Hallo Seeblick,
so wie Du das geschrieben hast, würde ich es sofort unterstreichen. Allerdings weiß kein einziger meiner Ärzte von meiner Alkoholsucht. Vor 10 Jahren, als ich meinen Führerschein verlor, rannte ich einen Tag später panisch zu meinem Hausarzt (er ist schon mehrere Jahre im Ruhestand) und erklärte ich bin Alkoholikerin und er solle mir doch bitte helfen. Da bekam ich zur Antwort: "Sie sind doch keine Alkoholikerin. Ihre Leber- und Blutwerte sind total in Ordnung und ich solle halt nur ein Glas Wein am Abend trinken und nicht mehr. Ich war sprachlos. Aber ich bekam dafür ein paar Beruhigungspillen edit. Die habe ich aber nicht genommen.
Da ich ja schon eine Knie-OP hinter mir habe, wird es auch dieses Mal gutgehen. Ich hatte mich anstatt für eine Vollnarkose für die Spinalanästhesie entschieden. Als ich ab Hüfte abwärts gelähmt war, fragte mich der Narkosearzt, was ich von der OP mitbekommen möchte. Ich antwortete, eigentlich nichts. Dann öffnete er meine Kanüle an der Hand, spritzte was rein und sagte "dann Tschüss". Und so war es auch. Bin erst im Aufwachraum wieder zu mir gekommen. Laut Ärzten war ich recht schnell wieder fit. Auf meinem Zimmer stand eine Tablettendose mit früh/mittags/abends. Voll mit allen möglichen Tabletten. Ich habe nur eine genommen und habe geschlafen. Dachte das sind alles Schmerzmittel. Ich hatte ja aber keine Schmerzen. Als die Schwester abends noch mal zum Blutdruckmessen kam, bekam ich gleich Schimpfe. Warum ich die Tabletten nicht alle genommen habe. Ich sagte ihr, dass ich aber keine Schmerzen habe. Sie meinte dann, die werden nicht aus Jux so sortiert und ich müsse die alle nehmen. Habe ich dann brav getan.
Im Nachhinein bin ich froh, dass mich mein damaliger Arzt nicht ernst genommen hat. Denn eine Entziehungskur oder ähnliches wäre das Todesurteil für meinen Job gewesen.
Die nächste OP wird erst März/April 2026 stattfinden. Nun bin ich ja trocken (war ich bei erster OP auch) und habe auch nicht vor wieder dem Alkohol zu verfallen!!
LG
Bibi