Beiträge von Karlotti

    Nun sitz ich hier, am 1. Weihnachtsfeiertag, alleine auf meinem Sofa.

    Die letzten beiden Tage waren sehr hart, gestern der schlimmste von allen - er hat angerufen, geweint, mir fotos geschickt wir schlecht es ihm geht. Er möchte zu mir kommen (meine Eltern waren eingeladen). Ich habe verneint, dass er kommen kann. Er lügt er wäre nüchtern und nur "krank". Sagt er glaubt er stirbt die nächsten Tage und es würde ihm nur besser gehen, wenn ich wieder bei ihm wäre.

    Ich hatte 2 "gute" relativ nüchterne Telefonate mit ihm, er war sogar selbstreflektierend. Doch zum Schluss, als er merkte ich werde nicht kommen, wieder böse.

    Ich hatte sogar vorgeschlagen uns neutral zu treffen, was essen gehen, da ich Zeit bräuchte ihm zu vertrauen, dass er wirklich nicht mehr trinkt... er versteht es nicht und wurde wieder sauer..


    Ich bin aber weiterhin stark geblieben und habe den Abend gestern mit meiner Familie trotzdem ganzen harmonisch und liebevoll überstanden!

    Ich frage mich nur, wieso es ihm so wichtig ist mir mitzuteilen wie schlecht es ihm geht- aus Mitleid zurückkommen, wer will denn sowas? Er schreibt und sagt ständig er liebt mich, ich glaube mittlerweile, dass er es nur sagt, damit ich einfach wieder da bin.

    Habe mir auch sowas anhören dürfen wie: ich hätte dich schon 2 mal betrügen können und hab es nicht getan & bestimmt 5 mal, ihn stört es nicht, dass ich ein lipödem Problem habe und dadurch nicht schlank bin.. er denkt wirklich, dass wären Komplimente..

    Heute ist der erste Tag, an dem er sich nicht gemeldet hat. Das letzte, dass er gestern Abend im betrunkenen Zustand sagte, war fuck you. Ich hatte nicht mit mir reden lassen und darauf beharrt, dass er ein Problem hat. Hat ihm natürlich nicht gefallen.

    Und was tue ich, abends um kurz vor 8 mir sorgen machen! Ich mach mir so große Sorgen, ob es ihm gut geht. Er tut mir auch so unendlich leid, weil ich weiß, dass es ihm seelisch und natürlich vom Alkohol sehr sehr schlecht geht. Rational gesehen, weiß ich natürlich, er muss sich selbst helfen, aber das ist so unglaublich schwer, immerhin hat man miteinander auch eine tolle zeit gehabt und man kann seine Gefühle natürlich auch nicht von jetzt auf gleich komplett abschalten.

    Es ist zwar keine echte Liebe mehr, aber der Mensch, den man wirklich geliebt hat, sich eine tolle Zukunft vorgestellt hat

    .Ich bin gerade auch wirklich sehr verzweifelt.

    Ich versuche wirklich alles um stark zu bleiben, heute morgen hat mich seine beste Freundin angerufen um zu "vermitteln". Da ich nicht mehr für ihn lüge, habe ich alles erzählt. Sie steht hinter mir und kann mein Handeln zu 100% verstehen.

    Er hat mittags angerufen und wollte wissen, was ich mit ihr gesprochen habe. Ich habe nur gesagt die Wahrheit. Das Telefonat ging eine Minute. Seitdem kam von ihm nichts mehr, was ich schon wieder zum Anlass nehme mir Sorgen zu machen.

    Aber ich bleibe stark!

    Ich bin kurz davor schwach zu werden - die letzten Tage hat er oft angerufen und Nachrichten geschrieben. Er wäre angeblich beim Psychologen gewesen.

    Er ist immer noch davon überzeugt, dass sein Problem, etwas seelisches ist und nicht der Alkohol, denn wäre das seelische nicht, würde er angeblich auch nicht trinken.

    Er weinte am Telefon, hat mehrmals gefragt ob ich kommen kann - ich war stark und habe es immer verneint. Er tut mir auch so leid, er ist allein in seinem Mitleid gefangen, hat niemand mit dem er reden kann und ich würde ihm so gerne helfen. Ich weiß zwar, dass ich es nicht kann, aber dieses Gefühl, jemanden im Stich und sich selbst zu überlassen ist wirklich schlimm.

    Mir ist auch durchaus bewusst, dass es einfach weiter gehen würde, würde ich zu ihm gehen. Es würde sich nichts ändern- ich habe zwischenzeitlich durch Zufall seinen besten Freund getroffen und ihn involviert, ob das gut war, weiß ich nicht. Aber ich habe gefühlt etwas Verantwortung abgegeben.

    Bald ist Weihnachten und es ist für mich so schmerzhaft, dass diese Krankheit alles zerstört hat :(

    Danke euch für die ganzen Nachrichten, die geben mir Hoffnung, dass das was ich gerade tue gut so ist.

    Die Nachrichten von ihm (auch gestern Abend wieder), gehen mir schon an die Substanz. Ich reagiere kaum noch, gestern schrieb er. Ein Vernünftiger Umgang wäre gut, dann bin ich selbst etwas sauer geworden, denn nur er ist der Part der mir unfaire und gemeine Nachrichten schreibt. 5 Nachrichten kamen am Abend, plus ein Anruf, die ich alle ignoriert habe. Mittelfinger Smiley, Kotzsmiley - heute morgen schrieb ich, ich werde auf solche Nachrichten nicht mehr eingehen und das ich mich so nicht mehr behandeln lasse, ich aber weiterhin Hilfe anbiete um ihm quasi eine Einrichtung zu suchen- zurück kam doch dann tatsächlich, sowas wie ich würde mich in der Opferrolle sehen er kann es sich nicht mehr anhören und das wars Frau Superschlau. Ich weiß wirklich nicht was er sieht oder denkt, aber er scheint wirklich nicht zu sehen, was er da tut. Vor ein paar Tagen wurde eine Sachenübergabe für Sonntag ausgemacht, ich weiß allerdings nicht, ob ich schon so weit bin, ihn aktuell zu sehen. Ich hätte gerne Ruhe für mich. Weiß allerdings nicht, ob es nicht besser wäre so schnell wie möglich alles zu klären.

    Ich werde teils bombardiert mit gemeinen Nachrichten, weil ich mich sehr stark zurückziehe um mich selbst zu schützen - je weniger von mir kommt, desto schlimmer wird es. Er stellt mich als die Böse hin und ich glaube, er ist sogar davon überzeugt, dass es so ist. Ich gehe nicht mehr auf sein selbstmitleid ein, dass macht ihn glaub ich am wütensten. Ich bin die einzige die 100% weiß, was mit ihm gerade passiert, dass er krank ist. Keiner aus seiner Familie oder Freundeskreis weiß es. Somit bin eigentlich nur ich die jenige, die für ihn da sein könnte.

    Er schreibt einfach so mitten unterm Tag auf mich wäre kein Verlass, vergisst das ich angerufen habe und macht mich deshal an, ich hätt nicht angerufen Ich bin emotional gerade wirklich so weit, dass ich mir schon fast selbst Hilfe suchen möchte.

    Ich weiß nicht was richtig ist, kommunizieren oder schweigen :(

    Mit ob es ratsam ist, es auszusprechen - Entzug oder ich gehe, es ist ja scheinbar nicht wirklich Zielführend, wenn der Alkoholiker es nur schafft, wenn er es selbst einsieht... Also im Endeffekt muss ich, so wie ich es jetzt hier lese und in den anderen Beiträgen nur für mich entscheiden, nicht um ihn dazu zu bringen bzw. zwingen einen Entzug zu machen.

    Als es ihr dann egal war, konnte ich ungestört saufen, so viel ich wollte, und das war die Voraussetzung dafür, dass es mir irgendwann so schlecht ging, dass ich aufgehört habe. Und als ich die Schnauze voll hatte, war ich so davon überzeugt, dass es gar nicht wichtig war in dem Moment, ob es mit meiner Frau noch was wird, denn dann habe ich aufgehört, um mch selbst zu retten.

    Danke, dieser Abschnitt macht mir Mut! Ich hoffe sehr, dass er es ebenfalls schafft.

    Dankeschön für deine Antwort!

    Es kamen in der Tat noch weitere Nachrichten, eigentlich schon so weit, dass eine Sachenübergabe ausgemacht wurde. Etwa 3 Stunden später ruft er an, natürlich total betrunken, am weinen. Er wäre beim Arzt gewesen und dieser hätte gesagt, wenn er so weiter macht würde er sterben. 3 Stunden vorher bitter böse Nachrichten geschrieben, am Telefon voller Selbstmitleid und Traurigkeit. Ich habe ihm während des Telefonates bestimmt 10 mal gesagt er muss zu einem Entzug und sich professionell begleiten lassen, dies sieht er teilweise so, hat große Angst und meint der Alkohol würde ihm helfen, dass es ihm besser geht. Er sagte er wäre bewusstlos gewesen und ihm kommt schon Blut aus der Nase - ich war diesbezüglich recht "ruhig" da ich irgendwie glaube er übertreibt absichtlich, weiß es aber natürlich nicht. Heute Morgen rief er an, als wäre nichts gewesen, fragte mich wie es mir geht, nennt mich Mäuschen, hat mich gebeten etwas für ihn zu erledigen, da er dringend schlafen muss. Für mich steht fest, ohne einen Entzug gibt es keine Zukunft, aber wie sage ich es ihm, ohne das er wieder böse wird bzw. es auch einsieht. Ich hab ihn natürlich gern, die Liebe ist irgendwie weg, er tut mir leid und ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll..

    Hallo zusammen,

    der Titel die Angst um den Menschen macht es gerade recht deutlich, was ich denke und fühle. Mein Partner ist schwer Alkoholkrank, ihm ist zwar bewusst, dass er ein Problem hat, aber ist so tief in seiner Depression und seinem Selbstmitleid gefangen, dass ich nicht ernsthaft glaube, er möchte etwas ändern.

    Nun ist es so, dass er durch eine lebenseinschnedende Geschichte zum Alkohol gegriffen hat und dazu aber auch eine starke psychische Störung hat . Hilfe möchte er sich nicht holen.

    Leider wird er, wenn er getrunken hat, sehr böse (nicht gewalttätig, aber mit Worten und Nachrichten). Ich habe ihm bereits gesagt, sollte er noch einmal so zu mir sein, werde ich mich trennen. Nun ja, jetzt war es wieder so weit, seitdem ist bei mir Funkstille und es geht mir besser, ich weiß eine Trennung ist für mich gut. Ich fühle mich jetzt schon viel freier.

    Allerdings mache ich mir natürlich sorgen, wenn keiner mehr da ist, der auf ihn aufpasst, der ihn zu sich holt zum ausnüchtern, oder der ihm zuhört. Er ist faktisch nun allein und ich bin mir sicher, dass er nun mehr trinken wird als je zuvor. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, dass wenn er so weiter macht, in einem Jahr wahrscheinlich tot ist.

    Ich bin mir sicher, einige von euch hatten die gleichen Sorgen und Ängste und ich würde gerne wissen, wie es danach bei euch weiter ging. Hat es der "Alkoholiker" bei euch, trotz ohne euch geschafft?

    Ich mache mir Vorwürfe ihn allein zu lassen, aber ich kann so nicht mehr mit mir umgehen lassen.


    Liebe Grüße

    Karlotti