Hallo releaseme,
Ich habe mir eben nochmal deinen Text durch gelesen.
Es tut mir leid, dass er so schnell doch wieder zum Alkohol gegriffen hat.
Die Sucht hat eine echte Supermacht und es ist schwer zu verstehen, warum bei dem einen der Tiefpunkt früher kommt und bei dem anderen nicht. Man denkt sich gerade nach so einer Krankenhaussituation sollte es doch klick machen.
Die Aussage von deiner Mama kommt mir sehr bekannt vor. Diese Aussage wurde zu mir in ähnlicher Form zu meiner jetzigen Situation auch schon gesagt und ich hab damit echt zu kämpfen, weil es so zutrifft.
Auch wenn du vorher keinen Vergleich hattest, heisst es nicht das es Dir nicht mehr passieren kann. Zumindest ist es mir so ergangen.
Ich war vor meinem Partner mit einem Narzissten verheiratet und ich hatte daher den direkten Vergleich.
Mit meinem Partner hatte ich anfangs eine Beziehung auf Augenhöhe. Wir waren wirklich glücklich.
Dann kam schleichend der Alkohol und auch schleichend die Wesensänderung bei Ihm. Als die Zuneigung und Aufmerksamkeit von ihm immer weniger wurde und die Schuldzuweisungen immer mehr, war ich wirklich auf Entzug. Ich hatte regelrechte Entzugserscheinungen. Emotional ausgehungert von der narzisstische Beziehung, war mein Partner damals pures Gold dagegen. Trotzdem war ich sehr vorsichtig was die Beziehung anging. Hatte mir Zeit gelassen.
Er ist kein Narzisst und trotzdem wurde es wieder ähnlich und das durch Alkohol.
Ich war verzweifelt. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Ich wollte es einfach nicht wahr haben. Ich habe tagelang nur ins Leere gestarrt oder lag heulend im Bett.
Ich war mit ihm wirklich glücklich. Ich sagte selbst noch zu meiner Mutter "Er ist ein Geschenk". Mir wurde so oft gesagt, da hast du einen tollen und guten Mann an deiner Seite.
Und ja er war ein wirklich toller Mann. Ich war endlich angekommen. Mein Traum. Nie hätte ich gedacht, das wir uns mal so von einander entfernen.
Keiner von Freunden und Familie hätte geglaubt, dass es sich so entwickeln würde.
Mir hat auch ein Buch geholfen das alles nochmal etwas klarer zu sehen und dennoch habe auch ich noch so meine Probleme mit dem wirklichen kompletten los lassen. Auch ich hänge emotional noch sehr drin.
Aber der Alkohol hat ihn verändert. Er wird nie wieder der Mann werden, der er mal war.
Er fehlt mir. Das was wir hatten fehlt mir.
Die Veränderung tut verdammt weh.
Es ist nicht leicht die Vorstellung und Hoffnung von der glücklichen Beziehung aufzugeben.
Aber es wird mit Abstand tatsächlich mit der Zeit leichter.
Es macht mir auch ein Stück weit Angst...will ich das denn wirklich?
Es wird leichter, zwar ganz langsam, aber es wird...
Du hast dich bereits weiterentwickelt. Wenn man weiß, was man für sich will und nicht mehr will, ist man schon ein gutes Stück weiter.
Ich wünsche dir viel Kraft für die weiteren Schritte. Du wirst deinen Weg gehen. Für dich und deine Kinder.