Beiträge von Fiio

    Vielen Dank für die herzliche Aufnahme.

    Um ein paar von den Fragen zu beantworten.

    Ja ich sehe mich definitiv als Alkoholiker bzw. als ein Menschen der sehr suchtgefährdet in vielen Bereichen des Lebens ist. Alkohol ist da der gefährlichste Teil davon der den höchsten Leidensdruck erzeugt.

    Da aktuell mein letzter Rückfall Anfang November war, ist akut keine ärztlich begleitete Entgiftung notwendig. Das aufhören ist seit Jahren kein Problem mehr sondern viel mehr das wieder anfangen.

    Und genau daran möchte ich arbeiten und sehe dieses Forum nochmal als Möglichkeit mich aktiver mit Menschen auszutauschen die auch betroffen sind wie ich, denn in meinem Bekanntenkreis ist das nicht möglich. Das ist ein Teil meiner langfristigen Strategie. Ein anderer wird auch noch Therapie sein denn ich vermute das noch irgendeine Diagnose im Raum steht die meine Probleme mit dem " normalen" Leben bzw. Alltag erklärt und warum ich deswegen immer wieder mit verschiedensten Substanzen ( keine illegale Drogen) zu viel Zucker und / oder exzessives Bildschirmzeit am Handy für den Dopaminkick, Baldrian/ Melatonin weil ich oft nur schwer Einschlafen kann. Das sind doch alles Muster die zeigen das ich auf der Suche nach irgendetwas bin was mir fehlt oder mein Leben mir aktuell so wie es ist nicht wirklich passt. Pinguin in der Wüste.

    Außerdem hoffe ich durch Änderungen dieses Jahr das ein paar von den größten Stressoren wegfallen die mich die letzten 3 Jahre sehr belastet haben.

    Die Grundsteine habe ich mir durchgelesen und sehe da vieles was schon passiert ist und einiges was hoffentlich noch kommt.

    Moin ich bin Fiio und seit 15 Jahren alkoholabhängig.

    Angefangen hat es mit 19 nach dem Ende meiner ersten Beziehung und dem gleichzeitigen Ende der Schule. Diesen Wegfall von Strukturen und Vertrauten hab ich damals mit Alkohol angefangen zu kompensieren. Später wurde bei mir dann noch eine Depression und Angstörung diagnostiziert.

    Die ersten 6 Jahre war der Konsum regelmäßig und mit steigender Dosis. Zum Schluss in dieser Zeit waren es circa " 2 Flaschen Wein pro Abend. Silvester 2016 eine Flasche Wodka nachdem die Wochen davor es eskalierte. Körperlich sehr am Ende wurde ich von meiner Partnerin in den stationären Entzug in eine Klinik gebracht

    Nach 2 Wochen kontrollierten Entzug kam ich wieder nach Hause und ein paar Monate später nochmal 6 Wochen in einer Tagesklinik. Danach war ich circa für ein halbes Jahr abstinent.

    Seitdem ist aus dem täglichen unkontrollierten Trinken ein Rhythmus entstanden wo ich es Wochen bis mehrere Monate schaffe Abstinent zu sein. Dann allerdings heimlich Situationen nutze "Unbemerkt" an einem Abend zu trinken. Darauf dann wieder eine Phase ohne Alkohol.

    Ich bin inzwischen Vater einer 3 1/2 Jährigen Tochter und mit meiner Partnerin noch in einer Beziehung obwohl mein Alkoholmissbrauch diese massiv gefährdet. Seitdem meine Tochter auf der Welt ist hat sich insgesamt die Anzahl der Rückfälle und die Menge aufs Jahr gesehen nochmal reduziert. Ich habe noch nie getrunken wenn sie im Haus oder bevor wir uns sehen, sondern nutze dann "freie" Wochenden wenn sie und ihre Mutter verreist sind.

    Ich weiß das ich aktuell Alkohol zum Druck ablassen beziehungsweise mir ein Abend keine sorgen mehr machen zu müssen benutze, da die letzten Jahre sehr stressig waren.

    Gleichzeitig weiß ich das es so nicht weitergehen kann. Weder Gesundheitlich für meinen Körper und Geist noch für meine Beziehung oder meine Tochter.

    Da ich eher introvertiert bin fallen mir Hilfsgruppen in Person schwer und ich erhoffe mir hier mit diesen Angeboten einen weiteren Hilfsbaustein bei meiner Reise.