Beiträge von Johanne

    Mh, stell dir vor, deine Story wäre die einer Freundin, die dich um Rat fragt. Was würdest du denken und ihr sagen?

    Vielleicht, dass sie es sich Wert sein sollte, sich vor so einer Beziehung zu schützen?

    Vielleicht, dass ein Mensch, der andere so behandelt, nicht beziehungsfähig ist?

    Du hast das richtige getan, du hast dich aus dieser ungeheuerlich Situation gelöst. Mach jetzt nicht den Fehler und trauere einer Illusion hinterher.

    Das wäre genau so klug, wie der Illusion nachzuhängen, als Alkoholiker kontrolliert trinken zu können.

    Dir viel Kraft und alles Liebe!

    Hallo Johanna,

    Ich denke, du brauchst schnell einen Anwalt. Die Fragen zum Wohnrecht, da ihr beide im Vertrag steht, die Frage zur Versicherung, die ihr vermutlich ebenfalls beide als Vertragspartner habt usw. kann ein Laie vermutlich nicht kompetent beantworten.

    Und wie hier schon geschrieben, einem Narzissten tust du sowas nicht ohne Konsequenzen an.

    Hole dir Hilfe, du musst da nicht alleine durch!

    Fühle dich gedrückt!

    Hallo in die Runde,

    so, Wochenende – eigentlich hätte ich gestern so ab 18 Uhr die erste Flasche Wein entkorkt. Stattdessen bin ich ins Qi Gong gegangen – das ist ganz nett und entspannt tatsächlich.

    Ich beende morgen meine 3. Woche ohne Alkohol. An Werktagen ist das eigentlich kein Thema. In der Regel habe ich die letzten Jahre auch nur an Wochenenden getrunken. OK, das Wochenende fing ab und zu auch schon donnerstags an …

    Dennoch: Mir ist es unheimlich, dass es gar nicht wirklich schwer ist. Ich befürchte, der „dicke Knall“ kommt noch – kennt jemand Ähnliches?

    Vorgestern, am Donnerstag, habe ich sehr viel gearbeitet (Kopfarbeit am Schreibtisch) und wenig Pausen gemacht. Am Abend war ich entsprechend platt, erschöpft eben. Ich fand es enttäuschend, dass der Tag schon fast um war - draußen stockdunkel und kalt - und ich überhaupt nichts für mich gemacht hatte. Eben nur gearbeitet. Und da kam in die Leere, die dieser Tag in mir hinterlassen hat, dann tatsächlich so etwas wie Craving – die Gedanken eben: nun entspannt bei einem Glas Wein und endlich Zeit und Belohnung für mich. Krass!

    Ich bin dann mit einer großen Kanne Pfefferminztee ins Bett und habe gelesen.

    Auch das Thema H.A.L.T. – es findet sich ja auch in vielen Büchern zum Thema – beschäftigt mich. Ich denke darüber nach und finde nicht, dass Hunger ein Auslöser bei mir wäre. Ich esse, wenn ich Hunger habe. Ärger eher. Einsamkeit oder Langeweile? Nö. Und wenn ich müde war, hat mich das eher abgehalten, dann bin ich ins Bett.

    Ich denke, mein Motiv ist die Belohnung, etwas für mich ganz alleine zu tun (super, ich belohne mich mit Nervengift :roll:). Und vermutlich gibt es noch einen weiteren Grund – ich muss mich nicht mit mir und meinem Leben beschäftigen, wenn ich betrunken bin.

    Tja, neue Belohnungen für mich zu finden, ist vermutlich nicht die Herausforderung. Aber zu lernen, mich selbst zu ertragen, mit allen Schwächen, wie ich eben bin.

    Ich wünsche uns allen ein schönes Wochenende - mit Saftschorle und Tee!

    Interessant - ich schau mir das an und lese auch sehr viel an Büchern von Betroffenen, weil ich so viel wie möglich über das Thema erfahren möchte. Ich denke, je mehr ich weiß, desto besser kann ich mit meiner Sucht umgehen.

    Wobei, lesen ist einfacher. Die Bilder von einem Glas Rotwein, Sekt & Co schaue ich mir nicht gerne an und greife dann schnell zur Wasserflasche.

    Vielen Dank Hartmut, vielen Dank Kyra für eure Beiträge.

    Nun ja, ich habe die Getränke eben noch da. Geburtstage in der Fastenzeiten wurde bei mir in den letzten Jahren immer mit 0,0 Sekt gefeiert. Ich bringe sowas auch mal mit zu Freunden, die kein Alkohol mögen (sowas gibt es 8)) und wir köpfen die Flasche dann zusammen. Ich denke nicht, dabei an Alkohol-Ersatz gedacht zu haben.

    Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, mit Bionade zu feiern - schmeckt auch lecker. Was trinkt ihr denn, wenn ihr zu einer Feier geht? Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum, ….

    Ich meine, früher oder später werden wir mit Menschen zusammentreffen, die in unserm Beisein Alkohol trinken, die einem Alkohol anbieten. Wenn ich das nächste Mal im Urlaub mit Freunden im Lokal oder an der Bar sitze, werde ich keinen Alkohol trinken, aber Wasser muss es auch nicht immer sein. Daher meine Frage, wie „gefährlich“ solche Alternativen sind.

    Hallo in die Runde,

    nun bin ich den dritten Abend in diesem Forum und heftig am Lesen (hier ist mächtig was los!). Ich glaube, ich habe das Prinzip, wie hier kommuniziert wird, langsam begriffen. Ich schreibe in meinem „Faden“ und kann in den Fäden anderer auf deren Beiträge antworten, richtig?

    Ich bin über einen älteren Beitrag gestolpert, der wegen dem Thema „Fassbrause“ wieder in die Ungelesenen gerutscht ist. Den fand ich sehr interessant, er wurde jetzt aber leider geschlossen, weil das Mitglied, das ihn eröffnet hat, wohl nicht mehr im Forum ist.

    Wie ist das denn mit den alkoholfreien Seccos und Weinen? Ich habe die schon früher gerne als Alternative auf geschäftlichen Veranstaltungen oder zur „Fastenzeit“ getrunken. Technisch ist es wohl nicht möglich, einen Wein völlig zu entalkoholisieren. Ist das denn ein so großes Problem? Apfelsaft hat doch auch in etwa dieselbe Menge wie entalkoholisierter Wein. Oder eine Banane, Sauerkraut – ja sogar Brot.

    Ich habe noch einige alkoholfreie Weine und Sekt im Haus (ja, leider auch noch eine Menge von dem echten und echt teuren Wein – und ich weiß nicht, wohin damit :/).

    Den alkoholfreien wollte ich zu besonderen Anlässen aufmachen … (und den echten verschenken, obwohl es Nervengift ist, wenn auch sehr exquisites?)

    Was meint ihr: lieber nicht trinken? Hat jemand Erfahrung – kennt sich jemand gut damit aus?

    Danke für Meinung und Rat!

    Hallo Elly,

    Danke für dein Willkommen.

    Ja, ich möchte künftig "ich" sein und keine verfälschte Version meiner selbst durch Alkohol. Das dies nur durch eine vollkommene Abstinenz geht, ist mir klar. Den Versuch des kontrollieren Trinkens habe ich schon hinter mir. Ist so gut zu erreichen wie das Ende des Regenbogens.

    Und da ich alle Symptome einer Alkoholikerin habe, muss ich mich als solche betrachten, auch wenn es mir zugegebener Maßen schwer fällt, dass vor mir zuzugeben.

    LG

    Johanne

    Nachdem ich die Regeln und einige Vorstellungen gelesen habe, möchte auch ich mich vorstellen.

    Ich trinke regelmäßig Alkohol, seit ich etwa 20 bin – zuerst „nur“ am Wochenende, bald häufiger und nach einigen Jahren schließlich täglich. Wie das eben so läuft.

    Jetzt bin ich fast 60. Eine beachtliche Karriere von rund 40 Jahren – Ironie off.

    Es gab allerdings auch Zeiten, in denen ich gar nicht getrunken habe: während meinen zwei Schwangerschaft und 2011 eine Phase der Abstinenz mit *Edit* (off-label Indikation, in Spanien besorgt), nachdem ich das Buch von Olivier Ameisen gelesen hatte. Etwa ein Jahr später fing ich wieder an – in der Annahme, man könne kontrolliert trinken. Und das habe ich dann auch versucht: unter der Woche mit maximaler Disziplin Tee statt Wein, und ab Freitagnachmittag wurde die erste Flasche entkorkt. Gut, manchmal begann das Wochenende schon am Donnerstag. Und vor Feiertagen kann man ja auch etwas trinken. Im Urlaub sowieso – täglich. Und wenn es besonders stressig war, eben auch mal zwischendurch...ihr seht schon...

    Dazwischen gab es immer wieder abstinente Phasen wie den Dry January oder Fasten von Aschermittwoch bis Ostern. Das beruhigt das Gewissen.

    Trotz allem habe ich immer funktioniert: gearbeitet, mich um meine Kinder gekümmert, den Haushalt erledigt, soziale Verpflichtungen erfüllt und war regelmäßig beim Sport - fast wie eine Maschine.

    Ich trinke Wein, am liebsten roten, schweren, samtigen. Und eigentlich gar nicht so viel – denn 2013 begann bei mir der „Hangover“, also der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz am Folgetag, begleitet von stundenlangem Erbrechen, etwa zehn bis fünfzehn Mal im Abstand von 30 Minuten, sobald ich mehr als eine Flasche Wein getrunken hatte. Manchmal reichte auch weniger. Also versuchte ich, am Ende der Flasche die Notbremse zu ziehen. Das gelang nicht immer. Der Familie erzählte ich dann, ich hätte Migräne. Die hatte ich dann ungefähr alle ein bis zwei Monate.

    Als es mir im letzten Jahr beim Fasten – wie schon die Jahre zuvor – ab der vierten Woche deutlich besser ging, ich mich lebendiger fühlte, keine Übelkeit und Kopfschmerzen mehr hatte und endlich wieder eine frische Gesichtsfarbe bekam, habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, nüchtern zu bleiben. Ich habe viel über Alkoholsucht gelesen und wusste eigentlich schon damals, dass ich ein großes Problem habe, für das es nur eine Lösung gibt. Trotzdem habe ich an Ostern wieder Sekt geöffnet und die Weinregale zu Hause aufgefüllt.

    Nachdem ich an Weihnachten erneut so viel getrunken hatte, dass ich am nächsten Morgen nicht aufstehen und meinem Übernachtungsgast nicht einmal einen Kaffee machen konnte, war ich maßlos enttäuscht von mir. Es hat dann noch vier Tage gedauert – wie langsam man im Denken wird – und seit nun 14 Tagen habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Ich möchte nüchtern bleiben.

    Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Mein Alkoholproblem habe ich nie direkt benannt. Meine Freunde wissen nichts davon; meistens habe ich allein getrunken. In Gesellschaft konnte ich mich meist zusammenreißen – leider nicht immer. Die peinlichen Eskapaden kennt wohl jeder, der mit Alkohol kämpft. Und meine Familie? Keine Ahnung, ob sie etwas ahnen. Es ist für alle einfacher, so zu tun, als sei alles im Rahmen. Solange ich funktioniere, scheint ja alles gut zu sein.

    Das ist die Kurzfassung – und sie ist schon ziemlich lang. Danke fürs Lesen