Sorry, dass ich da jetzt ein bisschen bohre, eigentlich musst ja Du das lösen.
Was vermisst Du, was Dir Angst macht, dass Du es nie wieder haben kannst? Ist es der Alkohol, ist es ein Gefühl, was er Dir vermittelt hat?
Und...gibt es auch andere Möglichkeiten, Dir dieses Gefühl zu vermitteln?
Hast Du zu viel Zeit zum Grübeln?
Beiträge von Lebenskuenstler
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Mal eine sehr direkte Frage.
Ich war froh, dass ich aufhören konnte, und der Gedanke "für immer" machte mir Hoffnung, dass ich mir das nie wieder antun muss. Und ich war froh über die Erkenntnis, dass es nur daran liegt, ob ich selbst das Glas in die Hand nehme oder nicht. Also etwas, was ich im Sinne des Wortes absolut selbst in der Hand habe. Alles was ich brauche, ist, zu wissen, was ich will.
Ging es Dir nicht schlecht genug? -
Krass, nach 10 Jahren können also noch Suchtgedanken autreten

Im Vorstellungsbereich schrieb die Tage jemand, dass er nach 33 Jahren Trockenheit wieder angefangen hat.
Ich habe das schon mal so betrachtet, selbst Wochen, bevor ich aufgehört habe, wusste ich noch nichts davon, dass ich einmal aufhöre.
Also kann ich nicht grundsätzlich ausschliesssen, dass ich es mir nicht irgendwann noch einmal anders überlege.
Und gerade bei mir, mir ist der Alkohol absolut egal und ich bewege mich völlig normal unter Leuten, wie wenn nie etwas gewesen wäre. Und ich lerne laufend auch neue Leute kennen, die nichts von meiner Vergangenheit wissen. Irgendwo muss ich das immer griffbereit haben. Und wenn es nur ist, wenn ich in Urlaub fahre und im Vorfeld sage, dass ich zur Begrüßung keinen alkoholischen Drink möchte. Oder irgendwer schickt mir Fotos, wo er trinkt, um zu zeigen, wie schön es grade ist. Alles schon da gewesen. -
Hallo Ihr,
ich werde zu einem anderen Zeitpunkt etwas zu dem oben geschriebenen schreiben...
Liebe Grüße
Kazik
Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber auf diesen Satz, den ich schon oft (von Anderen) gehört habe, kam bisher nie wieder etwas.
Es ist auch völlig Ok, wenn nichts mehr kommt. Du musst ja nicht. Und ich bin kein Mensch, der darauf wartet.
Ja, und Du hast vermutlich tatsächlich Anderes zu tun. Nix von dem alten Zeug legt Dich heute trocken und es schafft Dir auch nicht die Butter aufs Brot. Absolut OK.
LG LK -
Ich klau mal ein paar Sätze von Kazik .
Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.
Ich war und bin ein offener Mensch der auf Menschen zugeht weil ich Menschen mag. Aber meine Offenheit beruht auf meinem Selbstvertrauen was ich über die Jahre entwickelt habe. Heißt ich war immer nur so offen wie ich mit meinem Selbstvertrauen sein wollte und wo ich wusste das mich mein Gegenüber nicht verletzen kann. Und dann habe ich über die Jahrzehnte noch gelernt das mich eigentlich nichts verletzen kann und wenn doch dann kann ich das aushalten und mich wehren. Ich hatte gelernt das niemand die Macht meiner Eltern hat.
Meine Frau kam und kommt mir näher als meine Eltern. Das ging und geht mir mehr an die Substanz.
Das Verhältnis zu meinen Eltern war schon seit relativ früher Kindheit darauf getrimmt, dass ich bald erwachsen werden und mich abnabeln sollte. Sie haben mich auch frühzeitig dazu gedrängt, was ich im Nachhinein als eigentlich gut bewerte. Ich musste raus auf die Strasse, und mir das Selbstbewusstsein selbst erarbeiten. Es war schon ein bisschen darwinistisch, Survival of the fittest. Überbehütet war es ganz sicher nicht. Dass meine Eltern dann bald selbst Schwierigkeiten damit hatten, dass ich eigene Wege gehen wollte, und sie überhaupt nicht mehr wussten, was ich ausser Haus und in der Schule so trieb, machte ihnen mehr Schwierigkeiten als mir. Gleichzeitig war dieses Leben ausserhalb aber auch ein gutes Gegengewicht zu der Situation zu Hause, ich habe oft gar nicht so richtig wahrgenommen, was da lief. Erst als meine Mutter merkte, dass ihr die Felle davonschwammen, da war ich aber schon 17, wurde sie sehr besitzergreifend. Ich benahm mich zu Hause weitgehend unauffällig, so lange ich in der Schule nicht sitzenblieb, war das für meine Eltern meine Angelegenheit, was ich da so trieb. Mein Vater beendete seine Gewalt gegenüber mir, als ich 10 war, und danach hatten wir mehr oder weniger Waffenstillstand.
Dass meine Eltern kein geschlossener Block, die beiden Großen gegen den Kleinen, waren, wusste ich spätestens mit 14. Und ich war ja auch nicht blöd und nutzte das aus.
Das Thema Beziehungen mit Frauen beschäftigte mich deutlich mehr. Ich dachte selbst, ich sei irgendwie cool und gefühllos und wollte das auch sein, den Begriff Macho gabs da vieleicht noch nicht, traf aber auf so einen Halbstarken wie mich zu, und es erwischte mich ziemlich kalt, als ich mich das erste Mal verliebt hatte. Man muss sich immer dazu denken, das ich da ja auch schon gerne trank.
Auf jeden Fall war es dann ein ziemliches Hin und Her. Ich war auch einmal extrem verliebt und so wie Kazik beendete ich das, weil ich merkte, ich bewege mich unaufhaltsam in ein tiefes Loch, was ebendiese Frau dringend verhindern wollte, aber ich sah das war unmöglich, ausserdem hatte sie auch ganz erhebliche Schwierigkeiten, da war es schon die Frage wer da wen runterziehen würde. Wir hatten auch beim Drogenkonsum ziemlich Gemeinsamkeiten, sie eine Gewaltbeziehung hinter sich, war besser das zu beenden.
Parallel dazu hatte ich eine mehrjährige On-Off-Beziehung, selbige sagte mir mal, dass sie mich in 5 Jahren gemeinsamer Bekanntschaft nie nüchtern gesehen hätte.
Es gab noch mehr Geplänkel, aber diese beiden stellten mich ernsthaft vor das Thema Familiengründung.
Dann beendete ich diese beiden Beziehungen, beide waren extrem enttäuscht von mir und liessen mich das auch wissen, aber ich wurde lieber der Grosse Einsame.
Was wiederum andere Frauen scheinbar in den Wahnsinn trieb, ich glaube von aussen sah das oft so aus, als ob ich nur mit Frauen unterwegs wäre, wobei mich das gar nicht so sehr interessierte. Ich zahlte irgendwo dann auch über ein Jahr keine Miete, weil ich lieber in den Tag hineinlebte, statt irgendwas zu arbeiten, wurde obdachlos und wo landete ich dann, in einer Frauen-WG. Mich schleppte eine einfach ab und dann war ich da. Einen Stock tiefer war eine Männer-WG-, die kannte ich und die baggerten die Frauen an und ich war dann plötzlich in einer seltsamen Situation.
Meine spätere Frau tauchte auch in dieser Umgebung auf und war auch mit einem meiner damaligen Unikumpels zusammen, wir gingen zusammen schifahren und hingen oft bis zuletzt morgens um drei in unserer gemeinsamen Studentenstammkneipe ab. Ich natürlich gerne sturzbetrunken, aber da war ich in erster Linie noch unterhaltsam.
Er war manisch-depressiv, wurde dann mehrfach zwangsweingewiesen und ging ihr rgendwann an den Hals und versuchte sie umzubringen, was das abrupte Ende dieser Beziehung bedeutete.
Und dann sie und ich, sie war eigentlich nicht mein Typ, aber man konnte Pferde mit ihr stehlen. Wir waren dann lange "nur" befreundet, aber schon ziemlich gut. Sie war dann mal ein knappes halbes Jahr auf einem Auslandspraktikum, und als sie wiederkam, gingen ein Kumpel aus dieser eben erwähnten Männer-WG, mehrere seiner anderen Kumpels, sie und ich in München aufs Oktoberfest. Dieser Kumpel hatte ein Auge auf sie geworfen, und wir gingen zu dritt nach dem Otto noch in eine Kneipe, nur er war schon zu betrunken und dann war halt plötzlich ich derjenige, sie fiel mir um den Hals.
Jetzt kommt eben der Knackpunkt mit der Nähe. Ich und sie hatten ja schon Einiges an Erfahrungen, deswegen wussten wir ziemlich bald, dass so etwas wie zwischen uns beiden so schnell nicht wiederkommt. Und ich hatte mir nach meinen Erfahrungen schon mal ganz genau überlegt, auf was ich mich überhaupt noch mal einlassen würde.
Und da ging es dann eben nicht ums Abnabeln, sich innerlich abkapseln und stark sein, sondern darum, die Nähe überhaupt zuzulassen. Und es war sofort ziemlich extrem, wir sahen uns das erste Mal 4 Tage nach der Startzündung, und danach wechselten wir nur noch gemeinsam zwischen unseren beiden Wohnungen (ich war derweil ziemlich in Alpennähe gezogen weil ich Berge mag), bis wir endgültig zusammenzogen. Also wir kriegen voneinander so ziemlich alles mit. Wir haben aber auch immer jeder ein eigenes Zimmer, weil wir von symbiotischen Beziehungen eigentlich nichts halten.
Inzwischen glaube ich, es rührt fast nichts alles so gründlich durch wie so eine langjährige Beziehung, weil da irgendwann wirklich jeder Persönlichkeitsaspekt durchkommt und man sich selbst nichts mehr vormachen kann. Von Extrem sch... bis extrem gut alles dabei. Und von wegen ich denke so und so über mich, kann fast alles widerlegt werden, kann man auch anders machen. Beiderseits natürlich. Das Leben mit mir härtet ab, sage ich gerne. Und mir geht es so, ich lerne mich manchmal anhand meiner eigenen Reaktion auf schwierige Situationen selbst erst richtig kennen.Und Trinken war für mich auch lange das Mittel zur Gefühlsregulation, und es war eine Herausforderung, das dann nüchtern zu meistern. Und statt das wegzusaufen, Schwamm drüber, schwapps runter, mich dann nüchtern oft gefragt, wie ich eigentlich tatsächlich ticke, unterhalb des selbstgezeichneten Selbstbildes.
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Dir auch liebe Grüße
Lebenskünstler -
Das wirkliche Problem zwischen uns war das sie sich nie bei mir entschuldigt hat noch das sie glaubhaft gemacht hat das sie Ihr Verhalten niemals wiederholen würde
Meine Mutter hatte bis vor ca. 15 Jahren grundsätzlich recht. Sie hatte in ihrem Leben noch nie einen Fehler gemacht, warf mir da noch vor, was ich als kleines Kind angestellt hatte und wollte mich zwingen, mich so zu ändern wie sie das wollte, sonst wollte sie mich den Rest ihres Lebens nicht mehr sehen. Und ich, kannst du haben, ich mach nicht, was Du sagst. Dann gab es ersthafte Gespräche, über mehrere hundert Kilometer nur per Telefon, dass sie nicht über ihren Schatten springen kann, und genau dieses Argument habe ich dafür verwendet, dass auch ich nicht über meinen Schatten springe. Irgendwann lud sie mich ein, und ich sagte, ich habe mich nicht geändert, ob sie das will.
Ja, und inzwischen entschuldigt sie sich. Er hatte es auch getan.
Es war die Wiederholung eines Dramas vor über 40 jahren. Sie drohte mir mehrmals, sich umzubringen, bis ich gesagt habe, sie soll es tun, dann ist Ruhe.
Irgendwann habe ich ihr (und meinem Vater) klargemacht, dass wir alle doch so nicht auseinander gehen wollen. Da war so viel Mist auch in deren Leben, Kindheit im Krieg, beide ohne Väter aufgewachsen, Not, etc, -
Ich schreibe Dir noch mal zwei Punkte. Wenn Dich das nervt, sage es, ich werde mich dran halten.
Du hast eine Menge Therapieerfahrung mehr als ich, kennst Du vielleicht schon alles.Das eine ist das innere Kind. Ich bin irgendwann drauf gekommen, dass ich mich bzw. mein inneres Kind selbst beeltern muss, wenn das bei mir versäumt wurde. Und nicht zu rücksichtsvoll, sondern auch mit Grenzen setzen. Aus erwachsener Sicht, was braucht der Kleine, um zu gedeihen. Ich kann mir das heute selbst geben.Ich beeltere mich selbst, ich identifiziere mich nicht mit meinem inneren Kind. Ich war das Kind mal, aber ich bin es nicht mehr.
Das andere ist die Wut. Weil ich auf gar keinen Fall werden wollte wie mein gewalttätiger und angsteinflößender Vater, wurde ich als Jugendlicher prinzipieller Pazifist, halt die andere Backe hin (und ich konnte auch zuschlagen, wollte das aber nicht). Agression ist aber eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die verschwindet nicht einfach so, weil man das will.
Ich wurde letztendlich autoaggressiv und habe das als Ursache meiner damaligen Depression irgendwann begriffen.
Irgendwann liess ich die Wut raus, und das tat mir gut. Meine Wut hätte für echte Ausflipper gereicht, aber der Gedanke, dass mir irgendein anderer Mensch es nicht wert wäre, für das Auslassen meiner Wut viele Jahre hinter Gittern zu verbringen, bewahrte mich davor, zu große Fehler zu begehen. Aber die Wut musste raus, sonst hätte sie sich gegen mich selbst gerichtet, bzw das hat sie ja auch, als ich extrem gesoffen habe.
Inzwischen verwende ich die Wut, um meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mir was Gutes zu tun. Ich habe ja schon mal angedeutet, dass ich inzwischen eine größere körperliche Behinderung habe, war knapp vor dem Rollstuhl. Die Wut, alles mögliche nicht mehr zu können, trieb mich zu umfangreichem Training. Und das ermöglicht es mir heute, eben doch wieder vieles zu tun, auch wenn es nie wieder so wird, wie es schon mal war. Vieles ist eine Frage der Perspektive für mich. -
Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.
Ich weiss nicht, ob Deine Eltern noch leben.
Bei uns war das Verhältnis absolut zerrüttet. Es hatte auch einiges mit diversen Machtspielchen und Enttäuschungen und Ausnützen meiner kindlichen Schwäche zu tun. Ich war auch Spielball in ihren Konflikten und das habe ich erst viel später begriffen. Aber als ich dann trocken war, führte ich mit beiden getrennt, da sie geschieden waren und auch keinerlei Kontakt mehr zwischen ihnen bestand, verschiedene Gespräche.
Im Endeffekt konnte ich beide dazu zwingen, mich zu akzeptieren, wie ich bin, weil ich den Kontaktabbruch aufrecht erhalten konnte, was sie beide sehr schmerzte. Also ich bin nicht prinzipiell lieb, wer das glaubt, kann sich wundern.
Mein Vater ist gestorben, und hatte mir die Entscheidungen über sein Leben schriftlich und komplett übertragen (was er nur zuliess, weil ich keine Angst vor ihm hatte UND weil ich keine Rechnungen mit ihm mehr offen hatte), und meine Mutter handelt heute absolut in meinem Sinne und steht mir heute näher, als ich mich je erinnern konnte.
Du schreibst, dass Dir Deine Mitmenschen wichtig sind. Ich hatte aufgrund meiner ganzen Konfikte und auch, weil ich alleine auf niemanden Rücksicht nehmen musste, mir angewöhnt, vieles alleine zu machen und nur, wenn es unbedingt notwendig war, auch mal was mit Anderen.
Aber die Bereinigung der Konflikte mit meinen Eltern und mit meiner Frau, und im Laufe der Zeit auch noch mit ein paar anderen Leuten, haben mein Leben deutlich entspannnt und meine Sicht auf dieses Alleinseinwollen verändert. Heute mache ich aktiv und bewusst auch was mit Anderen, aber nicht immer. Unabhängigkeit ist für mich immer noch das Gegenteil von Abhängigkeit.
Planbar war das für mich nicht, es war oft Versuch und Irrtum, und auch was Trockenheit anging, habe ich mir angewöhnt, dass ich meinen Standpunkt auch ändern kann, wenn ich merke, ich sollte was ändern. Ich musste mir dazu eine gewisse Fehlertoleranz und Fehlernmanagement angewöhnen und habe gelernt, dass ein Fehler nicht gleich ein Weltuntergag ist. Im Grund sehe ich das wie meinen Nick, ich habe einiges erlebt und ein buntes Leben gelebt und ich werde am Ende meines Lebens kaum vor der Frage stehen, ob ich viel verpasst habe, was ich aus falscher Rücksichtnahme oder mangels Traute vor mir hergeschoben hätte. Ich bin nach wie vor ein neugieriger Mensch und fahre immer noch gerne wo hin, wo ich noch nie war. Ich kann mich aber auch bescheiden, selbstgenügsam sein und weiss, dasss ich nicht alles haben kann, das lässt mich trotzdem ruhig schlafen. Und Langeweile ist mir inzwischen ziemlich fremd.
Das wollte ich Dir grade mal erzählen. Frag mich nicht, warum
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In Deinem allerersten Post schreibst Du, dass er keine Hilfe will. Das glaube ich absolut, weil ich auch keine Hilfe wollte.
Ich sage Dir aus Sicht des Trinkers, vergiss komplett, dass er daran etwas ändert.
Es geht nur darum, was Du daraus für Dich machst. Ausschliesslich. Auf ihn hast du so viel Einfluss, wie der Sack Reis, der irgendwo auf der Welt gerade umfällt. Du regst Dich vollkommen umsonst darüber auf, es sind nur DEINE Nerven, die darunter leiden. -
wenn ich etwas von ihm verlange bzw. sage das hätte ich gerne macht er es
machte er das? Vielleicht wäre das ja seine gute Seite für Dich.
Dann sag ihm doch, er soll mit dem trinken aufhören. Macht er das auch? -
Hi Kazik,
das hier hattest Du am 31.12.24 geschrieben
Ist mein Wunsch Wille und Ziel das ich im Frühling hier schreiben kann das ich keinen Tropfen Alkohol getrunken habe und hoffentlich das ich einen oder mehrere Schritte weiter bin auf meinen Weg zu einem zufriedenen abstinenten Leben. Das wäre richtig gut.
Zweifelsohne gönne ich Dir die Erfüllung dieser Wünsche.
Das hier hast Du heute geschrieben:
Und ich bin einfach noch nicht stabil.
Was tust Du, um Dich zu stabilisieren? In Deinen Worten, welche Schritte gehst Du?
Und mal eine Frage: ändert sich durch die Nüchternheit etwas an Deinen Depressionen?
Wenn ich von mir ausgehe, ich habe als geselliger Belohnungstrinker angefangen. Die Probleme kamen zu großen Teilen bei mir erst durchs trinken und durch die Drogen. Die Kindheit...andere hatten auch Probleme, deswegen hat nicht jeder gesoffen. War schon speziell ich, weil es mir auch gefallen hat.
Als ich aufgehört habe, waren Belohnungen für mich sehr wichtig, damit mir der Alkohol nicht fehlte. Ich wurde zum Fan von richtig großen Eisbechern, die Kalorien spielten keine Rolle. Und von Schönheit der Natur, das war ich früher schon, hatte es aber vor Saufen fast vergessen.. Bis ich dann irgendwann so weit war, dass die Trockenheit zum Selbstläufer wurde und mich Alkohol ganz generell nicht mehr interessiert hat. Das kann ja bei Dir ganz anders sein.
Für mich war es ein Riesenproblem abzuschalten, weil ich Verantwortung für Leute, Kunden und relativ viel Geld hatte (mein Traum war mal, dass ich mich nur noch mit meinen Datenbanken unterhalten muss, aber den Job gab es nicht für mich). Ich neigte dazu, dass mir das auch am Feierabend durch den Kopf ging. Und ich habe verschiedenes probiert, um dann nach dem Stress bei der Arbeit runterzukommen. Um müde zu werden, ohne mich zuvor betrinken zu müssen. Ich fing damit an, dass ich die 20 km zum Job mit dem Fahrrad gefahren bin und in der Mittagspause bin ich eine Stunde um den See vor der Firma gelaufen. Hab mich ausgepowert. Dann Yoga und Meditation angefangen. Anfangs bin ich beim Stillsitzen in der Meditation fast explodiert, so arbeitete das in mir. Einmal bin ich aufgesprungen und musste unbedingt raus. Dann hab ich locker gelassen, aber bei anderer Gelegenheit trotzdem weitergenmacht. Ich bin dazu übergegangen, mich nicht mehr so sehr zu zwingen und smarter und weicher mit mir selbst umzugehen. Den Kontrollfreak und Perfektionisten ab und an in die Pause zu schicken.
Hältst Du Dich selbst aus, wenn Du nichts tust? Kannst Du Dich entspannen? Kriegst Du den Kopf leer?
Es ist kein Verhör, das weisst Du.
LG LK -
Ich bin ehrlich froh, dass uns bzw meiner Frau das erspart blieb, was Du erlebst. Aber erwischen wird es uns alle. Ich für mich sehe das so, der Tote merkt ja nichts mehr, es sind die Hinterbliebenen, die leiden.
Ich habe mich vorgestern mit meinem alten Freund unterhalten, dem vor 4 Wochen seine Liebe seines Lebens nach über 40 Jahren auf sehr tragische Weise gestorben war.
Von aussen kann ich da nichts machen, aber wir sind uns einig, dass Verdrängen der falsche Weg wäre.
Er hat sich bereits damit beschäftigt, was bei Trauer sehr oft passiert. Trauer hat Phasen, kann ich bestätigen, da selbst schon erlebt. Und er glaubt, dass es zwar seine Zeit dauert (ca. ein Jahr), dann wird er wieder Land sehen.
Ausserdem ist er sehr gut vernetzt und auf die von mir hier erwähnte gemeinsame mehrtägige Geburtstagsfeier freut er sich auch. Wir werden Saft und Tee trinken, so nebenbei, und ich kenne mich mit alkoholfreien Getränkern aus (wer sonst?).
Hast Du Freunde? -
Ca. eineinhalb Jahre, bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, gingen meine Frau und ich zur Familienberatung, eine Art Paartherapie.
Die ganzen Diskussionen und Streitereien, von ihrer Seite hauptsächlich wegen meiner Sauferei, von meiner Seite, dass das nur eins unserer Probleme war (das Andere war, dass ich mich permanent kontrolliert fühlte und selbst entscheiden wollte, wie ich lebe) mündeten in eine ernsthafte Zerrüttung zwischen uns. Das wollten wir beide nicht, waren aber nicht mehr dazu in der Lage, darüber zu reden, ohne dass ein Wort das andere gab und es jedesmal in Frust, Geschrei und Beleidigtsein mündete, beiderseits. Und das für mich natürlich gefundene Gründe waren, um mir einen einzugießen, schon rein aus Trotz, weil ich mir nichts vorschreiben lasse.
Das Gespräch mit dem Familienberater, der gleichzeitig ehemaliger Suchtberater war, hatte vor allem einen entzerrenden Effekt. Wir konnten dann nicht mehr so durcheinander reden und uns permanent gegenseitig ins Wort fallen (das "ja, aber"- Spiel, Du hast aber auch etc), sondern jeder konnte seinen eigenen Standpunkt komplett darlegen und der/die Andere musste zuhören, bis der/die Andere fertig war.
Dabei kam dann heraus, dass wir zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen auf meine Sauferei hatten. Unsere beiden Standpunkte dazu waren schlicht unvereinbar.
Und wir sahen beide, dass unser jeweiliges Gegenüber nichts davon aus Bösartigkeit tat. Sondern das Bösartige ergab sich dann aus Frust und Wut, weil wir nicht mehr miteinander konnten.Sie wollte mich und meine Sauferei nicht kontrollieren, um mich zu ärgern, und ich soff nicht, um sie zu ärgern. sondern sie hatte ihre Gründe - Angst um meine Gesundheit - und ich hatte meine Gründe - keine Ahnung, wie ich sonst mit dem Leben fertig werden sollte oder wie mir sonst Entspannung verschaffen sollte.
Ausserdem standen wir beide auf dem Standpunkt, dass eine Beziehung für beide ein Gewinn sein sollte. Das ist aber nicht gegeben, wenn die Eine unfreiwillig beim Saufen zusehen muss. Und das ist genauso wenig gegeben, wenn der Andere gegen seinen eigenen Willen mit dem Saufen aufhören muss. Dann ist immer eine(r) die/der Verlierer(in).
Es hat schon was gebracht, wenn auch nicht das, was wir uns erhofft hatten. Wir standen nicht mehr so feindselig gegenüber, sondern wir begriffen, dass wir an wesentlichen Punkten unserer Beziehung völlig unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Interessen hatten. Für sie war es dann einfacher, zu sehen, dass ich das einfach brauchte, und für mich war es einfacher, weil ich mich nicht mehr so sehr rechtfertigen musste.
An sich bewahrte uns das vor dem Rosenkrieg, denn wenn schon, dann wollten wir uns im Guten trennen.
Diese Gespräche beim Familientherapeuten halfen mir auch dabei, dass ich meine Frau verstand, als sie mich verliess, als ich vollends abstürzte. Ich habe ihr das nie übel genommen, denn ich hätte mir selbst auch nicht zugucken wollen. Nur ich kriegte vor lauter Filmrissen davon nur Bruchteile mit und hatte morgens das Meiste vergessen, meine Frau hatte den kompletten Film.
Trotzdem hätte ich nicht aufhören können, bevor ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte. Dann wäre es deswegen nicht mehr geworden, weil ich dann nicht zufrieden trocken geworden wäre. Als ich nach meinem Tiefpunkt aufgehört habe, war meine Frau frei, sich zu entscheiden, denn da war ich nicht von ihrer Hilfe abhängig. Ich hätte auch aufgehört, wenn sie sich anders entschieden hätte, einfach, weil es dann mir gereicht hat.Und danach war es zwischen uns oft auch nicht einfach, da hätte ich viele Trinkgründe finden können, wenn ich das dann noch gewollt hätte. Wollte ich dann aber nicht mehr. Ich 6 Jahre trocken waren wir ja nochmal zu Paartherapie. Der Schlusssatz dieses Therapeuten an mich war: wenn beide wirklich wollen, dann finden sie fast immer einen gemeinsamen Weg. Da habe ich dann tatsächlich auf etwas verzichtet, um die Beziehung zu erhalten, und das war für mich auch bewältigbar. Später hatte meine Frau fast ein schlechtes Gewissen deswegen, weil sie mich vor eine Entscheidung gestellt hatte, aber ich habe mich entschieden und bin dann auch dazu gestanden.
Und heute, ja, sind wir beide froh um dieses ganze Geschehen. Einiges bräuchten wir sicher nicht noch einmal, aber die Erfahrungen machen uns zu dem, was wir jetzt sind. Ich glaube, in anderen Beziehungen hätten wir uns zu bald gelangweilt. -
Hi Zabou,
ich bin nicht Hartmut, aber ein trockener Alkoholiker.
Alkoholiker sind als Menschen so unterschiedlich wie andere Menschen auch.
Das macht es schwierig, pauschale Aussagen über das Verhalten zu machen.
Ganz generell verhalten sich Menschen, die man unter Druck setzt, oft ausweichend oder abwehrend.
Aus Sicht des Trinkers will der Partner oder andere Menschen oft nicht helfen, sondern sie wollen ihm seinen besten Freund wegnehmen.
Ich war jemand, der nicht gerettet werden wollte.
Ich fühlte mich z.B. von meiner Frau manipuliert. Sie wollte, dass ich mein Trinken reduziere, während ich genau das nicht wollte. Und sie hat erst mal mich bearbeitet, denn sie wollte ja, dass ich mich ändere. Und dann habe ich sie bearbeitet, damit sie mich in Ruhe liess. Beides hat nicht funktioniert.
Ich habe dann oft gesagt, wenn sie einen Partner will, der nicht trinkt, dann soll sie sich einen suchen. Ich bin dann offensichtlich nicht der richtige Partner für sie. Hat sich in der Adresse geirrt.
Bei ihr löste das Ängste aus, dass ich sie nur loswerden will. Das wollte ich zwar nicht, ich wollte nur, dass sie meine Sauferei akzeptiert.
Und aus diesem Gemenge entstehen dann Verhaltensweisen wie heimlich trinken. Ich wollte trinken und ich wollte mir das nicht verbieten lassen, aber Stress wollte ich auch nicht, denn es waren sinnlose Endlosdiskussionen, die regelmässig im Streit endeten. Also habe ich geguckt, dass meine Frau nicht alles mitkriegt. Oft hatte ich schon knapp einen Liter Schnaps im Magen, bevor ich nach der Arbeit nach Hause kam. Dann gleich einen Kurzen und ein Bier, damit ich die Fahne begründen konnte. Meine Frau wunderte sich regelmässig, warum ich dann so schnell betrunken war.
Solche Verhaltensweisen meine ich.
Aus meiner Sicht sah es so aus, dass sie sich die Stöckchen suchte, über die sie hüpfen konnte, weil sie mich nicht loslassen konnte. Ich habe immer gesagt, sie ist nicht angekettet, keiner - und auch ich nicht - zwingt sie dazu, sich das anzutun.
LG Lk -
Trotzdem hab ich noch Gefühle und es fällt mir schwer. Ein Verbrechen?
Dasselbe gilt für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, mit dem Trinken aufzuhören. Es fällt ihm schwer. Und dein xy ist vielfachrückfällig, kein Ende in Sicht.
Das ist auf beiden Seiten das Gleiche und wenn das nicht so weitergehen soll, bis Ihr beide gestorben seid, dann muss halt jemand den Anfang zum Ausstieg machen.
Ja, und Beziehungen können scheitern, Das ist für mich absolut normal. Ja, mir hats auch schon mal wehgetan. Ich bin trotzdem gegangen, als ich mir ausrechnen konnte, wie das werden würde, wenn ich bleibe. -
Er hat auch in seiner letzten Nachricht geschrieben, dass er jetzt " hiermit offiziell" Schluss macht, weil ich ein schönes Leben haben soll und er alle nur runterzieht.
Diese Art der Formulierung macht mich so wütend. Ich denke mir es ist manipulativ, aber es triggert mich so und ich komm da nicht richtig weiter, was es ist. Vielleicht weil es einem jede Möglichkeit nimmt. Wenn jemand von euch da eine Idee hat....?
Du schreibst mehrfach, dass Du jetzt endgültig aus der Beziehung aussteigen willst.
Warum ist es dann ein Problem für Dich, wenn er Schluss macht?
Oder sollte das rein zu Deinen Bedingungen geschehen?
Wolltest Du Dir die Möglichkeit offenhalten, zu ihm zurückzukehren?
Oder ist es einfach schöner, wenn Du selbst Schluss machst?Nimm ihn doch einfach beim Wort. Schluss ist Schluss. Ausserdem stimmt es doch, dass er Dich runterzieht.
Und nimm ihn doch auch beim Wort, Dir ein schönes Leben zu machen. Oder willst Du lieber ein hässliches Leben?
Vielleicht hat er es anders gemeint. Es besteht aber keinerlei Verpflichtung für Dich, um drei Ecken zu denken.LG LK
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Im Gegenteil ich habe in Kliniken auch ältere Ärztinnen und Therapeutinnen getroffen die mich gebeten haben das ich ihnen meine Depressionen oder Teile davon erkläre. Das ging soweit das ein Oberarzt mich gefragt hat ob er mir Studentinnen schicken kann die mich zu einem speziellen Symptom befragen sollten. Was dann auch passierte. Und meine Ärztinnen und Therapeutinnen haben es auch nicht in Frage gestellt wenn ich etwas an meiner Medikation oder an therapeutischen Massnahmen anders haben wollte.
Ich habe keine Depressionen heute, aber in dem tiefen Loch hatte ich welche. Echte.
Das ist jetzt aber wurscht. Ich habe 4 miteinander verbundene Diagnosen , bei denen geht es mir wie von Dir beschrieben. Es gibt schon wirklich gute Ärzte, und ich habe einen.
Das hängt damit zusammen, und das trifft es wohl auch bei Dir, dass ich ein sehr gut informierter Patient bin.
Für mich gab es erst keine Therapie, ich habe das durch ausprobieren herausgefunden. Und ich bin durch massive, lang anhaltende Schmerzen gegangen. -
Abgesehen davon, wenn ich in meiner Einzelgängerphase bin, dann will ich das. Da gibt es auch keine Chance, mich zu irgendeiner gemeinsamen Unternehmung einzuladen. Und es gibt Erlebnisse, beim Klettern Free Solo früher, als ich noch konnte, die möchte ich nicht missen. Aber auch kein Thema für hier.
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habe ich das jetzt richtig verstanden, ich bin auch Dein selbsterwählter partner in crime. Wow! Lass mal verabreden und ein paar crimes verüben. In Echtzeit.

möglicherweise nicht. Ich bin ein Typ, der sich nicht so schnell bindet. Wenn, dann dauert das ein paar Jahre, bis ich mich auf jemanden verlasse. Dafür braucht es gewisse Voraussetzungen, die ich nur während verschiedener Begebenheiten erleben kann. Was Zeit braucht.
Ich bezog mich auf das, was Du selbst geschrieben hattest.
Und wenn wir beim Thema des Aufhörens sind, ich bin überhaupt nicht Co. Und ich sitze allein in meinem Boot, da ich mit niemand Anderem untergehe. Vielleicht werfe ich mal einen Rettungsring, ansonsten Eigensicherung. Ja, auch deswegen bin ich ein Überlebender. Ich habe da gewisse Erfahrungen gemacht.
Und Stalker hatte ich schon, brauche ich nicht.
Ich glaube, in diesem Rahmen sind wir uns durchaus einig. Sonst korrigiere mich.
LG LK