Beiträge von Flora

    Danke für eure Worte. Ehrlich gesagt kann ich darauf gerade gar nichts erwidern. Ich muss das irgendwie für mich bewegen und erstmal sacken lassen. Aber woran ich mich in jedem Fall orientieren möchte ist, mehr bei mir zu bleiben und gut für mich zu sorgen. Es ist das einzige was gerade wirklich Sinn ergibt.

    Tut mir leid, falls meine Angaben zum Beziehungsstatus verwirrend klangen. Wir leben seit knapp zwei Jahren zusammen. Doch an Silvester ist er in einem Gespräch fest zugegangen und gefahren. Nach 5 Tagen setzte er mich über seine Entgiftung in Kenntnis und ich ließ ihm natürlich den Raum, damit er sich auf sich konzentrieren kann. Nach einigen Tagen kam er dann überraschend nach Hause. Seine Angaben zur Dauer des Entzugs waren widersprüchlich, das habe ich allerdings nur kurz zurückgemeldet, weil ich mich nicht wohl fühle mit dieser Rolle auf irgendwas hinzuweisen 😢 und weil es nichts ändert. Gleichzeitig will ich niemand sein, der alles ignoriert und einfach neben ihm herlebt, während er wie jetzt wieder trinkt. Nicht, weil ich Frau Kontrolle bin- sondern weil es nicht meiner Vorstellung von Liebe entspricht.
    Aber seine harsche Ablehnung an diesen Punkten zu spüren, die förmlich schreit „Taste das ja nicht an, alles läuft gut!“ ist auch schmerzhaft. So stehe ich da und weiß nicht mehr, was richtig ist. Spreche ich Dinge an wirke ich wie die Coabhängige Freundin, die in seinen Bereich geht und ernte Abwehr. Aber seine restliche Familie ignoriert das alles an sämtlichen Stellen und trinkt sogar mit ihm- so will ich nicht sein!!!

    Maibisjuni, bitte versteh es nicht als provokative Frage: was genau bedeutet es, das zu akzeptieren?
    Ich weiss, dass ich auf den Verlauf keinen Einfluss nehmen kann. Aber was bedeutet das für unser Miteinander und mein ansprechen, wenn du sagst, es geht darum diese Tatsache zu akzeptieren? Wie verhält sich ein Partner der das akzeptiert? Ich habe vor lauter Traurigkeit einen knoten im Kopf…

    Guten Abend, Silberstreifen, danke für deine Antwort.
    Ja, ich unternehme Dinge, die mir zu anderen Zeiten (mehr) Freude bereiten. Und natürlich sehe ich den positiven Aspekt für ihn und seine Zukunft, dass er sich auf sich selbst konzentriert hat.

    Nun ist er seit zwei Tagen zurück und hatte schon gestern wieder eine Fahne. Ich habe mir nicht vorgemacht, dass es anders kommen könnte- eine kurze Entgiftung ist eben keine (Langzeit) Therapie.

    Heute hat er wieder getrunken. Noch nicht in dem Ausmaß, wie zuvor, aber es wird nicht lange dauern und dann ist er da wieder.
    Ich möchte mich weder in eine Kontroll- Rolle verstricken, noch ist die Ablehnung angenehm, die mir zum Beispiel heute entgegen schlug, als ich die Fahne ansprach. Daraufhin sagte er: Ich will jetzt nicht in die Tiefe gehen, ich bin im Moment zufrieden mit meinen Fortschritten. Und jetzt geh ich ins Bett!“

    … so sitze ich hier gerade. Und denke: ich mache keine vorwürfe, aber kann doch nicht einfach so tun, als würde er nicht wieder trinken, oder?

    Dankeschön ihr beiden, das stimmt, in Bezug auf Co- Abhängigkeit sollte man sich vermutlich nicht zu sicher sein.

    Ich glaube, dass die Angst vor Verantwortungsübernahme bei meinem Expartner schon vor und außerhalb des Alkoholthemas sehr groß war. Sonst würde ich hoffen, dass wir nach seiner Therapie eines Tages noch mal offen miteinander sprechen können.
    Leider scheint seine Tendenz, unangenehmes wegzuschieben und lieber hinter sich zu lassen, jede einstige Verbundenheit zu überlagern.
    Das macht mich traurig 😞

    Vielen Dank für die Antwort!

    Ich weiß im Moment nicht, was ich tatsächlich weiß. Fest steht, er hat schon vor unserer Beziehung getrunken- allerdings nicht in dem Ausmaß, wie nun zuletzt- und tiefe Wunden mitgebracht.

    Aber ich habe ihn manchmal sagen hören „Du machst mich kaputt. Wenn du so zu mir bist, muss ich trinken!“.
    Ich schäme mich fast, diesen Satz hier tatsächlich auszuschreiben, denn er klingt, als hätte ich ihm furchtbares angetan.
    Er hat das in Augenblicken gesagt, in denen er sich gefürchtet hat, mich zu verlieren- etwa, weil ich Dinge angesprochen habe, die für mich schmerzhaft waren. Oder irgendwann um Raum für mich gebeten habe, weil über Probleme sprechen kaum möglich war und ich in manchen Momenten einfach nicht mehr wusste, wie ich zu den Bedingungen mein offenes Herz bewahren kann.

    Am Silvesterabend habe ich noch einmal versucht, über Dinge zu sprechen, die mich belasten. Er hat mit Vorwürfen und Angriffen reagiert, ist dann tagelang verschwunden, ohne sich zu melden.
    Erst Sonntagabend schrieb er mir, er sei nun auf der Entgiftung und wolle auch weiterhin keinen Kontakt.
    Das respektiere ich natürlich, denn er braucht nun alle Kraft für sich.
    Gleichzeitig beschäftigt mich das Thema schuld sehr, denn nun steht im Raum, die Beziehung hätte ihm nicht gut getan und seine Problematik erheblich verstärkt.
    Das bereitet mir schlaflose Nächte, denn ich habe mein Bestes gegeben und alles, was er mitgebracht hat so liebevoll mitgetragen wie es mir irgendwie möglich war.

    Ich habe im beruflichen Kontext mit Co- Abhängigkeit zu tun und habe den Eindruck, diesbezüglich sehr wach zu sein. So habe ich ihn zwar unterstützt, aber nie entscheidende Schritte abgenommen.
    Doch ich denke, jeder der an einen solchen Punkt gerät, muss sich fragen, welche Lebensbedingungen beigetragen haben. Ich war ein Teil davon, denn ich habe zwei Jahre lang mit ihm gelebt.
    Und da stehe ich nun irgendwie vor einem Scherbenhaufen. Abgesehen von all den Verletzungen, um die ich mich kümmern muss, allen Strapazen die die letzte Zeit bedeutet hat, bin ich nun die ehemalige Partnerin, die ihm nicht gut tat.
    Das entlastet ihn, seine Familie - nur mich macht es gerade unfassbar traurig und schwer. Ich will mich nicht noch mehr mit Schuldgedanken belasten, aber im Augenblick fällt mir das schwer.

    Danke fürs lesen

    Guten Abend, ich habe mich hier angemeldet, um mich zum Thema Schuldgefühle austauschen zu können. Mein Partner/ Expartner hat zuletzt exzessiv und täglich getrunken. Nun ist er in die Entgiftung gegangen und hat den Kontakt abgebrochen. Ich respektiere das natürlich, er braucht jetzt alle Kraft für sich selbst und ich wünsche ihm in aller Liebe einen guten Weg. Wir sind derzeit getrennt, ohne, dass diese Trennung ausgesprochen wurde.
    Ich versuche gerade, den Scherbenhaufen in mir zu bearbeiten und merke, wie schuldig ich mich fühle. Darüber würde ich gern ein Thema eröffnen. Danke!