passt und notwendig ist. Ich habe diesen Schlüssel jetzt einer Freundin gegeben, die auch im Haus wohnt, aber das ist keine Dauerlösung. Unsere Hausgemeinschaft relativ eng und wir tauschen uns persönlich und auch digital viel aus. Am kommenden Sonntag ist unser monatliches Hausplenum auf dem alle Anliegen im und ums Haus besprochen und dann gegebenenfalls verbindliche Beschlüsse gefällt werden. Zu dem Plenum senden dann alle die ein Anliegen haben dieses vorher per Mail damit es dort besprochen und die notwendigen Beschlüsse gefällt werden. Auch das klappt gut. Nun, mein Anliegen diesesmal ist das ich möchte das das Schloss zu dem Kellerraum mit den Getränken ausgetauscht und ein Schloss an den Kühler angebracht wird. Und in der Folge alle ausser mir dafür die Schlüssel bekommen. Die Begründung dafür ist das ich Alkoholiker bin einen Entzug gemacht habe und deshalb keinen Zugang im Haus zu Alkohol haben möchte weil das Haus für ja auch mein safe space sein soll. Realistisch rechne ich damit das Hausbewohner*innen auf mein Anliegen eingehen werden und das so umsetzen werden. Aber dazu muss mich halt auch bezüglich meines Alkoholismus gegenüber Allen öffnen. Das habe ich bereits gegenüber einigen getan und hatte auch vor dies gegenüber allen zu tun. Aber jetzt steht es halt früher an. Ich werde dieses Problem noch eine Nacht mitnehmen und Morgen dann die Mail an das Haus schreiben. Ich werde darüber hier dann berichten wie das ausgeht.
Jetzt sitze ich hier und bin sehr müde weil ich heute Nacht nicht zur Ruhe gekommen bin. Aber ich bin liegengeblieben und habe versucht zu schlafen und gedöst. Mehr konnte ich nicht tun. Mir geht es ganz gut und ich bin ruhig. Ich trinke gerade meinen zweiten leichten Kaffee, weil ich nachher ja zusammen mit meiner Freundin kochen und Essen möchte. Aber bis zwölf Uhr werde ich nicht durchhalten, war aber auch nicht der Plan. Die Stadt läuft sich gerade warm für die Sylvesternacht und die Einschläge kommen näher. Aber das stört mich gerade nicht so. Das geht auch wieder vorbei.
Somit verbleibe ich damit, ich Euch Allen ein gutes, zufriedenes, trockenes neues Jahr wünsche.
Kazik
Hallo Ihr bevor ich für heute Feierabend mache.
Ich habe vorhin einen Termin mit der Suchtberatung gemacht für den 07.01.2025. Das ging flott. Ich durfte mir aussuchen ob ich lieber von einem Mann oder einer Frau beraten werden möchte und habe mich für eine Frau entschieden.
Ausserdem habe ich mich für Morgen Abend mit der oben genannten Freundin zum gemeinsamen Kochen verabredet bei Ihr verabredet. Dafür waren wir vorhin gemeinsam Einkaufen, weil wir etwas sehr spezielles kochen wollen .... Spagetti mit Tomatensauce. Aber das ist vielleicht eine ganz gute Wahl weil es sein kann das Ihre kleine Tochter vorbeikommt, weil sie müde wird und doch nicht bei Ihrem Papa schläft der im gleichen Haus wohnt. Denn hat sie vielleicht ja noch Hunger. Danach werden wir noch Film oder Serie kucken und wenn ich müde werde gehe ich nach Hause. Der Haushalt ist alkoholfrei.
Soweit, liebe Grüße
Kazik
Hallo Ihr,
ich komme gerade von meinem Termin bei meiner Hausärztin und habe mich Ihr mitgeteilt das ich Alkoliker bin, einen kalten Entzug gemacht habe und von jetzt an dauerhaft abstinent bleiben möchte. Das war gut.
Da ich im Frühjahr diesen Jahres einen Checkup bei Ihr gemacht bei dem alles in Ordnung war, ist Ihre Einschätzung das organisch bei mir alles in Ordnung ist. Das ist gut.
Für meine Magenprobleme habe ich eh schon ein Magenschutzmittel verschrieben bekommen, dessen Dosis jetzt für vier Wochen erhöht wird und dann schauen wir weiter. Bezüglich der Schlaflosigkeit/ Probleme hat Sie ähnlich wie Seeblume schrieb das dies eine Folge meiner Sauferei ist und das mit der Zeit besser wird und wir uns das von Termin zu Termin zukünftig anschauen. Medikamentös hat Sie nichts vorgeschlagen hätte ich aber auch nicht gewollt.
Insgesamt war dies ein guter Termin, der mich erleichtert und mich beruhigt hat. Ich fühle mich bei Ihr gut aufgehoben.
Zu dem Termin hat mich meine Beste Freundin begleitet, der ich am Samstag geschrieben hatte das ich Alkoholiker bin, das ich kalt entzogen habe und von jetzt an dauerhaft abstinent leben möchte. Sie selbst ist Alkoholabstinent. Von Ihr habe ich am selben Abend eine ganz tolle Nachricht zurückbekommen nach der Ich vor Rührung weinen musste. Sie hätte es eigentlich verdient hier veröffentlicht zu werden, was ich aber natürlich nicht machen werde.
Gleich mache ich noch einen Termin mit der Suchtberatung aus und nachher bringe ich mit der gleichen Freundin eine Ladung Leergut weg.
Insgesamt geht es mir gerade ganz gut und vielleicht schlafe ich heute Nacht ja auch ganz gut.
Seeblick , danke für Deinen Hinweis bezüglich Depressionen. Ich bin zur Zeit nicht in therapeutischer Behandlung aber medikamentös okay eingestellt. Und ich würde mich aber sofort wieder in Behandlung begeben wenn die Depressionen zu schwierig werden. Ich habe damit inzwischen, wenn auch ungewollt, dreissig Jahre Erfahrung.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Ihr,
zunächst einmal Danke für die Beiträge zu mir und die Hinweise das hilft.
Heute geht es mir den dritten Tag besser. Heißt einige seelische (innere Unruhe, Angespanntheit,Gefühlschaos und Gedankenchaos) körperliche Symptome (Übelkeit, Schmerzen, Schwäche) werden besser. Das ist gut. Weil einige davon ziemlich unerträglich waren.
Andere Symptome wie nicht schlafen können, Nachttagrhytmus und feste Struktur sind noch eine Großbaustelle. Allerdings kenne ich das auch Depressionszeiten und es wird besser weil ich zumindestens manchmal auch erschöpft gut schlafe.
Soweit erstmal, ich gehe jetzt mal Einkaufen, dabei etwas Leergut wegbringen und danach in ein Fastfoodrestaurant.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Stern,
danke für Deine Nachricht. Ich bin für heute langsam erschöpft und muss mir meine Kräfte ein wenig einteilen.
Deshalb nur kurz. Ja mir ist bewusst das ich Alkoholiker bin und das bis zum Ende meines Lebens bleibe und das ich durch nur durch dauerhafte Abstinenz meinen Alkoholismus stoppen kann.
Meine Wohnung und auch mein Keller ist alkoholfrei. Allerdings befindet sich in Beiden noch Leergut. Das will ich natürlich entsorgen aber dafür brauche ich auch etwas Unterstützung/Hilfe. Um diese zu bekommen werde ich mich an meine Freund*innen wenden denen ich mich aber vorher bezüglich meines Alkoholismus mitteilen möchte (auch wenn die meisten es im Grunde wissen). Aber ich möchte es Ihnen trotzdem noch einmal explizit sagen und auch das ich das Ziel habe von jetzt an abstinent zu leben.
Ja, ich lese mich hier schon seit einigen Tagen ein und lerne. Und ich versuche mich Schritt für Schritt vor zu arbeiten und mich gleichzeitig nicht zu übernehmen.
Liebe Grüße
Kazik
Hallo Ihr,
mein Name hier ist Kazik, ich bin mänlich, 58 Jahre, alleinstehend und lebe alleine.
Ich bin Alkoholiker. Das ist mir auf einer bestimmten Ebene meines Bewußtseins schon sehr lange klar. Aber eben klar wie klar und am Ende musste ich Erst so richtig in den Schacht fahren um an meinen jetzigen Punkt zu kommen. Und selbst dann hat es noch mindestens zwei Jahre gedauert bis es trotzdem es mir seelisch und körperlich hundeelend ging, ich erst an den Punkt kommen musste an dem es für mich mit dem trinken nicht mehr weiterging und ich auch nicht mehr wollte. Ich war am Ende.
Mein Wunsch, Wille und Ziel ist von jetzt an Alkoholabstinent zu leben, deshalb habe ich mich jetzt hier angemeldet.
Ich habe seit dem 10.12.2024 keinen Alkohol mehr getrunken und bei mir Zuhause einen kalten Entzug gemacht. Ich habe inzwischen hier gelesen das hier im Forum davon dringend abgeraten wird und dieses in keiner Weise unterstützt wird weil es lebensgefährlich ist. Das verstehe ich jetzt und würde dazu heute auch niemand raten. Aber ich war verzweifelt.
Ich habe am 30.12. einen Termin bei meiner Hausärztin, die eine Zusatzausbildung für Suchtbehandlung hat und die mir auch meine Medikamente gegen meine Depressionen verschreibt. Sie weiß um meinen Alkoholkonsum was Art, Menge und Häufigkeit angeht und ich war auch "ehrlich". Bei dem Termin werde ich Ihr sagen das ich Alkoholiker bin und kalt entzogen habe und mich dann beraten lassen und auch ein Blutbild machen lassen. Was Sie mir ziemlich sicher auch von sich aus anordnen wird. Außerdem werde ich Sie darauf ansprechen ob wir für eine Zeit eine engere Taktung der Termine planen können, damit Sie im Bilde ist.
Ich werde auch noch in diesem Jahr versuchen einen Termin bei der Suchtberatung zu vereinbaren, auch wenn dieser dann erst Anfang des Jahres ist.
Der Zeitpunkt wann ich Alkoholiker geworden bin ist rückblickend eigentlich nicht relevant, weil ich seit dem den ersten Malen wo ich in der Jugend Alkohol getrunken habe ein riskantes Konsumverhalten habe. Heißt ich habe oft, häufig sehr viel getrunken. Eigentlich nie bis zum Vollrausch und dem völligen oder totalem Kontrollverlust. Aber ich bin eben auch oft nahe an diese "Grenze" gegangen. Filmrisse hatte auch fast nie und die nur zu Beginn meines Konsums. Mein Konsum in den letzten neun Jahren, nach zwei längeren Klinikaufenthalten (2005) wegen schweren Depressionen war, das ich wahlweise entweder 8 - 9 (0,5 L) Bier oder eine halbe bis zweidrittel Flasche Wodka oder Gin als Mischgetränk getrunken habe. Selten mehr aber auch fast nie weniger. Ich habe Abends zu Hause alleine getrunken. Im Schnitt habe ich jeden zweiten Abend getrunken, öfters auch jeden dritten Abend und fast nie an zwei aufeinanderfolgenden Abenden.
Eine Sache möchte ich noch mitteilen weil diese eine Verbindung zu meiner Alkoholsucht hat. Aufgrund einer traumatischen Kindheit und Jugend in der ich durch meine Eltern körperlich und seelisch missbraucht (misshandelt) wurde habe ich über mindestens 30 Jahren eine (chronische) Krankheit entwickelt. Ich bin in den Worten meiner letzten Therapeutin ein Überlebender. Die Diagnose in meinen eigenen Worten lautet häufig wiederkehrende teils inneinander übergehende schwere depressive Episoden und eine Persönlichkeitsstörung. Ich habe (musste) mich deshalb schon mehrmals in unterschiedlichen Kliniken aufnehmen lassen. Meist akut. Ich habe auch zwei ambulante Therapien mit unterschiedlichen Ansätzen abgeschlossen. Plus einige ambulante Therapien die ich aus unterschiedlichen Gründen nicht beendet habe. Aktuell bin ich nicht in ambulanter Behandlung bin aber medikamentös okay eingestellt und nehme meine Medikamente durchgängig regelmässig.
Mir geht es im Moment sehr wechselhaft weil sowohl einige Symptome die nach dem Entzug aufgetreten sind noch nicht ganz abgeklungen sind und sich einige depressive Symptome wieder in den Vordergrund schieben. Die Symptome sind körperlich und seelisch. Aber heute geht es mir ganz gut. Und es fühlt sich ganz gut an mir das von der Seele geschrieben zu haben.
Somit ist zunächst alles geschrieben, ausser das nicht alles geschrieben ist sonst hätte ich mich hier nicht angemeldet.
Liebe Grüße
Kazik