Beiträge von Marku$765

    Heute vor 13 Jahren habe ich meinen letzten Schluck Alkohol getrunken. Es war der letzte Tag meines schlimmen Rückfalls. Ich wollte nicht mehr trinken, es hat mich angewidert. Aber ich konnte ohne Hilfe nicht aufhören, wegen der Entzugserscheinungen.

    Am Nachmittag dieses Tages log ich meine Frau an. Ich sagte Ihr, ich hàtte Sui*idgedanken. Sie war erschüttert und fuhr mich in die Psychiatrie. Doch ich hatte diese Gedanken nicht. Ich wollte nur Hilfe und Entgiftung.

    Meine liebe Frau saß im Wartebereich und ich sah, daß sie mit den Nerven am Ende war. Das war ein Stich in mein Herz, denn die Schuld lag bei mir.

    Ich machte die Entgiftung und nach einer Woche wurde ich entlassen. Schon nach kurzer Zeit bekam ich Post von der Rentenversicherung und es ging nach Furth im Wald zur Langzeit.

    Seitdem hatte ich nie wieder Craving, keine Lust auf Alkohol. Mein Leben ist jetzt nicht perfekt, doch tausend Mal besser als in der aktiven Sucht. Keines meiner drei Kinder mußte mich betrunken sehen.


    Dafür danke ich Gott.

    Hallo Nayouk!

    Ich muss sagen, dass ich seit meinem Rückfall 2013 bisher noch keiner bewußten Bedrohung für meine Abstinenz begegnet bin. Die Situation damals war für mich so schlimm und ich hatte dadurch wohl einen Aha-Moment. Trotzdem bin ich mir klar darüber, dass ich für immer Alkoholiker bin und immer auf der Hut sein muss.

    Um diese Zeit vor 13 Jahren steckte ich mitten in meinem Rückfall. Es war der Tiefpunkt meines Lebens. Damals merkte ich ganz deutlich, daß ich trinken MUSS, nicht WILL.

    Heute geht es mir gut. Kein Craving, keine Lust auf Alkohol. 🙏🏻

    Hallo Nici! Ich stecke gerade in einer ähnlichen Situation wie Du. Zwar bin ich seit längerer Zeit trocken.

    Doch aktuell wird mein Sohn auf ADHS getestet und da ging mir ein Licht auf. Ich war als Kind genau so wie er und nun werde auch ich auf ADHS getestet - mit 50! 😥

    Grüß' Euch!

    Ich wollte mich nur mal melden. Im Forum hier bin ich jeden Tag unterwegs, nur eben eher so ein stiller Mitleser.


    Mir geht's soweit ganz gut. Kein Suchtdruck, kein Craving. Ich bin echt froh, hier im Forum Mitglied zu sein. In meine SHG im Realleben schaffe ich es wegen meiner Gesundheit nicht oft. Doch hier kann ich mir jeden Tag ins Bewusstsein rufen, daß ich Alkoholiker bin und davon natürlich auch niemals geheilt werde. Doch die Krankheit ruht und ich bin symptomfrei, so lange ich nicht konsumiere.


    🙏🏻

    Ich fürchte, man kann das so pauschal gar nicht sagen. Je länger ich abstinent bin, desto weniger denke ich an Alkohol. Aber ich forciere auch gezielt meine Gedanken an den Alkohol. So erinnere ich mich an meine schlechten Zeiten und die dummen Vorfälle, die mir meine aktive Sucht bescherte. Das hilft mir dabei Rückfälle zu vermeiden.

    Hallo beast,

    also ich gehe seit 2010 in eine SHG. Ich denke, ich weiß, welche Du oben mit "spirituell angehaucht" meinst. Die war jedenfalls nichts für mich. Aber wir sind alle verschieden. Vielleicht mußt Du einfach ein wenig rumprobieren.

    Ich habe mich in der ersten Zeit der Trockenheit auch so gefühlt. Das ging bei mir aber relativ schnell vorbei. Nicht alles wird automatisch gut, wenn man trocken ist - aber mit Trinken ist jedenfalls alles schlimmer.

    Hallo Elly und vielen Dank für Deine nette Antwort.

    Ich habe mir die Grundbausteine durchgelesen. Ohne die gekannt zu haben, finde ich mich darin wieder. So hat sich mein Weg aus der aktiven Sucht gestaltet.

    Mit dem Trinken habe ich "relativ" spät angefangen, mit 19 Jahren. Die ersten Jahre war es nur zum Feiern an Wochenenden oder im Urlaub. Im Jahre 2001 gab es dann bei mir ein traumatisierendes Erlebnis in der Arbeit. Da fingen bei mir große psychische Probleme an. Ich konnte nicht mehr mit mir selbst alleine sein. Um die Angst, die Leere und die Einsamkeit zu bekämpfen trank ich ab da eigentlich jeden Abend so zwischen zwei und vier Bier. Natürlich ist die Menge über die Jahre konstant angestiegen - das kennt Ihr bestimmt alle.

    Relativ bald, so 2005, merkte ich, daß mein Trinkverhalten so nicht mehr normal ist. Aber irgendwie wollte ich es auch nicht wahrhaben. Wochenlange Abstinenzphasen haben mich immer wieder beruhigt ("Das schafft doch ein echter Alkoholiker nicht..."). Heute weiß ich natürlich, daß das ein Luftschloß war. Zu meinen psychischen Problemen kamen dann vermutlich aufgrund einer Virusinfektion ab 2005 mehrere Autoimmunerkrankungen. Mir ging es physisch immer schlechter und ich konnte kaum noch arbeiten gehen. Mein einziger vermeintlicher Verbündeter zu der Zeit war der Alkohol. Ich dachte, er gibt mir Kraft und auch mal eine Pause zum durchschnaufen.

    Nach fast sieben Jahren fand man dann endlich heraus, welche Krankheiten mich plagten. Da war ich nervlich schon total am Ende. Im Winter 2013 dann der totale Zusammenbruch. Ich trank jeden Tag, oft auch den ganzen Tag. Am 6.4.13 bin ich dann in die Psychiatrie zur qualifizierten Entgiftung. Danach stationäre Reha. Seitdem nicht mehr ein Tropfen Alkohol oder andere Suchtmittel - welche mich zum Glück sowieso noch nie interessiert haben.

    Jetzt bin ich aufgrund körperlicher und psychischer Erkrankungen voll berentet. Ich muß jeden Tag eine Handvoll Medikamente nehmen, doch geht es mir auf ganz niedrigem Niveau "gut". Ich bin glücklich verheiratet und habe drei Kinder.

    Hi, ich stelle mich mal kurz vor: Mein Name ist Marku$, ich bin 50 Jahre alt und seit 6.4.13 trockener Alkoholiker. Außerdem habe ich noch andere körperliche und psychische Erkrankungen (PTBS, Depris, Angst-/Zwangsstörung...).

    Ich freue mich auf Euch!