Hallo Teska,
ich antworte einfach mal, was mir zu Deiner Vorstellung so durch den Kopf geht. Bin selbst co-abhängig seit vielen Jahren.
Leider traue ich mir auch gar nichts mehr zu sagen, da er immer sehr empfindlich darauf reagiert und es dann schnell in Streit übergeht.
Es würde auch gar nix bringen, was zu sagen, das hast Du ja viele Male versucht. Ich hab ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du. Dein Partner ist suchtkrank, mit Reden kommt man leider nicht weit, er versteht es als Versuche, ihm den Alkohol streitig zu machen. Die Krankheitseinsicht muss von seiner Seite und aus ihm selbst heraus kommen, darauf hast Du praktisch keinen Einfluss. Wie man es hier vielfach lesen kann, funktioniert das bei vielen Betroffenen nur, wenn es ihnen psychisch und physisch so schlecht geht, dass sie selbst den Konsum stoppen wollen.
Wichtig ist deshalb erstmal, dass es DIR besser geht, denn Du leidest unter der Situation. An der Seite eines Suchtkranken kann man sich selbst sehr aus dem Blick verlieren, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Man gerät auch schnell in eine Isolation - dadurch dass Du in diese Region gezogen bist, verstärkt sich das vermutlich noch. Kannst Du dort für Dich Kontakte knüpfen, Bekanntschaften aufbauen abseits der Beziehung, vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe vor Ort besuchen? Das kann hilfreich sein.
Zur "Selbsthilfe" kann auch dazu gehören, eine neue, realistischere Perspektive auf die Partnerschaft zuzulassen. Ich hab meine rosarote Brille wirklich nur mit Mühe absetzen können , aber es half, etwas Abstand zu bekommen und zunehmend, auch Selbstschutz zu betreiben.
Dann fällt es mir sehr schwer nein zu sagen, aber nicht weil ich trinken möchte, sondern weil er dann traurig ist... das belastet mich sehr und geht auch wieder auf meine Gesundheit.
Alleine schon deshalb sind Selbstschutz und Abgrenzung erforderlich. Indem Du seit einiger Zeit nichts mehr trinkst, hast Du den Weg ja bereits eingeschlagen - gut so! Mich hat der Konsum meines Partners auch dazu gebracht, so gut wie nichts mehr zu trinken und schon gar nicht in seinem Beisein.
Wenn sich Deiner darüber"traurig" oder enttäuscht zeigt, hat das aus meiner Sicht was Manipulatives - er möchte Dich mit in seine Sucht ziehen, um sich nicht selbst damit auseinandersetzen zu müssen, denke ich.
Aus Deinen Worten liest man heraus, wie sehr Du Deinen Partner magst, aber auch, dass der Umgang mit ihm durch das Trinken immer schwieriger wird. Leider geht das Vielen hier so und die Abwärtsspirale lässt sich nur schwer stoppen. Hast Du Dir mal Gedanken gemacht, wie Deine Konsequenzen aussehen könnten?
Liebe Grüße