Beiträge von M orgensonne

    Hallo zusammen,

    ich bin die Partnerin eines suchtkranken Mannes und habe in den letzten Jahren sehr viel für ihn und unsere Beziehung gegeben.

    Mein Mann war von Oktober 2025 bis Anfang März 2026 in Therapie. Danach sah es zunächst so aus, als würde sich vieles stabilisieren. Ich hatte immer wieder Hoffnung und habe ihn in dieser Zeit sehr unterstützt, weil ich wirklich an uns geglaubt habe und unsere Beziehung nicht aufgeben wollte.

    Allerdings hat er seitdem immer wieder Alkohol konsumiert, obwohl er sagt, dass er trocken ist. Besonders belastend ist für mich dabei, dass er mich jedes Mal wieder angelogen hat, wenn es um seine Rückfälle ging. Ich habe oft ein ungutes Gefühl gehabt, Dinge angesprochen – und es wurde abgestritten, bis sich später doch herausgestellt hat, dass es nicht gestimmt hat.

    Dadurch ist mein Vertrauen jedes Mal wieder zerstört worden. Ich merke inzwischen, dass ich mich innerlich gar nicht mehr wirklich auf ihn einlassen kann, weil ich nicht weiß, ob er mich am nächsten Tag wieder anlügt oder wieder trinkt. Ich bin ständig angespannt und in einem Zustand von Unsicherheit.

    Das ist ein sehr schmerzhafter Punkt für mich, weil ich ihm über lange Zeit immer wieder Vertrauen geschenkt habe – und jedes Mal wieder enttäuscht wurde. Ich habe das Gefühl, dass genau dieses wiederholte Muster aus Rückfällen und Unehrlichkeit uns immer weiter voneinander entfernt hat.

    Dabei war unsere Situation nicht immer so. Wir haben es in der Vergangenheit schon mehrfach geschafft, schwierige Phasen zu überstehen, uns wieder anzunähern und Vertrauen teilweise wieder aufzubauen. Deshalb habe ich lange gehofft, dass es auch diesmal wieder möglich ist.

    Aber gerade sind wir an einem Punkt angekommen, an dem sich unsere Beziehung nicht mehr wie eine Beziehung anfühlt. Wir leben zwar noch zusammen, aber es gibt kaum Nähe, keine echte Verbundenheit und ich empfinde oft Traurigkeit und auch Wut.

    Das macht mich sehr traurig und ich weiß im Moment nicht mehr, wie es weitergehen soll. Ich wünsche mir eigentlich sehr, dass Vertrauen wieder entstehen kann, aber ich weiß nicht, ob das unter diesen Bedingungen überhaupt noch möglich ist.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Konnte bei euch Vertrauen nach so etwas wieder wachsen oder seid ihr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr ging?

    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und Gedanken freuen.