Hallo sabine!
Dein mann ist anscheinend motiviert, weil er schon einige tage ohne sprit ausgekommen ist. Kann er auch, denn es ist für einen spritkopf schon eine leistung, es so lange ausgehalten zu haben.
Erwarte aber nicht, da es so weiter geht, denn kommt irgend etwas, was deinen mann nicht in den kram passt, so kann es passieren, das er vor lauter druck der dadurch auf ihn lastet, wieder mal zur pulle greift.
Ich weiss das von mir, denn ich war auch willens aufzuhören, aber es kamen störungen auf, die mich wieder herunterzogen und wo ich dachte, es ist sowieso alles kaputt, so kann ich auch wieder saufen.
Denke bitte daran, du hast es mit einem kranken zu tun, der jetzt willens ist mit dem saufen aufzuhören. So einfach den schalter umlegen geht nicht.
Mir ging es doch während meiner saufzeit nicht besser als meiner frau. Was kannte ich denn?
Ich kannte meinen jahrelangen ablauf, denn ich gut vorrausschauen konnte. Ich wusste, zu welcher zeit ich den alk einsetzte um über die runden zu kommen. Mit den jahren war ich doch so festgefahren, das nichts anderes an mich heranlies. Warum soff ich denn. Weil ich doch gar nicht mehr belastbar war für dinge, die auf mich zukamen. Ich konnte sie doch nüchtern gar nicht angehen, denn woher sollte ich denn noch wissen, wie es geht. mein selbstwertgefühl war doch nur da, wenn ich genug alk in der birne hatte. Nüchtern schämte ich mich wie ein bettsei**er, weil ich nicht wusste, was ich alles gemacht hatte.
Meine frau drohte auch, mich zu verlassen, obwohl wir schon über 25jahre verheiratet waren.
Weißt du, was für gedanken in meiner birne waren?
Sie bekommt das haus und anteilmässig von meiner rente (erwerbsunfähig) und da sowieso alles im eimer ist, säufst du dich eben tod. Sie verlies mich nicht obwohl sie drohte, aber sie machte eins. Sie hielt mich aus meinem leben das ich führte heraus, sagte mir es deutlich und machte ihr ding. Ich kann dir nur sagen, das war für mich schlimmer, als wenn sie ihre drohung wahr gemacht hätte und gegangen wäre. Es gab für mich nichts schlimmeres als die isolation zu meiner familie. Meine frau zeigte mir damit, das ich dies auch alles haben könnte, es aber an mir läge, ob ich es wolle.
Erst da bekann ich aufzuwachen, um zu kapitulieren.
Von da an, war ich bereit was für mich zu machen, ohne fragen zu stellen, was dabei rauskommt.
Ich meldete mich für einen therapie platz und musste fast 8monate warten, bis ich ihn bekam.
In dieser zeit des wartens habe ich auch noch gesoffen, obwohl der hausarzt mir eine entgiftung empfahl, die ich aber nicht machte, weil ich wusste, sie bringt mir nichts, denn ich musste aus meinem umfeld heraus.
Meine frau hat damals meinen willen gespürt, das ich aus dem sumpf herauswollte und mich machen lassen wie ich es für richig hielt. Sie hatte so lange gewartet, da kam es auf ein paar monate auch nicht mehr drauf an.
Sie machte dabei was für sich und das waren regelmässige besuche mit anderen betroffenen die sie bestärkten so weiter zu machen.
Warum schreibe ich dass? Ich bin der ansicht, das schriftliche abmachungen nicht das gelbe vom ei sind und der schuss in die verkehrte richtung gehen kann.
Ich habe die erfahrung gemacht, das dies schon des öfteren geschehen ist, wenn ich mich mit abhängigen unterhalten habe, weshalb ihre ehe im eimer gegangen ist. Es war der enorme druck, der dadurch entstanden war und den sie nicht mehr standhalten konnten.
Es grüsst dich recht herzlich heinrich