Hallo zusammen,
ich wollte kurz ein Update geben, weil sich seit meinem letzten Post doch einiges getan hat.
Das Wochenende, vor dem ich so große Angst hatte, ist komplett anders gelaufen als befürchtet.
Freitagabend - kein Tropfen.
Samstagabend - kein Tropfen.
Sonntag - bis jetzt ebenfalls nicht.
Ich glaube, das war das erste komplett nüchterne Wochenende seit vielen Monaten. Und nicht nur "kein Alkohol", sondern wirklich gute Stimmung. Wir haben viel gemeinsam gemacht, auch mal jeder für sich, aber insgesamt war es ein sehr schönes, entspanntes Wochenende. Keine Spannungen, kein Kippen am Abend, keine Diskussionen.
Das fühlt sich für mich ehrlich gesagt wie ein wichtiges Signal an. Nicht im Sinne von "alles ist gelöst", sondern eher: Es ist vielleicht wirklich noch nicht zu spät und es ist noch Beweglichkeit da. Vor allem, weil das vorherige Gespräch ja von ihr aus diesen Punkt hatte, dass sie selbst gesagt hat, dass sie beim Trinken irgendwann die Kontrolle verliert.
Gleichzeitig merke ich, dass ich innerlich noch vorsichtig bleibe. Meine größte Sorge ist gerade weniger das Wochenende, sondern wie es jetzt im Alltag weitergeht. Und auch die Frage, die mich beschäftigt: Ab wann ist etwas ein "Rückfall"? Ist z.B. ein Glas am Samstag automatisch wieder der Einstieg ins alte Muster - oder geht es eher um Kontrollverlust und das Verhalten drumherum?
Sternie
Deine Schilderung mit dem Chaos, den wechselnden Aussagen und dem ständigen inneren Alarm kenne ich von meinem Kopf her leider auch. Dieses Dauer-Gedankenkreisen ist unglaublich zermürbend. Ich sehe bei dir sehr, wie viel Kraft es kostet, immer wieder nicht zu reagieren. Das mit dem Sozialgefüge kann ich total verstehen - das wäre für mich auch ein riesiger Faktor.
sorrowful
Deine Gedanken zu Gewohnheit, innerem Zwang und wie schwer Veränderung generell ist, finde ich inhaltlich nachvollziehbar, auch wenn sie mich natürlich treffen, weil ich mir gerade Hoffnung erlaube. Ich nehme das nicht als Angriff, sondern als Hinweis, realistisch zu bleiben. Gleichzeitig erlebe ich im Moment eben auch etwas, das ich vorher so noch nicht hatte: dass sie selbst etwas benannt hat und jetzt konkret Verhalten anders ist. Ob das trägt, weiß ich nicht - aber ich will diesen Unterschied auch nicht klein reden.
Ich merke, dass ich gerade irgendwo zwischen Hoffnung und Selbstschutz stehe. Ich will nicht wieder blind aushalten, aber auch nicht jeden positiven Schritt sofort unter Generalverdacht stellen.
Mich würde weiter interessieren, wie ihr innerlich mit dieser Phase umgeht, wenn es mal gut läuft. Bleibt ihr im "gleich kippt es wieder"-Modus oder gelingt es euch, solche Zeiten auch einfach anzunehmen, ohne ständig auf den nächsten Absturz zu warten?
Alles Liebe
ladnax