Beiträge von Fruechtetee

    Hallo Hartmut,

    das Ding ist ,dass ich erst 2/3 Jahre hier lebe und ich bin nett aufgenommen worden. Aber-es wird hier gefühlt überall getrunken.

    Deshalb funktioniert das für mich bis auf weiteres nicht mehr.

    Mein Bestreben wird sein mehr Kontakte ausserhalb zu finden und in der Zwischenzeit (den nichts lässt sich erzwingen) Dinge zu finden,die ich auch alleine gut und gerne machen kann. Da werde ich mich auf die Suche machen. Möchte meine Zeit gut verbringen,aber da ist noch einiges zu tun. LG

    Hallo Tabsi,im Moment werde ich mich komplett zurückhalten. Denn es ist mir nicht sicher genug. Hatten letzt ein gemeinsames Mittagessen mit einer Gruppe des Dorfes für eine gelungene Aktion. Es dauerte nicht lange und Bier und Wein stand auf dem Tisch ,was ich nicht erwartet hätte. Ich bin dann zeitnah gegangen.

    Kommende Woche wird auch bei uns im Dorf "aufgeräumt",da bin ich dabei. Vor dem anschliessenden Grillen gehe ich aber. Besser ist das . LG

    Hallo Alex,danke für deine Antwort.

    Ich denke über andere Treff-Möglichkeiten nach,aber da muss ich mich dann zeitlich "ranhalten". Hier gilt der Spruch "Bier ab vier".

    Und mich zu outen ,diese Möglichkeit ziehe ich aus Selbstschutz nicht in Betracht.

    Es reicht eben nicht,hinzugehen und "nur " nichts zu trinken. DAS weiß ich zu 100% ,dass ich mich (jetzt) noch nicht dabei wohlfühle.

    Heute morgen habe ich bemerkt,dass ich seit ein paar Tagen besser schlafe. Das ist seit Jahren ein wirklich großes Problem gewesen .

    Ich freue mich gerade über mein "ausgeruhtes erwachen". LG

    Ich bin gerade ineiner emotionalen Schockstarre. Komme gerade vom Sport ,der hier im Dorf angeboten wird. Danach gabs Verabredungen zum Essen/Bierchen trinken und weitere Veranstaltungen demnächst wurden beim sporteln besprochen.

    Zuhause angekommen,wurde mir erst richtig bewusst,dass nichts davon mehr meins sein wird.

    Unser Dorf ist wirklich klein und hat eine sehr rege" Feierfrequenz" und es fliesst IMMER Alkohol. Egal ob privat oder Dorfveranstaltung. Wir leben erst wenige Jahre hier. Es ist nicht so,dass daraus Freunde geworden sind,aber ein nettes Miteinander gabs immer mal wieder.

    Das fällt jetzt alles weg und ich habe hier niemanden mehr im Dorf. Mache mir da auch nichts vor. Biste nicht dabei,bist du ganz schnell komplett raus.

    Bitte nicht falsch verstehen,mein Abstinenzwunsch/Ziel ist unangetastet,aber ich bin gerade geschockt......

    Hey Tabsi,die etlichen Jahre in der Shg vor Ort haben immer wieder Menschen über die Schwelle gespült. Die Fluktation war groß.

    Viele kamen nur 1-2 mal und danach nie wieder. Soviele traurige Geschichten gehört,Rückfälle und auch Tod.

    Stelle beim Schreiben und drüber nachdenken fest,dass ich keine einzige Geschichte kenne ,die gut wurde wenn weiter getrunken wurde.

    Und höre gute Geschichten bei Abstinenz. Und ich höre gerne richtig gute Geschichten 🙂!

    Nein im Ernst, für unsere eigne gute Geschichte lohnt es sich den Blick klar zu halten. LG

    Dich auf das "jetzt" und "heute" zu erden ist immer gut. Achtsamkeit und ein positiver Zukunftsblick ist super.

    Ich glaube trotzdem das "Abschreckung" in manchen Situationen seine Berechtigung haben kann. Auf Dauer sehr anstrengend und vielleicht auch schwierig ,damit seinen inneren Frieden zu finden. LG

    Hallo Stern,leider klappt das mit dem Zitieren immer noch nicht richtig ...

    Ich habe damals auch sehr früh erkannt,das mein Alkoholkonsum "nicht normal" war und trotzdem noch lange weitergetrunken.

    Alkohol hat für so viele Dinge Stellvertreter gespielt. Wenn ich ehrlich bin,war es die ersten Jahre auch ziemlich "bequem",da schnell verfügbar und mit gewünschter Wirkung. Die Schieflage kam aber irgendwann und da habe ich schon süchtig getrunken.

    Deshalb kann ich deine Gedanken zur zurückliegenden Trinkzeit nur zu gut nachempfinden.

    Guten Morgen Tabsi,gut das du dir therapeutische Hilfe gesucht hast (und auch gefunden hast) ,auch um immer mal wieder reflektieren zu können.

    Ich glaube am Anfang meiner damaligen Abstinenz ,war mir auch sehr bewusst,dass ich "dran" bleiben muss,um genau diese nicht zu gefährden. Um sensibel zu bleiben.

    Du schreibst" immer wieder vor Augen halten,wo ich mal war und wo ich nicht wieder hin möchte"....

    Das ist etwas,was bei mir nur sehr bedingt nachwirkt. Keine großen Dramen liegen in meiner Trinkzeit. Kein Verlust von Haus und Hof,keine völlig peinlichen Abstürze vor anderen oder dadurch bedingte Schulden.....

    Einerseits gut,weil das Schlachtfeld ,dass ich hinter mir gelassen habe,kleiner scheint und nicht von großer Scham anderen gegenüber besetzt ist.

    Auf der anderen Seite macht sich mein Suchtgehirn genau diese Tatsache zu Nutze und versucht mit mir zu handeln...."komm,war ja nicht so schlimm. Das Haus steht ja noch"....

    HALT!

    Das für mich wichtige ist die Gewissheit,dass es aber gekommen wäre.

    So musste ich gestern Abend schauen wie ich durch den Abend komme. Habe dolle Angst vor meinem heutigen Zahnarzbesuch(vor jedem Zahnarztbesuch!!!).

    Habe versucht Realität in meine Gedanken zu bringen und mir vor Augen geführt,wie groß mein Wunsch ist mit weniger Angst zu leben. Ein bisschen hats geholfen und die Hand meines Mannes.

    Aber mein Suchthirn machte echt die "ersten Aufwärmübungen".

    Hätte in dem Moment nicht zb hier schreiben können. War innerlich starr vor Angst!

    Das ist ganz klar ein Ding ,an dem ich noch arbeiten muss. So blieb nur mein Partner,dem ich das sagen konnte.

    Es muss heute sein,da notwendig,Schluss!

    Komm gut durch den Tag. LG

    Hallo KaDett,

    wenn man ein "Problem " vor sich hat,ist es in meinen Augen komplett ok mehrere Strategien anzuweden,um das "Problem" zu lösen. Festzustellen,dass das eine besser als ein anderes funktioniert und sich dieses Wissen zu Nutze zu machen,finde ich gut. Dh,ich lerne dazu . Aber ich glaube,nicht jeder Weg ist AUF DAUER gut. Aber du hast wohl recht,wenn du schreibst "manchmal kam nur der pure Wille zum Einsatz".

    Die Tage gibt es auch und rennen,wenns zu heiß wird. LG

    Hi Hartmut,so wird es gewesen sein.

    Ich habe zu der Zeit schon eine ganze Weile nicht mehr "Trockenarbeit" gemacht.

    Und meine Vermutung ist,dass im Hintergrund etwas anfing,dass ich nicht sehen wollte und eine Weile ignoriert habe. Und dann habe ich mir "die passende Situation geschaffen". Das war kein Zufall und kam auch nicht aus heiterem Himmel.

    Saufen oder nicht saufen,diese Frage stellt sich ,wenn ich nicht sehenden Auges in meinen Komplettabsturz/Tod stolpern will,nicht wirklich. Ich musste mir das als sehr wahrscheinliches Zsenario im nüchternen Zustand vor Augen führen.

    Hab da aber auch keine Wattewölckchenweiße Gedanken an...wie schön das doch war..... Es war Mittel zum Zweck und das mit großer Regelmässigkeit.

    Habe hier letzt so einen guten Satz gelesen. Sinngemäß: Der Auslöser war nicht der Umstand,sondern die Sucht,die jeden Umstand zum Auslöser macht.

    Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

    LG

    Lieber Oskar,jepp so ist es wohl.

    Irgendwann ein Gleichgewicht finden zwischen "es darf sich auch leicht anfühlen" und mit dem nötigen (!) Respekt nicht leichtsinnig zu werden.

    Was ich hier im Forum häufiger gelesen habe,ist das einige nach einem Rückfall sehr schnell(einige Tage) wieder einen Neustart gemacht haben.

    Das hab ich beide male nicht geschaft. Ich trank Jahre weiter,bis ich wieder den Absprung geschafft habe.

    Nun wieder,aber meine Lebens/Wohnsituation ist "semi-gut" .

    Dennoch(gerade denke ich,vielleicht sogar gerade deshalb) steht mein Entschluss diesen Weg erneut zu gehen fest.

    Ich merke gerade,dass das eine sehr "private und nur mich angehende" Entscheidung ist.

    Mach mich mal auf den Weg....LG

    Hallo Stern,danke für deine nette Begrüßung.

    Zur damaligen Zeit hatten wir keinen Alkohol im Haus,auch nicht für Gäste.

    Klar habe ich mir nach dem Rückfall die Frage gestellt ...hätte ich anders gehandelt,wenn die Flasche nicht "winkend" dort gestanden hätte....

    Wenn ich ehrlich bin,kann ich es nicht beantworten. Meine Lebenssituation hatte sich geändert und ich habe keine gute Vorsorge für mich getroffen.

    Da gibt es nichts dran zu beschönigen. LG

    Ich bin nach 15 Jahren rückfällig geworden ,weil ich mindestens zwei Dinge nicht berücksichtigt habe.

    Die ersten Jahre war ich im Thema drin. Habe eine ambulante Suchttherapie gemacht und bin etliche Jahre zur Selbsthilfe gegangen.

    Ich habe das irgendwann aus den Augen verloren,denn alles schien so "normal". Trotz schwieriger Situationen immer mal wieder blieb ich abstinent.

    Dann kam die (erstmal) räumliche Trennung von meinem Mann und ich lebte mit meiner Tochter in einer eignen,schönen Whg.

    Irgendwann bekam ich eine Flasche Wein geschenkt,die ich weitergeben wollte. Das geschah tagelang nicht und sie stand bei mir in der Küche zwischen "normalen" Getränken. Ich glaube,ab dem Punkt hats bei mir gearbeitet. Mein Suchtgehirn kam aus der hintersten Ecke raus und grinste tagelang über meine Schulter und rieb sich in Vorfreude die Hände.

    Das war kein bewusster Prozess. Das lief still und heimlich ab. Aber bald waren zwei Gedanken präsent: ich habe immer am liebsten alleine getrunken und hier in meiner eignen Whg kriegt es keiner mit. Und der zweite Gedanke war ein "koketieren" mit meiner Sucht,die vielleicht ja doch nicht so schlimm war......

    Wir haben in der Suchttherapie damals so einen Schnack gehabt. Wenn die Sucht anklopft ,dann lauf (und such dir Hilfe). Ich habe es nicht getan .

    Hallo Tabsi,das mit dem Zitieren muss ich noch rausbekommen;).

    Ob ich gerne alleine für mich bin? Keine Ahnung,aber ich habe am liebsten alleine getrunken.

    Obwohl ich dran sitze in erster Linie mit mir allein zufrieden zu sein,mir selbst zu genügen. Dinge zu tun/wagen,die ich auch alleine machen kann. Um aus diesem Abhängigkeitsdenken rauszukommen.

    Begegnungen mit anderen finde ich trotzdem wichtig. Das macht ja was mit mir....

    Wenn du innerlich so unabhängig reagieren und fühlen kannst ...toll! Ich bin da tatsächlich dran mir klar zu machen,dass ich ich keine Gedanken lesen kann und ich nur Vermutungen habe,die nicht die Wirklichkeit abbilden müssen. Und letztenendes....ja,es ist egal . Es sind ihre Gedanken und ihr Leben. Ich übe,versprochen! Das gibt ein Gefühl der größeren Unabhängigkeit und passt ja auch zu meinem Wunsch aus dem Abhängigkeitsdenken rauszukommen.

    Hallo Nayouk,ja ein kleines Wort kann viel über meine Denkweise ausdrücken. Macht einen Unterschied.

    Leider habe ich keine Gefühle von"Anfangseuphorie" oä.

    Ich glaube,ich muss/möchte an beiden Linien arbeiten. Weil ich weder Depression noch Alkohol komplett voneinander trennen kann. Schwierig zu erklären....

    Ich bin ganz zu recht darauf hingewiesen worden,dass ich andere Lösungswege aös das trinken für meine psychische Situation brauche. Ideen?

    Kleinschrittig unterwegs sein. Nicht nur sehen was nicht geht,eher zu schauen,was trotzdem möglich ist. Mit Kleinigkeiten beginnen,wie zb zeichnen,lesen,kochen.

    Das was geht,aber dran bleiben und es trainieren. Aber ich bin da für gute Ideen dankbar