Beim ersten mal kann man eigentlich nicht von Rückfällig sprechen. Das war noch in meiner Jugendzeit. Da gab es dann immer wieder mal längere Trinkpausen, ich nenne es extra nicht Trockenphasen denn da war ich nie wirklich trocken.
Diese Pausen waren meinem Umfeld geschuldet, Freundin. Mein Suchtgedächtnis war aber ja schon programmiert. Irgendwann wurde es dann exzessiv und ich erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Daraufhin dann die Erste ärztliche ambulante Entgiftung.
Anschließend auf anraten des Arztes zur Selbsthilfegruppe. War ganz ok, wenn auch nicht wirklich mein Ding. Ich nahm dann irgendwann auch meine langjährige Freundin mit, um einmal bei den Co-Alkoholikern dabei zu sein. Ergebnis: Sie war außer sich, und wollte nie mehr etwas damit zu tun haben. Ich weiß nicht, was da vorgefallen ist. Das war dann das Ende der "Therapie". Immerhin schaffte ich es aber nahezu 10-Jahre trocken zu bleiben.
Leider stellte ich aber in der Trockenheit fest, dass die Beziehung zu meiner Freundin nicht mehr das gleiche war. In dieser Zeit habe ich auch den Arbeitgeber gewechselt. Es kam zur Heirat. Ich wollte so meine Beziehung retten. Denn, ich liebte diese Frau, und Sie war eine echte Schönheit.
Dann kam es jedoch zur Scheidung, von mir ausgehend, da ich keine Zukunft mehr sehen konnte. Ich begann eine neue Beziehung. Diese war sehr intensiv, kühlte sich aber durch die Krankheit (Alzheimer) Ihrer Mutter immer mehr ab.
Nach so langer Zeit war ich der Meinung kontrolliert trinken zu können. Was für ein Blödsinn! Aus hin und wieder einem Glas wurde schnell echt viel. Ich klaute den Schnaps sogar bei Freunden.
Ende war dann wieder eine kaputte Beziehung und ein Führerscheinverlust (MPU). Nach stationärer Entgiftung folgte eine Langzeitreha mit anschließender 1-Jähriger psychologischer Betreuung. Ging dann auch so etwa 10-Jahre gut.
Wieder eine neue Beziehung incl. Heirat. Und wieder kam die irre Idee des kontrolliertem Trinkens . Ergebnis: Wie schon einmal gehabt! Völliger Absturz in die Krankheit (mit dem RTW in das Krankenhaus). Mehrere Krankenhausaufenthalte mit dem Ziel mich am Leben zu halten.
Nun seit 2-Jahren wieder trocken, und permanent ärztlich überwacht. Habe ich jetzt gelernt? Ich hoffe es! Die Sucht kann verdammt stark sein, und das Gedächtnis spielt einem manchmal eine Fiktion vor. Mein Wunsch: Trocken bleiben, und noch etwas vom Leben haben, dass wünsche ich allen hier.
P.S. Ich habe soviel Glück gehabt, meine Frau ist eine wertvolle Stütze für mich.
Liebe Grüße