Beiträge von Scrooge

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Weil ich so früh "zur Einsicht" gekommen sei, gibt er mir allerdings gute Prognosen und meint, eigentlich bräuchte ich keine weiteren Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

    Mmm, ich denke, dass du da mehr auf dein Gefühl vertrauen solltest, als irgendwelchen Einordnungen in irgendwelchen Listen und eigentlich finde ich es auch nicht so toll vom Suchtberater, dass er dir zusätzliche Hilfsangebote nicht empfiehlt. (wirkt auf mich etwas inkompetent, aber ich kann mich auch irren.)

    Ich finde es gut, dass du dir eine SHG suchen willst und halte den Austausch in einer solchen für sehr wichtig.

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Angi,

    schön, dass es bei dir weitergeht.

    Etwa einen Monat hat der Kampf überwogen, mit Albträumen und literweise Wassertrinken und manchmal 3mal hintereinander um die Blocks rennen und Wechselduschen und Autosuggestion und UV-Bestrahlung und im Forum lesen und Alk-Literatur lesen und Tagesstruktur erarbeiten und Indenhinterntreten und und und...

    Und immer wieder den Sturkopf gegen den Suchtteufel haben, da heißt es sich bloß auf keine Diskussionen einlassen!

    Zitat

    Fazit des 6. Tages, der Alkohol hat mich in Vergangenheit geschwächt, aber die Zukunft ohne Alkohol wird mich täglicher stärker machen.

    Genau dass ist die Einstellung, die du brauchst, um durchzuhalten.
    Du schaffst das!

    Sag Angi, ist deine Wohnung alkoholfrei?

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Wolfgang,

    ich bin auch ein Anfänger eines nüchternen Lebens.

    Möchte mir einen Teil aus deinen Tagesgedanken herauslösen, um etwas dazu zu schreiben.

    Zitat

    Es ist ein Hochgefühl, trocken zu sein im Sinne von Endlich gelange ich wieder zu meinen Fähigkeiten zurück, endlich kann ich wieder meine Sinne einsetzen, endlich kann ich wieder mit meinen Mitmenschen interagieren (aufeinanderbezogenes Handeln).

    Mir wurde klar, dass es bei mir "klick" gemacht hat, als mir bewusst wurde, dass ich meine Nüchternheit nicht für eine Millionen Euro eintauschen würde, dass sie mir mehr wert ist als alles andere auf der Welt und darum genauso viel wie Ich.

    Im Moment gibt es hauptsächlich zwei Punkte an denen ich arbeite, um meine Nüchternheit stabil zu halten und Rückfallrisiken zu minimieren.

    1. Ich darf bestimmte Dinge "wie früher" nicht vor mir her schieben!
    2. Ich darf Konflikte "wie früher" nicht für mich behalten!

    Ich freue mich, dass dir deine Nüchternheit auch sehr wichtig zu sein scheint.

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Angie,

    Zitat

    Habe aber etwas merkwürdiges erlebt, ich rauche ja nun seit ca.10 Jahren nicht mehr, hätte mir aber tatsächlich heute eine anstecken können, als hätte ich erst gestern aufgehört.

    Ja, dass kenne ich auch nur in umgekehrte Richtung. Ich habe anfang Januar mit dem Trinken aufgehört. Ende Juni wollte ich das Rauchen einstellen. Am Abend des ersten NMR-Tages, bekam ich ein starkes "craving" vor allem nach Alkohol, da Nikotin für mih ja keine Alternative mehr darstellte. Da bekam ich große Angst und kaufte mir am selben Abend eine Schachtel Zigaretten. Ich habe mich "nass" gefühlt und auch so verhalten, es war als wäre ich den ersten Tag alkoholabstinent. Habe mich dann in den folgenden 2 Tage "runtergeraucht"und meine Zustände reflektiert. Bei uns im Hirn liegen die Aktivitätsmuster unserer Sucht dicht beieinander und überlagern sich. So ist es normal, dass auch ein starkes Verlangen nach Alkohol einsetzte. Mmm, eigentlich war des Einstellen des Rauchens ein Risikofaktor für meine Alkoholabstinenz, aber ich wollte so sehr dieses Jahr noch ganz "clean" werden.

    Also Angie, es würde dir nichts nützen, wenn du jetzt wieder zur Kippe greifst, du würdest deine Sucht nur verlagern, was dich keinen Schritt weiterbringt wirklich "nüchtern" zu werden. Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen dieser Abhängigkeit.

    Ich wünsche dir einen schönen akoholfreien und nikotinfreien Tag.
    Du schaffst das!

    Gruß
    Scrooge

    Zufrieden Trocken zu sein bedeutet für mich, mich selbst wahrzunehmen so wie ich bin, mit all meinen Stärken und Schwächen. Es bedeutet für mich, meine Gefühle zuzulassen und klar zu erkennen. Es bedeutet für mich ebenfalls zu erkennen, was mir fehlt und mich entsprechend zu versorgen. Es bedeutet für mich meinen Körper, meinen Geist und meine Seele nach meinen Möglichkeiten gesund zu erhalten. Zufrieden Trocken sein ist für mich die Voraussetzung ein gesundes Verhältnis in meinen Beziehungen mit meinen Mitmenschen herzustellen.

    Hallo Zwergnase,

    ich wollte dich nicht verunsichern. Deine Angaben über den Arztbesuch waren nur sehr dürftig (was dein gutes Recht ist), da wollte ich doch einfach nochmals nachfragen, zumal du in deinem gestrigen Beitrag über starke Entzugserscheinungen klagtest.

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Zwergnase,

    Zitat

    ja der Arztbesuch war heute sehr hilfreich. Diesmal hatte er mehr Zeit und es hat sich ein interessantes und hilfreiches Gespräch entwickelt.

    Und? Wie sieht dein weiteres Vorgehen nach diesem Arztbesuch aus? Bist du weiterhin zuhause und entziehst kalt?

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Stormyday,

    schön dass du hier so viel liest, dass habe ich vor allem in der Anfangszeit auch so gemacht und dabei fast den ganzen offenen "Alkoholsucht im Alkoholiker Forum"-thread durchgearbeitet. Dabei kann man wirklich sehr viel über unsere Erkrankung lernen.

    Gut, dass die meisten in deinem Umfeld nicht alkoholkrank sind, so kannst du viele vernachlässigte Beziehungen wieder auffrischen.
    Dass du zu deiner trinkenden Freundin auf Abstand gehst, ist für deine persönliche Stabilisierung sehr wichtig.

    Ich hoffe du verlebst einen ebenso entspannten Abend, wie du es dir vorgenommen hast. Mit dem Schlafen hatte ich die erste Zeit auch Problem, aber dass gibt sich.

    Ich wünsche dir einen angenehmen, entspannten Abend, den du mit klarem Kopf genießen kannst, weil du es so willst.

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Freund,

    Zitat

    Auch auf Familienfeiern erscheinen zu müssen, nichts zu trinken, ... und damit fortgeschritten zu sein.

    Achso, du bezogst deinen Einwand auf die Hochzeitsfeier. Nein, dort hätte ich nicht teilnehmen müssen, aber ich wollte. Sie war Anfang Juni in Budapest und ich fühlte mich stabil genug, meine Anstinenz dadurch nicht zu gefährden. Wenn es mir zuviel geworden wäre, wäre ich ins Hotel gegangen, geschlafen und mich auf die nächsten Tage und die Erkundung dieser schönen Stadt gefreut.

    Ich habe auch nicht geglaubt auf diese Feier gehen, nichts trinken und ich bin ein stabiler trockener Alkoholiker - nein es sollte kein Selbsttest sein. Mir ging es darum am größten Tag seines Lebens bei meinem besten Freund zu sein.

    Zitat

    Allerdings frage ich mich auch, welche Erfahrungen du weiter vermitteln willst.

    Ich kann nur wenig Erfahrungen aus aktiver Trockenheitsarbeit weitergeben. Ich habe die theoretischen Grundlagen für praktische sozialpädagogische und sozialtherapeutische Arbeit. Ich kann das Phänomen "Suchtkrankheit" aus eigener Erfahrung gut verstehen und so den Teufelskreislauf anderer Betroffener gut nachvollziehen. Dadurch ist es mir möglich empatischer auf sie einzugehen als bloße Theoretiker, dass merke ich im Dialog mit meinen Kollegen immer wieder.

    Gruß
    Scrooge

    Hallo Karsten,

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    ich wollte mich in diese Diskussion eigentlich nicht einmischen, aber hast Du auch daran gedacht, was Du anderen Hilfesuchenden vermitteln möchtest und vor allem überhaupt kannst?
    Sowas ist eine große Verantwortung und nach ein paar Monaten anderen Menschen auf den richtigen Weg bringen, da gehört etwas mehr dazu.

    Sehr, sehr viele Gedanken habe ich mir darüber gemacht. Darum habe ich auch gleich im Einstellungsgespräch mit offenen Karten gespielt, meine Bedenken geäußert und um eine einmonatige Probezeit gebeten (die hätte es sowieso gegeben) Nun, kurzum ich bin immer noch dort, meine Kollegen vertrauen mir und die Klienten nehmen mich gut an.

    Ich kann deine Bedenken aus der Distanz sehr gut verstehen.

    Gruß
    Scrooge

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    Hallo Freund,

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    zweiter Aspekt war gutes Geld, was ich nebenbei verdiente, bei einer Großveranstaltung hinter einem Thresen gestanden und dem Service Getränke ausgegeben.

    Ein solches Verhalten deinerseits, hätte mich ebenso entsetzt wie deine Gruppenmitglieder, ja, es entstzt mich auch jetzt.

    Hinter einem Tresen zu stehen und anderen Menschen das Gift zu verkaufen, welches mich so fertig gemacht hat, würde mir nicht im Traum einfallen. Du hast dich sozusagen zum Handlanger des Alkohols gemacht.
    Um dich zu Konfrontieren, mit wem mit dem Alkohol?

    Auf Konfrontation mit dem Alkohol habe ich überhaupt keine Lust mehr. Mir geht es hauptsächlich um die Konfrontation mit mir selbst, die Gedanken- und Verarbeitungsprozesse den andere Suchtkranke mit ihren Kämpfen, die ich miterlebe, bei mir auslösen und damit meine persönliche Weiterentwicklung, in die ich meine Erkrankung absolut intergrieren muss.

    Gruß
    Scrooge[/quote]

    Hallo Freund,

    privat halte ich meine einjährige Sperrfrist ein. Es gab eine Außnahme, die Hochzeit meines besten Freundes. Dort wurde getrunken. Ich habe die meiste Zeit dort mit einer stillenden Freundin verbracht, die ebenfalls nicht trank und mich glücklicherweise vor dem schnapsstinkenden Hochzeitskuchen bewahrte (ist in Ungarn Sitte). Sicher, kein Riss in meiner Konsequenz!

    Beruflich habe ich mit Menschen zu tun, die sich in ganz unterschiedlichen Phasen ihrer Suchterkrankung befinden. Viele von ihnen trinken immer noch, doch nicht in meiner Gegenwart, denn das lasse ich nicht zu, muss aber oft schlimme Fahnen ertragen.

    Im Eigentlichen ist es das Gegenteil einer Distanz zum Alkoholumfeld - nur sie Bedingungen sind ganz andere. Es geht hier nicht um die Teilnahme an berauschenden Besäufnissen, sondern die tägliche Konfrontation mit Selbstzerstörung und Verfall, bedingt durch das Gift.
    Es gibt aber auch gute Momente. Menschen die krankheitseinsichtig sind, Abstínenz anstreben und denen kann ich als Mitbetroffener deutlich emphatischer Helfen als unsere Theoretiker. Vor allem helfe ich durch diese täglichen Konfrontationenund Kämpfe auch mir.

    Die Sache mit der Suchthilfe ist schnell erzählt.

    Ich bin ja im Moment schon im Zweitstudium. Ich habe von 1998 - 2003 Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Sozialpädagogik und danach im Fernstudium angewandte Psychologie studiert. Studienbegleitend eine Fortbildung in der Suchtprävention gemacht. (In der Zeit war ich sogar mehrfachabhängig Alkohol, Nikotin, THC - soviel zum Thema: wie stark kann Ich und Selbst divergieren :roll: ) Zwischendurch hatte ich noch kurzfristig in einem sozialtherapeutischen WH für Suchtkranke im Endstadium gearbeitet, die haben aber wohl mitbekommen, dass mit mir irgendetwas nicht stimmt (war da voll auf THC), so blieb ich dort nur ein halbes Jahr.

    Nachdem ich nun Anfang des Jahres mich selbst in den Mittelpunkt meiner Bemühungen gestellt habe, bekam ich Ende März ein Angebot für eine 20 Stunden-Stelle bei einem psychiatrischen Verein. Dort arbeite ich in zwei Teams, in dem einen mit Suchtkranken im anderen mit Menschen mit anderen psychischen Störungen. Diese Arbeit ist für mich sehr lehrreich und interessant.

    Zitat

    Na eben das mit dem nicht mehr Einkaufen gehen, nicht mehr vor nem Getränkeautomaten zu stehen...

    Vielleicht auch noch das Haarwasser in den Ausguß zu gießen???

    Würde ich jetzt ganz am Anfang stehen und hätte Haarwasser mit Alkohol würde ich es jetzt in den Ausguss kippen, zusammen mit allen anderen alkoholhaltigen Flüssigkeiten, die sich in meiner Wohnung befinden.

    Hallo Jean,

    ich erinnere mich noch gut - ist bei dir sicher auch keine Nussschale mehr - doch trotzdem, immer schön Obacht und kein Leichtsinn (ich meine mich)

    Ich bin irgendwie sehr vorsichtig geworden, wie viele Alkoholiker auf dem Weg der Besserung.

    Hallo Stormyday,

    ist dir eigentlich bewusst wie unheimlich leichtsinnig, ja geradezu dumm es war, in deinem jetzigen Zustand auf eine Party zu gehen, wo sich einige Kollegen zuschütten (10 Bier?)

    Dass, du morgen zum Arzt gehst ist gut, besser wäre heute gewesen.
    Du steckst mitten in einem kalten Entzug und könnstest jeden Moment umfallen und krampfen - ganz schlimme Sache. Ist dein Freud wenigstens in deiner Nähe, dass er im Notfall die Rettung rufen könnte? Du kannst das dann nämlich nicht mehr.

    Dir ist nicht bewusst wie ernst die Sache ist. Du hältst zitternd vor Entzugserscheinungen auf irgendwelchen Trinkgelagen lustige Reden, obwohl du eigentlich in ein Krankenhausbett gehörst, wäre es nicht so schaurig, könnte man es grotesk nennen.

    Mir stehen die Haare zu Berge.

    Gruß
    Scrooge