Beiträge von Gunther

    Ich glaube tatsächlich, dass ich mir meine Sucht immer zu wenig eingestanden habe, weil ich ja keine Entzugserscheinungen habe, einfach aufhören kann (eine Zeit lang) etc.

    Mittlerweile weiß ich, dass ich süchtig bin.

    Das kenne ich nur zu gut. Man hört "Horrorgeschichten" vom körperlichen Entzug, sieht bei sich selbst, das man den eben nicht hat. Man kann auch am "aussetzen"

    Und schon hat man sich perfekt selbst belogen und redet sich ein, dass es ja alles nicht so schlimm ist.

    Es wirklich zuzugeben, dass man süchtig ist der erst gute Schritt. Erst dadurch habe ich begonnen, dass ich nach Hilfe suche, weil ich wusste, dass ich es alleine nicht da raus schaffe.

    Suchtberatung ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Auch der Arzt sollte es wissen. Ich habs aus Scham lange vor meiner Hausärztin verschwiegen.

    Eines ist definitiv anders als zuvor. Ich hab eine Reha gemacht und war mal für 8 Wochen aus "dem System rausgenommen"

    In den Gruppen- und Einzelgesprächen habe ich einige Strategien gelernt, wie ich mit verschiedenen Situationen umgehen kann. Eine Garantie ist das natürlich nie.

    Alles genau auszuführen wäre echt zu lange, aber ich gebe gerne mal Stichpunktmäßig Antwort darauf:

    • ich habe mich (obwohl ich ehrenamtlich stark engagiert bin) immer mehr zurückgezogen und wollte am liebsten keine Menschen mehr sehen. Dinge, die mir früher Freude bereitet haben waren nur noch lästige Pflichten (weil ich eben lieber daheim alleine trinken wollte) - Ich hatte letztens eine Chorprobe und habe es wieder genossen, weil ich die Menschen gerne sehe
    • ich habe mich nicht mehr um mich selbst gekümmert - vor allem auch körperlich. In der Reha hab ich mal 18kg abgenommen. Ich bin noch immer übergewichtig aber Bewegung, stehen, gehen, Treppen steigen ist wieder viel leichter. Es macht also auch mehr Freude wieder unterwegs zu sein.
    • in der Reha habe ich begonnen ein (digitales) Tagebuch zu schreiben. Es hilft Dinge besser einzuordnen und zu reflektieren.
    • natürlich darf auch die Nachsorge bei einer Beratungsstelle und langfristig auch regelmäßige Besuche bei einem Therapeuten nicht fehlen. Da bin ich auch bereits drin.
    • letztens noch eine Selbsthilfegruppe. Die hatte ich zwar vorher auch schon - ich habs aber oft zu leichtfertig abgesagt.

    Das war es so im großen und ganzen.

    Servus zusammen.

    Ich weiß es seit Jahren, dass ich Alkoholiker bin.

    Immer wieder hab ich verschieden lange Trockenphasen gehabt, aber die Rückfälle sind halt auch immer wieder gekommen. Letztes Jahr wurde dann klar, dass alles was ich bisher versucht habe nicht ausreicht.

    Ich habe mich also einer Reha in einer Suchtklinik unterzogen und mir dort einige Hilfsmittel zugelegt, damit ich dieses mal wirklich abstinent bleibe.

    Nach dem mir ein "erfolgreicher" Therapieabschluss bescheinigt wurde hab ich auch gleich mit der ambulanten Nachsorge begonnen. Meine Selbsthilfegruppe (bei der ich auch schon vorher war) werde ich auch so oft es geht besuchen.

    Auf der Suche nach weiteren zusätzlichen Hilfestellungen bin ich auf dieses Forum gestoßen und hab mich einfach mal angemeldet. Vielleicht kann dies auch Teil meiner Abstinenzstrategie sein.

    Soweit von mir...