Beiträge von Scrooge

    Hallo Karsten, Hallo Freund,

    ich habe eure und vor allem Karstens letzten Beitrag oft und aufmerksam gelesen und ziehe daraus folgende Konsequenzen:

    Ich werde bis auf weiteres das Posten eigener Beiträge einstellen. Ich werde den Scrooge-Faden weiterführen, allerdings als privates Tagebuch.
    Ich werde hier natürlich weiterhin aufmerksam lesen und mich vielleicht an dem einen oder anderen Faden beteiligen.

    Diskussionen führen mich nicht weiter. Ihr habt mir das Rüstzeug bzw. die Werkzeuge zum Aufbau einer stabilen Trockenheit gegeben, die Umsetzung liegt jetzt bei mir.

    Es gibt so viel zu tun. So viele Dinge müssen geändert werden. So viele verdrängte Erinnerungen, die jetzt an die Oberfläche spülen, müssen verarbeitet und niedergeschrieben werden...es ist ein full-time-job.

    Im Moment geht mir alles ein bisschen zu schnell. Ich werde von den Ereignissen schlichtweg überrollt. Ich werde den Weg weiter gehen, aber langsamer Schritt für Schritt.

    Ich danke euch für eure klaren und aufrüttelnden Worte sehr und werde euch in unregelmäßigen Abständen über den weiteren Verlauf meiner Stabilisierung berichten.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Karsten,

    Ich verstehe dich, denke ich auch. Ich kenne deine Geschichte, durch die mir hier auf der Website zugänglichen Informationen auch. Du hast viel erreicht und kannst mit Grund auf eine erfolgreiche Trockenheitsarbeit zurücksehen. Deine über acht Jahre Trockenheit verdienen meinen großen Respekt.

    Dir erscheint hier meine Reaktion auf andere Beiträge, die mir eigentlich helfen wollen, als zweifelhaft. Ich denke du beziehst dich dabei auf meine Antwort auf Jeans Beiträge. Nun, wie gesagt, ich habe lange überlegt, ob und wie ich auf ihre Beiträge reagieren soll. Ich denke ich habe angemessen reagiert.

    Hallo Freund,

    Ja, ich mag Mittelwege ganz gerne. Als demokratisch denkender Mensch ist für mich der Kompromiss das höchste Gut des zwischenmenschlichen Umgangs. Ein altes Sprichwort sagt zwar, dass der Weise keinen Kompromiss kennt und glücklich ist...nun, dann bin ich halt nicht weise. Es gibt jetzt nur einen Punkt an dem ich niemals einen Kompromiss machen würde und das ist meine Nüchternheit. Ich hoffe aus mir wird kein militanter Alkoholgegner.

    schöne trockene 24h wünscht
    Scrooge(Alkoholiker)

    Ich beginne stückweise mein Trinkverhalten durch Abendrituale zu ersetzen. Ich gehe jeden Abend um 23 Uhr schlafen und stehe um 7 Uhr auf. Ich freue mich auf meine abendliche Tasse Pfefferminztee die ich unmittelbar vor dem Schlafengehen zu mir nehme. Ich schlafe ausgezeichnet und wache morgens in fröhlicher Stimmung auf.
    Kennt jemand vielleicht das Buch "Kinder brauchen Rituale" Autor ist mir gerade entfallen? Ich denke so geht es uns Alkoholikern auch...für uns sind Rituale genauso wichtig.

    Etwas ist komisch...Ich bin stolz Alkoholiker zu sein. Nein, nicht einfach nur, dass ich es angenommen hätte, es ist anders. Ich bin so stolz darauf zu denken und zu sagen, dass ich Alkoholiker bin, als wenn ich sagen würde: Ich bin Doktor der Mathematik...schon komisch.

    Gestern hat die Wunde, die ich mir am kleine Finger zugezogen habe, als ich mir am 2.1. beim Putzen des Herdes mit einem Stahlschwamm geschworen habe: "Jetzt ist Schluss mit Alkohol", fürchterlich gejuckt...sie ist noch nicht verheilt.

    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Karsten,

    das sehe ich nicht ganz so wie du. Du kannst es nicht wissen, aber ich lese sehr viel hier im Forum. Alles was ich unternehme um mir eine stabile Trockenheit zu erarbeiten, setzt sich aus Tipps zusammen, die ich mir hier im Forum erlesen habe. Darum hat sich meine Einstellung auch geändert. Würde ich nicht annehmen, wäre ich zu dem gestrigen Treffen gegangen, auch wenn ein oder zwei Leute in meiner Gegenwart Alkohol getrunken hätten, aber das habe ich nicht getan und werde es auch zukünftig nicht tun. Die Arbeit an meiner Trockenheit steht für mich an erster Stelle. Ich investiere sehr viel Zeit in sie und werde es auch zukünftig so machen.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo craving, Karsten und Freund,

    natürlich weiß ich, dass ich mein Umfeld ändern muss und sich mein Umfeld nicht für mich ändern wird.(auch wenn ich natürlich den Traum des trockenen Alkoholikers träume...eine Welt ganz ohne Alkohol...ach, wäre das schön...) Aber natürlich weiß ich als Realist, dass dies nicht möglich ist.

    Mein Plan für die nächste Zeit lautet darum so:

    Nein, ich werde meinen Freundeskreis nicht aufgeben. Er ist in sehr langer Zeit gewachsen und reicht zum Teil bis in die frühe Schulzeit zurück. Auch besteht er zum größten Teil aus Leuten die wenig bis keinen Alkohol trinken. Nun ist es aber auch so, dass mein Freundeskreis eng miteinander verzahnt ist. Das bedeutet, dass vor allen bei größeren Treffen ab 5-6 Leuten immer jemand dabei sein wird der Alkohol trinkt. So musste ich gestern das Fußballspiel auch leider alleine schauen. Ich habe mir jetzt eine Jahresfrist gesetzt, in der ich eine einergermaßen stabile Trockenheit erreichen möchte und darum Treffen, wo auch nur eine Person Alkohol trinkt, meiden muss. Und ja, ich werde in dieser Zeit viel diskutieren, damit alle meine Bekannten wissen, warum ich mich ausschließe, damit ich am Ende dieses Jahres kein "Ausgeschlossener" bin. Wenn ich allerdings merke, dass ich nach einem Jahr immer noch nicht stabil genug bin, werde ich diese Alkoholumfeldsmeidung monatlich verlängern.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Jean,

    ich habe lange überlegt ob und wie ich auf deine beiden recht provozierenden Beiträge, die mich anfänglich sehr irritiert haben, reagieren werde. Ich mache es so:

    Liebe Jean, ich habe weder die Kraft noch die Lust mich auf einen Disput mit dir einzulassen, der nichts zur Sache tut und uns beide von unserer Hauptaufgabe, den Aufbau einer stabilen Trockenheit, ablängt. Ich weiß nicht auf wen oder was du so zornig bist oder wen du hier gerade in mich hineinprojezierst. Ich kann dir nur sagen, dass ich meinen Beitrag an dich nach besten Wissen und Gewissen geschrieben habe und nicht im entferntesten daruf achtete ob ich an eine Frau oder an einen Mann schreibe.(das kannst du mir glauben, musst du aber nicht)

    Ich wünsche dir für deine Weg von ganzem Herzen alles erdenklich Gute.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Freund, hallo Karsten

    ich danke euch sehr für eure unterstützenden Worte.

    Hallo jean,

    Wenn du dir hier tatsächlich selbst eine Standpauke gehalten hast, stelle ich mich gerne mit dir vor den Spiegel und sage dir: "Warum, jean, sollten wir uns über eine Rückfall Gedanken machen, wo wir eigentlich über viel wichtigere Dinge nachdenken müssen, über den Aufbau einer stabilen zufriedenen Trockenheit. Soll es nun doch um das Thema "Rückfall" gehen, dann lassen wir uns eben einfach vertrauensvoll zurückfallen, irgendwelche freundlichen Hände werden uns schon auffangen. Fürs Zurückfallenlassen brauchen wir doch keinen Alkohol!!!"
    Mir ist an deinen Beiträgen gestern insgesamt aufgefallen, dass du in sehr gereizter Stimmung gewesen zu sein schienst. Dann ist schreiben auch richtig. Alles ist besser als saufen. Glaube mir, eine verstärkte Nussschale ist zwar nicht für die Hochsee geeignet, aber für die Küstenschifffahrt allemal tauglich. Ich wünsche dir einen schönen und trockenen Tag.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    In den letzten Tagen kann ich meine umfangreiche Musiksammlung endlich wieder konzentriert hören. (habe ich seit Jahren nicht gemacht) Auch ein Vorteil der Trockenheit, die Dinge wieder um ihrer selbst zu tun. Als ich noch soff, habe ich alles nur gemacht um mich nachher dafür belohnen zu können, so nach dem Motte, jetzt warst du ja fleißig, jetzt kannst du dich ja mit Alk belohnen. So waren alle Aktionen neben dem Stoff nur halbgar und machten keinen Spaß. Dabei kann fast jede Tätigkeit mit der richtigen Einstellung betrieben viel Spaß machen.

    Gesternabend hat mich der Kumpel, bei dem auch die Spieleabende meistens veranstaltet werden, angerufen und mich für heute abend zum Fussballschauen eingeladen. Er sagte mir allerdings, dass er eine solche Aktion, wie mit dem "Im Bad trinken" in seiner Wohnung nicht mehr dulden wird. Jeder der trinken will, soll auch trinken dürfen. Er bot mir allerdings an, dass er auch nichts trinken würde, weil er nichts trinken muss und wenn er das kann, neben Trinkenden nichts zu trinken, dann muss ich das doch auch können. Ich sagte, dass ich dann heute nicht kommen könnte und er meinte, dass ich mich damit selbst ausschließen würde und er dafür kein Verständnis hätte. Ich sagte ihm, dass ich ihn nächste Woche besuchen käme und es ihm nochmals genau erklären würde. Und das werde ich machen.

    Ich merke die Leute haben viel mehr Fragen als sie sich bis jetzt zu stellen gewagt haben.

    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Lilly12,

    ich danke dir , dass du mir vor Augen führst, was ich in den 1 1/2 Wochen die ich jetzt in diesem Forum aktiv bin schon erreicht habe. Durch meine intensive Auseinandersetzung mit unserer Krankheit, meinen Perspektivwechsel und meine Einstellungsänderungen kommt es mir vor als wären anderthalb Monate vergangen. Schon blöd wieviel Zeit ich, mit Alkohol trinken, an Alkohol denken und mich vom Alkohol trinken erholen,
    verschwendet habe.
    Ich denke auch, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, dass ich in den geschützten Bereich des Forums wechsel. Im Moment bin ich aber mit dem offenen Bereich noch nicht "fertig". Ich hoffe, dass ich auch, wenn ich erstmal im offene Bereich des Forums weiter schreibe und lese, als vollwertiges Mitglied des Forums und der SHG angesehen werde.
    Dass du liebe Lilly12 dich jetzt entschlossen hast deine letzten "Altlasten" zu entsorgen, zeigt mir auch, dass die Arbeit an den Lebensumstellungen nie so richtig abgeschlossen ist.
    Auch habe ich nicht vergessen, dass du es warst die mir hier im Begrüßungsfaden die Hand gereicht hast, was dazu führte, dass ich über die Eingangsschwelle getreten bin. Ich habe zu dem Bild in meinem Avatar einen Text geschrieben, den ich dir liebe Lilly12 widmen möchte. (sollte der Text gelöscht werden, wofür ich Verständnis hätte, werde ich ihn dir nochmals per PN schicken)

    Endstation

    Klirrend klagen gute Geister,
    ein Choral im Abendwind,
    dort wo stille Lauscher sind
    und die Lippen Zugereister
    beben, Blick vereinsamt – blind.

    Aus den tauben Ohren kriechen
    Maden der Verschleierung,
    die im Klang der Prophezeiung
    taktvoll nun im Munde siechen,
    reizend, abhusten – Befreiung.

    Und von hohen Barrikaden
    schütten Mütter säckeweise
    ihre Sorgen, lächeln leise,
    es erklingen schon Balladen
    dieser schier endlosen Reise.

    Liebe Grüße
    Scrooge

    Gestern war es nun soweit, ich hatte ja hier im Forum schon davon gelesen. Ich hatte eine Alkoholtraum. Ich habe mich gestern nach dem Mittag zu einem Schläfchen hingelegt da ereignete sich folgendes. Ich gang an ganz frühe Orte meiner Jugend und traf ganz viele Personen an die ich seit Jahren nicht mehr dachte. Irgendwo war ich auf einer Party in einem Wald in einer Hütte. Dort waren sehr viele Leute aus meiner Vergangenheit. Viele waren betrunken oder tranken. So musste ich wieder gehen. Ich irrte also durch diesen Wald und kam immer wieder und wieder zu dieser Hütte, ich fand einfach den Weg nicht hinaus. Dann kam eine Exfreundin, die ich in der 8. Klasse hatte, nahm mich bei der Hand, führte mich. Sie war sehr böse auf mich und sagte, dass ich nicht nur an mich denken solle und was denn mit den anderen sei. Ich sagte, dass ich jetzt nur an mich denke dürfe. Dann Filmriss. Ich erwachte in meinem Kindergarten, in dem ich gedanklich seit 25 Jahren nicht mehr war. Ich erwachte auf eben jenem Bett, wo ich immer Mittagschlaf gehalten habe. Viele Leute waren im Raum und schimpften. Ich fühlte mich sehr verkatert. Neben meiner Liege standen zwei halbleere Flaschen Bier. Ich war sehr verzweifelt, weil ich mich nicht erinnern konnte, wann ich diese getrunken haben soll. Ich wollte die Flaschen wegräumen, bevor sie jemand sieht, aber es wurden immer mehr. Unter dem Bett standen mit einem mal bestimmt an die hundert Flaschen. Irgendwelche Leute halfen mir sie in Tüten zu räumen. Ich versuchte mich die ganze Zeit zu rechtfertigen, dass ich nicht wisse woher die ganzen Flaschen kämen, doch ich ahnte, dass ich einen Rückfall gehabt habe. Ich holte meine Handy aus der Tasche, es war zerschlagen. Ich wusste ich muss wieder ganz von vorne beginnen. So wachte ich auf. Ich war überglücklich, dass es nur ein Traum war, brauchte aber etwa eine halbe Stunde, um wieder ganz zu mir zukommen.
    Gestern abend hatte ich leichten Saufdruck, den ich aber durch eine lange Dusche, leicht überwinden konnte. Ich hatte das Gefühl, dass er durch vermehrte Rückfallgeschichten, die ich hier im Forum las, ausgelöst wurde. Soviel für heute.

    Scrooge(Alkoholiker)

    Den gestrigen Nachmittag habe ich wieder in der Bibliothek verbracht. Ich denke das werde ich mir angewöhnen. Ich habe mir die öffentlichen Schwimmzeiten eines örtlichen Schwimmbads besorgt und werde regelmäßig schwimmen gehen. Gestern abend habe ich nun jene Freunde besucht, die eigentlich immer unter "ferner liefen" abgetan hatte. Sie haben eine wirklich schöne neue Wohnung. Wir haben gespielt und uns ausgezeichnet unterhalten. Sie teilen meine neuen Ansichten zum Thema Lebensführung und Alkohol. Wir waren uns so nah wie nie zuvor. Ich denke mit diesen Leuten sollte ich mehr Zeit verbringen. Der heutige Tag beginnt grau in grau und sehr regnerisch. Ich habe mir keinen Plan fürs Wochenende gemacht und lasse alles auf mich zukommen. Ich denke ich werde es mir heute gemütlich machen und viel lesen. Schön ist, das mein Tabakkonsum wieder auf Normalmaß gesunken ist. Zehn Zigaretten am Tag reichen jetzt wieder aus. Mein Stimmungsbarometer liegt auf einer Skala von 1 bis 10 bei 7.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo schorni, hallo Freund,

    ja, so hatte ich das verstanden. Ich denke nicht, dass Freund meinen Kumpel als armselig und hohl bezeichnet hat, sondern lediglich seine Verhaltensweise und seine Gesprächsinhalte. Ob dieser Kumpel ein Alkoholiker ist möchte ich nicht behaupten, denn diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

    Was ich allerdings auch weiß ist Folgendes:

    Wenn dieser Freund das nächste mal vor die Wahl gestellt Alkohol oder meine Anwesenheit als Freund, sich für den Alkohol entscheidet, weiß ich, dass er das Nervengift Alkohol über mich als Menschen stellt. Ich weiß dann auch, dass mir eine solche Freundschaft nichts bringen kann und so leid es mir tut beendet werden muss. Auch werde ich den Kumpel darauf hinweisen, dass er mit einer solchen Einstellung drinlichst einmal über sein Trinkverhalten nachdenken muss. Ich denke das Traurigste an der Sache ist, dass es gar nicht lange her ist, dass ich auch so gedacht habe.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Freund,

    Zitat

    Du willst ja hoffentlich die Wahrheit, meine Meinung hören.


    Ich bestehe darauf!!! Sonst könnte ich ja in mein Tagebuch schreiben. Darum geht es mir mit diesem Faden doch, wenn jemanden Verhaltensabweichungen meinerseits feststellt, korrigierend einzugreifen.

    Zitat

    Du scheinst doch größere Probleme mit gravierenden Lebensveränderungen zu haben, aber ist nicht ungewöhnlich.

    Ja, die habe ich, aber mit eurer Hilfe und durch meine Arbeit werde ich es schaffen.

    Ich habe über deine Worte nachgedacht. Nun ist es so, dass nicht alle meine Freunde am gestrigen Abend meine wünsche so mit den Füßen getreten haben. Die anderen fünf haben keinen Alkohol getrunken und sich nicht in die Bier-Bad-Diskussion eingemischt. Einzig ein Freund hatte vermittelnd eingegriffen und eben jenen Bad-Kompromiss vorgeschlagen. Dieser ist aber kein Alkoholiker und dessen mangelndes Verständnis darum verzeihlich. Ich denke ich werde noch sehr viel über dieses Thema reden müssen.

    Als nächstes werde ich nochmals das Einzelgespräch mit dem biertrinkenden Freund suchen. Vielleicht hat er mein Anliegen noch nicht verstanden und wenn er es überhaupt nie verstehen sollte (nasses Denken) würde es mir schon reichen, wenn er in meiner Gegenwart keinen Alkohol mehr trinkt. Sollte es zum Disput kommen, hat unser gemeinsamer Freundeskreis leider die schwere Entscheidung, zwischen einem von uns beiden zu wählen, was sicher nicht leicht ist, aber ich hoffe, dass es nicht dazu kommen wird. Freund, gibst du mir die Erlaubnis bei dem Einzelgespräch deine vorherige Antwort vorzulesen?

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Gestern abend war ich nicht bei meinen Bekannten mit der neuen Wohnung, sondern auf dem Donnerstagsspieleabend. Im Gegensatz zu letzter Woche waren alle Freunde über meine Krankheit informiert und so begann der Abend ohne Alkohol. Nach etwa einer halben Stunde fragte mich ein Freund ob ich Problem damit hätte, wenn er ein Bier trinken würde. Ich sagte es wäre kein Problem, aber ich müsste dann leider gehen. Wir haben den Kompromiss geschlossen, dass er in meiner Gegenwart kein Bier trinkt sondern im Bad. Es war schon irgendwie eine "blöde" Situation, aber meine Gesundheit steht da für mich im Vordergrund. Er fragte mich noch wie ich das jetzt auf Partys handhaben würde und ich meinte, dass ich da erstmal nicht mehr hin gehen würde. Damit war das Thema erstmal erledigt, aber es schien noch weiterhin an ihm zu nagen. Der Abend war sehr lustig, entspannt und schön. Ein paar Stunden und 5 Bier später kam er auf dem Balkon beim Rauchen nochmals auf das Thema zu sprechen. Er fragte ob ich denn jetzt überhaupt keinen Alkohol mehr trinken möchte. Ich bejahte die Frage. Er meinte, dass man doch wegen einer neuen Einstellung den Freundeskreis nicht wechseln kann und sprach noch einige Sätze über das Thema "Verzicht". Ich betonte nochmals, dass ich krank sei. Er selbst hat auch mal drei Jahre keinen Alkohol getrunken und meinte für ihn war es kein Problem mit einem Glas Wasser zu sitzen während neben ihm die Leute Alkohol trinken. Ich sagte ihm, dass er jetzt aber wieder trinke, ich aber alles richtig machen möchte und nun auf Leute höre für die ein trockenes zufriedenes Leben im Vordergrund stünde. Er meinte, dass ich jetzt auf einem neuen Weg sei, aber wenn ich merke auf etwas verzichten zu müssen, sollte ich diesen Weg umgehend korrigieren. Ich sagte, dass ich niemals auf das Leben verzichten würde.
    Nun in dieser Situation wurde mir klar wie instabil ich noch bin. Das Kopfkarusell fing an sich zu drehen, der Kopfkasper schnitt üble Grimassen. Ich glaube, wenn ich mich in den letzten Tagen nicht so intensiv auf solche Momente vorbereitet hätte, ich wäre gefallen. Statt dessen wurde mir klar...der arme Kerl scheint neidisch zu sein, dass ich gestern abend ohne Alkohol so gut drauf war. Ich erkannte, er hatte diese ganzen drei Jahre ohne Alkohol nur Verzichtsgedanken...das passiert, wenn man nur nichts trinkt, aber seine Einstellung nicht ändert. Ich habe auch mal drei Jahre keinen Alkohol getrunken, blieb aber weiter süchtig, erst abeitssüchtig, dann war ich THC-Abhängig.

    Nun ja, heute ist ein neuer Tag an dem ich keinen Alkohol trinken werde und wünsche euch allen einen ebensolchen.

    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Käthe,

    das ist eine Superidee! Ich hatte eigentlich vor es als Ganztext niederzuschreiben, aber da mir während dieser Arbeit immer wieder neue Begebenheiten einfallen, muss ich ständig überarbeiten. Ich habe noch eine Rolle Packpapier liegen, ich denke die wird es statt der Tapetenbahn auch tun. Das ist sicher eine gute Möglichkeit im Brainstormingverfahren einige gute Ergebnisse zu zu erzielen.
    Ich danke dir für diesen Tipp.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    So langsam beginne ich mich an meine neue Einstellung zu gewöhnen, ich meine...heute morgen ist alles irgendwie so gewöhnlich. Ich glaube die Trockenheitsarbeit geht jetzt erst so richtig los.
    Gestern vormittag war ich bei der Arbeitsvermittlung. Sie hatten einige nette Arbeitsangebote. Ich habe mich für eine kurzfristige Beschäftigung im Februar/März bei unserem örtlichen Nahverkehrsverband beworben (ich pausiere im Moment studientechnisch) Es geht um Fahrgastzählung und das mache ich eigentlich ganz gerne...mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und zählen.
    Ich habe mir eine Kette aus Metall gekauft, die als Anhänger zwei Vogelschwingen hat. Sie soll mir als Talisman dienen und mich immer daran erinnern woher ich komme und wohin ich will. Die Schwingen sollen mich fliegen lassen...ich will fliegen wie ein Adler und nicht weiter wie ein Maulwurf blind durch dunkle Gänge kriechen - so nach dem Motto "Als Hans Maulwurf Flügel wuchsen" (An alle Tierfreunde: Ich habe nichts gegen Maulwürfe. Ich finde diese kleinen pelzigen Gesellen mit ihren Knopfaugen sogar ganz putzig, sie sollen mir nur als Metapher dienen, die meinen seelischen Zustand beim Saufen beschreibt) Diese Kette ist, wenn ich mich recht entsinne, mein erstes Schmuckstück überhaupt, außer diesem endlos fürchterliche Ring mit den Hanfblätter den ich in der Zeit trug, als ich schwer THC-abhängig war.
    Den gestrigen Nachmittag habe ich in der örtlichen Stadtbibliothek verbracht und gelesen. Dort war es sehr schön...sollte ich öfter machen.
    Am Abend habe ich mit einem befreundeten Paar telefoniert. Ich bin heute abend bei ihnen eingeladen.(sie sind umgezogen, bin schon gespannt auf ihre neue Wohnung) Als mein Bekannter ankündigte, dass er für uns dann noch was schönes zu trinken besorgen möchte, bin ich ohne, dass es mir schwer gefallen ist, auf meinen Alkoholismus zu sprechen gekommen. Mein Bekannter hatte ohne weiter nachzufragen Verständnis. Aber wer weiß ob dieser Besuch heute abend tatsächlich stattfindet - ein Sturm soll kommen...

    Eine Erkenntnis reift in mir:
    Ich bin immer noch süchtig - süchtig nach LEBEN.

    Scrooge(Alkoholiker)

    Ich habe bei einer meiner letzten Trinkpausen eine volle Flasche Bier, sozusagen als Mahnung, in einem Regal stehen gelassen, nun mit dieser Flasche Bier hat mein Rückfall begonnen (ich glaube sogar das Mindesthaltbarkeitsdatum war schon abgelaufen)

    Ich werde niemals die Kontrolle über das NERVENGIFT Alkohol haben.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Die ERSTEN Schritte für ein Leben der zufriedenen Trockenheit sind:

    EINE ALKOHOLFREIE WOHNUNG

    EIN ALKOHOLFREIES UMFELD

    Ich widerrufe meinen ersten Beitrag in diesem Faden und denke, dass Nightwish für mich nicht hilfreich bei meinem Weg in ein zufriedenes trockenes Leben sein kann.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Gestern war ich im Supermarkt. Ich habe natürlich streng auf alle Etiketten geachtet. Viele Lebensmittel musste ich wieder zurückstellen. Mir war garnicht bewusst, wo alles Alkohol enthalten ist. Ich habe mir bewusst ganz andere Dinge als sonst zum Essen gekauft. Es gibt so viele kulinarische Köstlichkeiten die ich noch nicht kenne, aber kennenlernen möchte. (während meiner aktiven Saufzeit habe ich ja immer die selben Sachen gekauft, da Nahrungszunahme wie alle anderen Sachen auch neben dem Alkohol nur zweitrangig waren...es hieß nur schnell raus aus dem Markt, du hast ja jetzt deinen "Stoff")

    Beim Frisör war ich auch, war mal wieder nötig und gibt so ein angenehm frisches Gefühl.(Ich mag es sehr gerne, mir die Haare schneiden zu lassen)

    Im Moment bin ich dabei die Geschichte meiner "Alkoholkariere" schriftlich zu fixieren. Einerseits um weiter Aufarbeitung zu betreiben, andererseits als Lebendtestament für meinen "Notfallplan". Der gestrige Abend war sehr entspannend. Ich habe eine leckere Portion Stratiatella-Eis GENOSSEN (auch etwas was ich lernen muss...GENIEßEN) und konzentriert einen Film geschaut. Abendritual war eine Tasse Pfefferminztee. Ich habe ausgezeichnet geschlafen. Heute ist einer neuer Tag an dem ich keinen Alkohol trinken werde.

    Wünsche allen einen zufriedenen trockenen Tag.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo craving, Fritz.the.Cat,

    danke für den Link, er funktioniert zwar nicht, aber als ich nach "Trockenentzug" googelte, habe ich die entsprechende Seite gefunden. Ja, Trockenentzug und Trockenrausch scheint tatsächlich das Selbe zu sein. Die Seite war sehr informativ und zeigt mir in welche Richtung eine trockene Alkoholikerkariere sich auch entwickeln könnte. (wenn alle Informationen dort stimmig sind)

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo NIGHTWISH,

    ein Schlüssel zu deinem "Erfolg" liegt wohl auch darin, dass du dich nach wie vor mit unserer Krankheit auseinandersetzt. (sonst würdest du ja nicht in diesem Forum lesen) Ich denke, wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst, könntest du vielen hier (auch mir) ein Stück auf ihrem Weg weiterhelfe. Ich wünsche dir für den Deinen weiterhin alles erdenklich Gute.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo schorni67,

    Zitat

    ich finde das war ein vernünftiger zug, dass zeug zu entfernen, auch wenn es leer ist.

    ja, sehe ich auch so. Dies war ja auch der erste Tipp den ich aus dem Forum erlesen habe. MACH DEINE WOHNUNG ALKOHOLFREI. Da gehören für mich leere Pfandflaschen auch dazu. Ich hatte vom 1.1. noch sieben Bierflaschen stehen, habe dann, wie ich schon mal geschrieben habe, versucht diese Rückgabe der "Altlasten" ganz bewusst zu erleben. Bei einer meiner vorherigen Trinkpausen habe ich eine volle Bierflasche als "Mahnung" auf einem Regal stehen gelassen, nun mit dieser Bierflasche hat auch mein Rückfall begonnen.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Blue Bouncer, Friz.the.Cat, Freund,

    ich danke euch für eure sehr hilfreichen Informationen.
    Der Link zum Belohnungssystem war sehr interessant.

    Ich haben vom Trockenentzug gelesen, der oft noch nach Jahren der Trockenheit auftreten kann. Weiß jemand von euch etwas genaueres darüber? Vor allem über einen Erfahrungsbericht würde ich mich sehr freuen. Ich möchte dafür nicht einen extra Faden eröffnen.

    Ich sauge im Moment alle Informationen, die es über unsere Krankheit gibt auf wie ein Schwamm.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoholiker)

    Hallo Micha,

    es fällt mir leichter unseren Alkoholismus als Krankheit zu akzeptieren, wenn ich dass ganze wissenschaftlich betrachte. Und wenn ich mir bewusst bin, dass diese Krankheit in meinem Kopf statt findet, gesteuert von eben jenen über Jahre manipulierte Rezeptoren ist sie Bestandteil meiner selbst und ich muss sie nicht auf irgendeinen von außerhalb kommenden mystischen personifizierten "Alkoholteufel" schieben.

    Ich arbeite im Moment auch mit gestalttherapeutischen Wahrnehmungsübungen. Wenn jetzt das sogenannte "Suchtgedächtnis" aktiv wird, sprich die Rezeptoren die Stimulation der durch Alkohol ausgelösten Stoffe praktisch einfordern, merke ich das an psychischen und körperlichen Symptomen.(diese ziehende, treibende Kraft, die nach Alkohol verlangt) Wenn ich mich jetzt auf diese wild flackernden Rezeptoren (so stell ich es mir bildlich vor) und meine durch sie ausgelösten Stresssymptome konzentriere, sie mit meiner Wahrnehmung umfahre, in den Mittelpunkt meiner konzentrierten Aufmerksamkeit rücke, habe ich das Gefühl, dass eine solche Phase schneller abebbt. Auch lerne ich so meine Gefühle, mein Denken und die mich treibenden Kräfte in einer solchen Situation besser kennen.

    Magst du mir vielleicht dein Augenrollen erklären?

    Meine Nussschale schifft im Moment auf sehr ruhigem Gewässer, aber die Abendstunden kommen erst noch.

    Liebe Grüße
    Scrooge(Alkoliker)