Beiträge von Scarlett

    Guten Abend Kazik,

    dein Hinweis, was ein solches Forum eben nicht leisten kann, war berechtigt. Nach dem ersten Lesen deiner Nachricht wollte ich einfach nur fürchterlich beleidigt sein. Etliche Male tief durchamen und langsam bis 10 zählen haben mich wieder runtergebracht. Ich stehe am Anfang, so knabbere ich im Moment an vielen Enden/Baustellen. Meine Ausdrucksweise gibt meinen Ist-Zustand wieder. Aber auch das hat Grenzen. Vieles schreibe ich in meinem persönlichen Tagebuch (ganz nach alter Art: handschriftlich), da geht es langsamer und wohl auch reflektierter. Hier zu schreiben geht schneller und dadurch vielleicht nicht immer richtig durchdacht.

    Danke an Bolle für die Worte und das Daumen drücken.

    Scarlett

    Hallo Kazik,

    es war nicht meine bewußte Absicht hier in diesem Forum solche Gedanken zu äußern. Ich benenne es einfach mal als "im Eifer des Gefechts" mit mir durchgegangen. Bitte hier darum auch um Entschuldigung in die Runde, solche Aussagen tun wohl keinem gut. Wegen Depressionen bin ich tatsächlich seit bald zwei Jahrzehnten in Behandlung (meine Mutter war als schizophren diagnostiziert, diese Angst davor, es auch zu sein, begleitet mich schon seit meiner Erwachsenen-Zeit). So hoffe ich, mit diesen Erklärungen nicht wieder die Forums-Regeln verletzt zu haben.

    Viele Grüße, Scarlett

    Hallo Thalia,

    bin schon auf dem Sprung. Ist jetzt ein wenig kitschig: weißblauer Himmel und Sonne. Eine Frage allgemein: Habe heute Nacht so viel gelesen über Euphorie, Glücksgefühle usw. in der Anfangszeit der Abstinenz. Davon verspüre ich nix, eher das Gefühl, dass es mir zunehmend schlechter geht. Natürlich ist die Übelkeit, der Katzenjammer (darf man das so schreiben?) weg. Mein Kopfgefühl ist jedoch nicht in Ordnung. Stimmt da was mit mir nicht? Dankbar bin ich allen hier, die antworten und so eine Plattform betreuen und am Leben erhalten. Das wollte ich tatsächlich heute Nacht (das Leben meine ich) nicht mehr so ganz. Ist überstanden.

    Scarlett

    Hallo Thalia,

    tatsächlich hat mich das Lesen hier heute Nacht ein Stück weit geerdet. Mir war so elend zumute, dass ich mir fast alles, negativ gesehen, zugetraut habe. Nur eben, nicht trinken. Ist ja auch nichts da, und heute ist Sonntag (das war das erste, was ich von den Grundbausteinen verinnerlicht habe, kein Alkohol im Haus). Hier ist strahlender Sonnenschein und ich werde zu meiner Lieblingskapelle marschieren. Ist nicht so weit und für mich machbar. Dann sehe ich weiter.

    Erstmal liebe Grüße zurück und einen schönen Sonntag, Scarlett

    Hallo Bolle,

    danke für's Willkommen. Du bist seit fast 12 Jahren trocken, eine für mich jetzt unvorstellbare Zeitspanne.

    Rausgehen hilft auch mir, war früher gern in meiner Freizeit lange unterwegs. Jetzt habe ich hier Felder und Wälder vor der Haustüre. Ein komplizierter Oberschenkelbruch vor 2 Jahren (OP und jezt ein paar Nägel reicher) behindert mich nun etwas. Ab einem gewissen Alter steckt der Körper das nicht mehr so einfach weg (auch den Alkoholkonsum nicht).

    Im Moment habe ich einfach eine schlechte Nacht (Albtraum, will deshalb nicht wieder einschlafen). Gut, das nichts im Haus ist. Das wäre wieder einer der Gelegenheiten zu sagen: geht mir eh so schon beschissen, also kannst du das ganze noch toppen und dir einen hinter die Binde gießen.

    Scarlett

    Danke für die Antwort. Hat sich etwas überschnitten. Da du wohl nicht meiner Generation angehörst habe ich festgestellt, etwas vorauszusetzen, was nicht für alle verständlich ist, Gemeint ist Scarlett O`Hara aus genanntem Buch. Die einfachen Dinge, wie Nudeln mit Tomatensosse würde ich gern genießen. Nur, wenn ich für mich allein koche sehe ich mir da ganze dann an, keinen Appetit (Hunger ja) mehr. Dann fange ich wieder an, mich zu vergraben (Bett, Buch), Ist doch trostlos,

    Und BTW; den Nick habe ich bewusst gewähl. Es gibt eine Szene im Film (vom Winde verweht) als auch in der Buchvorlage von M. Mitchell. Da sagt Rhett Butler: "Ich weiß, was du hier suchst, du brauchst deinen Schnaps. Ich weiß, dass du säufst und auch wieviel". Heimlich habe ich das auch viele Jahre gemacht, Selbst vor meinem Mann, der, glaube und hoffe ich, bis zu seinem Tod nicht allzuviel begriffen hat. Denn, funktioniert habe ich immer. Beruflich und privat. Nur der Preis is mir jetzt zu hoch. Muss mich nicht meh zusammen reißen. Lasse mich gehen.

    Guten Abend Kazik,

    danke für eine Antwort. Bei meiner Ärztin war ich schon Anfang der Woche (ist im Vorstellungsbereich nachlesbar), Mich da zu outen war nicht so furchtbar schwer. Sie kennt mich nicht und umgekehrt. Bin erst vor 2 1/2 Jahren hierher gezogen. Verschrieben wurden mir Tabletten zum Schlafen, Mein Zuhause ist alkoholfrei und wird es auch bleiben. Respekt dir, habe eben das Datum deiner Abstinenz gelesen. Tatsächlich habe ich mir Weihnachten letzten Jahres fest vorgenommen nichts mehr zu trinken, Gerade Weihnachten ist für mich aus verschiedenen "historischen" Gründen keine einfache Zeit. Was daraus wurde, dem Vorsatz? Darum bin ich hier.

    Hallo Seeblick,

    danke für deine Anregungen. Für mich selbst habe ich schon Wege. Tagebuch schreibe ich seit meinem 16. Lebensjahr. Zudem ist meine Leidenschaft (seit ich Lesen gelernt habe) eben das Lesen quer durch den Gemüsegarten. Malen nach Zahlen habe ich inzwischen angefangen. Nebenbei Radio hören und konzentrieren. Was den Kontakt zu anderen Menschen betrifft, habe ich mich da in ein Schneckenhaus zurückgezogen. Wohl auch deshalb, weil ich aus der Stadt ins Umland gezogen bin (vor zweieinhalb Jahren) und hier, ausser meiner Nachbarin sehr isoliert bin. Das liegt jedoch nicht an der Gemeinde (ein reges Gemeindeleben ist gegeben, viel mehr als in einer Großstadt). Ich werde halt immer scheuer und dadurch einsamer. Da beißt sich die Katze eben in den Schwanz.

    Trotzdem habe ich Tag 7 überstanden, nun Tag 8,

    Liebe Grüße, Scarlett

    Hallo Rennschnecke, gestört haben mich die Gruppengespräche. Mich zu öffnen vor fremden Leuten gegenüber war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich. Also habe ich mich gesperrt und war der Meinung, diesen Notfallkoffer nicht zu brauchen.

    Alex auf dem Weg und Rene72: danke fürs antworten. Die Hirnzellen arbeiten nach wie vor (erstaunlicherweise) hervorragend. Verstehe aber. was du meinst. Nach fast 7 Tagen kommt eben so viel hervor, Sei es Scham, das wohl in erster Linie und vieles mehr.

    So ist es wohl tatsächlich. Im Moment lese ich viel. Wenn nicht hier (manches triggert mich doch sehr) dann in meinen Büchern (digital, analog). Ausser der Leere macht mir die Angst zu schaffen. In jeglicher Hinsicht: Vor der Dunkelheit, vor dem Nichts. Wenn ich hier nicht noch ein lebendes Wesen in Form meiner Katze hätte (fühlbar,greifbar) würde ich denken, gar nicht mehr vorhanden zu sein. Ein seltsames Gefühl,

    Grüße, Scarlett

    Danke auch Seeblick,

    auf diese Hilfe im Forum setze ich meine Hoffnung. Das habe ich beim Lesen hier verstanden, dass es eine große Hilfe sein kann, wenn auch virtuell, an die Hand genommen zu werden. Der beste Arzt ist dazu nicht in der Lage (wenn er nicht selbst diesen Mist erlebt hat).

    Danke Rennschnecke, Nayouk,

    der Arztbesuch hat natürlich auch stattgefunden. Außerdem bin ich seit vielen Jahren in Behandlung bei einem Psychiater in München (die Stadt ist so groß, dass ich es glaube erwähnen zu dürfen, ohne dass jemand Rückschlüsse ziehen könnte). Mein Problem ist nicht die ärztliche Vor-/Nachsorge o.ä., ist alles gegeben. Mein Problem bin ich selbst. Die Hoffnung hier, "des Pudels Kern" zu zerfleddern. Dahinter zu steigen, zu profitieren von Betroffenen. Auch davon abzukommen von meiner Überheblichkeit ; dem "das schaffst du schon". Mich hier anzumelden (obwohl anonym) war nicht einfach.

    Liebe Grüße