Beiträge von Krümel

    Würde es Dich denn weniger stören, wenn er lebenslang unabhängig - also quasi "problemlos" - so trinkt, wie er trinkt? Das Problem ist doch real da, indem Dich seine Trinkerei kolossal stört, oder anders gesagt: unglücklich macht.

    Naja, wenn es nicht sein Trinkverhalten ist, das problematisch ist, könnte ich anfangen, an meiner Haltung dazu zu arbeiten ? Klingt gerade irgendwie naiv aber der Punkt ist halt irgendwie wirklich die nicht vorhandene Regelmäßigkeit. Ja, er hat keine Kontrolle über sich, wenn er trinkt, aber dafür trinkt er halt nicht oft. Wobei du die Aussage ja auch schon zerschmettert hast mit den 500 Vollräuschen die mir noch bevorstehen. 😢

    Hallo Krümel!

    Das tust du überhaupt nicht ich finde wenn jemand sich so abschiesst wie dein Mann ist das sehr schlimm und auch der Kontrollverlust beim Trinken ist ein Zeichen daß er wahrscheinlich Alkoholiker ist. Mein Mann war am Anfang auch Quartalssäufer und konnte nicht gemässigt trinken. Er hat sich regelrecht abgeschossen und hat manchmal 20 Bier an einem Abend getrunken. Dann war wieder für längere Zeit Ruhe - bis zum nächsten Mal. Im Laufe der Jahre wurden die Abstände immer kürzer, irgendwann hat er täglich getrunken.Als wir uns kennen lernten hat er in meiner Gegenwart nicht getrunken, ich hätte nie erwartet daß er solche Probleme hat.

    Ich fand und finde es immer noch abstossend und es ekelt mich an wenn jemand zuviel trinkt. Ich hatte viele Jahre ähnliche Gedanken wie du und irgendwann war das Maß voll und ich habe mich getrennt, ich konnte es nicht mehr ertragen. Er ist an seiner Sucht gestorben. Er hat wirklich oft versucht weniger zu trinken aber das klappte überhaupt nicht. Ganz aufhören wollte er aber nie obwohl er mir das immer wieder versprochen hat.

    Aber es ist doch nichts Schönes oder Lustiges daran wenn sich auf einer Feier die Leute so betrinken, mich nervt das sehr. Ich möchte mich ja auch nett unterhalten und das geht mit Betrunkenen überhaupt nicht. Natürlich ist es leicht an Alkohol zu kommen aber so einen Mißbrauch zu betreiben ist nochmals ein Unterschied.

    Ich finde es schlimm wenn sich das ganze Leben nur noch um den Alkohol dreht und man irgendwann jede Hoffnung auf Besserung verliert. Ich bin damals regelrecht krank geworden und ich habe sehr lange gebraucht das alles zu verarbeiten.

    Liebe Marie,

    Danke für deine bestätigenden Worte. Das klingt noch erschreckender, wenn du den ganzen Prozess miterlebt hast. Ich habe meinen ja schon mit der Problematik kennengelernt, lediglich nicht gesehen, dass es kein gesundes Verhalten ist.

    Ich finde diese Zahlen einfach auch immer erschreckend. Bei ihm und seinen Freunden sind 2 Liter Bier die Basis. Damit sehen sie sich quasi noch als nüchtern an.

    mich wirft das auseinandersetzen mit dem Thema Alkohol in unserer Gesellschaft irgendwie auch total raus. Ich fange an so viel zu hinterfragen. Meide Veranstaltungen. Isoliere mich. Ich fühle aktuell mich wie in einer Sinneskrise, als würden alle um mich herum schlafen und ich wäre aufgewacht. Klingt total bescheuert.

    Andererseits ist es ohne Kinder leichter zu sagen „es reicht, ich gehe.“ ,weil man diese Entscheidung eben ausschließlich für sich selber trifft und keine kleinen Menschen involviert sind die ihren Papa vermissen.. wie stehen deine Kinder denn dazu? Wenn ich fragen darf

    Wenn ich deine Texte hier lese, dann sehe ich vor mir eine unglaublich starke Löwenmama ❤️ soso mutig, was du dir eingestehst und welche Schritte du schon gegangen bist, welche Konsequenzen du gezogen hast. Für dich und vor allem für deine Kinder und euer Recht auf ein glückliches Leben.

    Ist es okay, wenn ich hier einfach ein bisschen vor mich hin lamentiere? Es fühlt sich gerade an, als hätte ich die Büchse der Pandora geöffnet und es ist erleichternd, mit Menschen zu kommunizieren, die keinen von uns kennen und alles neutral bewerten können, sich mit der Thematik auskennen..

    Alkohol war eigentlich schon immer Thema zwischen uns, kritischer betrachtet habe ich das Verhalten im Suff dann als die Kinder kamen. Und je größer die werden, desto mehr hinterfragt man auch, ob das das ist, was man ihnen vorleben möchte. Wann der Tag kommt, wo nicht ich ihn finde, sondern die Kinder.
    Wenn er mit seinen Kumpels auf Touren fährt vergisst er uns - komplett. Ein "hey, wir sind angekommen" kommt oft erst an Tag 2, davor verschwendet er keinen Gedanken an uns. Das habe ich immer persönlich genommen. Ich habe oft versucht, ihn von Partys nach Hause zu locken, damit es nicht eskaliert. wenn er von sich aus halbwegs nüchtern und zeitig heimkam, war ich dankbar wie ein Hund der Leckerchen bekommen hat. Wenn ich das so runterschreibe frage ich mich selber, wie ich noch infrage stellen kann ob das alles GESUND ist was hier zwischen uns seit Jahren abläuft.

    Lange Rede kurzer Sinn, als ich ihm dann das Ultimatum gestellt hatte, da hat er das erste mal selber angefangen sein Verhalten zu hinterfragen. Und da kam von ihm das Wort Sucht. Daran habe ich noch nie vorher gedacht. Dass ein richtiges Alkoholproblem im Spiel ist. Das kam von ihm, Sich Hilfe zu holen, auch das kam aus seiner Intention heraus. Ich habe es tatsächlich sogar erst noch runtergespielt, warum auch immer. Vermutlich, weil es mir leidgetan hat, wie hart ihn die Erkenntnis getroffen hat.

    Aber ich verstehe nicht, wie er jetzt schon wieder alles so anders sehen kann. Wie er nach seinem Absturz vor zwei Wochen jetzt schon wieder denken kann, dass zwischendurch 2 Radler nicht schlimm seien. Dass es kein Problem für ihn sei, zum Oktoberfest zu fahren, er müsse sich ja damit konfrontieren um seine Grenzen zu finden. Er hat mit seinen Freunden über sein Problem gesprochen, das rechne ich ihm unfassbar hoch an! Dass von denen aber keiner ihm den Kopf wäscht, keiner von den Wiesn zurücktritt, keiner ihn nach dem Verstand fragt... ich verstehe es nicht.

    Naja, wir werden sehen, was dort passiert. Alles, aber nichts Gutes. Ich hoffe auf eine Art auf eine Eskalation die zum Weckruf wird. Ansonsten sehe ich schwarz....

    Entschuldigt den Roman hier, in mir ist gerade so viel los

    Das hat mein Verständnis für süchtiges Verhalten gut genährt, so quasi: was verlangst denn von ihm, keinen Alk zu trinken, du schaffst es ja auch nicht dauerhaft deine Ernährung positiver/gesünder zu gestalten…


    Wer kennt‘s…?!?

    Hier, das kenne ich zur Genüge! Ich habe geraucht, 17 Jahre lang. Zum Schluss ca 20-25 Zigaretten am Tag. Das war immer das Totschlagargument: „Erzähl mir nichts über Sucht, DU RAUCHST obwohl du weißt dass du dran sterben kannst!“

    Fun Fact: ich habe seit 3 Monaten keine Zigarette mehr angefasst - er trinkt immer noch 🤷🏼‍♀️

    ja, in dem was du schreibst, erkenne ich ihn wieder. Er geht mir zuliebe früher vom Geburtstag mit nach Hause und bei einem letzten gemütlichen Bier im Garten sind es bei ihm mehr oder weniger unbemerkt 3 schnelle, die heruntergestürzt werden ohne dass es wirklich auffällt. Der Pegel stimmte noch nicht um schon ins Bett zu gehen.

    "Alle anderen trinken auch" - aber die anderen hören auf, bevor es zum vollständigen Filmriss kommt.

    Dennoch - Alkohol ist so anerkannt und akzeptiert, Geschichten á la "ich weiß garnicht mehr, wie ich an dem Abend nach Hause gekommen bin" werden beklatscht, "komm, trink noch ein Bier danach kannst du immer noch nach Hause", das ist doch alles vollkommen normal in unserer Gesellschaft. Oder bewege ich mich doch in den falschen Kreisen?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass sein Verhalten nicht normal ist. Aber das Gefühl, dass ich die einzige bin, die es als so extrem empfindet, bringt mich so ins Staucheln in meiner Haltung. Meine Mutter hat ein Alkoholproblem, mein Bruder ebenso, mein Opa ist besoffen vor nen Zug gestürzt. Ich hatte selber meine Abstürze in Zeiten, in denen ich noch "sorgenfrei" getrunken habe weil noch keine Verantwortung zuhause in den kleinen Betten auf mich gewartet hat. Dass ich ganz aufgehört habe vor einigen Wochen, also auch kein gemütliches Gläschen oder ähnliches, hat einen Auslöser, der nur bedingt mit ihm zu tun hatte.
    Ich habe Angst, dass tatsächlich ich es bin, die übertreibt wegen der eigenen Grundeinstellung zum Thema Alkohol, und nicht er es ist, der das gravierende Problem hat. Im Endeffekt hängt davon ab, wie es weitergeht. Muss ich an mir und meiner Akzeptanz arbeiten weil es wirklich "normales Trinkverhalten" ist oder er an sich, weil er ein Alkoholproblem hat?

    Ich habe tatsächlich schon des Öfteren gehört, dass ein Urinieren in Ecken die keine Toiletten sind (Kleiderschrank, Fußboden etc.) bei vielen Leuten vorkommen soll. Wo leben wir denn eigentlich, dass Menschen das als normal hinstellen?!


    Es tut mir daher gerade wirklich gut, hier darin bestärkt zu werden, dass das nicht normal ist.

    Ich habe mir jetzt einige "Lebensläufe" hier im Forum, speziell auch von Angehörigen, durchgelesen und bekomme noch mehr das Gefühl, dass ich in meiner Wahrnehmung übertreibe.
    Ja, er hat Aussetzer, Kontrollverlust, Wesensveränderungen. Aber vom täglichen Trinken, vom klassischen "Suchtproblem" sind wir irgendwie doch meilenweit entfernt und ich denke nicht, dass wir dahin kommen werden.

    Dennoch glaube ich, dass ein Problem da ist, sonst könnte er ja einfach sagen "meine Frau kommt mit meinen Eskapaden nicht zurecht, dann trinke ich eben nichts/10 Bier weniger" - kann er aber scheinbar nicht.
    Aber trotz meines Empfindens dass ich es einfach nur noch hasse, dass mir schon schlecht wird, wenn ich weiß, dass eine Feier ansteht - sooo viele andere trinken auf Partys auch bis Ultimum und dann eben tage-/bis wochenlang nichts mehr. Ist es "nur" meine persönliche Abneigung gegen den Alkohol, die das Thema überhaupt erst zum Problem macht? Dann hätte er ja recht mit Aussagen wie "du hast mich so kennengelernt und früher habe ich so viel mehr getrunken, ich habe für dich schon extrem reduziert" (hat er ja auch).
    Ich tue mich momentan generell unfassbar schwer, die Einstellung der Menschen zum Alkohol nachzuvollziehen und dieses Forum hier bestätigt mich nur noch in meinem Entsetzen darüber, wie eine derart schreckliche, harte, bewusstseinsverändernde, persönlichkeitsverändernde Droge einfach legal und sogar gesellschaftlich erwünscht und gefeiert sein kann. Ich verstehe es nicht und gleichzeitig fühle ich mich mit der Erkenntnis so allein.

    Hallo zusammen,

    ich bin hier, weil ich davon ausgehe, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat - aber ganz sicher bin ich mir irgendwie auch nicht... er selber schwankt ebenso zwischen "ich brauche Hilfe", "es ist alles gut so wie es ist" und "es muss sich was ändern, aber SO schlimm ist es doch garnicht".

    Eigentlich denke ich, dass ich hier bin, um mir bei der Einschätzung unserer Lage helfen zu lassen.. Also mal eine kurze Zusammenfassung:

    In unserem Freundeskreis ist Alkohol fester Bestandteil, immer gewesen. Für meinen Mann und seine engste Freundesgruppe waren früher (in der Jugend) 5 Liter Bier Pflichtprogramm für einen Abend. Dann kam ich, wir haben viel zusammen gefeiert und getrunken, aber zum "Ende" hin wurde es immer öfter Streitthema aufgrund seiner Wesensveränderung unter Alkoholeinfluss.
    Dann haben wir geheiratet und Kinder bekommen und damit wurde dann sowieso alles anders. Es kam einmal vor, dass er betrunken Auto gefahren ist, riesen Streit natürlich, danach ist das tatsächlich nie wieder vorgekommen. Er hat seinen Alkoholkonsum stark eingeschränkt (im Vergleich zu früher). Allerdings weiterhin 1x/Woche 10-20 Bier in der Kneipe mit seinen Jungs, die sind Standard.
    Ca 1x/Monat dann eine Party. Manchmal geht es gut und es passiert nichts weltbewegendes, oft fehlt ihm am nächsten Tag die letzte Stunde. Manchmal kommt er nach Hause und fällt einfach ins Bett, manchmal schläft er unterwegs irgendwo ein. Manchmal ist er lustig drauf, manchmal wird er beleidigend, streitlustig, bisher nie gewalttätig. EInmal hatte er eigentlich AUfsicht über die Kinder, ich war mit Freunden unterwegs. Er wollte zu einem Grillabend bei einem Freund mit den Kindern, 1-2 Stunden - um 1 Uhr nachts war er mit den beiden Zuhause, hatte 20 Bier (0,2) und 2 Schnaps getrunken und ist mit den Kindern ohne Licht mit den Fahrädern nach Hause gefahren... EInen anderen Abend war er so orientierungslos, dass er um ein Haar in unser Bett uriniert hätte - während unsere Tochter darin lag. An dem Abend hat er während er die Toilette suchte vor Schmerzen gestöhnt und gehumpelt.. Beim nächsten Mal ist er nachts um 3 vor der Haustüre liegend einegschlafen, um 5 Uhr habe ich ihn gefunden er war kaum ansprechbar. Danach habe ich ihm das Ultimatum gestellt dass ich das nicht mehr ertrage und nicht mehr mitmachen werde. Daraufhin hat er sich eingestanden, ein Suchtproblem zu haben, und sich Hilfe zu suchen. Er hat 2 Monate nichts getrunken. Er war 2x bei einer Suchtberatung und auch beim Hausarzt. Beide sagen ihm, dass Konsum bis zur Bewusstlosigkeit und Filmriss nicht normal sind, aber dass er ganz darauf verzichten müsse sähen sie nicht, da er ja die 2 Monate absinenz locker geschafft hätte. er müsse nur seine Grenze finden. Daraufhin wollte es es nochmal probieren, ein Abend mit den Jungs im Brauhaus und beim Fußball. Ich war so vertrauensvoll. Er schickte mir zwischendurch Updates wie toll es liefe - ich wusste nicht, dass er zu dem Zeitpunkt bereits 2,5 Liter Bier (eigene Aussage am nächsten Tag) intus hatte. Er kam nachts um 2 nach hause und hatte eine kompletten Zusammenbruch. Verstand nicht, wie er die Kontrolle verlieren konnte, schwor sich, nie wieder zu trinken etc.

    das ist jetzt 2 wochen her. nächste woche fliegt er mit seinen Freunden zum Münchener Oktoberfest(ist schon lange geplant, schon bevor es bei uns so hochkiochte). Er meint, er wird weiter versuchen, seine Grenze zu finden. Ich müsse ihm vertrauen. Rückschläge würden dazu gehören aber er würde nicht komplett aufs Trinken verzichten wollen weil er die Geselligkeit mag und braucht und es seit 20 Jahren zu seinem Leben dazugehöre. Ich müsse ihm die CHance geben, seine Grenze zu finden. Er sei kein Alkoholiker..

    Und ich schwanke in meiner Haltung. Schaut man sich doch speziell die Münchener Wiesn mal an - Da liegt doch jeder 5. am Ende kotzend und besinnungslos in der Ecke - es scheint normal. Täglicher Konsum, vielleicht wöchentlicher, wenn die Arbeit leidet etc. ist ja ganz klar problematisch, aber einmal im Monat bis alle 8 Wochen mal ein Filmriss, ist das wirklich so schlimm? Übertreibe ich? Gibt es kein Problem, nur mein selbstgemachtes Drama weil ich so eine Abneigung gegen Alkohol entwickelt habe? Könnt ihr mir mit einer Einschätzung helfen? Ich weiß nicht mehr weiter, und gefühlt steht hier gerade alles auf der Kippe...Ich brauche neutrale Meinungen Außenstehender da ich nicht mehr klar sehen kann...