Guten Morgen zusammen und vielen Dank für eure Nachrichten.
Also er war gestern beim Arzt, das glaube ich ihm. Heute Morgen hat er (als er schon in der Arbeit war), eine Mail an die AAs geschickt, die Antwort von dort hat er mir auch weitergeleitet. Er ist jetzt auch in einem Forum angemeldet. Er hat einige Links bekommen per Mail und da hat er sich in einem Forum angemeldet, ich hoffe, nicht hier. Ich fragte nach, was das für ein Forum ist, er meinte "Ein Selbsthilfe-Forum".
Er sagte, dass er bereit ist, jetzt was dafür zu tun. Ich bin hier etwas verhalten, versuche, ihm so neutral wie möglich zu antworten. Er hat es schon so oft gesagt. Jedoch will ich ihm das auch nicht immer vorhalten, da es ja nichts bringt.
Ich ertappe mich auch, wie ich alles verharmlosen will, nachdem ich eure Beiträge hierzu gelesen habe.
Von wg. "Er hat mir doch NUR am Tel. gedroht mich umzubringen und dabei war er ja nicht nüchtern, da würde er sowas niemals tun" etc.
Das mit dem Umbringen hat er tatsächlich auch "erst" das 2. x gesagt.
Im Normalfall ist es so, er schläft 1 x die Wo bei sich, wg. Post usw. und um eben bei sich mal Klar Schiff zu machen. An diesem Tag trinkt er meistens etwas. Wir telefonieren abends und ich habe evtl. auch schon "Halluzinationen" und unterstelle ihm generell, dass er etwas getrunken hat. Manchmal bin ich mir nicht sicher und ich glaube, das macht mich auch verrückt. Aber an manch solchen Tagen ist es klar, er lallt, beleidigt mich, da weiß ich dann schon, was Sache ist.
Dass er jetzt in der Arbeit getrunken hat, war das erste Mal am Montag. Ansonsten kam es die letzte Zeit häufiger vor, das er nach der Arbeit was getrunken hat und her kam. Das endete meist in Streit und er ging wieder, wohl zur Tanke, sich Alk besorgen und dann nach Hause zu sich.
Früher war es so, dass ich quasi "nur" Angst hatte, wenn er bei sich geschlafen hat, dass er etwas trinkt. Mittlerweile habe ich ständig Angst, da er nach der Arbeit, wenn er zu mir kommt, ja auch schon getrunken hat.
Ab und an kommt es aber auch vor, dass er eigentlich zu mir kommen wollte, dann aber einen Streit anfängt, um bei sich zu schlafen, natürlich um zu trinken.
Früher war ich da richtig panisch, hab Telefonterror betrieben, ihn angefleht, dass er herkommen soll. Mittlerweile habe ich resigniert, da es nichts bringt.
Man fühlt sich einfach so hilflos.
Dass er bei mir jetzt ausgerastet ist, ist eigl. eine Ausnahme. Ich will es nicht verharmlosen, aber eigl. ist er, wenn er trinkt, nicht da.
Dass er jetzt am Montag, nachdem er bei sich war, zu mir kam, das kam in dem Jahr evtl. 3 x vor, normal fährt er nicht zu mir. Ich habe wie gesagt auch mein Auto weggefahren und nicht aufgemacht.
Ich habe ihn gestern gefragt (und davor auch schon), was der Auslöser ist. Warum er, obwohl ausgemacht ist, dass er zu mir kommt, trotzdem trinkt.
Ich weiß, diese Frage ist eigl. überflüssig, aber ich verstehe nicht, warum er quasi unsere Verabredung nicht einhält, dass er her kommt.
Wenn er zu sich fährt, dann kann ich es zumindest nachvollziehen, er kommt ja nicht zu mir. Aber wenn er sagt "Bis heute Abend", verstehe ich nicht, warum er mich anlügt, hoffe, ihr wisst, wie ich es meine.
Des Weiteren habe ich einen extremen Kontrollzwang entwickelt. Als Beispiel, er schreibt nach Feierabend, dass er zum Bus läuft. Macht er das mal nicht direkt oder nicht wie sonst, um die gleiche Uhrzeit, denke ich sofort an das Schlimmste, rufe ihn an. Das engt ihn natürlich ein und führt auch wieder zum Streit. Er versteht nicht, dass ich mir Sorgen mache.
Ich bekomme schon Magenschmerzen, wenn ich weiter denke. Wenn er jetzt mal zu so einem Treffen der AAs geht. Ich kann das nicht kontrollieren. Ob er auf direktem Weg dort hin geht, danach direkt zu mir kommt usw. Bei jeder Abweichung vom Alltag bekomme ich Angstzustände, dass irgendetwas sein könnte.
Gestern z. B. hat ihn sein Kollege mitgenommen und beim Arzt (der ist bei mir ums Eck) rausgelassen. Generell ist das doch gar kein Problem, eigentlich im Gegenteil.
Aber mich wirft das richtig aus der Bahn, weil er ja eigl. mit den Öffentlichen heim fährt, mir Updates gibt, wo er gerade ist. Das ist total bescheuert, ich weiß das, aber ich kann das nicht abstellen.
Mich hat dieser Satz zum Denken angeregt, danke hierfür. Dass er Alkoholiker mit längeren Trockenpausen ist und ich ihn quasi als Alkoholiker kenne und nicht als "normalen" Menschen.
Ich bin Stand jetzt nicht in der Lage, mich zu trennen. Dumm, ich weiß.
Ich möchte ihm aber auch die Chance geben, dass er sich jetzt wirklich Hilfe holt.
Um auf die Fragen einzugehen, es weiß wirklich niemand in meinem Umfeld, was los ist, daher kann ich auch nirgends hin. Muss ich aber auch nicht, er hat keinen Schlüssel. D. h. wenn er trinkt, lasse ich ihn nicht rein.
Bilder von den Verletzungen habe ich gemacht, auch mit Datum notiert.
An mein Handy kommt er nicht, das ist mit Fingerabdruck gesperrt und liegt immer bei mir.
Drohnachrichten gibt es immer nur am Telefon, er ist da nicht mehr in der Lage, einen Text zu verfassen.
Ich werde mich mit den Beratungsstellen befassen, danke hierfür.
Wenn er nichts trinkt, ist er lieb, hilfsbereit, aktiv. Wenn er was getrunken hat, ist er wirklich eine tickende Zeitbombe.
Er hat es mir so erklärt: Er denkt, 1 - 2 Drinks gehen schon. Allerdings hat er das dann nicht im Griff und trinkt weiter. Wenn er merkt, dass er betrunken ist, bekommt er Panik, weil er eigl. nicht betrunken sein will.
An diese Blackouts, in denen er so aggressiv ist, kann er sich nicht mehr erinnern. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Er sagt am nächsten Tag auch immer, wie sehr er sich schämt.