Beiträge von EllaDrei

    Am Wochenende war ich wie häufiger seit einigen Jahren allein zu Hause. Grundsätzlich ist das natürlich nix Schlimmes, und es gibt mittlerweile auch Tage, an denen ich Zeit für mich genießen kann. Eigentlich war ich mit einer Freundin locker verabredet, die dann aber wegen anderweitiger Unternehmungen nicht konnte. Hab gemerkt, dass mich das verletzt und denke, das ist so ein Grundmuster bei mir. Und wahrscheinlich gibt's da auch eine Verbindung zur Beziehung zu xy. Allein sein, das war schon als Jugendliche eine Angst. Umso schwerer tu ich mich wohl damit, Menschen loszulassen, auch wenn sie mir nicht gut tun.

    Kleines Erfolgserlebnis gab es dann auch noch: Ich habe mich über eine App mit einigen Leuten zu einem Konzert verabredet. Habe sehr lange gebraucht, um über diesen Schatten zu springen, bin wohl noch nicht in der Welt der Online-Bekanntschaften angekommen... Ich möchte mir aber neue Kontakte aufbauen - jetzt ist ein Anfang gemacht.

    Hi Rennschnecke, ich kam mal wieder zu früh auf Senden - vielleicht hast Du gerade auf meinen ersten Satz mit Deiner Frage reagiert? Danke jedenfalls für die Nachfrage, mir geht es ganz okay, siehe oben - hab noch was drangeschrieben.

    Kurzes Update - Xy ist von der Reha direkt in die Klinik, es hat sich ein gesundheitliches Problem entwickelt, das mit dem Trinken zu tun haben dürfte, möchte aber lieber nicht ins Detail gehen. Ich werde nun doch häufiger kontaktiert , bin aber bisher emotional nicht so involviert. Etwas seltsam fühlt sich das schon an, als wäre ich taub für seine Themen und Anliegen geworden. Ich habe ihm neulich gesagt, dass mir seine Probleme im Laufe der Zeit egaler geworden sind. Eigentlich keine schöne Aussage. Aber trotzdem ist es besser so, zumindest für mich.

    Hallo zusammen,

    wollte mal berichten, dass ich xy jetzt mal besucht habe und wie anders das für mich war als die anderen Male früher. Ich hab festgestellt, wie sehr es mir hilft, hier zu lesen und mich auszutauschen.

    Mir sind so viele Dinge klargeworden in den vergangenen Wochen. Wie blauäugig ich in die Beziehung reingestolpert bin und wie lange ich mir selbst was vorgemacht hab, aber auch, wie wenig ich lange Zeit für mich eingestanden bin.

    Endlich konnte ich ihm jetzt mal klar sagen, wie es mir in den vergangenen Jahren ergangen ist, was ich jetzt für mich will und vor allem auch, was ich nicht mehr will. Ohne diese ewige falsche Rücksichtnahme.

    Jahrelang hab ich mich ungut behandeln und manipulieren lassen und hab trotzdem oft geschwiegen dazu aus Sorge, ihn zu belasten - wie paradox eigentlich....

    Er ist leider nicht wirklich weiter mit sich, aber das hatte ich auch nicht wirklich erwartet und ist erstmal nicht meine Sorge. Er hat mich übrigens als seine Ex und gute Freundin dort vorgestellt, ohne dass ausdrücklich eine Trennung zwischen uns ausgesprochen wurde, das find ich ganz gut so.

    Die Hoffnung, es könnte weitergehen mit uns, bleibt auf seiner Seite bestehen, aber es zeigt mir erstmal, dass mein Stoppschild gesehen wurde. Ich selbst fühl mich mit diesem Abstand erstmal wohl und schau in Ruhe, was kommt.

    Hey Luffi, das tut mir sehr leid, ich glaube Dir, dass Dich das total mitnimmt. Falls das wirklich so gesagt wurde, wäre das wirklich ungut von den Ärzten, mit so einer Zeitansage zu kommen.

    Andererseits finde ich auch schon wichtig, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Nutze es für Dich, um rauszufinden, wie Du jetzt für Dich weitermachen kannst. Mal ehrlich, er könnte ja jetzt eigentlich den nächsten Schritt machen und auch eine längere Reha angehen, wo er doch schon mal entgiftet ist. Umso günstiger wäre ja auch vermutlich die Prognose.Ist das definitiv schon vom Tisch? Hat man ihm dort Langzeitreha nahegelegt?

    Hallo Nina,

    Der merkt es einfach nicht , was er mit mir macht. Und das will mir nicht in den Kopf.

    Ja, so ist es wohl, er merkt es nicht. Das solltest Du zur Kenntnis nehmen, dass es genau so ist - und Konsequenzen für Dich und Dein Leben daraus ziehen.

    Du hattest weiter vorne geschrieben, dass Du Ärztin bist - dann dürften Dir die Auswirkungen von stetigem Alkoholkonsum auf Psyche und Verhalten eigentlich nicht sooooo fremd vorkommen. Die erlebst Du eben an Deinem Partner. Es bringt Dich doch eigentlich null weiter, immer wieder das Warum zu hinterfragen. Weil er suchtkrank ist.

    Beschäftige Dich doch lieber mit Dir. Warum fühlst Du Dich so abhängig von ihm? Warum kann er Dich so behandeln und Du zeigst keine Abwehr, willst Dich stattdessen noch weiter "anpassen"? Wie kannst Du aus dieser Verstricktheit rauskommen?

    Ich kenne Deinen Partner nicht, kann mir aber vorstellen, dass sich sein Verhalten durch Dein ängstliches Anklammern, Anpassen und ständiges Hinterfragen, warum er Dich so behandelt, eher noch verschlimmert. Nix für ungut!

    Hallo Teska,

    ich antworte einfach mal, was mir zu Deiner Vorstellung so durch den Kopf geht. Bin selbst co-abhängig seit vielen Jahren.

    Leider traue ich mir auch gar nichts mehr zu sagen, da er immer sehr empfindlich darauf reagiert und es dann schnell in Streit übergeht.

    Es würde auch gar nix bringen, was zu sagen, das hast Du ja viele Male versucht. Ich hab ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du. Dein Partner ist suchtkrank, mit Reden kommt man leider nicht weit, er versteht es als Versuche, ihm den Alkohol streitig zu machen. Die Krankheitseinsicht muss von seiner Seite und aus ihm selbst heraus kommen, darauf hast Du praktisch keinen Einfluss. Wie man es hier vielfach lesen kann, funktioniert das bei vielen Betroffenen nur, wenn es ihnen psychisch und physisch so schlecht geht, dass sie selbst den Konsum stoppen wollen.

    Wichtig ist deshalb erstmal, dass es DIR besser geht, denn Du leidest unter der Situation. An der Seite eines Suchtkranken kann man sich selbst sehr aus dem Blick verlieren, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Man gerät auch schnell in eine Isolation - dadurch dass Du in diese Region gezogen bist, verstärkt sich das vermutlich noch. Kannst Du dort für Dich Kontakte knüpfen, Bekanntschaften aufbauen abseits der Beziehung, vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe vor Ort besuchen? Das kann hilfreich sein.

    Zur "Selbsthilfe" kann auch dazu gehören, eine neue, realistischere Perspektive auf die Partnerschaft zuzulassen. Ich hab meine rosarote Brille wirklich nur mit Mühe absetzen können , aber es half, etwas Abstand zu bekommen und zunehmend, auch Selbstschutz zu betreiben.

    Dann fällt es mir sehr schwer nein zu sagen, aber nicht weil ich trinken möchte, sondern weil er dann traurig ist... das belastet mich sehr und geht auch wieder auf meine Gesundheit.

    Alleine schon deshalb sind Selbstschutz und Abgrenzung erforderlich. Indem Du seit einiger Zeit nichts mehr trinkst, hast Du den Weg ja bereits eingeschlagen - gut so! Mich hat der Konsum meines Partners auch dazu gebracht, so gut wie nichts mehr zu trinken und schon gar nicht in seinem Beisein.

    Wenn sich Deiner darüber"traurig" oder enttäuscht zeigt, hat das aus meiner Sicht was Manipulatives - er möchte Dich mit in seine Sucht ziehen, um sich nicht selbst damit auseinandersetzen zu müssen, denke ich.

    Aus Deinen Worten liest man heraus, wie sehr Du Deinen Partner magst, aber auch, dass der Umgang mit ihm durch das Trinken immer schwieriger wird. Leider geht das Vielen hier so und die Abwärtsspirale lässt sich nur schwer stoppen. Hast Du Dir mal Gedanken gemacht, wie Deine Konsequenzen aussehen könnten?

    Liebe Grüße

    Ich schaffe es einfach nicht jemanden zu verlassen der krank ist.

    Das finde ich nicht völlig abwegig. Und gut, dass Du es ehrlich aussprichst. Es ist schwer, ich habe auch seit Jahren ein ähnliches Thema, vermutlich kennen das auch einige andere, die hier schreiben.

    Trotzdem ist man auch sich selbst verntwortlich und sollte darauf achten, nicht selbst krank zu werden in einer solchen Beziehung. Du arbeitest Dich ja richtig an ihm ab und auch gegen ihn an. Will er Deine Hilfe wirklich? Frag Dich das mal.

    Hinzu kommt: Die Alkoholsucht iwäre eigentlich stoppbar - wenn der/die Betroffene es will. Man muss echt drauf achten, dass man sich nicht hinter diesen Argument der Sucht des Partners versteckt und damit die eigene emotionale Abhängigkeit kaschiert.

    Hallo Nina,

    Und genau das ist mein Problem. Ich und selber… das hab ich im Leben nicht gelernt.

    Ich sehe aber noch viele andere Aspekte. Mir fielen viele Widersprüche in Deinen Beiträgen auf. Dein Partner ist gemein und gewalttätig und dennoch der Mann, den Du liebst und den Du am liebsten keine Sekunde missen möchtest, er hat narzisstische Züge, und straft Dich zuweilen, tut Dir aber leid, Ihr könnt angeblich beide nicht ohne einander, aber er hat andere Frauen, Du bist völlig verzweifelt mit ihm, hast Dir seinen Wiedereinzug aber fünf Jahre lang gewünscht, um nur einige zu nennen. Ich denke, Du solltest dringend Hilfe haben beim Sortieren dieses Wusts.

    Ein suchtkranker Partner kann einen in solche Situationen bringen, dass man nicht mehr ein noch aus weiß, weil der Problemberg zu hoch wächst. Das ging mir auch schon so. Aber bei Euch geht es glaube um weit mehr als um seine Alkoholsucht und Dein mangelndes Selbstbewusstsein und Helferdrang. Abgesehen davon, dass Du ihm eh nicht helfen kannst. Den Absprung in Sachen Trinkerei müsste er selbst aus eigenem Antrieb schaffen.

    Weiter oben hattest Du geschrieben, Du willst an Dir arbeiten, aber ich glaube, Du müsstest erstmal für Dich klären, woran genau. Ihr kennt Euch schon so lange, Dein Partner und Du, wäre es da nicht Zeit für einen ehrlichen Blick darauf, was die Beziehung Dir wirklich bringt?

    Hallo Tisha,

    Und vorallem, wenn ich doch wirklich zuhause wieder rein möchte, was nicht passieren wird, würde ich mich doch erstmal zusammen reißen. Noch hat er ja keine gravierenden Entzüge

    Aber ziemlich sicher hat er eine psychische Abhängigkeit und kann das vermutlich nicht einfach steuern. Er sieht, es gibt Gegenwind von Dir, darauf reagiert er, indem er weiter trinkt.

    Kannst Du Dir nicht vorübergehend eine andere Unterkunft suchen, um mal zur Ruhe kommen zu können? Bei einer Freundin zB oder im Hotel? Die Sachen könntest Du ja auch irgendwo so hinstellen, dass sie zwar nicht für jeden zugänglich sind, er sie aber abholen kann? Du sprachst von einem Hintereingang zB, oder kommt er da nicht hin? Vielleicht käme auch eine Übergabe in Begleitung von einer oder zwi Dir vertrauten Person/en in Betracht? Aber bloß nicht alleine....

    Ist das Dein Auto? Ganz ehrlich, ich würde glaube die Polizei mal um Rat fragen, was Du tun kannst. Notfalls gibt's ne "Gefährderansprache", das grenzt ja allmählich an Stalking.

    Schon hart, die trinken täglich, ahnen aber nicht, was mit ihrem Sohn los sein könnte. Aber ja, ich würde die auch informieren. Zumal ja leider momentan unklar ist, wie es für ihn weitergeht. Ich würde das mit ihm glaube auch gar nicht diskutieren. Er soll sich um sich kümmer und nicht Dir aus der Klinik heraus bestimmen, was Du mit wem besprechen darfst - das kannst Du für Dich entscheiden.

    Hallo Luffi,

    finde nicht, dass Du lügen musst - warum, weil er das so will? Lass Dich nicht so vor seinen Karren spannen, das belastet Dich doch noch mehr. Ist auch nicht okay von ihm, Dir das abzuverlangen. Er schädigt sich seit Jahren und Dich mit, und dann sollst Du zudem noch mit niemandem aus der Familie sprechen dürfen. Seine Scham ist sein Ding, finde ich. Das würde ich glaube nicht mitmachen. Man kann ja sehr sachlich und ruhig darüber sprechen und sie auch bitten, ihn jetzt mit dem Thema nicht zu bestürmen, weil er eben jetzt erstmal medizinisch versorgt werden muss und seine Ruhe braucht.

    Hat denn Deine Schwiegermutter nie etwas von seiner Sucht gemerkt, oder will sie das n cht wahrhaben?

    Hallo Luffi, ich fühle mit Dir - ja, das kenne ich bis zu einem gewissen Grad auch. Die Wochen vor dem Klinikaufenthalt hast Du bestimmt krasse Anspannung durchlebt, Sorgen, ob er die Entgiftung wirklich antritt etc. Da läuft man im "Notbetrieb" - und jetzt, wo das von Dir abfällt, kommt alles raus.

    Hast Du eigentlich eine therapeutische Begleitung für Dich selbst? Ich war während so einer Phase für einige Zeit bei einer Selbsthilfegruppe vor Ort, das hat mir gut getan. Da flossen auch immer wieder Tränen bei mir, was mir letztlich aber gut tat. Vielleicht auch eine Option für Dich?

    Hallo Rosa,

    vielleicht hilft es, ehrlich Bilanz zu ziehen: Was gibt Dir die Beziehung noch? Geht es noch um Liebe - auch gegenseitige - oder eher um die vermeintlichen "Sicherheit" Deiner Ehe? Tut sie Dir gut oder überwiegen die negativen Anteile? Siehst Du eine realistische Chance, dass Dein Mann etwas grundlegend ändert, und wie lange bist Du berit, darauf zu warten?

    Du schreibst, sein heimliches Trinken macht Dir Angst - auch vor ihm? Dann wäre Rat und Unterstützung vor Ort, notfalls auch seitens der Polizei, aus meiner Sicht die bessere Wahl, als weiter unbedingt mit ihm reden zu wollen. Wie Lana schon schreibt, da gibt's doch eigentlich nix mehr zu bereden - er trinkt wieder und will nicht aufhören. .

    Ich habe Deinen Faden komplett gelesen und bin daran hängen geblieben, dass Dein Mann Dir früher auch gedroht hat für den Fall, Du verlässt ihn. Ich habe sowas vor vilen Jahren auch einmal erlebt - mit einem anderen Mann als meinem jetzigen xy. Er war Choleriker und seine Ansage war der letzte Tropfen, der das Fass bei mir zum Überlaufen brachte und letztlich der Grund für mich, umgehend genau das zu tun, nämlich ihn zu verlassen. Nach allem, was Du geschrieben hast, wünsche ich Dir, dass Du diese Entscheidung auch für Dich treffen kannst. Für mich hört es sich so an, als könnte es Dir alleine sehr viel besser gehen.

    Liebe Grüße

    Heute hatte ich das Gespräch mit dem Berater. Tat sehr gut. Er hat mich in dem eingeschlagenen Weg bestärkt. Mir war das wichtig von einem Menschen, der xy kennt und ihn etwas einschätzen kann. Es wird kein Wohnen bei mir geben, sondern in der eigenen Wohnung. Der Berater wird mit ihm die Wohnung zuvor bei einem Termin auch noch einmal sichten, vielleicht einigemaßen "rückkehrbereit" machen, da bin ich raus. Abstand, Grenzen setzen, Verantwortung bei xy lassen, da arbeite ich weiter dran. Und behalte umgehende Trennung im Blick,falls es zu Rückfall kommt. Bin ganz zuversichtlich dort weg.

    Hallo Momo,

    Nämlich dieses Gefühl - wir gegen den Rest der Welt. Als wären wir eine besondere Einheit gewesen, oft mit dem Gedanken, andere verstehen uns nicht. Und irgendwie rückblickend hat mich dieses Gefühl falsch darin bestärkt diese Beziehung so zu schützen.

    Du sprichst mir sowas von aus der Seele, super auf den Punkt gebracht... Hab mich genau daran erinnert, als ich vorhin Poni geschrieben habe. Keiner verstand zu Beginn, dass xy und ich doch unbedingt zusammengehören. Da entsteht so eine ungesunde "Exklusivität" - wenn andere sich kopfschüttelnd abgewendet haben, hab ich das einfach für mich umgedeutet und meine ungesunde Beziehung verteidigt. Das bringt einen immer mehr in Isolation. Es kostet viel Kraft, sich daraus zu befreien. Du hast es geschafft, super, auch wenn es heftig ist, wie lange das nachwirkt. Mir macht das total Mut. Danke für Deine Worte!

    Hallo Poni,

    Dann kam der Rückfall.
    Ich habe es am letzten Freitag bemerkt – seitdem ist er durchgehend betrunken. Morgens, abends. Er redet wirr, ist kaum noch erreichbar. Und ich bin am Ende. Ich habe die letzten drei Tage nur geweint. Ich weiß nicht, wohin mit meiner Liebe, mit meiner Angst. Ich habe solche Panik, dass er sich innerhalb kürzester Zeit zu Tode trinkt.

    Das ist ein nur kleiner Ausschnitt aus Deinem allerersten Post. So fängt es an. Es entsteht aus der ständigen Sorge um einen geliebten suchtkranken Menschen. Und führt oft in völlige Erschöpfung. Du schriebst auch, Dein Partner hat Leberzirrhose Stufe 2 - Grund genug also für ständige Sorge. Ich hab den Begriff lange Jahre von mir gewiesen. "Wieso co-"abhängig", ich bin doch ich und lebe mein Leben" - aber man gerät fast zwangsläufig und unbewusst rein, schließlich steht am Anfang Liebe, was gibt's Schöneres. Wer will sich schon gegen Liebe und die Schmetterlinge abgrenzen? Du hast schon zu Beginn von einigen Manipulationen Deines Freundes berichtet. Auch das gehört oft zu solch einer eigentlich kranken Beziehung,. Das klingt hart, ich weiß, aber schau mal drauf, in welches Chaos er Dich schon gestürzt hat, Du hast es zu Beginn mehrfach beschrieben. Jetzt ist er nüchtern und anders, einsichtig, für Dich da. Und diese Situationen sind erstmal ausgeblendet.

    Dass es einen Trauerfall bei Dir gab tut mir leid, mein herzliches Beileid für Deinen Verlust. Aber, so herzlos es Dir vorkommen mag von mir, ich finde es ungünstig, dass er nun für Dich als Trost und Fels in der Brandung da ist. Das bindet Dich noch mehr an ihn. Ich kann das wirklich alles gut nachvollziehen, es gab sehr viele Parallelen in meiner Beziehung. Letztlich ähneln sich hier viele der Co-Geschichten. Und jede/r muss l eigene Entscheidungen treffen. Ich hab meine auch noch vor mir, nur sind die Schmetterlinge schon ausgeflogen, worum ich ehlich gesagt momentan für mich froh bin.

    Ich wünsch Dir, dass Du mehr bei Dir bleiben, das Ganze mit Abstand betrachten kannst.

    Liebe Grüße

    Liebe Poni,

    Vieles haben die Vorredner/innen schon geschrieben. Ich kann auch nur abraten, sich weiter Hals über Kopf in diese Suchti/Co-Beziehung zu stürzen. Zieh lieber die rosarote Brille so schnell wie möglich ab, sie verhindert einen ehrlichen Blick auf ihn. Und er kommt gar nicht erst dazu, sich mit sich auseinanderzusetzen, wie es Lana schon schreibt, gerade wenn Ihr so ein Kontakt-Dauerfeuer habt.

    Ich hab das vor ein paar Jahren leider exakt so gemacht wie Du jetzt, mein xy wusste mich immer super gut bei Laune und im Kontakt zu halten während einer Reha - und ich hab das bereitwillig angenommen und viel von dem Problematischen ausgeblendet. Der Aufschlag war knallhart, als er raus kam und rückfällig wurde. Dein Freund hängt auch tief drin, nach allem, was Du schriebst. Ob er es schafft, steht wie bei so Vielen leider in den Sternen. Das wartet man besser aus sicherer Distanz ab.

    Wenn er wirklich Messie ist, ist das keine Lösung. Man würde ihn quasi enteignen und die Bude wäre auch ganz schnell wieder voll.

    Danke liebe AnnaBlume, dass Du das so klar benennst. Ich bin sicher, er ist Messie, es gibt eine eindeutige familiäre Vorbelastung. Alle Merkmale, die Du beschreibst, treffen zu. Und genau, er empfânde das als Enteignung. Leider scheint bisher bei Suchttherapeuten das Verständnis für diese Art "Doppeldiagnose" zu fehlen. Es wird immer nur Entrümpeln nahegelegt

    Ich musste übrigens auch schon den Keller meiner früheren Wohnung entrümpeln, weil er zum Lager gemacht wurde. Da ich also nichts unternehmen kann, bleibt wohl nur abzuwarten, bis er dorthin zurückgeht und nahtlos weitermacht... Er kann ja schlecht an beiden Baustellen parallel arbeiten, obwohl das wohl nötig wäre. Schwer, da zuzugucken, wenn man jemanden mag. Aber Du hast völlig Recht, ich muss mich abgrenzen. Danke.