Beiträge von Bibitor 66

    Hallo Seeblick,

    so wie Du das geschrieben hast, würde ich es sofort unterstreichen. Allerdings weiß kein einziger meiner Ärzte von meiner Alkoholsucht. Vor 10 Jahren, als ich meinen Führerschein verlor, rannte ich einen Tag später panisch zu meinem Hausarzt (er ist schon mehrere Jahre im Ruhestand) und erklärte ich bin Alkoholikerin und er solle mir doch bitte helfen. Da bekam ich zur Antwort: "Sie sind doch keine Alkoholikerin. Ihre Leber- und Blutwerte sind total in Ordnung und ich solle halt nur ein Glas Wein am Abend trinken und nicht mehr. Ich war sprachlos. Aber ich bekam dafür ein paar Beruhigungspillen edit. Die habe ich aber nicht genommen.

    Da ich ja schon eine Knie-OP hinter mir habe, wird es auch dieses Mal gutgehen. Ich hatte mich anstatt für eine Vollnarkose für die Spinalanästhesie entschieden. Als ich ab Hüfte abwärts gelähmt war, fragte mich der Narkosearzt, was ich von der OP mitbekommen möchte. Ich antwortete, eigentlich nichts. Dann öffnete er meine Kanüle an der Hand, spritzte was rein und sagte "dann Tschüss". Und so war es auch. Bin erst im Aufwachraum wieder zu mir gekommen. Laut Ärzten war ich recht schnell wieder fit. Auf meinem Zimmer stand eine Tablettendose mit früh/mittags/abends. Voll mit allen möglichen Tabletten. Ich habe nur eine genommen und habe geschlafen. Dachte das sind alles Schmerzmittel. Ich hatte ja aber keine Schmerzen. Als die Schwester abends noch mal zum Blutdruckmessen kam, bekam ich gleich Schimpfe. Warum ich die Tabletten nicht alle genommen habe. Ich sagte ihr, dass ich aber keine Schmerzen habe. Sie meinte dann, die werden nicht aus Jux so sortiert und ich müsse die alle nehmen. Habe ich dann brav getan.

    Im Nachhinein bin ich froh, dass mich mein damaliger Arzt nicht ernst genommen hat. Denn eine Entziehungskur oder ähnliches wäre das Todesurteil für meinen Job gewesen.

    Die nächste OP wird erst März/April 2026 stattfinden. Nun bin ich ja trocken (war ich bei erster OP auch) und habe auch nicht vor wieder dem Alkohol zu verfallen!!

    LG

    Bibi

    Guten Morgen,

    mal kurz was hier tippen. Muss heute Vormittag noch zum Arzt. In diesem Zusammenhang was ich beim letzten Arztbesuch erlebt habe:

    Das Wartezimmer war gestopft voll. Kein freier Stuhl mehr. Ich saß zum Glück schon. Ein paar Patienten standen im Vorraum und warteten auf einen Platz. Einer der stehenden Patienten fiel mir gleich ins Auge. Er sah wahrlich schlecht aus. Aufgedunsen und Ballonbauch. In meinen Kopf schoss "oh der Arme". Der hat sicher ein Alkoholproblem. Dann stand die Dame neben mir auf, da sie aufgerufen wurde. Auf diesen Stuhl setzte sich "der Arme". Was mir in den Kopf geschossen war bestätigte sich. Er roch fürchterlich nach abgestandenem Alk. Ich konnte nicht sitzenbleiben und bin nach ca. 5 min. zur Toilette. Ich musste fast würgen. Dann bin ich mit dem Gedanken "Mensch Bibi. So hast Du auch ständig gerochen", zurück ins Wartezimmer. Es war dann zum Glück ein Stuhl in der gegenüberliegenden Ecke frei.

    LG

    Bibi

    Willkommen Meli,

    eine tolle Entscheidung die Du da getroffen hast. Ich bin hier auch noch ganz frisch und bin glücklich dieses Forum gefunden zu haben. Auch ich habe mich entschieden, ab jetzt ein Leben ohne Alkohol zu leben. Ich habe mich vor 113 Tagen vom Alkohol verabschiedet. Es war nicht einfach und es wird weiterhin "Wachsamkeit" von mir fordern. Aber ich sage Dir; es geht mit soviel besser und ich bin so gespannt, was noch für Verbesserungen folgen werden. Aber Fakt: ALLES WIRD BESSER.

    LG

    Bibi

    Oh ja Alex,

    da komme ich gerade auch dahinter. Tatsächlich habe ich mich auch beruflich eher zurückgehalten, habe hingenommen, klein beigegeben; um bloß nicht ertappt zu werden. Ich merke ganz deutlich wie ich von Tag zu Tag mehr darauf achte was ICH eigentlich will und brauche. Sicher werde ich kein Hardcore-Egoist das ist nicht mein Ding. Aber ich habe auch keine Lust mehr auf Manipulationen.

    LG

    Bibi + Guten Morgen

    Hallo Miteinanander,

    heute war wieder ein schöner Tag. Ich war doch tatsächlich eine ganze Stunde spazieren. So lange bin ich schon länger nicht gelaufen, da ich Probleme mit den Knien habe. Das schon operierte läuft sich prima, aber das andere blockiert und eiert rum. Ist nicht so angenehm. Aber dieses Knie kommt ja im Frühjahr 26 auch unters Messer. Kann nur besser werden. Trotzdem habe ich den Sonnenschein genossen und habe noch ein paar schöne bunte Blätter für die Herbstdeko gefunden. Es geht mir gut und es wird von Tag zu Tag besser. So soll es bleiben! Alkohol interessiert mich nicht.

    LG

    Bibi

    Hallo Chapa,

    das klingt doch schon ganz prima. Auch ich bin dabei meinen Sprachfehler zu korrigieren. Nämlich auch mal NEIN! sagen zu können. Auch ich konnte während meiner trinkenden Zeit schlecht Grenzen setzen. In vielen Bereichen habe ich mich oft breit schlagen lassen, zu Dingen und Unternehmungen, zu denen ich eigentlich überhaupt keine Lust hatte. Das fällt mir nun nüchtern recht leicht. Ich muss in erster Linie nach mir schauen. Mich und meine Gefühle achten. Ich denke das ist ganz wichtig für einen trockenen Weg. Bleib dran. Es wird wirklich jeden Tag besser.

    LG

    Bibi

    Hallo Nayouk, hallo KaDett,

    ich habe den Traum natürlich schon lange verdaut. Nur im ersten Moment war ich sehr verwirrt und geschockt.

    Dir KaDett erst mal offiziell Hallo und Danke für Deine Begrüßung schon von gestern. Da haben mir so viele gestern geschrieben, dass ich gar nicht dazu kam Dir auch zu Danken. Ich muss mich auch noch vertraut machen mit dem Forum. Was Du schreibst, empfinde ich genauso. Meine Augen glänzen wieder und sind nicht ständig gerötet. Meine Haare sehen nicht mehr aus wie ein Schrubber. Die waren komplett trocken und stumpf. Da half keine Pflege mehr. Auch mein täglicher morgentlicher Toilettengang ist wieder eine wahre Freude. Vor allem auch, weil ich nicht mehr zur Toilette rennen muss. Meine krampflösenden freiverkäuflichen Tabletten für den Bauch, habe ich seit dem ich nicht mehr Saufe, nicht 1x mehr nehmen müssen. Vorher waren die öfters nötig.

    LG

    Bibi

    Hallo Alex,

    da hast Du recht. Viele viele Jahre war die Suchtstimme sogar schlauer als ich. Ein Erlebnis in der Nacht hatte ich von Tag 47 auf 48 meiner Abstinenz. (Habe ich in meinem Kalender vermerkt). Ich träumte ich wäre auf einem großen Fest im Freien. Es war dunkel und irgendjemand drückte mir eine Getränkedose in die Hand. Ich habe diese Dose durstig geöffnet und getrunken. Sofort schmeckte ich, dass es ein alkoholisches Getränk ist. Ich bin in Panik wach geworden und hatte den Geschmack von Alkohol in meinem Mund??!! Ich bin aufgestanden und habe mir mitten in der Nacht meine Zähne geputzt. Mein Mann fragte mich, warum ich mitten in der Nacht meine Zähne putze. Habe es ihm dann erzählt. Ist doch abartig. Ist mir zum Glück seither nicht nochmal passiert. Dieser Traum hat mich komplett geschockt.

    Bibi

    Guten Morgen,

    Bibi ist wach und hat wieder göttlich geschlafen. Wie ein Baby. Dieser erholsame Schlaf hat sich bei mir nach ca. 4 Wochen Abstinenz eingestellt. Zuvor bin ich in aller Regelmäßigkeit nachts zwischen 3 und 4 Uhr glockenhell wach gewesen. Mit Schweißausbrüchen und Herzrasen. Habe mir dann immer eingeredet, Mensch Bibi Du bis alt und in den Wechseljahren. Das der Alkohol daran schuld ist, war mir eigentlich klar, habe ich aber einfach verdrängt. Wie blöd muss man sein um sich das jahrelang anzutun.

    Rennschnecke : Hallo und Danke. Ja Ihr könnt Euch hier mal wirklich auf die Schulter klopfen. Das was dieses Forum bewirken kann (auch nur durchs lesen)ist nicht zu verachten. Ich bin inzwischen "süchtig" nach diesem Forum. Ich habe täglich mehrfach hier reingeschaut und habe in der Legende gesehen, dass außer mir auch andere Gäste da sind. Nun fühle ich mich aber noch wohler, durch den Austausch.

    LG und allen einen schönen Tag

    Bibi

    Hallo Stromer, Alex_auf dem Weg und Mattie,

    danke für die herzlichen Begrüßungen. @Alex_auf dem Weg. Du hast recht mit dem "Rauchen aufhören". Ich muss und werde mit dieser Baustelle noch etwas warten. Denn wenn ich nervöse Zustände bekomme, ist es momentan noch besser zur Kippe zu greifen als zum Alkohol. Ich gebe mir damit noch etwas Zeit.

    Für heute verabschiede ich mich von Euch (bin müde) und werde morgen wieder hier sein.

    LG und eine gute Nacht allen

    Bibi

    Hallo liebe Lebensmut74,

    Danke für Dein herzliches Willkommen. Ja in Deinem Tread habe ich mich auch mehrfach wiedergefunden. Es ist schon ein Elend mit dem Alkohol. Dein Name hat mir schon Mut gemacht, bevor ich mich hier angemeldet habe. Yes. Noch viele "trockene Partys" dürfen kommen. Inzwischen kann ich auch schon wieder so herzlich lachen, wie in meinen versoffenen Zeiten. Aber jetzt spüre ich auch die Freude und weiß warum und über was ich lachen muss.

    LG

    Bibi

    Hallo lieber CF,

    ich muss natürlich dran bleiben. Das ist mein Plan. Deshalb habe ich nun auch den Schritt zu Euch gewagt. Ich habe ansonsten keine weitere Unterstützung. Mein Ehemann unterstützt mich. Er trinkt und raucht nicht. Ich bin noch am Qualmen. Aber das ist die nächste Baustelle die ich in Angriff nehmen möchte. Suchtdruck hatte ich zum Glück nur in den ersten 3 Wochen. Da habe ich mich an das gehalten, was ich hier im Forum las. Viel Wasser trinken. Die HALT-Regel war oft meine Rettung. Denn ich hatte Hunger und überhaupt keine Lust auf Alkohol. Nach dem Essen war der Druck tatsächlich immer verschwunden. Ich sehe nur Vorteile ohne Alkohol und möchte mit ihm nichts mehr zu tun haben.

    LG

    Bibi

    Hi Rene72,

    Danke für das herzliche Willkommen. Ja auch in Deinem Faden habe ich gelesen und habe gesehen das Du sogar "weich gespült" wurdest. :) Aber das ist so glaube ich schon alles richtig so. Ohne dieses Forum wäre ich vermutlich gar nicht auf die ernste Idee gekommen trocken zu werden. Das ist hier schon eine tolle Gemeinschaft.

    LG

    Bibi

    Hallo lieber Nayouk,

    vielen Dank für das Herzliche Willkommen. Die Grundbausteine, Notfallkoffer und Forenregeln habe ich studiert.

    Ich erzähle mal noch ein wenig von mir. Ich war in meinen jüngeren Jahren (15 LJ - Mitte 30) die totale Partymaus. Überall ein gern gesehener Gast, der Stimmung in die trübste Bude brachte. Meine Stimmungsmacherei funktionierte aber nur, wenn ich schon dementsprechend Sprit intus hatte. Da fand ich den Alkohol noch "lustig". Bzw. das nasse Geschwätz und die dämliche Lacherei. Wenn ich genauer drüber nachdenke, habe ich aber schon da süchtig getrunken; und nicht nur an Spaß an der Freude. Ich habe mit 23 Jahren meinen ersten Sohn geboren. Mit 25 folgte Sohn Nr. 2. Während der Schwangerschaften und Stillzeit habe ich auf Alkohol verzichtet. Aber danach fröhlich weitergesoffen. Ich weiß nicht wie ich die vielen Jahre mit allen Herausforderungen so meistern konnte. Aber irgendwie hat keiner wirklich gemerkt, dass ich Alkoholikerin bin.

    Meine Mutter (gestorben 2009) meinte zwar immer: "Kind trink nicht so viel." Aber was brachte sie mir immer zum Geburtstag? Ihre gesammelten Wein- und Sektflaschen, da sie selbst nicht trank. Ich hatte schon mehrere Versuche gestartet um vom Alkohol wegzukommen, aber immer nur halbherzig und ohne die Erkenntnis Alkoholikerin zu sein. Vor 10 Jahren war ich mal ein komplettes Jahr trocken. Aber nur "gezwungener Maßen". Führerschein weg....freiwilliges Urinscreening. Ich dachte von Anfang bis Ende, wenn ich die Pappe wieder habe, saufe ich wieder. Und so war es auch. Noch am selben Tag als ich den Lappen bei der Führerscheinstelle abholte. Ich war dann nur konsequent, nicht zu Saufen wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Das war vermutlich auch der Grund, warum ich mir dann lieber zu Hause alleine die Kante gegeben habe. Jetzt zum Schluss (vor meinem durchdachten Entschluss trocken zu werden), hatte ich mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ich hatte mir einen unglaublich riesigen Bierbauch angesoffen und mein Gesicht sah aus, wie ein Hamster mit vollgestopften Backentaschen kurz vorm platzen. Ich konnte mich nicht mal mehr im Spiegel betrachten. Mir war einfach klar, dass muss jetzt sofort aufhören sonst lande ich frühzeitig in der Kiste.

    Ich habe in den 111 Tagen die ich nun trocken bin sage und schreibe 6,5 Kilo abgenommen und auch das Hamstergesicht ist weg. Ich habe schon mehrere Komplimente zu meinem erschlankten Aussehen kassiert und das treibt mich weiter an. In erster Linie geht es mir aber um meine Gesundheit und nicht um mein Aussehen.

    Mein Göka möchte nach der Arbeit was zu mampfen.

    Ich bin so froh den Schritt in die Abstinenz geschafft zu haben. Nun muss sie mein Leben lang halten. Zu Beginn ging es mir natürlich nicht so gut. Hauptsächlich mein Gehirn machte mir große Sorgen. Ständig verwirrt, wie in Watte gepackt und 1000 Gedanken gleichzeitig im Kopf. Hatte wirklich Angst die grauen Zellen zerstört zu haben. Inzwischen hat sich das fast komplett verflüchtigt. Ganz selten muss ich mich noch anstrengen, um mich auf etwas zu fokussieren und das Wirrwarr in meinem Kopf sortieren.