Beiträge von Bingo

    Guten Morgen liebes Forum,
    mir geht es gut weil ich nicht mehr trinke und dafür bin ich dankbar.

    Der Stress auf der Arbeit und auch privat ist etwas abgeklungen was mir auch gut tut.

    Auf der Arbeit habe ich eine Beförderung in eine Führungsposition in Aussicht, was ich mit einem Betrunkenen Kopf auch niemals geschafft hätte.

    Ich habe eine ganz neue Motivation und ziele. Das leben ist ohne Alk so viel lebenswerter.

    LG Bingo

    Guten Morgen summsumm,
    Da kann ich mich Alyfee nur anschließen.

    Ich war hier am Anfang auch etwas irritiert über die vermeintliche härte, welche ich dann aber als Ehrlichkeit und Wahrheit erkannt habe. Mir hat dieses Forum auf meinem bisherigen Weg sehr geholfen und ich bin den Leuten sehr dankbar für die Zeit und die Mühe mir zu helfen.

    Ich habe auch Termine sausen lassen die mir sehr wichtig waren und tu das auch immer noch.

    Ich habe eine schlimme Krankheit das habe ich erkannt. Wenn ich mit Fieber im Bett liege gibt es ja auch keine Diskussion.

    Wie geht es dir denn mittlerweile im Entzug?

    LG Bingo

    Hallo liebes Forum,

    Ich schreibe hier einen „kurzen“ Erfahrungsbericht zu meinen letzten Monaten als nasser Alkoholiker.

    Mich hat sehr erschrocken wie schnell sich die Sucht zuspitzt und richtig Fahrt aufnehmen kann, auch wenn man vermeintlich denkt noch alles im griff zu haben. Das hatte ich in meiner ganzen Zeit als Alkoholiker in dieser Intensität nicht erlebt.

    Ich habe um die 18 Jahren lang gesoffen.

    Am Anfang etwas weniger, aber die letzten 10 Jahre ziemlich konstant immer zum Feierabend 5 Bier oder 1 Flasche Wein.

    Ich kann nicht behaupten dass es mir in dieser Zeit gut ging, aber ich bin irgendwie klar gekommen.

    Im letzten Sommer erhöhte sich dann der Konsum auf jeden abend 2 Flaschen Rotwein.

    Warum sich mein Konsum erhöht hat kann ich nicht sagen ich denke Suchtdynamik lässt sich nicht immer rational erklären.

    Ab da ging es dann aber sehr schnell bergab und die Sucht hat vollends die Oberhand gewonnen.

    Da war bei mir der Punkt erreicht, wo ich realisierte, dass es jetzt richtig gefährlich wird und ich regelrecht abstürze. Chancenlos allein noch irgendwas zu ändern und doch noch nicht ganz bereit etwas zu tun.

    Die sucht ist stark und mir ging es wohl immer noch nicht schlecht genug.

    Chancenlos allein vom trinken wegzukommen war ich vorher zwar auch schon, aber da wurde es nochmal so richtig deutlich.

    Ich bekam einen leichten, ich nenne es mal „toleranzbruch“ und vertrug die menge die ich ja eigentlich brauchte um nicht entzügig zu werden plötzlich nicht mehr so gut.

    Der Alkohol wirkte ab dem Zeitpunkt irgendwie auch völlig anders nicht mehr so wie früher.(Vielleicht kennt das jemand)

    Ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, er stieg viel schneller und heftiger in den kopf mit nachts Karussell fahren und meistens heftige Kopfschmerzen morgens, plus noch mehr trockenkotzen.

    Das war für meinen, so um den Alkohol gestrickten Tagesablauf hochproblematisch.

    Da viel mein Kartenhaus regelrecht zusammen.

    Ich konnte nun den schmalen grad zwischen furchtbarem Kater und heftigen Entzugserscheinungen am nächsten Tag nicht mehr treffen.

    Es war grauenhaft… ich bin dann abwechselnd mit Kater oder Entzugserscheinungen (oder beidem) zur Arbeit und hab mich da irgendwie durchgebissen, oder auch des Öfteren krankgemeldet.

    Produktiv ist was anderes ich war mehr im überlebensmodus.

    Und genau an diesem Punkt der Sucht, an dem ich mich zu dieser zeit befand, ging es los das eine stimme in mir sagte „trink einfach morgens schon ein wenig dann wirds besser“.

    Auf diese stimme habe ich nicht gehört .. ich hab dann noch 1-2 Wochen durchgehalten, aber die Lage entwickelte sich nur noch in eine Richtung—> bergab! Und zwar schnell. Mir ging es unglaublich schlecht in dieser Zeit ich war körperlich und psychisch am Ende. Eine Panikattacke nach der anderen und quasi durchgehend entzügig.

    Hier hab ich dann die Notbremse gezogen und bin in die Klinik.

    An die Aufnahme in der Klinik kann ich mich nicht mehr komplett erinnern so entzügig war ich.

    Ich habe leicht halluziniert und fragen teilweise nicht beantworten können.

    Ich habe aber bis zur Klinik normal weitergetrunken und mich nicht selbst auf kalten Entzug gesetzt. Der Arzt meinte, dass mein Zustand in einem Delier hätte enden können.

    Das zeigt mir einmal mehr wie gefährlich diese Erkrankung wirklich ist.

    Sie ist unberechenbar und zerstörerisch.

    In der Klinik erfuhr ich dann noch dass eine Verringerung der Toleranz ein Zeichen sein kann, weil der Körper an einem Punkt ist wo es zu viel wird.

    Ich war auf direktem Weg mich tot zu saufen.

    Mann denkt ja immer es ist nicht so schlimm und es wird irgendwann wieder besser, aber das stimmt absolut nicht es wird immer schlimmer zumindest bei mir ist es nie besser geworden.

    Rückblickend ist es mit jedem Rückfall immer schlimmer geworden.

    Der Entzug wurde immer schlimmer, die Panikattacken wurden heftiger und die Gesundheit geht generell immer weiter den Bach runter.

    Und doch, obwohl dass ich das alles schon durchgemacht habe und eigentlich weiß was passiert, konnte ich die bremse nicht früher ziehen.

    Verdammte sucht!

    An diesen Punkt will ich niemals wieder zurück. Ich schreibe das hier um mich daran zu erinnern wenn ich später mal meinen Faden lese, oder Gedanken aufkommen dass es ja gar nicht so schlimm war.
    ES WAR SCHLIMM

    Das musste raus. Aber jetzt schließe ich ab mit dem was gewesen ist und schau nach vorne 😊

    Viele Grüße Bingo

    Das wird mit Sicherheit bei vielen so abgelaufen sein und das typische klischee Bild vom Alkoholiker unter der Brücke stimmt einfach nicht. Klar gibt es das, aber die Krankheit zieht sich durch alle schichten der Gesellschaft.

    Ich stehe hier mit etwas mehr als 3 Monaten auch noch ziemlich am Anfang.

    Ein Tanzkurs hört sich doch prima an 👍😊

    Schritt für Schritt und Tag für Tag weiter, kleine ziele setzen. Jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag!

    Mir hat ein Tipp von Hartmut ganz besonders geholfen, dass umdenken von „ich darf nicht mehr trinken“ zu „ich muss nicht mehr trinken“.

    LG Bingo

    Hallo Fruechtetee,
    Das war auch ziemlich genau mein Tagesablauf. Morgens komplett kaputt aufstehen, den Tag auf der Arbeit irgendwie „überleben“, Kind von der Kita holen, spielen, kochen, Kind ins Bett, Flasche auf.

    Und dann alles wieder von vorne. Ein echter Teufelskreis und ich bin froh das es vorbei ist. Ich fülle die neu gewonnene Zeit abends mit neuen Hobbys und verbringe viel mehr Zeit mit meiner Frau.

    Die Lücke, in der du sonst getrunken hast zu füllen, ist sehr wichtig.

    Such dir irgendetwas das dir spaß macht, greif eventuell alte Hobbys wieder auf nur Langeweile sollte nicht aufkommen.

    Die alten Verhaltensmuster gilt es zu ändern das war für mich unglaublich wichtig da sonst der kopf anfängt zu arbeiten.

    LG Bingo

    Huch, schon so lange nichts mehr hier geschrieben?
    Mir geht’s soweit gut, ich bin geschäftlich immer noch ziemlich eingespannt aber dass sollte jetzt dann bald etwas ruhiger werden.

    Die Sucht lässt mich im großen und Ganzen in Ruhe und ich merke dass es immer einfacher wird. Ich lese aber jeden Tag fleißig hier mit um mir meiner Krankheit bewusst zu bleiben.

    Ich würde hier gerne einen kleinen Bericht von meinen letzten Monaten als nasser Alkoholiker schreiben, um das Elend was ich da durchgemacht habe, in meinem Faden zu dokumentieren. Falls sowas nicht erwünscht ist lass ich das.

    Aber ich dachte vielleicht hilft es mir wenn ich mal meinen sollte „ach so schlimm war es ja gar nicht“.

    Lg Bingo 😊

    Hallo Tstoller,

    Glückwunsch zum Entschluss mit dem trinken aufzuhören 👍

    Ob Klinik oder ambulant muss jeder mithilfe der Ärzte für sich selbst entscheiden.

    Ich will und kann dich hier nicht beraten, aber ich kann dir sagen was für mich besser war.

    Ich habe immer die Klinik gewählt weil mir der abstand zu meiner gewohnten Umgebung gut getan hat und man sich auch dort schon gut mit den Patienten austauschen konnte.

    Man hat dort 24/7 Unterstützung falls nötig, was ich auch schon benötigt habe. (Halluzinationen)

    Was ich noch als großen Vorteil gesehen habe war, das ich mich dort auf mich selbst konzentrieren konnte und keine Hausarbeit oder kochen muss.

    Das soll wie gesagt keine Beratung sein sondern nur meine persönlichen Erfahrungen.

    LG Bingo

    Hallo zusammen, kurze Wasserstandsmeldung. Ich bin immer noch sehr eingespannt, aber das ist okay mir geht’s gut.

    Seit gestern ist das Wetter wesentlich besser, wärmer und die Sonne scheint.

    Das tut gerade unheimlich gut 😊

    Viele Grüße Bingo