Ob dein Partner Alkoholiker ist, kann er nur selbst einschätzen. Von außen kann man vermuten, jedoch nicht mehr.
Er sieht es nicht so.
Ob dein Partner Alkoholiker ist, kann er nur selbst einschätzen. Von außen kann man vermuten, jedoch nicht mehr.
Er sieht es nicht so.
Natürlich, das wäre ja die Basis für einen Austausch. Neben deinen Empfindungen und Reaktionen, die im Vordergrund stehen sollten.
Da ich wegen der vielen km zu weit weg bin, habe ich mit 2 Vereinskollegen und Freunden gesprochen. Erst mal den Verdacht geäußert und angefragt ob sie unterstützen könnten und würden wenn diese Hilfe gewollt ist. Einer der beiden ist seit vielen Jahren trocken. Nur sind beide nicht so "nah" an ihm dran wie ich. Deswegen wollte ich eine Art Liste machen mit Verhaltensänderungen, um sie zu sensibilisieren.
Ich habe keine Ahnung was ich machen soll. Bin völlig durch und hin und her gerissen.
Mein Verstand sagt, dass es so ist und irgendwie will ich es doch nicht wahr haben.
All das Gute an ihm, in ihm, ist ja noch da. Der Alkohol liegt wie eine Decke drüber. Ich mag ihn einfach wieder ohne diese Decke haben.
Tropfende Wasserhähne werden ignoriert genauso wie das Loch im Warmwasserboiler. Ein Eimer drunter und gut.
Ich vermute hier zum Einen, dass Nahrung keine große Rolle mehr spielt und dass die vorhandenen Finanzen komplett für Alkohol und Nikotin eingesetzt werden.
Hallo Oskar,
danke für deine Antwort.
Ich war vor 20 Jahren in einer Beziehung mit einem Alkoholiker und ich sehe da Parallelen. Sorry wenn ich zu sehr in Details gehe, aber für mich ist das irgendwie wichtig und notwendig.
Beide waren vor der Beziehung Single. Und lebten in einem klassischen Single-Mann-Haushalt. Oberfläche aufgeräumt, keine rumliegenden Socken, keine leeren Pizzakartons o.ä. Mal mit dem Staubsauger durch die Wohnung wegen Karzenhaare wird noch erledigt. Alles andere Fehlanzeige. Das Putzen und Wischen ist wohl eine Herausforderung oder völlig unwichtig. Weder Badezimmer mit Wanne und Toilette, noch Fußböden oder Fenster. Die Gardinen würden wahrscheinlich stehen können.
Der Kühlschrank ist bis auf Butter, mal eine Packung Käse oder Wurst leer. Im Vorratsschrank sieht es ähnlich aus. Und das ist nicht erst seit gestern so. Ich vermute das anhand des Verfalldatums mancher Artikel, die ich gefunden und weggeschmissen habe.
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Der trügerische Anfang / das Muster
- Immer wenn es mir körperlich und seelisch gut geht, fängt der Alkohol wieder an, weil ja anscheinend kein Problem vorhanden ist
- Aktivitäten und Hobbys hatten stark nachgelassen und wurden sehr vernachlässigt, Leben bestand nur noch aus Suff
- Fragende, bemitleidenswerte Blicke von Kassierern im Supermarkt (der kauft schon wieder eine Flasche Wodka!?)
Während des Trinkens – körperlicher Kontrollverlust
- Unerträglicher extrem schmerzhafter Schluckauf
- Würgen und Ekel während dem Trinken bis zum Erbrechen (ich will dieses Dreckszeug überhaupt nicht trinken, aber ich muss das Gefühlschaos beenden)
- Kurz vorm Umkippen, Kreislaufprobleme
Akute Eskalation / Gefahr
- Lebensgefährliche Situationen im Alltag
- Ohnmächtig werden (einmal bin ich im Suff beim Händewaschen bewusstlos geworden, rückwärts in die Badewanne gefallen und alles erst realisiert wenn man das überhaupt so nennen kann, weil ich schräg liegend in der Wanne wieder aufgewacht bin, wie durch ein Wunder ist nichts passiert).
- Notruf wählen weil ich den körperlichen und seelischen Zustand nicht mehr ausgehalten habe
- selbst in die Notaufnahme gefahren
- Fragende, belustigende Blicke vom Personal in der Notaufnahme (was will den der jetzt hier von uns!?)
Die unmittelbaren Folgen danach
- Würgen während dem Essen
- Kater, Depression, Suizidgedanken
- Nebeliger Blick, alles sieht aus als wäre es im Nebel/Rauch
- Weinend beim Sorgentelefon angerufen
Entzug & medizinische Realität
- Entzugserscheinungen: Herzrasen, Durchfall, merkwürdige nicht definierbare drückende Schmerzen im Rücken, Schlaflosigkeit
- Leberwerte und Langzeitalkoholwert erhöht
Soziale und existenzielle Zerstörung
- Kollegen und Nachbarn bekommen es mit
- Freund- und Bekanntschaften ruiniert
- Kompletter Verlust des Rufes und der eigenen Identität (fühle mich wie der letzte Dreck und wurde so auch schon von Kollegen und Nachbarn bezeichnet)
Hallo Lullaby,
ich finde es mega, dass du dich für ein Leben entschieden hast und so weit gekommen bist.
Deine Auflistung hilft mir ein bisschen um zu verstehen. Aktuell bin ich auf der Suche nach diesen Aussagen. Mein Lieblingsmensch ist zu weit weg um es täglich zu beobachten.
Dir wünsche ich von ganzem Herzen viel Kraft, es lohnt sich! Das habe ich bei meiner Mutter gesehen.
Liebe Grüße
MacMerlin
Mein Lieblingsmensch und ich führen eine Fernbeziehung. Daher ist es für mich etwas schwierig zu sagen ob er ein Alkoholiker ist.
Jeder Mensch ist einzigartig und individuell. So auch die Verhaltensweisen. Trotzdem scheinen sie bei einem Alkoholiker doch irgendwie gleich zu sein.
Ich würde gerne ein paar Dinge auflisten, die mir aufgefallen sind und wissen wollen ob ihr es auch so seht.
Ist das für euch ok?
Guten Morgen liebes Forum,
ich bin chaotisch und schreibe auch so. Mal sehr kurz angebunden, dann wieder sehr lange Texte. Wenn das ein Problem ist, dann einfach Bescheid geben.
Ach Linde ... wie fühlt sich ein "leichtes Leben" an? Ich hätte es gerne mal so richtig langweilig.
Mit einer alkoholkranken Mutter lernst du Strategien um unterm Radar zu bleiben. Meist erfolglos. Eine der Strategien ist das Tragen einer Maske. Anerkennung, Förderung Fehlanzeige. Nicht gebrüllt ist genug gelobt.
ADHS zu haben ohne zu wissen dass ich es habe, verleitete mich dazu, die Maskierung zu verfeinern. Anpassen an das jeweilige Umfeld, ob privat oder im Job. Und trotzdem bin ich überall angeeckt, aufgefallen, passte nicht in die Gesellschaft. Alle Anstrengungen waren nutzlos, ich war anders und das hat man mich spüren lassen. Ständig habe ich mich entschuldigt weil ich etwas getan habe, etwas nicht getan habe, es falsch gemacht habe, nicht gut genug getan habe und häufig weil ich ich bin.
Durch die ganze Maskerade habe ich jetzt mit Ü50 das Problem, dass ich nicht weiß wer ICH nun wirklich bin.
Meine Mutter hat den Sprung "ins trockene" geschafft. Bei der Familientherapie war ich damals nicht dabei und habe die Co-Abhängigkeit nach der damaligen Partnerschaft mit einem uneinsichtigen Alkoholiker (nennen wir ihn B.) und meinem Suizidversuch in einer Therapie verarbeiten. Das ist fast 20 Jahre her, stelle ich gerade fest.
Seit der Zeit hatte ich keine Kontakte zu alkoholkranken Menschen. Bis jetzt.
Kennengelernt haben wir uns durch ein gemeinsames Hobby. Dass er bei den Veranstaltungswochenenden viel trinkt ist mir aufgefallen. Da er damit nicht der einzige ist, war es nicht so wirklich auffällig. Er entspricht auch nicht dem "typischen Bild" eines Alkoholiker das uns die Gesellschaft suggeriert.
Er ist empathisch, liebevoll, geduldig und noch manches mehr. Bei ihm hatte ich das Gefühl, ich muss keine Maske mehr tragen, fühlte mich angekommen und angenommen. Ich habe in besonderen Momente immer zu ihm gesagt, er sei spuki, weil er gerade weiß wie es in meinem Kopf aussieht.
So nach und nach schlichen sich die Verhaltensänderung ein. Da zwischen uns 400 km und eine Landesgrenze liegen, waren diese Veränderung für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.
So nach und nach sind mir dann Sachen aufgefallen, die bei mir die Alarmglocken haben klingeln lassen.
Ich weiß dass es nötig ist Grenzen zu ziehen. Ich weiß, dass es konsequent getan werden soll. Ich bin auch bereit dazu. Allerding bin ich (jetzt noch) nicht gewillt, diesen Menschen aufzugeben.
Da ich mit niemandem darüber sprechen kann, der das alles so richtig versteht, versuche ich es hier.
Habt alle noch einen schönen Abend,
MacMerlin
Hallo Linde,
vielen herzlichen Dank. Ich hoffe, ich habe das mit der Bewerbung richtig gemacht.
Hallo liebes Forum,
aufgewachsen mit einer alkoholkranken Mutter, chaotisches Leben in einer Patchworkfamilie, Suizidversuch in einer Beziehung mit einem Alkoholiker, danach Therapien, u.a. wegen meiner Co-Abhängigkeit. Dachte, ich hätte es geschafft.
Seit 12 Jahren habe ich die Diagnose ADHS, kombinierter Typ. Die Diagnose war eine Erleichterung für mich. Da es vieles erklärt hat. Zeitgleich habe ich meinen Mann beerdigt.
Nun gibt es durch ein gemeinsames Hobby einen neuen Mann in meinem Leben. Ich befürchte, dass er Alkoholiker ist und ich wieder in die Co-Abhängigkeit abrutsche.
Deswegen bin ich nun hier.