Beiträge von Thess

    Was ich damals nicht wusste war, dass nasse Alkoholiker das nicht können. Sucht kennt keine Grenzen sondern will ständig gefüttert werden. Das ist Fakt. Und das bedeutet, weder mein erster Mann konnte noch eure Männer können diese Grenzen einhalten.

    Nicht, solange nicht ein tiefer innerer Entschluss entstanden ist, die Sucht zu stoppen.

    Danke Aurora , dass du das noch mal so auf den Punkt gebracht hast. Das zu wissen und zu bedenken, finde ich total wichtig und hilfreich!

    Daran bin ich hängen geblieben. Für mich ist es ein Widerspruch, dass dein Mann wieder angefangen hat zu trinken und du deshalb in Sorge und z.T. auch wütend bist … es euch sonst aber gut geht … Wie kannst du das so ausblenden?


    Aber wenn du dich in der Beziehung gerade „erstaunlich gut“ fühlst, scheint das für dich ja aktuell überwiegend zu passen?!

    Ja, irgendwie ein Widerspruch, aber es passt gerade für mich, solange ich Menschen habe, mit denen ich über die Sorgen bzgl. des Alkoholkonsums meines Mannes reden kann. Dann muss ich die damit zusammenhängende Last nicht selbst tragen. Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, dass ich sage, dass ich das so nicht mehr kann oder will, aber gerade gibt es dazu keine Veranlassung. Und vielleicht ist das auch ok.

    Liebe Grüße an alle da draußen, die mitlesen. :)

    Hallo,

    jetzt war ich länger nicht hier, weil so viel anderes war. Ich habe mir aber fest vorgenommen, was zu schreiben, auch, wenn mir das schwer fällt.

    Ich mache mir Sorgen um meinen Mann und frage mich, wann und wie sich die Situation verändert. Auch, wenn ich weiß, dass ich selbst nicht wirklich etwas ändern kann, außer an mir selbst. An manchen Tagen verdränge ich das Alkohol-Thema einfach komplett, aber an anderen Tagen macht es mich wütend, bereitet mir Sorgen oder macht mich traurig. Unserer Beziehung geht es sonst gerade erstaunlich gut.

    Ich habe wieder angefangen, mit anderen darüber zu reden, dass mein Mann wieder trinkt. Das tut mir auf jeden Fall sehr gut - gerade dann, wenn die andere Person auch Erfahrungen mit dem Thema hat.

    Sonst weiß ich gerade nicht so richtig was zu sagen.

    Liebe Grüße an alle da draußen, die mitlesen. :)

    Hey Alexa,

    ich kenne den Gedanken, "das mache ich nie wieder mit" und auch: "Ich gucke da nie wieder einfach nur zu." Mein Mann hatte eine depressive Phase vor etwa 10 Jahren und dann noch mal eine letztes Jahr. Dazwischen hatte ich diese Sätze gesagt und ihn dann letztes Jahr sehr in die Klinik gedrängt, auch gesagt, dass ein Entzug mit dazu gehört und dass ich glaube, dass auch beides zusammenhängt usw. Zu sehen, dass er Hilfe angenommen hat, hat mir echt geholfen, aber es ist alles so fragil. Nach 7 Monaten Abstinenz trinkt er wieder gelegentlich (?). Und ich habe schon Angst, dass solche Phasen, in denen es ihm echt nicht gut geht, wiederkommen. Das war dann auch der Grund, mich hier anzumelden....

    Es hilft mir sehr, von euch anderen zu lesen. Vielen Dank dafür!

    Thess

    Hey,

    da setzt er dich ja heftig unter Druck. Ich weiß nicht genau, aber wenn er akute Suizidgedanken hat, dann wäre die logische Konsequenz, dass er in die psychiatrische Klinik geht, notfalls mit dem RTW...

    Und in dem Zustand sollte er keinesfalls die Kinder sehen. Auch, wenn das für ihn vielleicht schwer ist, aber damit würden sie ja völlig überfordert. Da wäre es aus meiner Sicht wichtig, sie zu schützen.

    LG Thess

    Hallo,

    ich bin 34 und mein Mann ist Alkoholiker. Letzten März hat er einen Entzug gemacht (ich hatte ihn sehr dazu gedrängt), aber nach etwa sieben Monaten hat er wieder angefangen, gelegentlich zu trinken. Soweit ich das einschätzen kann, sind das keine großen Mengen . Trotzdem beunruhigt es mich sehr, zumal er darin kein Problem sieht. Seit dem Entzug geht er auch in psychische Behandlung und ich hoffe irgendwie noch, dass sein Psychiater ihm helfen kann, komplett trocken zu sein.

    Ich selbst habe eine PTBS und bin seit knapp 2 Jahren in psychischer Behandlung. Meine Psychiaterin hat mir geraten, wegen des Alkoholismus meines Mannes eine Selbsthilfegruppe zu suchen. Da wir aber drei Kids haben, habe ich nach einer Vormittags-Gruppe geschaut (wenn sie betreut sind). Aber dann bin ich auf dieses Forum gestoßen und dachte, dass das auch eine Alternative sein könnte, da ich ja hier direkt schreiben könnte, wenn mich eine Situation belastet o.Ä. und ich hier auch von den Erfahrungen anderer Angehöriger profitieren kann.

    Weil mein Vater auch Alkoholiker ist, trinke ich selbst keinen Alkohol. Mein Vater trinkt abends jede Menge Bier und wird dann auch launisch, unhöflich, manchmal auch gemein. Wegen den Erfahrungen mit ihm bin ich bei meinem Mann auch noch mal sensibler und wünsche mir natürlich für unsere Kinder, dass sie nicht die gleiche Erfahrung machen müssen.

    Liebe Grüße von

    Thess