Beiträge von Lebenskuenstler

    Hi Kazik,

    Ich lasse dem Kind auch seinen Willen, wenn es nicht gerade zerstörerisch drauf ist.
    Manches von dem, was mein inneres Kind will, würde in selbstschädigendes Verhalten münden, wenn ich es machen lasse.
    Weil der Trotzkopf unbedingt seinen Willen durchsetzen will, ungeachtet möglicher Verluste.

    Ein Gleichnis:
    steht ein kleiner Junge mitten im Winter draussen und protestiert
    "Ist mein Vater doch selbst schuld, wenn ich mir die Finger abfriere, warum zieht er mir keine Handschuhe an"..
    und ist vor lauter Trotz und Wut so blind, dass er sich weigert, die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Und dem bösen Alten hat er damit dann ja auch geschadet, Rache ist süss.

    Da muss dann der liebevolle Erwachsene ein paar Worte mit dem inneren Kerlchen reden, dass wir doch nicht wollen, dass es uns hinterher schlecht geht.

    So weit bin ich immerhin.
    Und ich glaube, weil mir diese Untersuchung und die Reha auch Sorgen macht, bin ich mit diesem Gefühl der Hilflosigkeit und des Trotzes aufgewacht.

    LG Lk

    Stimmt, Selbsthass bringt da sicher eher nichts. Aber das Ganze ist ja sowieso eher eine emotionale Sache als etwas vom Verstand her.
    Der Selbsthass ist jetzt was, das kommt, kannst Du Dich innerlich von diesem Teil von Dir distanzieren und Dich dabei in Ruhe betrachten?
    Bei mir ist das heute Morgen genau das Gleiche. Bin so aufgewacht, bevor das Denken überhaupt einsetzte.
    Jetzt gehe ich das kognitiv an und das hilft. Ich habe dann zwar immer noch keine rechte Lust, aber das Katastrophengefühl ist dann weg bei mir.

    Bei mir in der Verwandtschaft ist jemand, sie hat jetzt infolge anhaltender Belastung Panikattacken entwickelt und geht deswegen jetzt in Behandlung.
    Vor dieser Dauerbelastung (sie pflegt einen Angehörigen) kam sie in ihrem Leben irgendwie durch, man nennt das auch durchwurschteln, kenne ich auch.
    Und unter der Belastung kommen jetzt Sachen durch, die sie nie bewältigt hatte (schwierige Familienverhältnisse).
    Das schreibe ich jetzt deswegen, weil bei Dir ja vielleicht auch in der Situation irgendwas hochkommt.
    Hattest Du sowas zufällig schon früher und hast das mit Alkohol hinuntergespült?
    Vielleicht liege ich auch völlig daneben.

    LG LK

    Ja, die Sonne scheint.
    Ich glaube, das gehört aber schon wieder zu meiner Lustlosigkeit.
    Ich würde am liebsten nur Urlaub machen bei dem Wetter8)
    Irgendwelche Termine und Verpflichtungen gehen mir da auf die Nerven.

    Wenn ich das aufs innere Kind umschreibe, stampft der dreijährige Trotzkopf in mir gerade "will nicht".
    Heute morgen hat sich alles in mir gesträubt.
    Da bin ich dann so richtig unausgeglichen, und das mag ich gar nicht.

    Na ja, bin schon wieder am Infos einholen und die nächsten Schritte planen, das hilft fast immmer.

    Heute bin ich mit einer gewissen Lustlosigkeit aufgewacht.

    Muss wegen einer Krebsvorsorgeuntersuchung (Darmspiegelung) ab heute die Ernährung umstellen und habe irgendwie gar keinen Bock drauf.
    Natürlich mache ich es trotzdem, habe mich ja freiwillig dazu angemeldet.
    Grund genug gibts, eine Freundin ist mit 63 dran gestorben. Das muss ich ja auch nicht haben.
    Und wegen der Betäubung auch schon angemeldet, dass ich früher viel vertragen habe.

    Mit der neurologischen Reha läuft es auch nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe.
    Ich schleiche mich mit Krankengeld und Arbeitslosengeld aus dem Arbeitsleben raus, seit ich vor fast 4 Jahren mal so auf dem Zahnfleisch ging, dass ich nicht mehr konnte.
    Die Reha, die mir jetzt genehmigt wurde, läuft auf Veranlassung des Arbeitsamts, weil ich offizielll nicht arbeitsfähig bin und die mich gerne los wären. Leider habe ich da wohl keine Wahlmöglichkeit bei der Reha-Einrichtung.

    Ich habe das bislang positiv gesehen, ich gehe nächstes Jahr sowieso offiziell in Rente und mein Gedanke war, ich kann mich da ja noch mal fitmachen lassen.
    Jetzt steht da aber drin, nur Doppelzimmer.
    Ich bin nicht gerade der beste Schläfer, Schlafprobleme sind Teil meines neurologischen Problems.
    Ein möglicher Zimmernachbar lässt mich nicht gerade Juhu schreien.

    Einen ersten Widerspruch haben sie bereits abgelehnt, jetzt probiere ich mal, noch ein Attest zu kriegen.

    Ansonsten das Null-Bock-Feeling erst mal wieder wegpacken. Hilft ja nix.

    Hallo Blendi,

    ich hatte keinen großartigen Saufdruck, nachdem ich aufgehört hatte.
    Bei mir kam dann immer sofort, wie es bei mir endet, also sehr unschön, schneller als ich bewusst drüber nachdenken konnte. Das waren nur so Blitze. Das verging mir immer sofort und hörte irgendwann ganz auf.

    Kopfkino, wie ich das mache, hatte ich in der ersten Zeit aber auch.

    Wichtig war, dass ich dafür gesorgt habe, dass ich mich wohlfühle, soweit als mir möglich.
    Einiges z.B. Spazieren und Sport machst Du ja schon.
    Was jetzt hier glaube noch nicht stand, war, vernünftig zu essen, schon Eisbecher auch, aber auch irgendwas Gesundes.
    Beim trinken genauso.
    Also schon Genuss, aber gleichzeitig auch vernünftig. Und genug. Bei mir wars es einmal der pure Durst, der sich mit Wasser zufrieden gab, und sonst gar nichts.

    Ich nannte das, was ich brauche, mal einen ausgeglichenen Lebensstil. Den habe ich immer noch, bin es nur schon so gewöhnt, dass das Aufpassen und die Selbstfürsorge automatisch läuft.

    LG LK

    Ups, ja so sonst verstehen wir uns gut. Ich bin wohl zur Zeit zu sensibel, jetzt liegen beide links und rechts neben mir und ich muss sie krabbeln.

    Alter (Topfmann),

    Du bist mir sehr sympathisch.

    So was wie krabbeln oder kuscheln gab es bei mir und meinem Vater gar nicht. Ab 4 hiess es, Du bist jetzt alt genug, und ein Mann zeigt keine Gefühle.
    Ich glaube, das, was Du da machst, kann gar nicht schlechter sein.

    Ausserdem hat es mir gut getan, das zu lesen.

    Und wenn Du schreibst, wie Du da Bratkartoffeln machst, bist Du auch noch auf ähnlicher Wellenlänge, denn ich koche auch gern und gut.

    Es ist früh am Tag, im muss jetzt aus dem Haus. Termin, dann Sonne, dann Garten.

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du klar kommst.

    LG LK

    Ich schiebe gleich mal vor, dass ich keine einfache, vielleicht gar keine Lösung für Dich weiss. Nur Denkstoff vielleicht. Ich muss ja aber auch Deine Probleme nicht lösen, Du bist ja selbst schon fast das, was wir unter uns im Scherz als alte S.cke bezeichnen. Und jeder muss seine Probleme irgendwie lösen, ist halt so.

    Aber ich habe auch schon wo geschrieben, dass die Welt um mich herum hätte zusammenbrechen können, als ich aufgehört habe. Weil ich halt so lange gesoffen habe, bis es mir so schlecht ging, dass mir jedes andere Problem dagegen klein erschien.
    Und dazu gehört noch, ganz egal, was ich schon erlebt habe, so schlecht, wie ich selbst mit mir umgegangen bin, konnte sonst keiner mit mir umgehen. Das wurde mir klar, als es mir über der Kloschüssel so hundsdreckig ging und ich wusste ganz genau, dass ich es mir selbst gegeben hatte. Also bei mir hätte es auch kein Frustsaufen mehr gegeben, weil ich genau wusste, davon wirds noch schlimmer.

    Das aber nur mal zur Gefährdung. Mich hat saufmässig nach kurzer Zeit nichts mehr gefährdet, ganz egal, wie die Situation war. Mich hat Schnapsgeruch bestenfalls angewidert, und zumindest lässt der Saufdruck seit 24 Jahren auf sich warten. Bei mir, aber das ist keine Empfehlung. Du wirst jetzt nicht wegen Deiner heutigen Aktion zwangsläufig rückfällig werden, ausser Du willst es.

    Zu der Wohnungssuche will ich was sagen.
    Ich wohne in einer Gegend Deutschlands, da würde die Wohnungssuche auf jeden Fall Jahre dauern. Wir haben hier bei uns eine ausgewachsene Wohnungsnot, in anderen Gegenden soll es ja anders sein, hier gibt es praktisch keinen bezahlbaren Wohnraum und wenn, dann nur mit sehr langer Warteschlange. Und natürlich ist auch keiner, der in der Gegend bleiben will, so blöd, auszuziehen, also es wird auch nichts frei. Dafür gibt es eine Menge hochbezahlter Arbeitsplätze hier, was die Preise weiter treibt.
    Wenn das bei Dir so ähnlich ist, wird das Deine Situation jedenfalls nicht so einfach lösen. Das mit dem Gartenhaus hört sich bei allen zu Recht geäusserten Bedenken zumindest machbar an und auch da gibt es Leute, die das trocken können. Es gibt sogar Obdachlose, die erfolgreich mit dem Saufen aufhören, aber das musst Du ja gar nicht werden.

    Deine Frau, deren Freundin und ihr Mann sehen für mich nach Deiner Schilderung wie Saufkumpane aus, Jetzt wo Du nichts mehr trinkst, befindest Du Dich vielleicht in der Situation wie viele Andere, viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Ihr habt zwar Kinder, aber was habt Ihr an Gemeinsamkeiten, bei denen Alkohol gar keine Rolle spielt?
    Kannst du hier oft lesen, die Saufkumpane fallen dann einfach weg. Und vielleicht hast Du, wie viele Andere auch, ausser Saufkumpanen kaum weitere Kontakte (reine Spekulation, widerspricht aber nichts von dem, was Du bisher geschrieben hast). Und natürlich bist Du mitverantwortlich für die Situation, weil Du selbst ja lange aktiv dabei warst. Jetzt hast Du es Dir halt anders überlegt, das ist sicher sehr gut für Dich, aber da können die Anderen um Dich herum ja auch nichts dafür, die leben ihr Leben eben einfach weiter, im Zweifelsfall auch ohne Dich. was noch lange nicht heisst, dass Du alles mitmachen sollst, Du hast genau so ein Recht auf DEIN Leben und DEINE Entscheidungen. Passt dann halt nicht mehr zusammen.

    Jetzt kenne ich natürlich mehrere Geschiedene, ich kenne auch welche, bei denen der Kontakt zu den Kindern komplett eingeschlafen ist, und die leben trotzdem weiter. Bei mir selbst war zu meinen Eltern auch lange kein Kontakt, und ich hatte mich damit arrangiert, bei uns in der Familie sind wir ganz allgemein nicht so eng, eher Nestflüchter.

    Ausserdem bin ich ein Scheidungskind und die Scheidung war nicht nur für mich, sondern auch für meine Eltern das Beste, was uns allen passieren konnte. Jemand, dem ich deswegen leid täte, würde die Situation völlig verkennen. Was ich damit sagen will, geht nicht, gibt es in dieser Form nicht. Wenn der Leidensdruck groß genug ist, gehen plötzlich sehr viele Dinge. Vielleicht willst Du das nicht, das ist aber eine Frage Deiner Prioritäten, nicht davon, ob das völlig unmöglich wäre.

    Und ich bin ein bisschen ein brutales Kerlchen. Bei uns gibt es ein Sprichwort:
    Schlechten Menschen geht es immer gut.
    Ich hatte mir selbst mal als Losung, lieber ein glückliches Arxxloch als ein trauriges Engelchen. Wie gesagt, ich wusste und weiss, wie schlecht es mir vom Saufen ging. Bevor ich das noch mal anfange, kann ich noch viel Anderes und auch Leute, die mich an meinem Leben hindern, aus dem Weg räumen. Und ich mache das ja schon lange genug, dass ich mitreden kann.

    Das Leben ist halt nun mal kein Wunschkonzert, oft geht es nur ums Machbare. Erstens könntest Du ja auch Single werden, zweitens könntest Du auch wo anders hinziehen, vielleicht sogar in ein anderes Land. Wie gesagt, ich kenne Leute, für die sind ihre Kinder kein Hindernis.
    Du kannst hier bei den Cos genügend Geschichten finden, warum sie aus ihrer Situation nicht rauskönnen. Dieser Grund und jener Grund und tausend Andere Gründe. Oft verschwinden welche für längere Zeit, kommen wieder und haben nichts an ihrem Leben geändert.
    Manches sind zwar tatsächlich echte Sachzwäge, wie Wohnungsnot, Unterhaltspflichten und Scheidungsrecht, aber oft werden ja ganz andere Gründe vorgeschoben, die zum großen Teil selbst konstruiert snd, weil der- oder diejenige gar keine SOOOO große Änderung will. Der Topspruch für mich in dieser Beziehung, ich kanns dem Menschen, der mir das Leben zur Hölle macht ja nicht antun, ich bin zu gut dafür:twisted:...Ich hab da harte Ansichten dazu. jeder wie er es braucht und wenn der Leidensduck nicht groß genug ist, macht man es sich in seinem Elend gemütlich (gibt hier wahrscheinlich demnächst Protest, ist aber meine Meinung) Und bei Trinkern die über ihre Trinkerleiden klagen, und die aber trotzdem tausend Gründe finden, warum dieser Schluck und jener Rückfall unbedingt sein musste, ist es keine Spur anders. Und Leute, die vorgeben, gerne zu trinken und die keine Anstalten machen, deswegen ein Problemgespräch anzufangen, kurz gesagt nicht nach Hilfe fragen, lasse ich anstandslos trinken, leben und leben lassen. Ich missioniere nicht.
    (sollst du jetzt übrigens nicht auf Dich beziehen, ich glaube Dir, dass Du trocken bleiben willst).

    Wenn Du sowieso Zukunftsängste hast, kannst Du ja auch mal ganz offen über Dinge nachdenken, die Du jetzt noch gar nicht denken willst. Und wenn es nur ist, um den Blick zu weiten und vielleicht aus der Ferne Möglichkeiten an Deiner jetzigen Situation erkennen, die Du nicht siehst, weil Du mit der Nase dranklebst.

    Und was Du davon nehmen kannst, weiss ich nicht. Ich kenne ja auch nicht Dein ganzes Leben, nur das hier geschriebene.
    Ewiger Text jetzt, wollte gesagt sein.

    Was ich gelernt bzw. am eigenen Leib erfahren habe ist: wenn ich wirklich will und weiss, was ich willl, dann kann ich was ändern. Nicht alles, aber dafür verwende ich dann den Gelassenheitsspruch..den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom Anderen zu unterscheiden. Auf den gibt es kein Copyright, der ist frei.

    LG LK

    Ich könnte jetzt was in der Art sagen
    "und wenn sie nicht gestorben sind, dann kreisen sie noch heute"

    Die Frage, die nur Du Dir beantworten kannst, ist:
    Reicht es Dir, jede Woche ein oder zwei Mal Dein Leid zu klagen und so weiterzumachen, oder brauchst Du eine Lösung für das kleine Problem?

    Kannst Du Deine Frau nicht dazu bringen, mal vernünftig, nüchtern und konzentriert mit Dir zu reden? Hast Du das überhaupt schon einmal so direkt und mit Dringlichkeit angesprochen, oder wartest Du, bis sie von selbst darauf kommt?
    Hier hattest Du ja auch ein Problem, aus Dir herauszukommen. Bist Du so?

    Was CF sagt, ist genau der Punkt, wo ich gestern hellhörig wurde, weil sie das Gespräch mit dem Paartherapeuten hat sausen lassen.

    Meine Frau hat selbst schon auch Einiges unternommen, war auch in der Angehörigenberatung, sogar selbst noch eine Therapie gemacht.
    Ausserdem ist sie selbst auf die Idee gekommen, was für mich gut ist (kein Alkohol) kann für sie ja auch nicht schlecht sein.

    Bei Deiner hört sich das nach Deinen Schilderungen schon ein wenig so an, dass Du ihr gefälligst nicht im Weg umgehen sollst und sie sich als die Bessere fühlt, die an ihrem Leben ja gar nichts ändern will. Konfrontiere sie doch mal damit.

    Hi Topfmann,

    ich glaube, ohne gemeinsame Gespräche wird es sehr schwierig.

    Bei uns war es auch nicht einfach, und wir standen mehrfach vor der Trennung. Wenns konkret wurde, fiel uns aber immer beiden auf, was uns dann fehlen würde (unterm Strich war das Verbindende immer mehr als das Trennende) und wir haben dann wirklich beide daran gearbeitet. Richtig gearbeitet, und nicht nur Eine oder Einer.
    Mit Gesprächstechniken, damit das PingPong nicht so hochkommt, was unser Problem auch war. Das Ja, aber-Spiel und der Kampf um das letzte Wort...waren meine Gedanken damals dazu.

    Ich war auch nicht bereit, mir die alleine die Schuld anzuziehen. Schliesslich ist Saufen nicht verboten, also ist es kein Verbrechen (von Krankheit habe ich selbst nicht gesprochen), und sie war ja genauso dabei, mit mir zusammensein zu wollen wie umgekehrt. Und dass ich aufgehört habe, war zwar nur für mich (ich war mir sicher, um mich herum kann die Welt zusammenbrechen, als ich an dem Punkt zum aufhören war), aber es war ja durchaus auch in ihrem Sinne, also musste sie mich auch trocken werden lassen.

    Mal aus dem Weg gehen, bis sich das beruhigt hat, ist kein Fehler. Aber solange da noch Rechnungen offen sind, muss das wohl irgendwie ausgefochten werden.
    Bei uns war es zum Glück so, dass wir auch gemeinsame Interessen hatten und egal wie, immer was zusammen unternommen haben.

    Du hast geschrieben, in Deinem allerersten Beitrag hier, dass Deine Familie unter Deiner Sauferei gelitten hat. Also kannst Du verlangen, das sie Dich jetzt auch unterstützt und versteht, dass Du was für Dich tun musst. Meine Meinung. Und ich bin Pragmatiker, wenn es wo nicht mehr geht, das kann ich bei Euch nicht beurteilen.

    LG LK

    Gestern hatte ich Dich gefragt, ob Deine Frau öfter gemeinsame Gesprächstermine platzen lässt.

    Das Andere, meine Frau hatte das mal so ausgedrückt:
    Als Du noch gesoffen hast, war das eine Belastung, und jetzt wo Du aufgehört hast, muss ich schon wieder Rücksicht nehmen und Du bist dünnhäutig und empfindlichg etc.

    Ich habe mich absolut selbst mit dem Aufhören beschäftigt, aber dadurch war ich eben auch sehr mit mir selbst beschäftigt.

    Angehörige hoffen halt oft, kannst Du hier auch regelmässig lesen, das Kerlchen hört mit dem Saufen auf und wie durch ein Wunder ist plötzlich alles gut. Ist es in der Regel nicht.
    Womit ich wieder bei der Frage nach den Gesprächen bin.

    Bei uns war das so: meine Frau konnte nicht aufhören, sich Sorgen zu machen. Und mir regelmässig ihre Überlegungen mitzuteilen, was ich noch alles ändern sollte. Sie liess mich nicht los.
    Sie hat mir so im Lauf der Zeit das Gefühl vermittelt, dass ich es sowieso nicht recht machen kann und dass ich für ihre allgemeine Lebensunzufriedenheit verantwortlich und zuständig wäre.

    Ich habe sogar eine Verhaltenstherapie gemacht, um ein wenig, na ja, diplomatischer zu werden. Bis da hin war ich eher bekannt dafür, dass ich gerne mit der vollen Breitseite kam. Sagen wir, ich habe dazugelernt.

    Die Änderung kam, als ich, dem das ja auch nicht so recht gefiel, mich anderweitig verliebte und die Landebahn für mich bei einer anderen Frau schon fertig war. Da begriff meine Frau, dass sie was tun muss, damit ich bleibe. Weil ich es nämlich nicht mehr mit ihr ausgehalten habe. Dann hat sie selbst eine Therapie gemacht, damit sie selbst und auch ohne mein Zutun besser durchs Leben kommt.

    Das ist bei uns heute alles viel freier und weniger zwanghaft.

    Ich würde mal sagen, dieser Kontrollzwang, von dem Du schreibst, wird nicht von selbst aufhören, wenn er mit dem Trinken aufhört. Der Kontrollzwang ist nämlich ein Teil deiner eigenen Unsicherheit. Und die hast Du sehr wahrscheinlich bereits in diese Beziehung mitgebracht.
    Und das musst Du jetzt natürlich auch entsprechend lesen, weil ich Dich ja auch nicht besonders gut kenne.

    Will Dir kurz noch was dazu schreiben.

    Ich habe auch Trinkpausen gemacht.
    Als ich aufgehört habe, blieben die Teile, die ich nur im Suff ausgelebt habe, trotzdem irgendwie erhalten.

    Ich habe schon von Einigen gehört, dass sie sich in Trinkpausen besonders zusammengerissen haben, um die Schäden, die sie im Suff verursacht hatten, irgendwie auszugleichen.
    Oft schreiben Cos auch von Jekyll und Hyde, also ein Wechsel der Persönlichkeit im Rausch. Wenn einer wie ich dann dauerhaft trocken bleibt, muss er seine beiden Seiten aber irgendwie zusammenbringen.

    Deinen Einfluss wird er dann auch nüchtern zurückdrängen. Wenn Du Dich dann nicht änderst, wird er Dich rauschmeissen. Wäre bei mir so gewesen.

    Ich möchte noch ergänzen: selbst wenn er je auf die Idee kommen sollte, aufzuhören, hat er dann immer noch die Schwierigkeiten mit dem Aufhören, die fast jeder hat, und die Rückfallwahrschenlichkeit von ca, 85 % im ersten Jahr. Und ausserdem wird er danach nicht mehr derselbe sein.

    Aber das passiert ja sowieso frühestens in ein paar Jahren, so wie er nach Deinen Schilderungen drauf ist.