E69 - Leberzirrhose C3, Ängste, Depression

  • Hi Ihr,

    es geht hier nicht um das Weltgeschehen, sondern um unsere Alkoholsucht.

    Hi Kazik, ich hatte nicht vor etwas zu vertiefen oder eine Diskussion zu starten, es war nur nett gemeint, eine Hand auf der Schulter sozusagen...


    Überlege dir einen Wechsel in einer neuen Arbeitsstelle? Vielleicht macht es dir dort soviel Spaß, daß du sogar noch länger arbeiten willst

    In der jetzigen Situation vielleicht nicht so einfach, ich geh da jetzt aber von mir aus.

    Meine Bemerkung "schön saufen" sollte auch keine Ausrede sein,

    Ich dachte auch nicht du suchst eine Ausrede, nur mir geht es gedanklich wahrscheinlich ähnlich wie dir, deswegen meine Antwort...

  • Es kann nicht sein, dass alles immer und immer wieder nur auf die Sucht reduziert wird.

    Hi E69,

    es geht bei der Reduktion oder Konzentration auf die Sucht darum, etwas wegzulassen, was nicht da ist. Es geht um das eigene Verständnis, dass die Sucht nicht mehr ist als eine Sucht. Und dass all die vorgeschobenen Gründe, Gefühlslagen, Anlässe, etc. um das eigene Trinken zu rechtfertigen, eben genau das sind vorgeschoben. Und sie sind eine geöffnete Hintertür und Gefahr für die eigene Abstinenz. Überspitzt formuliert, ich muss abstinent bleiben können, egal, ob mir der Himmel auf den Kopf fällt oder mir die Sonne aus dem Allerwertesten scheint.

    Ich sehe es in etwa so, wenn ich aufgrund eines SELBSTVERSCHULDETEN Unfall (damit klar ist, das ich keine Ausreden suche)Unfalles erblinden sollte,

    Dein Beispiel hinkt von Anfang an. Sucht ist eine Krankheit, kein Unfall. Und "Schuld" an dieser Krankheit ist die Droge Alkohol, die bei übermäßigem Konsum zur Sucht führt.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Trocken bleiben, und noch etwas vom Leben haben, dass wünsche ich allen hier.

    Danke, das wünsche ich dir auch.

    Du hast schon einen heftigen Ritt in Bezug auf Alk nass und trocken hinter dir.

    Insgesamt warst du aber auch viele Jahre nüchtern, umso tragischer finde ich deine Leberwerte. Ich dachte immer, dass sich die Leber bei Abstinenz wieder gut erholen kann.

    Hoffentlich gibt’s bei dir da noch eine Verbesserung. ✊✌️

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hi E69,

    es geht bei der Reduktion oder Konzentration auf die Sucht darum, etwas wegzulassen, was nicht da ist. Es geht um das eigene Verständnis, dass die Sucht nicht mehr ist als eine Sucht. Und dass all die vorgeschobenen Gründe, Gefühlslagen, Anlässe, etc. um das eigene Trinken zu rechtfertigen, eben genau das sind vorgeschoben. Und sie sind eine geöffnete Hintertür und Gefahr für die eigene Abstinenz. Überspitzt formuliert, ich muss abstinent bleiben können, egal, ob mir der Himmel auf den Kopf fällt oder mir die Sonne aus dem Allerwertesten scheint.

    Dein Beispiel hinkt von Anfang an. Sucht ist eine Krankheit, kein Unfall. Und "Schuld" an dieser Krankheit ist die Droge Alkohol, die bei übermäßigem Konsum zur Sucht führt.

    Dein Beispiel hinkt von Anfang an. Sucht ist eine Krankheit, kein Unfall. Und "Schuld" an dieser Krankheit ist die Droge Alkohol, die bei übermäßigem Konsum zur Sucht führt.

    Stimmt, Sucht ist eine nicht heilbare Krankheit. Aber - um es mal mit deinen eigenen Worten zu sagen, ist denn eine "Krankheit" eine Ausrede? Für Krankheit kann ich ja nichts. Oder vielleicht doch?! Ich habe ja auch nicht gesagt das der Alkoholkonsum ein Unfall ist.

    Und - da widerspreche ich dir, da dies nämlich auch eine Ausrede ist, nicht der Alkohol ist schuld, sondern man selbst! Ich sprach ja auch von "SELBSTVERSCHULDET".

    OK, ich verstehe dich. Aber sieh es doch bitte nicht so verbissen. Und um dem schon einmal vorzubeugen, ich sehe Sucht auch nicht als etwas lustiges an.

    VG

    Einmal editiert, zuletzt von E69 (23. September 2025 um 20:20)

  • Insgesamt warst du aber auch viele Jahre nüchtern, umso tragischer finde ich deine Leberwerte. Ich dachte immer, dass sich die Leber bei Abstinenz wieder gut erholen kann.

    Stimmt, die Leber ist in der Lage sich zu regenerieren, allerdings nur bei Schädigungen bis zu einem gewissen Punkt (kompensierte Leberzirrhose), und nur bei andauernder Abstinenz. Auch ein "Quartalssäufer wird einen Leberschaden entwickeln. Ab dem Stadium dekompensierte Leberzirrhose ist aber eine Regeneration ausgeschlossen. Bestenfalls kann man, bei Abstinenz, den Vorgang zum Stillstand bringen. Ansonsten... naja. Und um allen einmal etwas ganz deutlich zu sagen, meine Leber ist dekompensiert, und ich hatte und habe noch nie Schmerzen im Leberbereich gehabt. Also bitte nicht auf das Schmerzzeichen warten, dann ist es in der Regel zu spät (Ende nah).

  • Hi,

    Aber - um es mal mit deinen eigenen Worten zu sagen, ist denn eine "Krankheit" eine Ausrede?

    Alkoholsucht ist eine Krankheit, die bedeutet, dass ein Mensch trinken muss. Und wenn ein Mensch sagt, dass er trinkt, weil er süchtig ist, denn dann ist das keine Ausrede, sondern schlicht die Wahrheit.

    Und - da widerspreche ich dir, da dies nämlich auch eine Ausrede ist, nicht der Alkohol ist schuld, sondern man selbst!

    Da kannst Du mir gerne widersprechen.;) Aber Menschen trinken, weil sie denn Rausch wollen, nicht, weil abhängig werden wollen. Die Abhängigkeit ist eine Folge der Droge Alkohol.

    Aber sieh es doch bitte nicht so verbissen.

    Mach Dir mal keine Sorgen, ich bin ganz entspannt. Allerdings nehme ich meine Sucht todernst.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich möchte noch einmal auf das gesagte von Kazik zurück kommen. In der Langzeitreha haben die Ärzte und Psychologen auch von dem Zeitpunkt gesprochen, an dem der, oder die Alkoholiker/in ein Möglichkeit gehabt hätten aus diesem Teufelskreis aus zu steigen. Sie alle sagten: Diesen Zeitpunkt hat es nie gegeben! Wir hätten nie eine reale Chance gehabt. Vielleicht ist es dann doch ein "Unfall" in unserem Gehirn. Die Quintessenz aus diesen Gesprächen war aber, dass wir uns nicht mit Vorwürfen belasten sollten. Was geschehen ist, ist geschehen. Man kann die Vergangenheit nicht mehr ändern, sehr wohl aber die Zukunft!

    Einmal editiert, zuletzt von E69 (23. September 2025 um 20:34)

  • Allerdings nehme ich meine Sucht todernst.

    Da kann ich dich beim Wort nehmen, die Sucht ist todernst!

    Allerdings versuche ich das Leben was ich noch habe, zu genießen. In der Klinik hat man mir das Leben zurück gegeben. Dafür bin ich dankbar. Seit dem sehe ich jeden neuen Tag wie ein Geschenk an.

  • Wie seht Ihr das?

    Ich habe ja von dem möglichen "Unfall" im Gehirn gesprochen. Und das Thema Sucht als vererbte Verhaltensweise ist ja nie zur Gänze geklärt worden. OK, es wird zwar immer gesagt das dies sehr häufig in entsprechenden Haushalten vorkommt. Bei mir war das auch so ein Haushalt (Vater und älterer Bruder). Aber, ist das genetisch bedingt, oder veranlagt?

    Wie ist Eure Meinung dazu?

  • Na ja, hast Du Geschwister? Und sind die alle alkoholsüchtig geworden? Meine nicht, keiner.

    Soweit ich das gelesen und in der Reha gelernt habe, kommen da laut aktuellem Stand der Wissenschaft immer mehrere Faktoren zusammen.Die genetische Vorbelastung erhöht zwar das Risiko, führt aber nicht unvermeidlich zur Sucht.

    Aber: Für uns ist der Drops sowieso gelutscht, wir sind ja längst süchtig. Da denke ich doch lieber über die Rückfallvermeidung nach.

  • Stimmt Rennschnecke. Da gebe ich dir vollumfänglich recht. War halt nur eine Frage, interessiert mich schon ein wenig, da dies ja auch bei Anfeindungen immer wieder ein Thema ist. Nach dem Motto: War ja klar, bei so einem Elternhaus. Und ja, ich hatte Geschwister, den einen älteren Bruder. Der ist aber nicht mal mehr 50 Jahre alt geworden. Blutsturz, geplatzte Varizen in der Speiseröhre. Kommt oft vor bei Alkoholikern.

  • Hi E69,

    danke für Dein Vertrauen, dass Du Deine Geschichte geteilt hast. Die ist schon heftig. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Deine Leber stabil bleibt oder besser wird. Pass gut auf Dich auf.

    Zu Deinen Depressionen und Ängsten. Ich habe über die Jahrzehnte eine schwere Angsterkrankung und mehrere meist schwere Depressionen bewältigt. Die letzte erst vor ein paar Monaten. Geholfen hat mir dabei das, was ich bei einer kognitiven Verhaltenstherapie gelernt habe, die ich bei einer sehr guten Therapeutin abgeschlossen habe. Das ist inzwischen auch schon fast zwei Jahrzehnte her. Die Therapie dauerte über zwei Jahre und erfordert natürlich Mitarbeit und den Willen an sich zu arbeiten. Vielleicht ist das ja auch etwas für Dich. Depressionen werden üblicherweise in Kombination mit Antidepressiva behandelt. Ich nehme auch eins. Allerdings weiß ich, dass diese Medikamente gerne auf die Leber gehen. Bei mir wird das einmal jährlich kontrolliert.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Es ist so einfach alles auf die Gene zu schieben.

    Ich wollte mit meiner Frage nichts auf die Gene schieben! Warum glaubt eigentlich jeder, dass ein cleaner Süchtiger immer Ausreden sucht. Glaubt eigentlich irgendjemand das man, nachdem man für sich selbst zu der Erkenntnis gekommen ist abhängig zu sein, noch nach Ausreden sucht? Das glaube ich einfach nicht!

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