Beiträge von EllaDrei

    Hallo Sternie,

    versuche mal, das gelassener zu sehen und schau hinter die Fassade. Er manipuliert Dich und Du spielst mit. Aber Dein Selbstwert hängt doch nicht davon ab, wie oft am Tag er Dir sagt, dass er Dich lieb hat. Oder ob er lobt, dass Du ihm das Leben gerettet hast. Das sind doch alles Ablenkungsmanöver, um sich nicht mit den eigentlichen Problemen auseinander setzen zu müssen. Zudem will er Dich strafen, weil Du auf seinen Auszug drängst. Schau dass Du den Blick auf Dich und weg von seinen Aktionen lenkst. Er muss sein eigenes Leben retten - und Du Deines. Könntest Du nicht für eine Zeit woanders hin, um alles zu entzerren?

    Guten Morgen Sternie ,

    ich kenn diese Wechselbäder auch. Er möchte Dich halten und stellt Veränderungen irgendwann in einer wolkigen Zukunft am anderen Ende Deutschlands in Aussicht. Bestimmt wünscht er sich die wirklich, aber könnte sie ja auch jetzt, an Eurem derzeitigen Wohnort angehen, wenn er es ernst meint. Ein gutes soziales Umfeld ist wichtig, gerade in der momentanen Situation, ich kann Dich nur bestärken, das nicht aufzugeben. Und wie gut, dass Du das mit dem Haus auch alleine stemmen könntest!

    In Varianten gab es das alles hier über viele Jahre auch. Ex wollte Schritt für Schritt seine vielen Baustellen abarbeiten, um seine Situation zu verbessern und so auch ein besseres Zusammenleben mit mir zu ermöglichen. Wenig bis nichts davon konnte er umsetzen. Stattdessen haben Alkohol und Konsum alles weiter verschlimmert - er konnte das nicht stoppen. Ich blieb durch seine Versprechungen so lange in der passiven Beobachterrolle und hab ganz vergessen, was ich selbst eigentlich möchte.

    Wie meinst Du das mit dem Auszug bis zur Langzeit? Hat er eine Reha fest in Aussicht und würde bis dahin wo anders wohnen?

    Liebe Stternie,

    Leben wieder entdecken ist ein guter Plan. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Du dafür räumlichen Abstand brauchst und aus diesem Umfeld mit so vielen Tiefen und nur noch ganz wenigen Höhen bald raus solltest. Es tut mir sehr leid, dass Dein Mann die Kurve nicht kriegt - aber Du weißt ja, ändern lässt sich das nun mal nur von ihm selbst.

    In Deinem Faden ging es ja anfangs auch um das gemeinsame Haus. Letztlich bist Du wichtig, ist Dein Leben wichtig - das Haus ist eine Immobilie - die kann man verkaufen und das Geld teilen. Damit will ich das Problem nicht klein reden, aber mit Warten, was geschieht, Aussitzen, ob und wann er geht, kann einfach so viel Deiner Lebenszeit verstreichen. Hast Dich mittlerweile mal beraten lassen? Das muss ja nicht mal zwingend beim Anwalt sein. Ich hatte auch mal einen lange schwelenden finanziellen Konflikt und hab mich dann enlich durchgerungen, zu einer Familienberatungsstelle zu ghen - das gab den ersten Anstoß, ins Handeln zu kommen und für meine Interessen stärker einzutreten. Vielleicht auch ein Anfang für Dich?

    Liebe Grüße

    Hallo orangeblau,

    ich glaube, man kann das nur bedingt verallgemeinern mit den Gründen für die Partnerwahl. Eigene Familiengeschichte spielt bestimmt eine Rolle, klar. Aber eben auf vielfältige Art und bei jedem anders. In meiner Familie zB gab es keine offensichtliche Suchtproblematik, und doch war ich in jungen Jahren mit Männern mit entsprechenden Tendenzen zusammen. Ich hab damals selbst gerne gefeiert, und im Umfeld gab es kaum jemanden, der ständig nüchtern durchs Leben ging - also auch die Männer nicht, die ich so kennengelernt habe. Ich bin auf dem Land groß geworden. Alle haben gerne gesoffen und Viele auch andere Drogen konsumiert. Hinzu kam bei mir so eine Affinität zu Männern, die nicht so straight waren, die fand ich einfach interessanter. Vielleicht war das auch eine Abgrenzung von meinen Eltern, die sich immer irgendwie für was Besseres hielten.

    Mene letzte Beziehung, die mich hierher geführt hat, war eine "Neuauflage" nach über 20 Jahren. Mit ihm war ich trotz Alk und Drogen zusammen, weil ich in ihm schon in jungen Jahren irgendwas gesehen habe, das sich dann immer mehr verflüchtigt hat. Ich könnte auch nicht sagen, dass ich dauernd dem Mantra folgte "Ich will/muss helfen!". Aber ihn als Person wollte ich viele Jahre nicht aufgeben. Ich bin da so ner Art luftschloss hinterher gejagt. Aber klar, kann auch pure Co-Abhängigkeit gewesen sein. Die ist ja gerade deshalb so tückisch, weil sie eng mit Gefühlen für die Person verwoben ist.

    Jetzt hab ich mich damit abgefunden, dass er nix dauerhaft ändern konnte. Für mich musste ich vor allem lernen, Zeit alleine zu genießen. Ich war immer irgendwie in Beziehungen, Freunde-Cliquen, hab ein Kind großgezogen, und dann ist man auf einmal alleine und muss Zeit für sich gestalten. Irgendwann schaffst Du das. Die Gedanken kreisen weniger, wenn man mal bei sich selbst ankommt. Du hast von Garten geschrieben - super Sache, das erdet mich total. Und mit dem Hund im Wald unterwegs sein. Was machst Du gerne?

    Liebe Grüße

    Liebe SchwesterS,

    ich kann mich nur anschließen. Einem geliebten Menschen helfen zu wollen ist ein nur allzu nachvollziehbarer Impuls, und Viele, die hier irgendwann aufgeschlagen sind, sind vermutlich bis nahezu an ihre persönlichen Schmerzgrenzen gegangen, um alkoholkranke Partner und Angehörigen zu unterstützen - leider ohne irgend etwas an der Sucht der nahestenden Personen ändern zu können. Das ist eine bittere Erkenntnis, die man erst einmal verarbeiten muss - ich hab das als frühere Partnerin eines Süchtigen auch erstmal nicht wahrhaben wollen. Aber man kann etwas für sich selbst tun. Sich beraten lassen und Selbstfürsorge betreiben, um wieder auf die Beine zu kommen. Gespäche mit Freunden, auch eine wohltuende Ablenkung - alles was Dir gut tut und Deine Gedanken weniger um Deinen Bruder kreisen lässt, ist positiv. Das ist nicht herzlos gemeint, aber es hilft in dieser Situation ja nicht, wenn Du vor die Hunde gehst.

    Du schreibst, Du kannst Dich schwer abgrenzen - das ist nachvollziehbar, wäre aber bestimmt hilfreich für Dich. Die Verantwortung für seine Gesundheit trägt alleine Dein Bruder. Wenn er an seinem Alkoholismus nicht dauerhaft etwas ändern will oder kann, bist Du leider machtlos. Vielleicht bringt es ihn sogar zum Nachdenken, wenn Du auf Abstand gehst. Verlassen kann man sich darauf aber nicht. Sucht ist so eine Sackgasse - ich wünsche Deinem Bruder, dass er da herausfindet - und Dir ganz viel Kraft.

    Liebe Grüße

    Hallo Farfalla ,

    ich kenne diese Gefühle von Wut nur zu gut. Die haben mir zeitweise richtig die Luft abgeschnürt und mich bitter und zynisch werden lassen. Bei mir ging es um meinen Ex-Partner - ist natürlich ein anders gelagerter Fall, weil das Distanzieren weniger mühsam ist. Mir half da nur stetig zunehmender Abstand, der Gedanke, dass mein Ex es nicht persönlich meint, aus seiner Sucht heraus handelt usw. Aber ich weiß auch, dass das eine Gratwanderung ist.

    Deinen Impuls, vor allem Deinen Vater stärken zu wollen, finde ich sehr verständlich und richtig- aber bedenke, Dein Vater ist ein erwachsener Mann, der auch für sich selbst einstehen und für Selbstschutz sorgen sollte und das bestimmt auch kann. Offenbar hat er das ja mit seinem Auszug schon mal für einige Zeit versucht, was vermutlich die richtige Entscheidung war, bei der er hätte bleiben sollen.

    Deine Situation klingt so, als versuchst Du, alle Bälle in der Luft, sprich: den Laden zusammen zu halten. Psychiater/Therapeuten über das wahre Ausmaß ihrer Sucht aufklären wollen, den Vater unterstützen, die eigene Wut managen, und auch den Kontakt zu Eurer Mutter trotz ihrer Anfeindungen im betrunkenen Zustand halten - das klingt extrem anstrengend. Die Angehörigenberatung ist sicher ein guter erster Schritt. Ich fände es generell ratsam, Verantwortung abzugeben, auch wenn das gerade bestimmt schwer fällt, möglichst viel externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, zB über einen sozialpsychiatrischen Dienst, Dir Auszeit nur für Dich zu schaffen, um nicht immer weiter in diesen Strudel zu geraten.

    Wenn Du Wut und Verachtung für Deine Mutter aufgrund ihres Verhaltens empfindest, ist fraglich, wie ein konstruktiver Kontakt derzeit überhaupt aussehen könnte - das meine ich überhaupt nicht vorwurfsvoll, im Gegenteil, wie gesagt, diese Gefühle kenne ich auch. Genau deshalb ist vielleicht ein Kontaktabbruch momentan die einzige Option. Das heißt ja nicht, dass Du Deine Mutter nicht gern hast. Aber da sie keine Krankheitseinsicht hat, kannst Du momentan leider ohnehin nix für sie tun, wie Du selbst schon geschrieben hast. Vielleicht gäbe es Deiner Mutter zumindest einen kleinen Denkanstoß, dass sie etwas ändern und sich helfen lassen sollte, wenn sie wieder mit ihrer Familie zurechtkommen möchte. Eine Garantie dafür gibt es leider nicht. ..

    Mir fiel übrigens jetzt erst auf, dass Dein Faden im EKA-Bereich ist - gab es da möglicherweise noch eine Verschiebung? Sorry jedenfalls, falls meine Erfahrungen mit Ex nicht ganz hierher passen sollten.

    Liebe Grüße

    Ich verstehe Dich sehr gut. Dieses befreiende Gefühl, als durch die Klinik erstmals die Karten offen auf dem Tisch lagen, das ging mir genauso. Auch empfand ich es als Entlastung, dass er dort jetzt erstmal "in Sicherheit" war, eine Anlaufstelle hat, andere jetzt erstmal meinen (vermeintlichen) "Job" machen.

    Und diesen Gedanken, ich hab doch Kraft für uns Zwei - exakt so dachte ich auch lange. Heute sehe ich das total kritisch, weil sich Ex dadurch immer mehr auf mich verließ und ich bis zur vollkommenen Erschöpfung die Feuerwehr in seinem Leben spielte.

    Ein Ultimatum, da gebe ich Dir Recht, birgt immer die Gefahr, dass ein suchtkranker Partner sich in eine Reha begibt, um die Partnerschaft zu retten und nicht aus eigenem Antrieb. Aber dieses Risiko besteht auch ohne ausgesprochenes Ultimatum.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit, und dass Du die wirklich für DICH nutzen kannst. Bleibe bei Deinem Hobby und allem, was Dir gut tut!

    Hey Pegasus,

    sorry falls ich zu negativ war, - aber hier liest man leider nicht so viele Positiv-Geschichten. Trtzdem wünsche Dir und Deinem Mann von Herzen, dass er es schafft!

    Da Du aber ja für Dich hier bist, möchte ich Dir, ähnlich wie Simsalabim , einfach empfehlen, vor allem am eigenen Netz und doppelten Boden zu arbeiten, gerade auch für den hoffentlich bei Euch nicht eintretenden Fall, dass es schief geht. Ich hatte als klassisch Co-Abhängige meinen Fokus lange viel zu sehr auf meinem Ex, hab eigene Interessen, Freundschaften vernachlässigt, das fiel mir irgendwann heftigst auf die Füße. Wie schaut es bei Dir mit Familie und Freunden aus, mit Zeit für Dich selbst?

    Finde gut, dass Du für Dich eine klare Grenze setzt. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du auch ihm dies so gesagt? Hier kann man vielfach lesen, wie wichtig es ist, eine angedohte Trennung im Falle eines Falles auch konsequent durchzuziehen, um nicht die eigene Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ich selbst hab das erstmal nicht geschafft, sondern bin lange trotzdem noch am Ball geblieben, weil ich es emotional nicht hinbekommen habe. Was mir wiederum nicht gut tat, habe das als ne Art Versagen empfunden. Hast Du für Dich für diesen Fall einen guten Plan?

    Hallo Pegasus_251 ,

    was Du beschreibst, habe ich mehrfach erlebt, daher kann ich mir glaube ganz gut vorstellen, wie es Dir gerade ergeht. Die Rückkehr meines Ex aus der Entwöhnung war für mich zu Beginn mit viel Hoffen und Bangen verbunden, vermutlich geht es Dir ähnlich? Ich weiß natürlich nicht, was in dem Partnerseminar vermittelt wurde, aber mein Rat wäre erst einmal, vor allem gut auf Dich achtzugeben und die Erwartungen nicht allzu hoch zu hängen. Und Dir auch klarzumachen: Dein Mann hat einen ersten wichtigen Schritt getan - nicht mehr und nicht weniger.

    Auch ich wollte unterstützen, zuhören, da sein. Heute denke ich, dass jemand, der frisch aus Entwöhnung entlassen ist, in erster Linie professionelle Hilfe und erfahrene Anlaufstellen wie ggfs Selbsthilfegruppen braucht. Als Partnerin ist man (zu) nah dran, verstrickt sich schnell, kontrolliert, übernimmt Verantwortung, die man gar nicht hat.

    Wenn Dein Mann wirklich abstinent bleiben will, liegt die Verantwortung dafür alleine bei ihm. Das ist wirklich wichtig, sich klarzumachen, weil man sonst als Partnerin schnell anfängt, ein Leben auf rohen Eiern zu führen - in dem Gedanken, es könnte ja sonst zu einem Rückfall kommen. Du kannst allenfalls dafür sorgen, dass er in einen alkoholfreien Haushalt zurückkehrt, der Rest ist sein Job.

    Liebe Grüße

    Hallo Joline15 ,

    Deine Geschichte ähnelt meiner so sehr, dass ich Dir schreiben möchte. Mein Ex ist mit den gleichen Substanzen unterwegs, zeitweise waren auch noch starke Schmerzmittel etc im Spiel. Sowas verändert nachhaltig, wie ich feststellen musste. Ich hatte viel Zeit dazu, wir kennen uns seit Jahrzehnten.

    Ich will nicht unken und Dir den Mut nehmen, im Gegenteil, Dich ermuntern, wirklich gut auf Dich und Dein Leben zu schauen und es in die Hand zu nehmen. Mache klare und ehrliche Bestandsaufnahme. Mir wurde klar, je länger man Entscheidungen für sich rauszögert, Chancen gibt, sich an Hoffnungen klammert, desto mehr Energie für sich selbst verliert man.

    Hoffnung ist nur dann angebracht, wenn Dein Partner ernsthafte Krankheitseinsicht zeigt, sich professionelle Hilfe sucht,. Siehst Du dafür Anzeichen? Aber selbst wenn er zB in Entgiftung und Reha gehen würde, wäre auch dann der Weg leider noch weit nach meiner Erfahrung. Das Kokain ist ja ne Art Brandbeschleuniger für den Alkohol.

    In meiner Beziehung hing ich viele Jahre der Illusion nach, ich könne quasi eines Tages wie durch ein Wunder den Mann wieder ausgraben, der mein Ex mal war - früher auch so ein liebevoller, Ruhe ausstrahlender, einfühlsamer Typ. Aber das hat ncht funkioniert. Warten, Hoffen, enttäuscht werden, Frust - das hat mich sehr viel Lebensfreude gekostet. Ich bin von einem geselligen, feierfreudigen Menschen zu ner Art Schatten geworden.

    Er hat immerhin Hilfe angenommen. Physisch und psychisch kaputt und nicht mhr zu einer glücklichen Beziehung fähig ist er trotzdem. Ich bin mühsam dabei, mir meinen eigenen Weg ohne ihn zu suchen. Immerhin geht es jetzt für mich wieder etwas aufwärts statt wie vorher mit ihm nur stetig bergab. Ich wünsche Dir, dass Du beizeiten eine gute Entscheidung für Dich triffst!

    LG

    Liebe Schneehase,

    natürlich wünscht man Deinem Partner jetzt, dass er mithilfe von Klinik Veränderungen angeht. Aber solche Weckrufe bzw Ultimaten wie der von seinem Freund haben leider oft nur eine kurze Halbwertzeit, weil sie eben von außen an den- oder diejenige herangetragen werden, statt aus der eigenen Motivation kommen, den Konsum zu stoppen.

    Erstmal wirkt das jetzt natürlich wie eine Erleichterung auch und vor allem für Dich, dass da jemand ist, der sich mit "kümmert", aber vor allem muss sich Dein Partner um sich selbst kümmern und entscheiden, wie es für ihn weitergeht.

    Ich stehe jetzt im engen Austausch mit diesem Freund. Und das gibt mir wieder Mut und Kraft. Ich fühle mich nicht mehr alleine und kann wieder nach vorne schauen.

    Ich kenne das nur zu gut, dass das eigene Wohlergehen sehr daran hängt, wie es dem Partner gerade geht, ob er Hilfe annimmt, in eine Klnik geht - was ja oft nur ein erster Schritt ist - etc. Man lebt irgendwie im Schlepptau des anderen - gab es Lichtblicke bei ihm, ging es auch für mich etwas aufwärts, aber umgekehrt war seine Talfahrt auch meine.

    Das eigene Leben kann so ganz in den Hintergrund geraten. Wichtig ist, dass es Deinem Kind und Dir gut geht. Dein Partner ist letztlich für sich selbst verantwortlich.

    Liebe Grüße

    Liebe Sonnenschein CoA ,

    da gebe ich Marliese total recht. Dein Noch-Mann zeigt ja leider gerade, was auch oder inzwischen alles in ihm steckt, früher war das ja vermutlich alles mal ganz anders. Aber jetzt ist er eben so. Und früher oder später hätte er vielleicht so oder ähnlich wie jetzt agiert, auch wenn Du geblieben wärest und sich die Situation immer weiter zugespitzt hätte. Du hattest triftige Gründe, Dich so zu entscheiden.

    Ich würde es glaube eher so herum sehen, dass es wohl besser gewesen wäre, sich schon früher von ihm zu trennen, auch wenn das jetzt im Prinzip müßig ist. Aber jünger hat man eben mehr Kraft und all die negativen Erfahrungen stecken einem noch nicht in den Knochen.

    Käme denn für Dich nicht eventuell doch ein Ortswechsel in Frage? Frischer Wind, ein Neustart, ohne belastende Erinnerungen in der früheren gemeinsamen Wohnung, er hätte keine Schlüssel, könnte an sein Zeug ran und damit glücklich werden, und Du müsstest nicht bangen, dass er vor der Tür steht? Ich vermute, Dich hält auch Dein Netzwerk vor Ort. Ich betrachte es vielleicht zu sehr aus meinem Blickwinkel, aber ich würde glaube rauswollen aus seinem "Dunstkreis",


    Wünsche Dir viel Kraft - und dass Du bald in Ruhe Dein Leben leben kannst.

    Liebe Grüße

    Liebe releaseme ,

    da kann ich mich BessereZeiten nur anschließen. Kein Konflikt unter Euch Erwachsenen würde rechtfertigen, wie er sich verhält. Wenn sich ein/e Partner/in trennen möchte, hat der andere das zu akzeptieren - wüste Schreierei vor Kindern, Beschimpfungen, erst recht natürlich körperliche Gewalt sind niemals akzeptabel.

    Dein Mann missbraucht die Kinder als Druckmittel gegen Dich. Ich kann Dir nur empfehlen: Schalte das Jugendamt ein und schildere sein Verhalten, das ist eindeutig Kindeswohlgefährdung seinerseits. Und die Nachbarn sollen sagen, was sie wollen - hätten sie lieber Präsenz gezeigt und gefragt, ob sie Dich und die Kinder unterstützen können, um Deinem Mann zu zeigen, dass sein Verhalten registriert wird und daneben ist - oder gleich selbst die Polizei gerufen. Zu oft wird da schweigend weggeschaut.

    In solchen Situationen solltest Du die Polizei und auch das Jugendamt als wichtige Hilfen begreifen, releaseme . Lies mal im Faden von @SonnenscheinCoA. Sie hat sich auf beeindruckende Art Hilfe geholt und für Schutz gesorgt. Das schaffst Du auch! Deine Anwältin sollte auch mit Dir besprochen, wie dokumentiert werden kann, was Dein Mann da gerade alles treibt, angefangen von negativen WhatsApp-Nachrichten über die vermutlich ausgespähten E-Mails - sowas wäre auch strafrechtlich relevant - bis hin zu solchen Vorfällen wie dem oben geschilderten. Da Dein Mann mit Sorgerechtsstreit droht, solltest Du Dich für alle Fälle wappnen, auch wenn es garantiert viel Kraft kostet. Aber die wünsche ich Dir jetzt.

    Liebe Grüße

    Hallo Sternie ,

    Er ist seit gestern mal wieder zur Entgiftung - freiwillig! Weil er selbst gesagt hat, er will noch nicht sterben... Und da ist dann wieder dieser kleine Hoffnungsschimmer, der mich bleiben lässt... Weil vielleicht wird ja doch noch alles wieder gut. Einmal hat es ja schon geklappt 🙈

    das wünsche ich ihm natürlich sehr. Bloß über das Wort "freiwillig" bin ich gestolpert, Sternie . Es geht ja nur freiwillig, oder wie hattest Du das gemeint?

    Mit der Hoffnung ist das so eine Sache. Ich will Dich nicht traurig machen oder entmutigen. Aber ich bin mit der Hoffnung mittlerweile ziemlich auf Kriegsfuß. Wie Du ja auch beschreibst, sie hält einen fest und man klammert sich dran, und in vielen Fällen bleibt leider letztlich doch alles beim Alten. Nur dass man selbst doch wieder ein Stück älter und weitere Lebenszeit vergangen ist.

    Liebe Grüße

    Ja, das ist gut formuliert, liebe Jump! . Ich hatte die schon phasenweise, diese Wut, und konnte mich für eine Zeit innerlich gut abgrenzen. Ex bleibt dann halt weg, bis sie verraucht ist und kommt irgendwann mit einer gesundheitlichen Hiobsbotschaft ums Eck. Aber auch das sehe ich für mich als eine Art Rausreden. Man "hofft" auf die eigene Wut, um gehen zu können - ein zufriedenes Leben geht doch anders.

    Auch das natürlich, Panama , da bin ich auch nicht frei davon. Aber es geht teils auch drüber hinaus. Ich war gar nicht allein und bin trotzdem vor Jahren zu Ex zurückgekehrt. Und in den vegangenen Monaten hab ich festgestellt, dass Alleinsein nicht schlimm sein muss, sondern wieder neue Spielräume für mich selbst eröffnet. Trotzdem kann ich mich emotional nicht zu hundert Prozent lösen. Es ist ein Mix aus mehreren Aspekten, je nach persönlicher Lage. Aber es kommt aufs selbe raus: es geht mit Zweien bergab, solange der unkontrollierte Konsum von Alkohol/Substanzen nicht gestoppt wird. Ich glaube, niemand kann das dauerhaft ausblenden und gut damit leben.

    Mir geht das auch so, Jump! und PetraPetra . Also das hier:

    Wäre mein Mann so ekelhaft wie es hier teilweise bei den Alkoholikern rüber kommt, dann wäre es "leicht" einen emotionalen Schlussstrich zu ziehen.

    Aber irgendwie denke ich auch für mich, das hält mich nur noch stärker fest, hilft mir nicht, denn frei bin ich ja trotzdem nicht, und auf gewisse Weise ist es eine Rechtfertigung, mir durch ein Dabeibleiben weiter selbst zu schaden. Denn wirklich gut geht es mir ja trotzdem nicht. Auch in den schönen Momenten unserer Beziehung gab es immer so ein unterschwellig es Aber. Und: "Ich kann nicht ganz weg, weil er mich nicht schlägt und beschimpft" - wenn man es so herum sehr verkürzt formuliert, klingt es doch eigentlich absurd, oder?

    Und vielleicht stelle ich mich auf gewisse Weise auch über andere Cos, im Sinne von: "Mein" Süchtiger ist weniger schlimm, da habe ich einen triftigen Grund, bei ihm zu bleiben. Selbst in den langen Jahren, nachdem ich - aus tatsächlich triftigen Gründen - schon mal den Absprung geschafft hatte, hab ich es mir in der Rückschau immer wieder schön geredet und wollte wieder zurück zu ihm. Co par excellence. Für mich heißt das (auch), dass man eben nicht weg kommt, obwohl es besser für einen selbst wäre und man auf ein möglicherweise glücklicheres Leben da draußen verzichtet. Die Gründe sind ja eigentlich fast schon egal.

    Hallo Sternie ,

    danke für Deine Worte. Es tut mir leid, dass Du da auch so, ich nenne es mal, "fest hängst" und es Dein Mann auch nicht schafft. Ich finde die Situation so paradox. Fühle mich wieder ausgeliefert, obwohl ich es ganz klar in der Hand hätte, er nicht bei mir lebt, wir schon kein Paar mehr sind und ich sagen könnte so, nun ist endgültig genug, ich will nix mehr davon hören und sehen, mach ohne mich weiter.

    Ich war auch schon brutal ehrlich, hab ihm gesagt, dass ich ihn nicht in den Tod begleite. Das hat sich auch in dem Moment richtig angefühlt. Aber wenn sowas realistischer wird, sieht die Welt anders aus.

    Es ist für mich mehr als schlechtes Gewissen, das habe ich eigentlich weniger. Ich hab wirklich gefühlt schon jede Schleife bis ganz zu Ende und drüber hinaus gedreht und sollte längst weg sein. Aber trotzdem will ich ihn einfach nicht endgültig verlieren. Ich fühl mich nicht bereit dafür, denn ich mag ihn. Hör seine Stimme noch immer gern. Zu den schlimmsten Seiten von Sucht und CoA gehört ja, dass man schon lange trauert, bevor der Mensch stirbt,

    Hallo,

    mal kurzer Stand in eigener Sache... Ex geht es schlecht, es gibt besorgniserregende gesundheitliche Entwicklung - wenig verwunderlich - und möglicherweise muss er deshalb bald in die Klinik. Außerdem hat er kurzfristig Entgiftungsplatz angenommen ab Montag.

    Da springt wieder was in mir an, leider. Abstand ist doch noch nicht groß genug. Zwischendurch war ich schon recht weit weg und bei einem ganz massiven Unwillen angekommen, aber ich schaffe es nicht, den zu halten, wenn ich mich gleichzeitig damit auseinandersetzen muss, dass es für ihn vielleicht bald kein Zurück mehr gibt. .Er ist halt kein A..., und es sind schon alte Freunde in den letzten Jahren gestorben. Das macht mir Angst.

    Und wieder hänge ich dann doch irgendwie fest zischen unterstützen, indem ich ihm den Kontakt nicht verweigere, und Selbstschutz. Wie kann ich mich nur dazu durchringen, das ganz zu stoppen? Ich glaube, ich will es doch noch immer nicht genug.... ?

    Hallo Kirara ,

    hast Du mal konkret für Dich gefragt, wie Du Deine Wohnsituation ändern könntest? Vielleicht gibt es Wege, das auch trotz der Schulden hinzubekommen, zB über eine Beratungsstelle der Caritas oder anderer Anbieter?

    ich kenne diese Kreisläufe so gut. Entgiftung und dann wieder Trinken vor der anstehenden Langzeit. Dann wieder Entgiftung, um überhaupt in Langzeit gehen zu können. Alles verschiebt und verzögert sich weiter, man selbst sitzt auf Kohlen, schaut nur zu, wartet und wartet, bangt und hofft, so verging bei mir Jahr um Jahr.

    Du bist noch jung, Kirara, versuche, Dein Leben in die Hand zu nehmen. Eine Beratung kostet im wahrsten Sinne nix. Selbst ins Handeln für Dich zu kommen und Informationen zu sammeln, wäre ein erster Schritt, der dazu beitragen kann, dass es Dir besser geht . Ob Du tatsächlich aus der Beziehung aussteigst, kannst Du dann entscheiden.

    Liebe Grüße