Beiträge von Andrea1987

    Hallo an Alle,

    ich muss nochmal kurz etwas loswerden. Der Alkoholiker hat mir über eine andere Emailadresse wieder Emails geschrieben. Er hat bis heute keinerlei Einsicht. Ich habe ihn seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr gesehen. Und er schwimmt immer noch in derselben Brühe. Im kalten Entzug schreibt er sowas wie, dass es doch kein Wunder wäre, dass er es nicht schafft, wenn ihn niemand unterstützt und niemand mehr an ihn glaubt, und wenn ihm das Leben vorsätzlich (von mir) schwer gemacht würde. Unfassbar!

    Jetzt hat er geschrieben, ob es mir Spaß macht, nur Schlechtes in die Welt zu bringen. Eigentlich sollte mich das kalt lassen, aber ich merke, wie mich das unterbewusst doch noch angreift. Er stellt mich permanent als schlechten Menschen da, der andere im Stich lässt. Ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich frage mich, wann er endlich loslässt. Wann er endlich begreift, dass ich den Kontakt aus Gründen abgebrochen habe..

    Ein weiteres Problem ist auch, dass ich immer noch in der Wohnung wohne, wo sich das alles zugespielt hat. Zwar wohne ich seit 3 Jahren jetzt alleine, aber der Gedanke, dass er weiß, wo ich wohne, stört mich manchmal auch. Die Angst schwingt unterschwellig immer mit, dass er mal hier aufkreuzen könnte, obwohl ich das eigentlich nicht glaube.

    Ich habe jetzt noch seine neue Emailadresse blockiert. Ich habe mittlerweile auch "gute" Erinnerungsdinge entsorgt. Und auch Bilder aus "guten Zeiten" gelöscht. Ich will ihn einfach komplett aus meinem Leben löschen, so als hätte es ihn nie in meinem Leben gegeben. Klingt krass, ich weiß.

    Danke für's Lesen!

    Andrea

    Hallo an alle,

    ich habe lange nichts von mir hören lassen und wollte deshalb mal wieder ein paar Gedanken schreiben. Seit Mitte April habe ich ihn ja komplett blockiert, und auch seit kurzem eine neue Telefonnummer, weil ich in einen günstigeren Vertrag gewechselt bin, und die neue Nr. als kleinen Neuanfang genutzt habe. Mir tut es sehr gut, keinerlei Kontakt mehr zu ihm zu haben! Er ist mir mittlerweile sehr egal geworden.

    Ich lese hier in diesem Forum sehr viel mit, und es ist wirklich krass, wie ähnlich, nahezu identisch, die Muster sind! Bei vielen Co`s denke ich mir, wow, an dem Punkt war ich auch mal. Es hat sehr sehr lange gedauert, bis ich nicht mehr das Potenzial von meinem alkoholkranken Expartner idealisiert habe. Ich hatte genauso, wie viele andere Co`s immer den Gedanken, dass, wenn er nüchtern ist, er der "liebste und netteste Mann" ist. Das stimmt aber nicht, denn wir haben da eine total verschobene Sichtweise auf die Person. Wir lassen uns beschuldigen, manipulieren und beleidigen. Unser Selbstwertgefühl sinkt extrem in den Keller. Dann, wenn der Mann mal nüchtern ist, denken wir, er ist eigentlich so toll und liebenswürdig. Diese emotionale Achterbahnfahrt gepaart mit dem geringen Selbstwert lässt dann den temporären nüchternen Zustand als etwas ganz Positives erscheinen, und ich lobte den Mann in den Himmel und klammerte mich an seinem Potenzial fest. Und dass ich mir nur ganz viel Mühe geben müsste, damit das so bleibt. Es also einzig an mir liegt, wie die Beziehung weiter verläuft.

    Heute habe ich kein Mitleid mehr mit ihm und sehe nicht mehr das Ideal in ihm. Und sein Potenzial ist mir auch egal. Ich sehe ihn als das, was er tatsächlich ist: Ein Säufer. Ich weiß, dass das hart klingt. Insgesamt denke ich, es ist tragisch, dass er so abgestürzt ist, aber wenn er es selbst nicht ändern will, dann hat er halt einfach Pech gehabt! Ich wähle deshalb diesen harten Worte, weil sie mir helfen, mich gut von ihm und der Zeit mit ihm abzugrenzen. Ich bereue zutiefst, dass ich mehr als 3 Jahre meiner Lebensenergie und -zeit mit diesem Mann verschwendet habe!

    Und deswegen kann ich insbesondere den Co`s, die keine Kinder mit ihrem alkoholkranken Partner haben, nur dringend raten: rennt, solange ihr noch könnt! Die verlorene Zeit bringt euch niemand wieder!

    Hallo Tisha,

    das was du gerade hier beschreibt, fühle ich zu 100%. Diese Gefühlslage war bei mir ganz ähnlich. Er hat bei mir gewohnt unter der Bedingung, nicht zu trinken, irgendwann hat er natürlich auch bei mir getrunken. Ich hatte die Ansage gemacht, er müsse sich eine eigene Wohnung suchen, was er natürlich nicht gemacht hat. Es ist dann richtig eskaliert mit der Sauferei, und ich hab ihn rausgeschmissen, Schlüssel abgenommen ect. Ich hatte auch richtig doll Mitleid, aber ich wusste mir nicht anders zu helfen, denn ich wäre ihn sonst nicht losgeworden aus meiner Wohnung. Die übelsten unterirdischen Beleidigungen und Beschuldigungen musste ich mir auch anhören, und auch Bedrohungen.

    Deswegen kann ich dich so gut verstehen, auch dein Satz, dass du das mit dem Alkohol nicht mehr kannst. Ich fühle es total! Man kann einfach irgendwann nicht mehr, da ist einfach eine innere Grenze erreicht, und man wehrt sich gegen diese Situation fast automatisch (weil man keinen anderen Ausweg mehr sieht!).

    Jetzt warte ich erst mal ab, was er macht.

    Davon kann ich dir nur abraten! Ich kenne das zu gut, durch das "Abwarten" verlierst du deine wertvolle Zeit. Einige verlieren so Jahr um Jahr. Ich habe gelernt, nicht mehr "abzuwarten" und nicht mehr auf den anderen zu re-agieren, sondern selbst ins Handeln zu kommen. Auf einen Alkoholiker kannst du Jahre warten und es passiert nichts!

    Hallo Fee,

    danke für deine Nachricht. Ich war anfangs völlig naiv. Es war ein Bekannter von mir, den ich schon viele Jahre kannte, wir aber nicht so viel Kontakt hatten. Dann hatte ich bemerkt, dass er ein Alkoholproblem hat. Daraufhin kam das übelste Rettersyndrom in mir durch und habe meine damalige Beziehung dafür in den Sand gesetzt.

    Ich dachte, ich muss ihm (den Alkoholiker) nur zeigen, dass er nicht alleine ist, ihm nur Liebe schenken, und dann trinkt er nicht mehr. Ich dachte wirklich, dass es so einfach wäre. Nach und nach bin ich dann in diese Co-Abhängigkeitsspirale gerutscht und habe immer mehr Verantwortung für ihn übernommen. Nach ca. 1 Jahr ist er aus seiner Wohnung geflogen und ich habe ihn in meine Wohnung aufgenommen, was der größte und dümmste Fehler meines Lebens war.

    Er war dann 4 Monate nüchtern (weil er kein Geld hatte und ich diese Bedingung für die Aufnahme in meine Wohnung gestellt hatte), wurde dann aber zunehmend schlecht gelaunter, vermutlich weil er nicht trinken konnte. Irgendwann hatte er dann Geld und fing an zu trinken und meine Wohnung zu ramponieren. Darauf folgte ein Rhythmus aus Trinkphasen und Trockenphasen. Ich war da schon am Ende, denn dazu kam, dass er für absolut nichts irgendeine Verantwortung übernahm wie mal einkaufen zu gehen oder Geschirr abspülen. Er saß jeden Tag den ganzen Tag vorm Computer.

    Schon da hab ich gemerkt, dass ich ihn aus meiner Wohnung loswerden will, wusste aber nicht wie. Dann folgte wieder eine Trinkphase und ich hatte auch Angst vor ihm und bin dann für Wochen zu einer Freundin geflüchtet. Es gab Polizeieinsätze, er hatte also keinen Schlüssel mehr, aber hatte die Wohnungstür eingetreten und hatte so 5 Wochen lang in meiner Wohnung gehaust und sie absolut verwüstet und zerstört. Ich war absolut machtlos und hatte nur noch Angst.

    Dann hat er sich selbst in die Suchtklinik eingewiesen, nachdem er mehrfach beim Klauen im Supermarkt erwischt wurde. Es folgte eine Langzeittherapie, die er jedoch nur machte, damit er ein Dach über den Kopf hat. Ich habe ihn immer in der Klinik besucht und er hat sich dann endlich eigenständig eine Wohnung gesucht. Er wurde dann frühzeitig entlassen, weil nicht therapierbar! Bis zur Schlüsselübergabe für seine Wohnung suchte er sich eine Zwischenmiete, wo er nach wenigen Tagen mithilfe der Polizei rausflog, weil er dort natürlich wieder gesoffen hat und die Bewohner Angst vor ihm hatten.

    Er ist bis heute der Meinung, diese haben ihm Unrecht getan und sowieso sind alle anderen Schuld an seiner Situation. Mir hat er auch vorgeworfen, dass ich ihm in die Suchtklinik getrieben habe und ob ich mir bewusst bin, was ich ihm damit angetan habe. Bis heute unterstellt er mir emotionalen Missbrauch. Ich habe ihm bei so vielen Sachen (behördlich, finanziell usw.) geholfen, habe mehrere tausend Euro, die ich mir mühevoll als Studentin verdient habe, für ihn ausgegeben. Das ganze ging ca. 3 1/2 Jahre.

    Es ist nun über ein Jahr her, dass ich ihn nicht mehr gesehen habe, aber wir haben bis vor kurzem manchmal noch telefoniert, er hat mich oft krass beleidigt (also die unterirdischsten Beleidigungen, die ihr euch vorstellen könnt). Vor ein paar Wochen habe ich ihn endlich überall blockiert.

    Er hat einen Youtube Kanal, und seine Videos sind richtig krank. Bis heute bin ich die "dumme F..., die ihm ganz schlimmes angetan hat". Ich merke, wie ich emotional absolut erschöpft bin (obwohl ich seit über einem Jahr ihn nicht gesehen habe). Ist das normal, dass diese Erschöpfung erst jetzt kommt?

    Der Text ist ja ziemlich lang geworden. Ich hoffe, dass das okay ist, denn ich musste mir mal alles von der Seele schreiben. Vielen Dank

    Hallo, ich war über 3 Jahre lang in einer co-abhängigen Beziehungen zu einem schweren Alkoholiker. Ich bin jetzt seit über einem Jahr von ihm los, und seit kurzen habe ich ihn überall blockiert. Trotzdem merke ich erst jetzt, wie erschöpft ich von diesen 3 Jahren bin, und würde mir gerne mal alles von der Seele schreiben.