Scarlett - Letzte Chance?

  • im Moment fühle ist grenzenlose Leere.


    Körper und Geist waren rund um die Uhr mit Alkohol beschäftigt. Jetzt ist er plötzlich weg. Der Geist muss sich neu orientieren und der Körper erinnert sich, dass es auch ohne geht. Der Weg dorthin braucht seine Zeit.

    Und dann ist da noch die viele Zeit, die ich vorher mit Beschaffung, Entsorgung und Planung verbracht habe, damit es nicht auffällt und und der Stoff nie ausgeht.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • So ist es wohl tatsächlich. Im Moment lese ich viel. Wenn nicht hier (manches triggert mich doch sehr) dann in meinen Büchern (digital, analog). Ausser der Leere macht mir die Angst zu schaffen. In jeglicher Hinsicht: Vor der Dunkelheit, vor dem Nichts. Wenn ich hier nicht noch ein lebendes Wesen in Form meiner Katze hätte (fühlbar,greifbar) würde ich denken, gar nicht mehr vorhanden zu sein. Ein seltsames Gefühl,

    Grüße, Scarlett

  • Dqnke Rennschnecke, diesen Notfallkoffer habe ich erst jetzt nicht nur überflogen sondern bewußt durchgelesen. Ich kannte das Prinzip aus einer psychomatischen Reha. Habe es damals als für mich nicht gut abgelehnt.

  • Alex auf dem Weg und Rene72: danke fürs antworten. Die Hirnzellen arbeiten nach wie vor (erstaunlicherweise) hervorragend. Verstehe aber. was du meinst. Nach fast 7 Tagen kommt eben so viel hervor, Sei es Scham, das wohl in erster Linie und vieles mehr.

  • Hallo Rennschnecke, gestört haben mich die Gruppengespräche. Mich zu öffnen vor fremden Leuten gegenüber war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich. Also habe ich mich gesperrt und war der Meinung, diesen Notfallkoffer nicht zu brauchen.

  • Hallo Scarlett,

    der Notfallkoffer ist zum Glück sehr individuell - da packst das hinein, was dir hilft.

    Hab ein wenig Geduld. Nach einem jahrelangen Konsum braucht es Zeit, um sich zu erholen. Mir haben am Anfang kleine Schritte geholfen: was kann ich jetzt gerade tun oder verändern? Trotz des schlechten Wetters spazieren gehen, ein (nicht öffentliches) Tagebuch schreiben, mir ein Rezept überlegen und kochen...

    Du schreibst von Einsamkeit und Leere. Welcher Kontakt zu anderen Menschen wäre denn für dich vorstellbar? Kannst du da einen Weg finden?

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hallo Seeblick,

    danke für deine Anregungen. Für mich selbst habe ich schon Wege. Tagebuch schreibe ich seit meinem 16. Lebensjahr. Zudem ist meine Leidenschaft (seit ich Lesen gelernt habe) eben das Lesen quer durch den Gemüsegarten. Malen nach Zahlen habe ich inzwischen angefangen. Nebenbei Radio hören und konzentrieren. Was den Kontakt zu anderen Menschen betrifft, habe ich mich da in ein Schneckenhaus zurückgezogen. Wohl auch deshalb, weil ich aus der Stadt ins Umland gezogen bin (vor zweieinhalb Jahren) und hier, ausser meiner Nachbarin sehr isoliert bin. Das liegt jedoch nicht an der Gemeinde (ein reges Gemeindeleben ist gegeben, viel mehr als in einer Großstadt). Ich werde halt immer scheuer und dadurch einsamer. Da beißt sich die Katze eben in den Schwanz.

    Trotzdem habe ich Tag 7 überstanden, nun Tag 8,

    Liebe Grüße, Scarlett

  • Hallo Scarlett,

    Ich werde halt immer scheuer und dadurch einsamer.

    So war es bei mir auch. Da war die Scham und die Scheu, dass ich entdeckt werde, und so habe ich mich immer mehr zurückgezogen.
    Nüchtern kann ich mich auf die Menschen, die mir begegnen, wieder einlassen und offen auf sie zugehen. Ich brauche mich nicht mehr zu verstecken.

    Du bist jetzt den 8. Tag abstinent.
    Wenn du dich hier weiter austauschen möchtest, dann folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 25. Oktober 2025 um 16:32

    Hat den Titel des Themas von „Letzte Chance?“ zu „Scarlett - Letzte Chance?“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Scarlett .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.
    Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi Scarlett,

    schöner Nick, by the way. Herzlich willkommen hier. Glückwunsch und Respekt zu den ersten acht Tagen Abstinenz. Ein Anfang ist gemacht.;)

    Geduld und ein Schritt nach dem anderen. Im Moment leisten Seele, Geist und Körper noch Schwerstarbeit und deshalb solltest Du langsam machen. Ausreichend Essen und Trinken. Ruhen, wenn Dir danach ist. Mal rausgehen, wenn Dir danach ist.

    Ist Dein Zuhause alkfrei?

    Wenn ich das richtig verstanden habe, warst Du noch nicht bei einer Ärzt*in. Das solltest Du dringend nachholen. Alle Karten auf den Tisch. Wirklich alle. Und Dich mal richtig durchchecken lassen. Dann wissen Du und Deine Ärztin Bescheid wo Du stehst und falls irgendetwas nötig ist dann könnt Ihr das besprechen (z.B. Reha, etc.). Falls Du Dich genieren solltest. Das musst Du nicht, Du wirst nicht die erste und auch nicht die letzte Alkoholikerin bei Deiner Ärztin sein.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Guten Abend Kazik,

    danke für eine Antwort. Bei meiner Ärztin war ich schon Anfang der Woche (ist im Vorstellungsbereich nachlesbar), Mich da zu outen war nicht so furchtbar schwer. Sie kennt mich nicht und umgekehrt. Bin erst vor 2 1/2 Jahren hierher gezogen. Verschrieben wurden mir Tabletten zum Schlafen, Mein Zuhause ist alkoholfrei und wird es auch bleiben. Respekt dir, habe eben das Datum deiner Abstinenz gelesen. Tatsächlich habe ich mir Weihnachten letzten Jahres fest vorgenommen nichts mehr zu trinken, Gerade Weihnachten ist für mich aus verschiedenen "historischen" Gründen keine einfache Zeit. Was daraus wurde, dem Vorsatz? Darum bin ich hier.

  • Hi Scarlett,

    sorry das ich etwas nächlässig beim Lesen war.;) Aber dann ist das schon einmal geklärt.

    Ansonsten habe ich zu Anfang die praktischen Schritte der Grundbausteine einfach ohne nachzudenken umgesetzt. Zudem betreibe ich konsequente Risikovermeidung. Kennst Du die HALT Regel? Das sind Gefühlszustände, die Du möglichst vermeiden sollst. Hungry (hungrig und durstig), Angry (wütend), Lonely (einsam), Tired (müde).

    Du schreibst, dass Du einsam bist. Nun hier ist immer jemand.;) Ich habe gerade am Anfang viel hier geschrieben, über alles was mich jetzt abstinent so beschäftigt. Wichtig, unwichtig, egal. Vielleicht kommt für Dich ja auch eine Reha infrage, da wärest Du unter Leuten. Oder eine reale SHG.

    Wie dem auch sei. Für mich ist diese SHG mit weitem Abstand der wichtigste Teil meines Hilfesystems. Hier habe und lerne ich einen schlichten, einfachen Weg und das entsprechende Mindset dazu, um stabil abstinent zu sein.

    Weihnachten ist auch überhaupt nicht mein Ding. Ich decke mich seit Jahrzehnten für die Tage mit leckeren Dingen ein und dann ab auf die Couch. Manchmal zum Essen zu Freunden. Silvester habe ich mich letztes Jahr mit einer ebenfalls trockenen Freundin getroffen und dann haben wir uns Spaghetti mit Tomatensauce gemacht.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Und BTW; den Nick habe ich bewusst gewähl. Es gibt eine Szene im Film (vom Winde verweht) als auch in der Buchvorlage von M. Mitchell. Da sagt Rhett Butler: "Ich weiß, was du hier suchst, du brauchst deinen Schnaps. Ich weiß, dass du säufst und auch wieviel". Heimlich habe ich das auch viele Jahre gemacht, Selbst vor meinem Mann, der, glaube und hoffe ich, bis zu seinem Tod nicht allzuviel begriffen hat. Denn, funktioniert habe ich immer. Beruflich und privat. Nur der Preis is mir jetzt zu hoch. Muss mich nicht meh zusammen reißen. Lasse mich gehen.

  • Danke für die Antwort. Hat sich etwas überschnitten. Da du wohl nicht meiner Generation angehörst habe ich festgestellt, etwas vorauszusetzen, was nicht für alle verständlich ist, Gemeint ist Scarlett O`Hara aus genanntem Buch. Die einfachen Dinge, wie Nudeln mit Tomatensosse würde ich gern genießen. Nur, wenn ich für mich allein koche sehe ich mir da ganze dann an, keinen Appetit (Hunger ja) mehr. Dann fange ich wieder an, mich zu vergraben (Bett, Buch), Ist doch trostlos,

  • Hallo Scarlett

    Erstmal willkommen hier

    Mit mir allein zurechtkommen und zu sein,geht ganz gut.

    Früher glaubte ich das sei garnicht möglich.

    Die Strategie, die ich habe heißt Struktur. Die bestimme ich selbst. Hab einen Hund 🐕 mit dem ich täglich 2x spazieren gehe. Den Rest baue ich mir drumherum. Mal kochen, mal bestellen und der Austausch hier.

    Neue Interessen und Hobbys ergeben sich von selbst. Das alles dauert seine Zeit. Du bist gerade erst gestartet. Bleib dran, Stück für Stück ändert sich dein Leben. Nicht von selbst :lol: .Ein Forumsspruch sagt:tun muss man tun.

    Probieren was guttut, neues beginnen

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hallo Bolle,

    danke für's Willkommen. Du bist seit fast 12 Jahren trocken, eine für mich jetzt unvorstellbare Zeitspanne.

    Rausgehen hilft auch mir, war früher gern in meiner Freizeit lange unterwegs. Jetzt habe ich hier Felder und Wälder vor der Haustüre. Ein komplizierter Oberschenkelbruch vor 2 Jahren (OP und jezt ein paar Nägel reicher) behindert mich nun etwas. Ab einem gewissen Alter steckt der Körper das nicht mehr so einfach weg (auch den Alkoholkonsum nicht).

    Im Moment habe ich einfach eine schlechte Nacht (Albtraum, will deshalb nicht wieder einschlafen). Gut, das nichts im Haus ist. Das wäre wieder einer der Gelegenheiten zu sagen: geht mir eh so schon beschissen, also kannst du das ganze noch toppen und dir einen hinter die Binde gießen.

    Scarlett

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