Das Bewusstsein, dass ich Alkoholiker geworden bin, war schon lange da. Dazu kam die Angst, jetzt für immer saufen zu müssen. Weil ich nichts über die Alkoholsucht wusste…nur, dass es kaum jemand schafft, dauerhaft nüchtern zu bleiben.
Die Scham, mich jemanden anzuvertrauen, hat es mir unmöglich gemacht, Hilfe überhaupt zu suchen.
Als ich hier von so vielen Frauen gelesen habe, die auch Alkoholiker geworden sind und zum Teil schon viele Jahre nüchtern sind, hat mir das die Gewissheit gegeben: Das schaffe ich auch.
Ich habe mir gesagt: Es ist jetzt so wie es ist. Ich bin Alkoholiker und ich werde das für immer bleiben. Aber, und an dieses ‚Aber‘ habe ich mich geklammert, es ist möglich, die Alkoholsucht zu stoppen. Sie geht nicht zu heilen, aber sie geht zu stoppen. Absolute Abstinenz macht es möglich. Auch für mich. Das wusste ich, als ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker bin.
Ich muss das nicht in die Welt hinausschreien. Mir reicht es, dass ich das tief in mir drin weiß.
Inwiefern siehst du dich als ‚anders‘?
Welchen Schein hast du zu wahren?
Was verstehst du unter ‚die Priorität zum Thema Alkohol‘?
Bei mir ist Alkohol ganz weit in den Hintergrund gerutscht, meine Alkoholsucht nicht. Sie ist zwar nicht bei jeder Aktivität gedanklich präsent, dennoch bleibt es ja eine Krankheit, die für immer bleibt. Insofern finde ich, dass das Thema ‚Alkoholsucht‘ gar nicht in den Hintergrund rücken darf. Deshalb in ich hier.
In meinem Alltag spielt Alkohol überhaupt keine Rolle mehr. Meine Alkoholsucht wird mich jedoch bis an mein Lebensende begleiten.