Guten Abend @all. Gestern waren es 4 Wochen, heute ist es ein Monat daß ich wieder nüchtern bin. Heute vor 3 Wochen wurde ich aus dem KH entlassen, es kommt mir so viel länger vor. Um nicht den Überblick zu verlieren möchte ich hier aufschreiben was sich alles verändert hat, was ich verändert habe und was ich noch ändern möchte.
Ich schreibe wie es mir in den Sinn kommt, ohne Wertung, ohne Prioritäten.
Mein Gang hat sich verändert, ich merke, daß ich federnder, leichter laufe, den Kopf oben halte und meinen Blick schweifen lasse. Habe auch das Gefühl wacher in die Welt zu schauen. Obwohl ich seit Tagen (seit ich wieder arbeite) sehr müde bin.
Habe ein altes Hobby wieder aufgenommen (davon hab ich schon erzählt, aber egal, es ist was so gutes, daß es öfter erwähnt werden darf), ebenso wie ich Kontakte zu Menschen aufgenommen habe, die mir gut tun. Noch nicht alle die mir am Herzen liegen, 2 fehlen noch, aber ich mach Schritt für Schritt. Achte darauf mich nicht zu überfordern.
Auch was die Bewältigung realer Probleme betrifft, die ich mir teilweise, größtenteils, durch meine Sauferei selbst eingebrockt habe, versuche ich mich nicht zu überfordern. Und habe dabei Hilfe, eine Dame die mir vom Amt zugewiesen wurde (habe darum gebeten) und mir vor allem bei behördlichen Dingen hilft. Bin sehr dankbar dafür.
Bin dabei meine Ernährung umzustellen, das klappt halbwegs. Beim Essen noch nicht so gut, beim Trinken umso besser. Kokoswasser, Tee, Ingwer- oder Kurkumasaft. Ich merke, daß gutes Trinken sehr wichtig für mich ist.
Habe kaum mehr Schmerzen, nur die seit Jahren immer wieder auftretenden Rückenschmerzen. Möchte mit spezieller Gymnastik anfangen. Jedenfalls keine alkoholbedingen Schmerzen, vor allem im Magen, mehr.
Bin wieder im guten Kontakt mit meiner Familie, was mich sehr froh macht!
Ich lese hier viel, denke darüber nach, nehme Gedanken von anderen auf und an oder auch nicht. Und verinnerliche mehr und mehr für mich wichtige Dinge. Die HALT-Regel. Risikominimierung.
Scham ist kaum mehr vorhanden (ich lüge auch nicht mehr, das war der Hauptgrund für die Scham, das heimliche Trinken und damit eben verbunden lügen). Ängste sind noch vorhanden, aber ich gehe anders damit um. Nicht mehr den Kopf in den Sand stecken, die Ängste verdrängen auf diese oder jene Weise, es gelingt mir besser, die Ängste, bzw auch allgemein quälende Gedanken beiseite zu schieben, wenn ich in dem Moment eh nichts daran ändern kann (nachts um 3 z.B.) oder den Grund für die Angst anzugehen. Das ist manchmal leichter als gedacht, manchmal schwer. Aber ich bin nicht mehr panisch und somit handlungsunfähig.
Das ist ein guter Satz: ich bin nicht mehr handlungsunfähig. Bedingt durch meine Nüchternheit bin ich größtenteils in der Lage vernünftig zu agieren. Das nehme ich mal als Schlußsatz. Bestimmt fällt mir nach dem Abschicken noch was ein, oder heute Nacht oder morgen, aber so ist der jetzt aktuelle Stand der Dinge.
Liebe Grüße und gute Nacht,
ST