Beiträge von Lebenskuenstler

    Soll ich negativer schreiben, soll ich weiter in die Gosse ?

    Nein. Wir haben lange genug gesoffen, um das keinem zu wünschen.

    Du sollst schon mitnehmen, was gut ist, Du solltest Dich aber nicht überschätzen. Du wirst nicht in zwei Wochen knochentrocken, das muss viele Jahre halten, wenn Du das ernst meinst. Du solltest damit rechnen, dass es längere Zeit dauern wird, bis Dir das in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es soll ja irgendwann auch kein Kampf mit 150% Wille mehr sein, sondern leichter werden. Man bleibt leichter bei Dingen, die einem irgendwann auch Spaß machen. Und wer weiss, ob Dir Malle dann überhaupt noch was gibt. Betrunkenen zugucken wird irgendwann langweilig, vor allem, wenn man selbst so war. Aber vorerst siehst Du möglicherweise nur die Drinks,weil Dein Auge das seit vielen Jahren gewohnt ist. Ich weiss ja nicht, wie lange Du das schon machst, bei mir waren es viele Jahre.

    Nehmen wir mal die 150% Wille.

    Ich habe mich jahrelang mit meiner Frau wegen der Sauferei gestritten. Nicht nur deswegen, aber es war ein zentrales Thema.
    Ich, von mir, kann sagen, damals habe ich auch mit 150% Wille an der Sauferei festgehalten. Es musste einfach gehen, dass ich trinken kann.
    Dann habe ich Trinkpausen angefangen. Aus dieser Zeit kenne ich einen Zustand, der lässt sich am Besten mit dem Bild beschreiben
    "ach, zwei Seelen wohnen in meiner Brust"
    Eine Seele will trinken, eine Seele will das so weit unter Kontrolle haben, das es keine Probleme damit gibt.
    Dafür habe ich sehr viel Energie aufgewendet, bloß nicht aufhören. Ich habe auch alles mögliche geglaubt und erzählt, wie gut ich das im Griff hatte. Weil es einfach sein musste.
    Aber ich war trotzdem überzeugt, ich saufe nur, weil ich das aktiv will. Keine Spur von Abhängigkeitsgefühl, nur gemacht, was ich wollte. Bis auf den letzten Absturz, dann hab ich es verstanden.

    Und beide Seelen haben, da das in beiden Fällen ja ich bin, eben diese 150%.
    Und dann wird das eine Schaukel. Keiner gewinnt. Wenn einer vorn ist, lauert schon der Andere.

    Und Du hast Dich auch schon öfter mit Deiner Frau gestritten und vermutlich hat sie schon verschiedene Register gezogen, um Dich davon abzubringen. Vermutlich hast Du auch schon mehrmals Besserung versprochen. Möglicherweise hast Du es in dem Moment sogar ernst gemeint und bist dann wieder umgefallen. Der innere Schweinehund halt. Ganz nebenbei ein Grund, warum ich mir gar nicht einbilde, dass ich viel bei Dir bewirke, denn Deine Frau ist sicher wichtiger als ich für Dich und da musste es ja auch erst zum Knall kommen.
    Das deutet schon mal drauf hin, dass Du mit dem Trinken auch Einiges verbindest, weswegen Du darum gekämpft hast und das verschwindet nicht so einfach. Andere nennen es einfach Sucht, ist es auch, und jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen.

    Aber Du bewegst Dich auf dünnem Eis, Deine Gewohnheiten können schlicht durch Gedankenlosigkeit oder Müdigkeit einfach durchbrechen. Du musst nur mal einen wirklich schlechten Tag haben, an dem Du nicht runterkommst. Kann Streit sein, kann Stress im Job sein, es gibt unzählige Möglichkeiten.
    Es kann auch sein, das Du was feiern willst, und ohne Alk ist das für Dich nur eine halbe Sache. War für mich sehr gefährlich, dann im Überschwang die Selbstbeherrschung hochzufahren, war nicht so einfach. Weil das ist ja das Gegenteil von Feiern. Wenn Du so einen Moment hast, könnte das die Stimmung verderben. Also sollte der Moment gar nicht kommen. Vorerst, bis Du Dich auch nüchtern wieder richtig freuen kannst. Momentan ist es ja nur der Gegensatz zum Vorher, die Anfangseuphorie. Ich hatte sie auch.

    Du stehst jetzt unter dem Eindruck eines Ereignisses, das Dir einen Schub gegeben hat.
    Wenn irgendwas passiert, wodurch Du wieder Appetit auf Alkohol bekommst, dann kämpfst Du gegen Dich selbst. Du bist dann Dein stärkster Gegner. Und da nützen Dir die 150% Willenstärke gar nichts, wenn Du Dich dann nicht entscheiden kannst. Und dafür brauchst Du normalerweise alternative Handlungsmöglichkeiten, Die hast Du aber nicht, oder Du hattest keine Lust, sie anzuwenden, weil es dir zu unbequem war. Saufen ist einfacher. Das wird Dir wieder mal einfallen, bis jetzt war es ja auch immer so.

    Der Schub wird verblassen. Bei den Allermeisten, die wegen so einem Schrecken aufhören, kommt irgendwann der Punkt, ach, so schlimm war es doch nicht, ich kann mir eins genehmigen, dann höre ich wieder auf. Da wird es interessant.

    Und ich hab Deine Beiträge gelesen, Du findest noch sehr viel Positives am Trinken. Ja, mir hat es auch mal Spass gemacht, da muss keiner in Sack und Asche laufen. Aber der Spaß war irgendwann absolut vorbei. Ich kann da heute drüber reden, ohne dass mich irgendwas wieder da hin zieht, wo ich schon mal war. Ich bin lange trocken und habe mir mein Leben schon lange so eingerichtet, dass es schöner ist als zu den Zeiten, als ich noch getrunken habe. Das ist kein Verzicht und deswegen brauche ich keinen Willen dazu.

    Ich bin mir nicht sicher, wie das bei Dir ist. Bis jetzt weisst Du, wo Du weg willst. Weisst Du auch schon, wo Du hinwillst?

    Und ich will Dich sicher nicht bekehren. Aber die meisten sind irgendwann froh, wenn sie es hinter sich haben. Die Trockenheit bekommt dann einen Wert, den man nicht mehr so leicht aufs Spiel setzt. Wünsche ich Dir auch.

    Hi Sam,

    ich will mich aus der Diskussion um Deinen Urlaub raushalten, denn jeder muss selbst wissen, was er tut.
    Ich warte mal drei Monate, dann sehe ich, wo Du dann stehst. Es bleibt dann aber immer noch Deine Angelegenheit, nicht meine. Du kannst hier nur Erfahrungen und Tips kriegen, was Du draus machst, ist Deine Sache.

    Was hier jemand denkt, kann Dir schnurzpiepe sein, ausser Du willst Hilfe. Dann solltest Du drüber nachdenken, ob Du was davon annehmen willst.
    Ansonsten wird Dich ja niemand dran hindern, Deinen Weg so zu gehen, wie Du das willst.
    Es zwingt Dich auch niemand dazu. das hier zu erklären.

    Ich war mir ziemlich bald darüber im Klaren, es gibt zahlreiche Momente, in denen niemand auf mich aufpasst. Und ebenso gibt es Gelegenheiten, da merkt gar niemand, ob ich trinke oder nicht. Es geht nur drum, wer mir beim morgendlichen Blick in den Spiegel begegnet. Es dreht sich um mein Leben, nicht darum, wer was davon hält.

    Meiner Frau war es erstmal ziemlich egal, was ich gemacht habe, und ob es jemand ernst meint, sorry, das sehe ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus nicht nach 11 Tagen.

    Und Du musst Dir drüber im klaren sein, wenn Du scheiterst, gehen hier alle Anderen weiter entspannt ihren Weg. Nur Du müsstest Deinen Fehler ausbaden dann schon wieder aufräumen. Von daher, überleg Dir gründlich, was Du machst. Von aussen, vielleicht schaffst Du es, vielleicht nicht. Ich habe aber schon öfter erlebt, dass es auch bei 150%igen plötzlich kippt, daher heisst das für mich tatsächlich erst mal nichts. Und für mich ist es auch nicht wichtig, ob Du das schaffst. Wenn das für jemanden wichtig ist, dann für Dich.

    Was ich aber klar lese, ist, dass Du noch keine Erfahrung mir längerem alkoholfreien Phasen hast. Von Trockenheit will ich da sowieso nicht reden. Es ist auf jeden Fall Neuland für Dich und Du weisst überhaupt noch nicht, was auf Dich zukommt.

    LG LK

    Hi Murmel,

    ich habe da mal eine Frage. Wie ich drauf komme, sage ich Dir.

    Ich habe Trinkpausen gemacht, weil ich nicht ganz aufhören wollte und dachte, kriege ich schon irgendwie hin. Ich war aber Hartsäufer, da ging es nicht um drei Halbe, sondern um Druckbetankung.

    Nach einer langen Trinkpause dachte ich so zirka, jetzt habe ich es im Griff und kann mich mal wieder richtig belohnen. Natürlich mit Alkohol, weil Saufen ja so schön war.
    Ich habe gleich richtig wieder angefangen, es war ja volle Absicht. Und ich war ziemlich schnell wieder da und noch weiter, als vor der Trinkpause.
    Das endete in einem Absturz von ca. 5 Monaten, bei dem ich einige Mal dachte, ich überlebs nicht oder wenn, dann schwer geschädigt. Irgendwann, als es mir furchtbar schlecht ging, habe ich den Absprung gefunden.
    Das ist mehr als 24 Jahre her.
    Es war eine Erfahrung, die ich kein zweites Mal brauche. Jedenfalls nicht, nachdem es mir so bewusst wurde, vor dieser Erfahrung habe ich es mir schon schöngeredet. aber irgendwann reichte es halt.

    Seit dem weiss ich, wenn ich trinke, geht es mir schlecht. Und egal wie schlecht es mir sonst geht (in 24 Jahren kommt das durchaus vor) , wenn ich trinke, geht es mir noch schlechter. Trinken ist einfach überhaupt keine Option, egal, was passiert. Und ich finde immer andere Lösungen, manchmal halte ich auch einfach was aus. ich war längere Zeit Schmerzpatient, auch das nüchtern. Ich für mich weiss da genau, bringt gar nix, machts nur schlimmer.

    Und das geht aber schon lange automatisch, ich denke nicht drüber nach, ausser wenn ich es hier erklären will. Das war ziemlich schnell so, nachdem es eine endgültige Entscheidung war, dass ich es lasse. Ich habe dann aufgepasst, dass ich alle Hintertüren zumache und keine Ausreden gelten lasse, ich war gründlich, aber damit auch erfolgreich.

    Also, ich kann von mir selbst sagen, diese absolut schlechte Erfahrung ist meine persönliche beste Rückfallprophylaxe. Zusätzlich mit so Dingen wie der HALT-Regel, die ich auch mal gelernt habe, und sonst noch ein paar Skills, um mich runterzufahren oder mich auch des Lebens zu freuen. Brauche ich Beides.
    Also ich habe die Entscheidung und ein paar Techniken, damit ist bei mir alle im grünen Bereich.

    Jetzt zu Dir.
    Du hast jetzt die Erfahrung mit dem Rückfall. So toll war es vermutlich nicht. Also müsstest Du doch jetzt wissen, dass Trinken wirklich nichts hilft. Wenns beim ersten Glas bleiben würde, wäre es vielleicht anders, aber das bleibt es ja nicht, und diese Erfahrung hast Du gemacht.
    Du hast sicher noch ein paar andere Probleme, das will ich nicht kleinreden, aber die sind vom Rückfall vermutlich ja auch nicht besser geworden.

    Kannst Du diese Erfahrung nutzen, um Dir einzuprägen, dass alles ohne Alkohol besser geht? Egal was sonst drumrum noch abgeht?

    LG LK

    Du kannst die Wut als Kraftquelle nehmen, um an Deinem Leben etwas zu ändern.
    Und glaube mir, ich weiss, wovon ich rede.

    Heute hast Du schon eine ganze Menge geschrieben, was Du gerne ändern würdest.
    Natürlich wirst Du Andere nicht ändern.
    Und natürlich musst Du noch genauer nachdenken.
    Denn Du kannst nicht alles ändern.
    Und du hast auch nur begrenzt Kraft.
    Also überlegs Dir genau, was sich für Dich selbst rentiert.

    Genau da, wo es weh tut, geht es lang. Erst mal. Später wird es anders.

    Hi TM,

    was Hartmut schreibt sehe ich auch so, Du hast ja nicht wegen uns aufgehört.
    Auch wenn uns das hier gefällt, hast Du ja trotzdem wegen Dir. Laber, weisst Du genau, schätze ich.

    Und ich war schon bald Eisbecherfan. In manchen Situationen auch wegen "was machst Du jetzt statt Saufen" in die Eisdiele gegangen.
    War meine Belohnung. Und wenn es was zu Feiern gab, weil ich genau wusste, da muss was Anderes her.

    Meine Denke war immer, irgendwie möchte ich, dass mir die Abstinenz auch Spaß macht. Das Leben ist ja nicht vorbei, sondern fängt in gewisser Weise ja sogar noch mal neu an. wenn ich mit dem ganzen Zeug aufhöre. Ich hab ja dann auch noch das Rauchen aufgehört, immer gut gegessen, gekocht, usw.
    Die Schwierigkeiten laufen schon nicht weg, es darf auch noch was anderes geben.

    Ja, Genuss, mein Ding.

    Und solange Du das hier so schreibst, bin ich überzeugt, dass Du meinst was Du schreibst.

    LG LK

    Hi Kazik,

    ich kann hier immer wieder lesen, was ich aus ganz anderem Zusammenhang auch kenne, dass man Depressionen nicht vernünftig behandeln kann, so lange jemand trinkt.

    Vielleicht fällt Dir da ein Für oder Wider ein. Darum gehs nicht.

    Sondern: nüchtern bestehen dann vielleicht bessere Chancen für Dich.

    LG LK

    Was mir öfter mal im Kopf umgeht, angesichts meines eigenen Lebens, ist Dankbarkeit.

    Ich bin nicht so der große Gläubige, aber nachdem ich dem Tod schon ein paar mal von der Schippe gesprungen bin, empfinde ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich meine zweite Lebenshälfte völlig anders gestalten konnte, durfte, wie auch immer man das sehen mag.

    Manchmal, gerade wenn ich mein heutiges Leben vergleiche mit meinem früheren, dann empfinde ich mich schon als ziemlichen Glückspilz.
    Was ich hier so von mir gebe, ist kein Suhlen in meinem früheren Elend.
    Sondern es ist eher so, mein heutiges Leben ist ein Geschenk, dessen Wert ich erst durch meine Vergangenheit so richtig schätzen kann. Und das ich bewahren möchte, bis mir das Alter dann das Steuer aus der Hand nimmt.

    Und wenn das jemand zu sülzig wird, weil es vielen hier ja nicht so gut geht wie mir, dann kann ich das nicht ändern. Ich habe meinen Preis für das gute Karma bezahlt.

    Trockenheit ist für einen wie mich schon sehr, sehr wichtig.

    LG LK

    Indirekt werde ich jetzt doch drauf eingehen.

    Ich hatte 4 Tage mit einem alten Freund zusammen, dessen Frau, mit der ich ebenfalls gut befreundet war, gestorben ist.
    Sie haben schon auch gerne gelebt und auch gerne getrunken, aber nicht so wie ich. Beruflich auch welche, die es geschafft haben. Waren viel zielstrebiger und geradliniger als ich.
    Gestern haben sich meine Frau und ich deren Lieblingsfilm angeguckt, weil wirs halt wissen wollten.
    Es war ausgerechnet Leaving Las Vegas, was ich noch nie gesehen hatte. Da säuft sich Einer gezielt tot.
    Meine Frau fühlte sich durchaus an meine schlimmsten Zeiten erinnert. So glamourös wie in LLV wars allerdings nicht, ich hatte nicht so viel Geld.

    Diese Freunde kannten mich auf dem Höhepunkt meiner Drogenkarriere. Sie wussten damals, dass ich voll am Arsch war. Und ich war am Arsch, kein Geld, keine Wohnung, Selbstmordabsichten, Drogenprobleme, eben einfach am Ende.
    Meine Frau hat mich auf dem Höhepunkt meiner Alkoholkarriere verlassen.
    Da war ich nochmal am Arsch. ich wollte aber nicht noch mal ganz so kaputt sein wie schon mal. War es aber.

    Heute? Bei bester Aussicht sitze ich im eigenen Haus und habe keine Geldprobleme.
    Meine Frau liebt mich, so wie es aussieht. Meine sonstigen Beziehungen zur Aussenwelt laufen auch im guten Bereich, die verkorksten Beziehungen zu meinen Eltern längst bereinigt.
    Ich bin schwerbehindert, was ich ziemlich sportlich nehme, und ansonsten bin ich ziemlich glücklich mit meinem Leben. Total wäre übertrieben, den irgendwas ist immer. Ich bin Realist. Aber auch dann gehts mir gut.
    Und ansonsten bin ich mehr als 24 Jahre trocken, Nichtraucher, und über 40 Jahre das Andere Zeug weg.
    Eine Menge meiner ehemaligen Weggefährten liegen längst in der Kiste. Und das oft aus Gründen, wie sie in diesem Forum hier besprochen werden.

    Ob man so was schafft oder ob es einem zufliegt, weiss ich nicht. Ich geniesse es, reicht mir.

    Wenn ich zurückblicke, kann ich es fast selbst nicht fassen, was das für ein Ritt war.
    An sich könnte man es als Beispiel sehen, dass man auch aus der tiefsten Scheisse wieder rausfinden kann. Muss man aber nicht.

    Und beweisen muss ich gar keinem was.

    LG LK

    Edit: hat sich mit Euren Beiträgen überschnitten. Danke dafür.

    Mahlzeit,

    Ich habe bei Kazik geschrieben, dass ich mal richtig Schulden hatte.

    Es ist die passende Überleitung hier zu dem Thema, ob ich wusste, dass Saufen und Drogen süchtig machen und dann die Allgemeinheit dafür geradestehen muss.

    Nun, im Ergebnis habe ich die Schulden selbst bezahlt, ich war auch in keiner von der Kasse finanzierten Therapie. Ich habe mal privat für eine Thera bezahlt.
    Meine Lebensumstände haben mir das ermöglicht.

    Aber früher war mir das wirklich absolut egal. Auch dass ich um die Suchtgefahr wusste, war mir weitgehend schnuppe. Unter Drogis, zu denen ich bis vor etwa 40 Jahren noch gehörte, war es fast eine Auszeichnung, richtig süchtig zu sein. Wer was auf sich hielt, war drauf. In den Kreisen, von denen ich rede, auf jeden Fall. Es war schick, kaputt zu sein.
    Die Hauptregel hiess "man darf sich nicht erwischen lassen".

    In den siebziger Jahren, in denen ich pubertär war, waren in manchen Kreisen, zu denen ich gehörte, Gedanken populär wie
    "Live fast, love hard, die young" - lebe schnell, liebe hart, sterbe jung
    "Sex and Drugs and Rock'n Roll"

    und:
    trau keinem über 30

    Und das hiess, keiner wollte alt werden. Einige haben das so ernst genommen, dass sie unter 30 blieben. Was war für uns auch schon attraktiv dran, ein Leben zu führen wie unsere Eltern? Damals waren wir überzeugt auf dem Protesttrip.
    Ich wollte auch keine dreißig werden, und deswegen waren mir die Folgen meines Handelns echt egal. Ich habe mal ziemlich Schulden gemacht, um mein Leben zu finanzieren. Das waren legale Sachen, Bank etc, aber ich habs halt nicht ernst genommen. Lange auf nichts reagiert. Wurscht war es mir, ich sterbe ja eh bald.

    Das war auch die Zeit, als mich Frauen retten wollten. Später war ich dann eher der Typ, der schon viel erlebt hatte, keinen brauchte und deswegen interessant. Für meine heutige Ehefrau war es am Anfang auch wichtig, dass ich ein Kontrast zum gutbürgerlichen Elternhaus war. Mein damals zukünftiger Schwiegervater schrieb auch mal einen bösen Brief darüber. Längst bin ich im Ansehen weit gestiegen:)

    Ich bin dann aber nicht gestorben, aber ich hatte da mein Leben schon ziemlich verkackt. Ich habe einfach nie was gemacht, was auf meine Zukunft gerichtet war, weil ich diese Zukunft gar nicht haben wollte.
    Ich habe damals schon parallel gesoffen, aber es war da eher noch Beikonsum, selbst wenn es täglich 14 Pils oder so waren. Unter Drogen war das Nebensache. Mit 24 war Schluss mit dem ganzen anderen Zeug, nur noch gesoffen ud geraucht. Und auch da war der Anlass zum Aufhören ein unschöner. Und auch da schon ausgereizt, bis es wirklich weh tat.
    Am Ende dieses Abschnitts war es auch Suchtverlagerung, dass ich Alkoholiker geworden bin.
    Und ich war irgendwann nicht nur 30, sondern auch 40 und dann wollte ich mein Leben ordnen. Also habe ich die Schulden von damals bezahlt.

    Mit 36 habe ich angefangen, richtig um meine Zukunft und mein Leben zu kämpfen. Ich musste wahrscheinlich erst richtig in die Scheisse greifen, bis mir mein Leben wichtig wurde.
    Ein Offenbarungseid mit 25, eidesstattliche Erklärung, war mir wurscht, schwarz gearbeitet. Ich bin aus den Sozialsystemen gefallen, keine Krankenversicherung. Nichts durfte falsch laufen. Ich habe immer Leute gefunden, die mich unterstützt haben. Gewisses Geld hatte ich unter der Hand.
    Die Zinsen liefen aber weiter, und mit 36 hatte ich plötzlich Kontopfändung. Mit sämtlichen Zinsen seit damals ein sechsstelliger Betrag, und ich keine Aktiva zum Gegensetzen. Ich sah Gründe zum Saufen überall.
    Da war mir aber noch nicht klar, dass ich auch das Saufen aufhören werde. War überhaupt kein Thema für mich.
    Saufen war einfach bequem, weil man diesen Stoff wirklich überall bekommt, und man eben nicht aufpassen muss, erwischt zu werden.
    Ich fand es auch völlig normal, weil es ja jeder in meiner Umgebung tat.
    Ich bin meistens auch nicht sehr aufgefallen, weil ich einereits sehr viel trinken konnte, bis man es mir anmerkte, und weil ich mir den Vollrausch später, ab 30, nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben habe. Nicht mal meine Frau wusste alles. Nur ich selbst wusste, was ich alles trinke.

    Und nach dem Aufhören war meine Sucht für mich eine sehr komfortable Krankheit, weil ich selbst steuern konnte, dass ich aufhöre. Im Gegensatz zu Krebs beispielsweise, wo der eigene Wille eventuell gar nicht hilft. Hab ich grade mal wieder eindrucksvoll gehört.

    Heute. Ich höre von einigen Leuten, wie stark ich bin und wie disziplniert, dass ich mich so um meine Gesundheit kümmere. So viel Sport mache, um mich weiterhin bewegen zu können.
    Ich bin überhaupt nicht diszipliniert, ich habe alles auf die harte Tour gelernt. Wer nicht hören will, muss fühlen, wurde mir immer gesagt, als ich klein war. Und ich habe gefühlt. Was ich heute mache, ist die Konsequenz aus meinen Erfahrungen. Und inzwischen möchte ich gerne bei möglichst guter Gesundheit und zufrieden mit meinem Leben alt werden. Und logisch, dass ich das alles nicht machen würde, wenn ich noch saufen würde.

    In meinem Elternhaus war es so, es gab Alkoholtote. Von daher war absolut klar, was Alkohol anrichten kann. Das wusste ich sicher schon mit 5 Jahren. Aber es hiess auch, wer noch arbeiten kann, ist kein Alkoholiker. Ich glaube das hatte ich schon eingangs mal geschrieben. Es hiess immer, aufpassen, dass man noch aufhören kann. Aber auch, ganz ohne Suff ist einfach freudlos. Das war nicht nur bei meinem Vater, der bis zum bitteren Ende gesoffen hat, sondern auch bei meiner Mutter, die kein offensichtliches Alkohoholproblem hatte, aber immer gern gesüffelt hat. Cognac, Wein, Likörchen. Meine Mutter war nicht im engeren Sinn coabhängig, sie wollte zwar, dass ich nicht so viel saufe, ber sie hat mich auch nicht ewig unterstützt, sondern wir sind getrennte Wege gegangen. Wir haben uns 15 Jahre lang nicht gesehen. Sie sagte mir noch, lange nachdem ich trocken war, dass sie sich ein Leben ganz ohne auch nicht vorstellen kann. Sie bot mir auch noch lange etwas an. Und es war auch bei meinen Eltern immer ein gerngesehener Problemlöser. Von daher bin ich da tatsächlich reingewachsen. Und danach habe ich mir auch Freunde gesucht, die gerne getrunken und sonst konsumiert habe. Es gab immer Gruppen,wo ich damit kein Aussenseiter war. Das volle Programm halt, wie sich das oft entwickelt.

    Und ich konnte ja aufhören, damit spielt das für mich auch keine Rolle mehr, ob es so kommen musste. Und wegen dem Spass, den ich auch hatte, wären Vorwürfe nicht angebracht. Trinken konnte ich durchaus selbst.

    LG LK

    Hi Kazik,

    völlig OK für mich, was Ihr in meinem Faden diskutiert habt. Ihr habt ja auch wieder aufgehört, danke Hartmut . Vielleicht wart ihr auch schon fertig mit dem Thema. Mir ist jedenfalls gerade nichts eingefallen, was ich darauf antworten wollte. Ich will es auch nicht übergenau nehmen, wenn ich wo schreibe, wenn es irgendwie zum Thema passt und ich meinen Teil dazu beitragen möchte. So wie bei Dir. Ich mag es lebendig, weniger streng geregelt, und so war es da nach meinem Empfinden. Alles gut.

    Ja, ich hatte 4 gute Tage, wobei es gut unter den gegebenen Umständen war, denn ich habe sie bei einer trauernden Freundesfamilie verbracht. Es war aber so gut, wie ich gehofft hatte, doch dicht im Sinne von intensiv trifft es besser. Vom Schlafen und meiner Bewegungsnotwendigkeit abgesehen, eine Dauerunterhaltung. Und es war emotional fordernd. Freundschaftspflege. Ich war gestern beim heimkommen hundemüde und ausgelaugt. Trotzdem fühle ich mich wohl, weil es sich richtig anfühlt, das gemacht zu haben. Ich habe sogar noch den Entwurf einer Trauerrede geschrieben. Da bin ich dann wieder beim Sinn meines Lebens, von dem ich neulich wo geschrieben hatte, dass ich damit schon sehr früh Probleme hatte. Das würde hier aber zu weit führen, wenn ich das ausbauen würde.

    Was Du da mit dem Kater und der Ähnlichkeit zu Deinen Depressionen schreibst, kenne ich tatsächlich irgendwie auch.
    Es war Thema in den Diskussionen mit meiner Frau, als ich noch gesoffen habe.
    Und ich bin dann wenige Wochen nach dem Aufhören in die Suchtberatung und bei Einzelgesprächen mit einer Psychologin, und dort waren Antidepressiva für mich im Gespräch. Dafür gab es Gründe. Nur erledigte sich das bei mir nach diesen etwa 4 Wochen, nach denen ich den endgültigen Entschluss gefasst hatte, von selbst. Es war bei mir tatsächlich die Folge des Saufens und nicht die Ursache. Bzw. wenn es je die Ursache gewesen sein sollte, dann war sie es beim Aufhören nicht mehr.

    Ich hatte auch mal den Antrag für eine Langzeittherapie gestellt. Nur war dann meine Überlegung, dass es mir für meine Trockenheit sicher auch hilft, wenn ich das Problem meiner Schulden, nicht ganz wenige, aus dem Weg schaffen kann. Ich habe früher in meinen Drogenzeiten da mal einen echten Blödsinn gemacht, bzw nicht aufgepasst, weil mir da auch mal alles egal war. Das musste ich büßen. Mit Zins und Zinseszins wurden die Schulden immer größer. An denen wäre ich auch fast depressiv, oder eher hoffnungslos geworden, wenn ich das nicht hätte lösen könnnen. Damals gab es noch keine Privatinsolvenz, da hiess es noch zahlen bis zu Abwinken. Da war das Riesengehalt die Rettung wie ein Lottogewinn, aber ich musste es schaffen. Wenn es kritisch geworden wäre, hätte ich die Therapie immer noch machen können. Ich war jedenfalls bereit, alles notwendige zu tun, da gab es für mich nichts zu rütteln. Nur weil es nie kritisch wurde, bin ich bei meinem Weg geblieben.

    Und ich bin bipolar. Typ 2, nicht so extrem wie bipolar Typ 1, aber trotzdem nicht der Hit, wenn es akut ist, und etwas, was ich beobachten lasse. Das heisst, bei mir gibt es depressive und euphrische Phasen. Allerdings meistens nicht mehr besonders ausgeprägt. Aushaltbar. Ich habe mich auch schon einmal damit auseinandergesetzt, dass sich männliche Depression in spezifischer Weise äussern kann und schlechte Laune war bei mir lange der Normalzustand, von euphorischen Tagen unterbrochen. Als ich hier im Forum mit dem Schreiben angefangen habe, war der euphorische Teil ja mehrmals Thema. Ich hatte früher auch die Reizbarkeit, die Schlafprobleme, und das Bedürfnis, mich aus sozialen Situationen zurückzuziehen, die als typisch beschrieben werden, wenn es machbar war und nicht zu noch größerem Ärger mit meiner Umwelt führte. Mich hätte lange eine Gruppe oder ein Forum mehr belastet, als es mir geholfen hätte. Ich bin dann mehr distanziert und brauche meine Freiheit, um mir selbst nachzugehen. Das war das, was ich dann nach meiner Trockenheitsanfangseuphorie bekam. Und trotz der schlechten Laune war ich im Prinzip nicht trinkgefährdet, ja, das war schon auch rational, da stimmten das Gefühl und das Denken überein. Es war aber weniger Lähmung und inzwischen gibt es dafür schon wieder einen neuen Begriff, hochfunktionale Depression. Darin könnte ich mich über einige Jahre meines Lebes wiederfinden. Jetzt überwiegt seit Jahren eine leicht gehobene Stimmung bei mir.

    Ich schreibe gern bei Dir, weil ich mehrere Phasen hatte, in denen es mir äusserst beschissen ging. Von daher, und auch weil Du mich am Anfang ja auch mal angeschrieben hattest, empfinde ich eine innere Nähe zu Dir. Deine Depressionen sind mir nicht so fremd, wie das vielleicht manchmal aussieht. Ich versuche, Dich zu verstehen.

    LG LK

    Moin Kazik,

    ich habe nach dreieinhalb Monaten plus 4 Tage einen Job angenommen, der gefühlt zwei Schuhnummern zu groß für mich war, der mir aber die Möglichkeit bot, meine erheblichen Schulden aus meiner verkorksten Jung-Erwachsenenzeit in kurzer Zeit zu bezahlen - die mich an verschiedenem gehindert haben und die ich deswegen loswerden wollte - und ausserdem musste ich nicht mehr so weit pendeln.
    Die ersten dreieinhalb Monate hatte ich Zeit für mich, das war auch so geplant, ich musste nur diesen neuen Job finden und das war wegen dem Headhunter, von dem ich mal geschrieben hatte, nicht so schwer. Schwerer wogen meine Versagensängste, aber die waren trotzdem nicht so, dass ich es mir nicht irgendwie zugetraut hätte. Wie oft, mehr so, ich muss es eben richtig machen, dann wird das schon. Unsicherheit gehört manchmal dazu.

    Ich habe das Trinken aufgehört erst mal mit dem Hintergedanken, es wird sicher sehr schwierig und ich warte erst mal ab, wie es mir damit geht. Es dauerte aber nicht lange, ca. 4 Wochen, dann war ich mir mit mir selbst einig, ich bleibe dabei, weil ich das Gefühl hatte, ich schaffe es und es ist das Beste, was ich für mich tun kann.
    Mir war damals, ja, von heute aus gesehen damals, klar, wenn ich wieder saufen würde, wäre das eine Entscheidung zum Selbstmord auf Raten, nichts Anderes. Ich war ja schon knapp davor.
    Also die Entscheidung hiess, will ich mich umbringen oder nicht. Heute bin ich hier. Also klar entschieden.

    Bei mir ging es dann in dem neuen Job beim Thema Saufen nur um das technische, die Feierabendstressreduktion auf alkoholfreie Beschäftigung umzustellen. Natürlich musste ich mir ein wenig überlegen, was ich dann stattdessen mache. Aber kurz gesagt, es gelang mir.

    Aber diese Scheißegalhaltung ist für mich gefährlich, wenn es um Alkohol geht.

    Weil der Gedanke ich könnte in einer Depression einfach irgendetwas nehmen (Pille, Alkohol, etc.) und dann ginge es mir einfach wieder gut zwar irrational ist, der Wunsch danach aber trotzdem besteht.

    Zu beiden diesen Zitaten kann ich nur sagen, das kann ich so nicht wirklich nachvollziehen.

    Bei Scheissegalhaltung ist mir auch der Alkohol scheissegal.
    Und zwar genau, weil bei mir der Gedanke, dass es mir besser gehen würde, wenn ich was trinke, bei mir absolut ausgelöscht ist.
    Das war genau das, was mir bei dem von mir beschriebenen Tiefpunkt passiert ist. Der Gedanke, dass es besser geht, wenn ich trinke, ist vollständig verschwunden.
    8 Jahre Trinkpausen mit anschliessenden Abstürzen haben das bei mir auch emotional erledigt.

    Emotional ist für mich klar, Saufen ist noch schmerzhafter, wie mir mit dem Hammer auf den Daumen zu hauen, es ist definitiv ein Akt, der mir schadet. Das mache ich auch nicht mal dann, wenn mir alles scheissegal ist, weil ich weiss, dass es trotzdem weh tut. Und natürlich kommt es vor, dass mir alles wurscht ist, bei mir, wenn ich müde und ausgelaugt bin. Und wegen meinen Schlafproblemen hatte ich vor 4 Jahren einen Zusammenbruch, aber auch da nie einen Gedanken ans Trinken.

    Bin überhaupt nicht auf den Gedanken gekommen, dass das eine wie auch immer geartetete Lösung wäre. Und das bedeutet für mich scheissegal.

    Du schreibst, Du wärst gern weiter und bist ungeduldig: genau das Geschriebene wurde mir in der Nacht klar, als mir tiefpunktmässig und völlig hilflos bewegungsunfähig die letzen Jahre meiner Sauferei kinohaft vor meinem inneren Auge abliefen. Mir fiel es da wie Schuppen von den Augen, was ich mir vorgemacht hatte, um am Saufen festzuhalten, und es gab kein Zurück. Ich konnte das nie mehr verdrängen, was sich da in meinem Bewusstsein geöffnet hatte. Das meint auch mein Satz, dass ich mir sämtliche Zweifel vor dem Aufhören weggesoffen hatte.

    Bei vielen Alkoholikern, und jetzt auch bei Dir, habe ich das Gefühl beim Hören oder lesen, dass das Aufhören erst einmal rational geschieht, es aber dauert, bis die Entscheidung wirklich im Bauch und im Gefühl angekommen ist. Das ist für mich beim Lesen qualitativ etwas Anderes, als nur die Trinkgewohnheiten mit anderen Handlungen zu überschreiben, wie es bei mir hauptsächlich der Fall war.

    Dieser Job da, von dem ich da gerade schreibe, hat mich sehr gefordert und manchmal auch überfordert. Und ich war derjenige, der da eine neue Abteilung aufbauen und leiten musste, dafür war ich eingestellt und es war klar, dass ich niemanden fragen konnte, weil ich derjenige war, der von der Jobbeschreibung her alle Fragen beantworten musste. Aber es war nie so, dass ich deswegen irgendwelche Trinkgedanken hatte, mir war da vollständig klar, dass es durch Trinken nur schlechter werden konnte. Ich habe das Ganze nur bewältigt,weil ich nüchtern war. Und das war mir sowas von durch sämtliche Schichten meiner Gedanke klar, dass mir Trinken aber absolut überhaupt nicht helfen würde.

    Ich erwähne das nur, weil ich beim Lesen Deines Beitrags mal kurz rekapituliert habe, was war bei mir eigentlich nach dieser Zeit?

    Dir ist meinem Gefühl nach die Trockenheit noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen, also keine selbstverständliche Haltung, sondern immer noch eine Willensangelegenheit. In dem Moment, wo Du unachtsam wirst, besteht die Gefahr, dass Du trinkst. Dein automatisches Verhalten ist noch nicht, trocken zu bleiben. (automatisches Verhalten ist, z.B., dass du beim Autofahren nicht gross über Schalten oder eine Volbremsung nachdenken musst. Du machst das einfach, wenn Du es kannst). Du wirst vermutlich reinwachsen. Und da erwähne ich mal meine Signatur.

    LG LK

    Ich verstehe die Co-Seite durchaus, da ich eine Partnerin habe.

    Zu mir kamen früher aber auch Frauen, die wollten die Beziehung erst anfangen, um mich um retten. Das habe ich mindestens drei Mal erlebt.
    Das Übliche halt, wie ich hier auch lese, der Traumtyp, wenn er nur nicht saufen würde.

    Bin jetzt mal ein paar Tage offline unterwegs.
    Bis dann.

    LG LK

    Da

    Hi LK und Ihr,

    ich persönlich finde diese Diskussion gerade etwas bizarr, weil es für mich aktuell völlig egal ist, was ich zu Alkohol oder anderen Drogen mal gedacht habe und vielleicht heute noch denke oder eben nicht. Und letztendlich ist es auch egal, ob ich weiterhin denke des erwachsenen Menschen das Recht haben zu konsumieren, was sie wollen. Denn das heißt erwachsen sein. Ich habe konsumiert, was ich wollte. Habe, was Alkohol angeht, mich in eine Sucht konsumiert (aka gesoffen). Und ich wusste von meinem 18 Geburtstag bis heute das das passieren wird, wenn ich ernsthaft saufe. Denn es gibt bekanntermaßen kein halb süchtig oder süchtig light. Und die Antwort auf die Frage, ob ich noch einmal ernsthaft anfangen würde zu saufen oder überhaupt Alkohol zu trinken lautet im Hier und Jetzt Nein. Würde ich es tun, wäre ich wieder drauf.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Zu dem wollte ich noch sagen:

    der Punkt, dass es erlaubt ist, kommt bei mir meistens im Zusammenhang mit Coabhängigen, die argumentieren, dass ihr xy aufhören muss. Oder ob er aufhören muss.

    Und mit dieser Frage wurde ich zu Trinkzeiten von verschiedenen Leuten, fast immer Frauen, konfrontiert. Deswegen springe ich da an und es kommt auch öfter in meiner Argumentation, dass es eben nicht verboten ist.
    Ich brings zum Teil auch, um zu verdeutlichen, wie vergebens der Kampf der Angehörigen dagegen ist.

    Informatik war beruflich meine Rettung.

    Ich bin seit mehr als 25 Jahren von morgens bis abends online.
    Selbst jetzt,wo ich nichts mehr tun muss, mache ich KI-Schulungen etc.

    Natürlich kämpfe ich auch manchmal damit, zu versumpfen. Und mir sind einige Probleme mit Internet etc. bewusst.
    Aber die Vorteile überwiegen die Nachteile.

    Hi Perdita,

    Du hast gemerkt, dass Du aus der Situation rausmusst und das ist völlig OK.

    Ich habe mal gelernt, es ist alles erlaubt, was einen trockenhält, ausser einer Straftat.

    Ja, sicher willst Du das noch souveräner hinkriegen und das wirst Du auch. Ist ja ein Lerneffekt,
    Und die Zeit ist Dein Freund, und Du hattest keinen Rückschritt. Musst nicht von vorne anfangen.

    LG LK