Beiträge von Blizzard

    Zitat von phoenix75

    Hallo Joe,

    Freu mich schon richtig. Teilweise war es auch sehr anstrengend, den Leuten zuzuhören. Manche haben sehr lange geredet. Manche sind einfach rausgegangen währenddessen, einer ist eingeschlafen :D

    Hallo phoenix,

    ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich war nur einmal auf einer Sitzung des Kreuzbundes. Prinzipiell fand ich es ja nicht schlecht. Ich habe mir die Gruppenregeln erklären lassen und war damit durchaus einverstanden. Dann folgte eine Runde, wo jeder sich selbst mir vorstellen sollte. Bei 3en ging das recht zügig, so wie ich das aus der Suchtberatungsstelle und meinen Gruppentherapiesitzungen auch kannte. Bei 2 anderen widerum dauerte diese Vorstellung sage und schreibe je 15 Minuten, wobei die Betroffenen von hundersten ins tausendste kamen - und das, wo noch nicht mal die eigentliche Sitzung eröffnet war. Danach, als diese Vorstellungsrunde endlich fertig war, ergriffen sich die gleichen beiden nacheinander wieder das Wort und erzählten wieder in aller Länge und Breite ihre Geschichten vom Wochenende. Das war mir einfach alles zu einseitig und irgendwie auch zu trostlos.

    Vielleicht habe ich einfach nur die falsche Gruppe erwischt, aber da gehe ich wohl nicht mehr so schnell hin. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was ich dort lernen soll, was ich z.B. hier nicht Tag für Tag wann ich will lesen kann.

    Diese SHG hier ist für mich eindeutig besser.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    die letzten Tage gings mir überwiegend gut. Es geht immer wieder ein Stückchen voran. Am Sonntag habe ich eine sehr interessante Sendung anläßlich des 10. Todestages von Viktor E. Frankl gesehen - dem Begründer der Logotherapie, der 3. Wiener Schule. Diese Sendung hat mich sehr neugierig gemacht, weshalb ich mir gleich darauf ein Buch von ihm bestellte und jetzt gleichzeitig auch ein Buch von der engagiertesten deutschen Vertreterin von Frankl lese. Ich will jetzt gar nicht näher erläutern, um was es da fachlich geht, nur soviel: Ich habe das gute Gefühl, durch dieses Instrumentarium wieder einen guten Schritt vorwärts zu kommen und auch meine persönliche berufliche Laufbahn wird sich teilweise sehr intensiv mit dem Thema Logotherapie beschäftigen.

    Ich habe beobachtet, das es mir besonders dann schlecht ging in den letzten Wochen und Monaten, wenn mir so mehr oder weniger die Decke hier in meiner Wohnung "auf den Kopf gefallen ist". Da ich momentan ja noch arbeitslos bin, ist das häufiger der Fall. Deshalb habe ich jetzt folgene Maßnahme getroffen: Ich stehe jeden Morgen pünktlich mit Wecker auf und gehe nach dem Frühstück in unsere Bezirksbibliothek. Dort bilde ich mich dann im Selbststudium weiter - v.a. in Hinsicht auf meine geplante Fortbildung. Mindestens 3-4 Stunden. Das kostet nichts und ist produktiv. Danach gehe ich noch ins Fitnessstudio oder auf den Sportplatz und habe so meinen Tag sinnvoll zugebracht. Das dumme und gefährliche "Hyperreflektieren", also das permanente Grübeln über sich selbst und die eventuell vorhandenen krankhaften Eigenschaften wird damit eingeschränkt - das Hirn öffnet sich wieder für andere nicht ich-bezogene Inhalte.

    Herzlichst,

    Blizzard

    P.S. Ein Nachsatz noch: Natürlich ist es für uns alle - und v.a. für dich selbst am nützlichsten, wenn du möglichst oft hier schreibst. Lass dich nicht entmutigen, wenn dann mal gelegentlich keiner antwortet - wie gesagt, das passiert hier schon mal und ist nicht weiter tragisch.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    ich möchte mich im großen und ganzen den Worten von Joe anschließen. Ich habe den Thread jetzt überflogen und irgendwie stimmt es schon, das Phoenix oft ziemlich wenig Feedback bekommen hat. Daran hat jetzt niemand "Schuld". Ich habe halt mitbekommen, das man am meisten Antworten bekommt, wenn man konkret was nachfragt, oder sich explizit hilfesuchend äußert.

    Aber selbst dann muss man sich manchmal nach ein paar Tagen in seinem Thread selber antworten. Das geht hier vielen so - und das ist auch nicht schlimm! Im geschlossenem Bereich ist der Kontakt sicherlich noch intensiver, aber nicht jeder kann oder will dorthin wechseln.

    Liebe Phoenix,

    ich kann ehrlich gesagt nur sagen, das du deine Sache hier im großen und ganzen richtig machst. Nimm dir eventuell anfallende Kritiken zu Herzen, aber nimm sie nicht persönlich - so will ich es mal ausdrücken.

    Der große Vorteil an einem Forum wie diesen ist doch, das man sich hier vielleicht traut noch ein bisschen ehrlicher und offener zu sein, als wenn man jemand anderem gegenüber sitzt.

    Ich habe z.B. hier wenig Probleme, jemanden zu sagen, das er meiner Meinung nach den falschen Weg geht, oder noch "triefend-nasse Gedanken" hat, wenn es wirklich angebracht ist. In meiner Therapiegruppe haben wir jetzt aber einen Fall, der hin und wieder versucht kontrolliert zu trinken. Der führt so ziemlich alles, was wir hier als Alkoholiker im Forum als usus anerkannt haben, mit seinem Verhalten und seiner Einstellung ad absurdum. Aber glaubst du, das ich ihm das schon wirklich so direkt ins Gesicht gesagt habe? Nein, das fällt mir bisweilen noch etwas schwer, v.a. weil der Mensch 20 Jahre älter und sehr selbstsicher ist.

    Hier im Forum ist sowas schon leichter.

    Auch wenn mir der Ton manchmal selber hier nicht wirklich hilfreich erscheint, versuche ich mal da drüber zu stehen und das nicht persönlich zu nehmen. Wenn es einem aber stört, muss man das auch sagen - denn für viele Menschen ist gerade auch das Trockenheitsarbeit: Lernen zu sagen, was einem stört und was einem fehlt.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    hier bin ich mal wieder. Mir gehts gut. ich habe ein schönes Wochenende verbracht, diesmal mit nicht ganz soviel Sport. Habe in der Woche wieder ein paar Bewerbungen geschrieben und sonst jede Menge Termine gehabt: Am Dienstag zuerst Zahnarzt (3. Sitzung innerhalb von 3 Wochen), danach Gruppentherapie-Sitzung in der Suchtberatung. Mittwochs: Einzelgespräch in der Suchtberatung. Donnerstag: Termin bei der Psychiaterin (wegen Rentenversicherungsträger). Letztere hat mir ein gut verträgliches, leichtes Antidepressivum verschrieben, das ich seit Freitag jetzt nehme. Die Wirkung soll sich erst in 2-4 Wochen "entfalten". Ich habe ein ganz gutes Gefühl momentan, das ich mein Gefühlsleben schon noch in den Griff bekommen werde.

    Morgen geht es mit den Aussenterminen frisch fröhlich weiter: Zuerst ein Vorstellungsgespräch (wo ich den Job aber gar nicht will - da hat sich jemand auf mein Stellengesuch gemeldet, weiß überhaupt nicht, was die so machen - aber hingehen kann man ja mal), dann ein Termin bei einer privaten Arbeitsvermittlung und dann noch ein Infoabend zu einer Zusatzausbildung, die ich anstrebe und für die ich mich heute angemeldet habe. :)

    Bald habe ich mein erstes halbes Jahr ohne Alkohol geschafft - und es geht mir schon viel besser, als damals. Irgendwie kommt mir meine nasse Zeit schon verdammt weit weg vor. Ich habe meine Abstinenz so verinnerlicht, dass ich vollen Ernstes behaupten will, das meine Trockenheit die Basis meines weiteren Lebens darstellt. Egal was ich noch plane, welche Ziele ich mir setze - Voraussetzung ist immer, das ich abstinent bleibe. Und mit dieser klaren Richtungsentscheidung kann ich sehr gut leben!

    Ich melde mich dann nächste Woche wieder, viele Grüße an euch alle!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Thiemo,

    im Gegensatz zum Trinken-Aufhören empfand ich das Rauchen-Aufhören (bin seit 5 Jahren Nichtraucher) als einen Klacks.

    In den ersten 3 Wochen wirst du immer wieder (v.a. in den ersten 3-7 Tagen) einen Suchtdruck, ein Verlangen nach der Zigarette spüren. Danach solltest du einfach aufpassen, dich nicht von anderen wieder verleiten zu lassen.

    Als sehr hilfreich empfand ich das "Endlich Nichtrauer" Buch von Allen Carr. Wenn man das Buch aufmerksam liest, vergeht der Gusto auf die Zigarette von ganz alleine - zumindest wars bei mir so. :wink:

    Hallo Sonnenfee,

    schön das es dir momentan gut geht. Den körperlichen Entzug hast du jetzt hinter dir. Das dieser bei dir relativ harmlos verlaufen ist, ist gut aber nicht selbstverständlich. Ich hatte auch keine Entzugserscheinungen, war mir jedoch auch bewusst, das der körperliche Entzug sowieso nur der erste, kleine Schritt auf dem Weg in eine zufriedene Trockenheit darstellt. Die richtige Arbeit kommt jetzt auf dich zu: Du musst dir ein Leben ohne Alkohol aufbauen. Du wirst in zahlreiche Situationen in deinem zukünftigen Leben stoßen, wo sich dein Suchtgedächtnis bei dir meldet und dich wieder zum Trinken animieren will. Diese Situationen gilt es zu minimieren.

    Weiters musst du die Lücke, die der Alkohol in deinem Leben zweifellos hinterlassen hat, wieder schließen. Es gibt so viel zu diesem Thema zu sagen.

    Was du unbedingt tun musst, ist schlichtweg gesagt: Am Ball bleiben! Geh in eine Suchtklinik, Suchtberatungsstelle - je nachdem, was bei dir in der Nähe ist. Informiere dich über Therapieangebote, lasse dich beraten. Informiere dich weiters über die Alkoholkrankheit im Allgemeinen - je mehr du weißt, desto eher hast du das Handwerkzeug um Rückfälle zu verhindern.

    Verharmlose bloß nicht die Krankheit, sonst hängst du schneller wieder an der Flasche als du denkst. Eine fiese Eigenschaft am Alkoholismus ist nämlich, das der Betroffene lange dazu neigt, alles als nicht so schlimm zu sehen - und deswegen immer wieder in die Falle tappt...

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo liebe Leute,

    die letzten Tage ging es mir wieder deutlich besser. Ich bin durchwegs gut gelaunt durch den Tag gegangen, habe wieder Sport gemacht, war mit meiner Frau ausgiebig spazieren und habe auch wieder Bewerbungen geschrieben. Und ich habe wieder viel nachgedacht.

    Heute ist mir dabei etwas wichtiges Bewusstgeworden. Ich dachte viel über das Thema Sucht und Abhängigkeit an sich nach - und zwar, was für Mechanismen dahinterstecken, die ich auch heute noch in mir trage, bzw. praktiziere, obwohl ich "schon" fast 6 Monate abstinent lebe. Der Denkanstoß dazu kam wieder mal von meiner Psychologin:

    Ich sagte zu ihr, wie schwer es mir fällt bei der Jobsuche Eigeninitiative zu ergreifen um etwas voranzubringen in dieser Sache und das es mir am liebsten wäre, wenn irgendwer aus meinem Umfeld zu mir kommen würde um mir etwa zu verkünden "ich habe mit dem und dem geredet, du kannst morgen hingehen und dich vorstellen". Ja, am liebsten wäre es mir, die anderen würden sich darum kümmern. Neben den Mühen, die ich mir dadurch ersparen würde (was gar nicht so im Vordergrund steht), hätte ich dann nämlich gleich auch weniger Verantwortung, wenn es schief geht ("ich wollte den Job ja gar nicht, mein Umfeld hat mich dazu getrieben, das Vorstellungsgespräch veranlasst usw.")

    Die Psychologin nickte dann nur mit dem Kopf, so als ob sie genau dieses Verhalten von hundert anderen Klienten am Tag auch hört, schaut mich in aller Ruhe an und sagt weiter nur: "Ja, das ist typisches süchtiges Verhalten, Abhängigkeitsverhalten". Wie bitte? - dachte ich da bei mir.

    Wieder zu Hause habe ich ausführlich darüber nachgedacht und jetzt wurde mir erst bewusst, was sie damit genau gemeint hat - und es erklärt auch einige andere Dinge in meinem Denken. Ein Süchtiger, ein Abhängiger gibt die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden an die Droge ab. Nur mit Stoff ist er/sie glücklich. Es ist ein Abhängigkeitsverhältnis. Wenn man jetzt trocken oder "clean" ist, mag sich zwar im Laufe der Zeit vieles normalisieren, jedoch zeigt sich die Sucht auch von einer sehr abstrakten Seite, die man möglicherweise gar nicht mit ihr in Verbindung bringt. Ich meine damit: Durch den jahrelangen Alkoholmissbrauch habe ich schleichend damit begonnen, die Verantwortung in allen möglichen Lebensbereichen immer mehr für mich herunterzuschrauben, anderen zu übertragen, wegzuschieben. Verantwortung zu haben machte mich immer unsicherer - dadurch wurde ich aber als souveräner, selbstdenkender Mensch immer mehr in meinem emotionalen Wohlbefinden auch abhängig von anderen.

    Die Souveränität, die Autonomität über mich und mein Leben, mein Empfinden, meine Gefühle und meine Taten zurückzugewinnen - das ist die eigentliche Trockenarbeit. Egal was kommt - ich muss wieder lernen voll und ganz für mich selbst Verantwortung zu tragen, dann kann ich nämlich auch SELBST wieder Glück und Zufriedenheit empfinden - und brauche dafür weder Alkohol, noch Leute die mir die Verantwortung abnehmen (und z.B. einen Job für mich suchen....).

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    ist schon witzig, wie sich unsere Situationen doch ähneln! Ich bekam und bekomme eigentlich noch immer gut Unterstützung und Vertrauen seitens meiner Frau, Eltern und Schwiegereltern. Jedoch - immerhin bin ich jetzt seit fast 6 Monaten nüchtern/arbeitslos - merke ich jetzt langsam einen gewissen Druckaufbau, ohne das es bisher besonders schlimm wäre. Meine Schwiegereltern wohnen in einem anderen Bundesland, meine Eltern in einem anderen Land :D ....das ist da zweifelsohne ein Vorteil :roll: in meiner Situation...

    Ich habe heute mit meiner Psychologin von der Suchtberatung darüber gesprochen, danach gings mir wieder besser, obwohl ich jetzt auch nicht wirklich schlauer bin. Nächste Woche Donnerstag habe ich den Termin bei der Psychiaterin, die mir jetzt eine E-Mail schrieb, nachdem telfonisch kein Durchkommen war.

    Ja, einen "Fransenteppich habe ich mit meinen 27 Lenzen noch nicht, aber immerhin schon 2 mal in die Arbeitslosigkeit gekündigt...das kommt ganz schlecht in Bewerbungen. Aber egal: Vorerst werde ich mir was ganz einfaches suchen. Zum Glück haben wir noch keine Kinder, da ist es auch nicht so wichtig, wenn ich demnächst nicht besonders verdienen sollte.

    Momentan fühle ich mich überhaupt nicht in der Situation Verantwortung zu übernehmen - ich hoffe, das wird sich bald ändern.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    die letzten Tage ging und geht es mir wieder mal nicht so gut. Ich bin ziemlich aufgewühlt. Ich weiß gar nicht, wie ich das genauer beschreiben soll. Mir fehlt einfach irgendwie die Energie und das Selbst-zutrauen, etwas entscheidendes an meiner derzeitigen Situation zu ändern. Auf meine Bewerbungen habe ich bisher nur Absagen erhalten - und das stört mich nicht mal richtig, da ich sowieso die ganze Zeit daran zweifle, ob ich einer geregelten Arbeit momentan gewachsen wäre.

    Eigentlich habe ich einen Plan: Jetzt einen Hilfsjob annehmen (mit möglichst wenig Verantwortung), im September/Oktober eine Zusatzausbildung beginnen (nebenberuflich/Platz ist frei) und danach durchstarten. Aber irgendwie bekomme ich in mir keine Euphorie, keine Laune und keine Freude über die Zukunft aufgebaut.

    Ich hätte jetzt gerne endlich mal einen Termin bei der Psychiaterin von der Suchtberatung, aber da geht keiner ans Telefon...werde mich jetzt mal erkundigen, obs da noch jemand anders gibt.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Lilly,

    verzeihe mir das ich bei deinem gutgemeinten Tipp mit dem Sport schmunzeln musst, aber damit rennst du bei mir offene Türen ein. Ich trainiere fast jeden Tag je nach Laune zwischen 1-4 Stunden. Der Sport ist tatsächlich neben meiner Ehebeziehung die einzige beständige Größe in meinem Leben. :D Ich weiß gar nicht, wie es mir in den letzten, emotional so schwierigen, Monaten ohne Sport ergangen wäre.

    Ansonsten: Wie gesagt, ich gehe demnächst zum Arzt, hab heute schon um Termin angesucht und hätte auch kein Problem damit, Anti-Depressiva zu nehmen. Von dem "ich-doch-nicht"-tripp bin ich jedenfalls lange runter. :wink:

    Herzlichst,

    Blizzard

    P.S. Entschuldige bitte Joe - mir fällt gerade auf, das ich jetzt dauernd in deinem Strang über mich schreibe, hört jetzt auch auf.

    Hallo Spedi,

    exakt so sehe ich die Sache auch. Als ich noch nass war, waren meine Depressionen zweifelsohne schlimmer, unberechenbarer und hätten gar nicht behandelt werden können.

    Jetzt wo mein Kopf klar ist und ich nun schon seit einigen Monaten nüchtern an mir arbeite, merke ich deutliche Besserung. Jedoch ist da immer noch eine Verunsicherung die durch regelmäßigen Gefühlschwankungen noch untermauert werden. Dazu kommt, das ich momentan sehr selbst-unsicher bin und mich wohl auch leicht beunruhigen lasse, wenn es mir mal schlechter geht.

    Wie dem auch sei, demnächst muss ich sowieso zur Psychiaterin, weil das der Rentenversicherungsträger, der meine ambulanten Therapiekosten trägt, so verlangt. Und da werde ich mein Problem dann auch ausführlich darstellen und abklären lassen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Oh mann, genau in der gleichen Situation stecke ich auch! :roll:
    Es ist zwar nicht mehr so schlimm wie vor 4-5 Monaten, aber im Prinzip habe ich das selbe Problem. Meine Frau geht arbeiten und studieren, ist fast den ganzen Tag ausser Haus und ich sitze hier rum. In der Früh stehe ich auf und plane noch eine ganze Reihe von Dingen zu tun, zu denen ich mich dann oft selber nicht mehr motivieren kann. Dann bin ich wieder von mir selber enttäuscht und fange an zu grübeln und über mein ganzes Lebe nachzudenken. Gestern war z.B. so ein ganz schlimmer Tag (bzw. die erste Hälfte bis zum Nachmittag, danach gings wieder besser).

    Auch ich schwanke ständig zwischen dem Gefühl, das da eine depressive Erkrankung in mir vorliegt und der Vermutung, das dem nicht so ist, weil ich oft auch wirklich ganz gut fühle - und letztere Zeiten sind seit meiner Abstinenzentscheidung immer länger geworden. :D

    Ich weiß auch nicht so recht, wie man uns helfen kann. Ich glaube wir brauchen einfach wieder Arbeit.

    Herzlichst,

    Blizzard

    hallo kommal,

    nein, ich habe meiner Zahnärztin nicht gesagt, das ich Alkoholiker bin. Warum sollte ich das tun?

    Auch verstehe ich nicht, warum man in Rückfallgefahr geraten soll, wenn ich zum Zahnarzt gehe? :roll: Und die Betäubungsspritze? Was soll damit sein?

    Also ich fühle mich auf jeden Fall so überhaupt nicht in Gefahr, wenn ich zum Arzt gehe. :D

    Sei mir nicht böse, aber ich glaube mit dieser Hyper-Vorsicht macht man sich in erster Linie selbst verrückt - und erreicht vielleicht gerade deshalb das Gegenteil von dem was man will.

    Schönes Wochenende!

    Blizzard

    Hallo liebe Leute,

    in den letzten Tagen gings bei mir gefühlsmäßig wieder ziemlich auf und ab - allerdings ohne Extreme Turbulenzen.

    Am Dienstag war ich wieder zur Therapiesitzung. In der Einführungsrunde soll man immer mitteilen, wie es einem gerade geht und ob man was mitgebracht hat, über das man sprechen will. Da die anderen vor mir dran waren und alle nichts mitbrachten, dachte ich mir spontan, lassen wir uns mal über mich reden. 8)

    Ich brachte mich also ein, erzählte über meine Sorgen, v.a. bezüglich emotionaler, psychischer Labilität die ich befürchte, wenn ich wieder ein geregeltes Arbeitsverhältnis antrete. Dabei machte dann doch der eine oder andere Andeutungen, das ich vielleicht an einer (leichten) Form der Depression leiden könnte. Ich habe das ja selber immer schon so ein bisschen in Verdacht gehabt, auch wenn vieles in den letzten Monaten (seit meiner Abstinenzentscheidung) deutlich besser geworden ist!

    Wie auch immer: Demnächst muss ich zu einer Psychiaterin, das verlangt der Rentenversicherungsträger, der ja auch die Therapiekosten trägt. Dort werde ich mal meinen "Fall" an geeigneter Stelle vortragen.

    Heute war ich beim Zahnarzt und habe mehrere Füllungen bekommen. Obwohl ich früher den Zahnarzt gefürchtet habe, wie der Teufel das Weihwasser, war es diesmal gar nicht so schlimm. Ich habe da eine gute Ärztin erwischt...

    Morgen und Übermorgen ist wieder den ganzen Tag Wettkampf - ich hoffe, das ich gut in Form bin und die Nacht trotz Aufregung halbwegs schlafen kann.

    Melde mich dann wohl erst nächste Woche wieder. Bis dahin euch allen Alles Gute!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    schön dass du dich entschieden hast einen eigenen Thread aufzumachen. Ich kannd dir nur empfehlen, es mir gleichzutun und in regelmäßigen Abständen hier über dein Gefühlsleben, deine Fortschritte aber auch Tiefpunkte zu reflektieren. Mir tat und tut das immer wieder sehr gut.

    Zur Frage nach der richtigen Therapie: Das ist natürlich nicht so einfach zu beantworten, schon gar nicht, wenn einem von verschiedenen Seiten verschiedene Empfehlungen gegeben werden.

    Prinzipiell würde ich persönlich (nur meine Meinung) an deiner Stelle eher die ambulante Behandlung in Betracht ziehen. Der große Vorteil einer stationären Behandlung ist sicher, das man dort in Ruhe unter "einer Käseglocke" sein Leben völlig neu strukturieren und überdenken kann. Man wird aus dem Alltag rausgenommen und kann sich in der stationären LZT den Grundstein für ein völlig neues Leben legen.

    Wenn aber im eigenen Umfeld das meiste passt - und bei mir ist das z.B. der Fall, sehe ich keine Notwendigkeit für eine stationäre Behandlung. Ich habe eine nichttrinkende Ehefrau, ich habe keine Freunde die sich besaufen, ich habe keinen Alkohol im Haushalt, ich habe kein Umfeld aus dem ich mich lösen müsste. Aus diesen Gründen hat mir meine Suchtberatungsstelle zur ambulanten Therapie geraten, die ich mittlerweile angetreten habe - und ich denke, das war für mich der richtige Schritt.

    Aber du musst es selbst wissen. Höre in dich hinein, schreibe dir Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapien auf und entscheide dann in Ruhe.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Roberto,

    erstmal meinen Respekt dafür, dass du nach deinem Rückfall wieder den Weg hierher gefunden hast. Ich weiß nicht, ob ich so schnell wieder hier wäre. Auch wenn dies hier nur ein virtuelles Forum ist, so hätte ich mich wohl zu sehr geschämt (auch wenns natürlich falsch ist).

    Ansonsten kann ich mich aber nur meinen Vorrednern anschließen. Du scheinst mir die Alkoholkrankheit irgendwie zu locker zu sehen, akzeptierst nicht, dass es deine volle Konzentration bedarf, um sie in den Griff zu bekommen. Wenn du wirklich trocken werden willst, dann muss diese Sache für dich an allererster Stelle in deinem Leben stehen. Da kann es keine Kompromisse geben. Gerade in deinem Fall wäre/ist die LZT der richtige Weg - damit du aus deinen bisherigen Handlungs-/Verhaltensmustern rauskommst. Ich bin fest überzeugt davon, dass du es in deiner jetzigen Situation nicht schaffen wirst. Du brauchst den Abstand - und vor allem die eigene Überzeugung, das es nur so funktionieren kann.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    also erstmal: Das mit den alkoholischen Träumen kenne ich auch. Bin jetzt mehr als 5 Monate trocken, habe die Träume aber erst in den letzten Wochen verstärkt gehabt. Sie waren gefühlstechnisch so realistisch, das ich richtig enttäuscht von mir im Traum war, wieder getrunken zu haben. Die geträumte Alkfahne hatte ich dann auch noch...naja, aber es ist auszuhalten...

    Was den Alkohol in meiner Umgebung anbelangt, sieht bei mir die Sache etwas anders aus. Ich habe damit momentan kaum Berührung. Meine Frau trinkt so gut wie nie, zu Hause sowieso nicht, höchstens wenn jemand auf ihrer Arbeit Geburtstag hat, zum Anstoßen. Meine Freunde treffe ich zu 90 % beim Sport - und da wird natürlich auch nicht getrunken. Und zu Parties oder in Discos/Kneipen ect. gehe ich gar nicht mehr (habe ich aber auch früher nicht sooft getan), weil ich mich dort jetzt extrem unwohl fühlen würde.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    die letzten Tage sind wieder ganz gut verlaufen.

    Meine Bewerbungsaktivitäten werden momentan von mir intensiviert. Gerade habe ich wieder 2 losgeschickt. Hoffe es wird irgendwann was werden...

    Dazu gleich noch eine Fragestellung, die mich momentan umtreibt: Wie soll ich gegenüber einem Arbeitgeber mit meiner Krankheit umgehen?

    Ich weiß, viele werden jetzt sagen: Ehrlich sein, ehrlich sein und nochmals ehrlich sein. Das ist in der Regel auch sicher richig und wichtig. Aber noch vor einer etwaigen Einstellung alles erkären?

    Wer nimmt mich denn dann noch? Ich bin Sozialarbeiter und möchte in diesem Beruf auch arbeiten. Aber gerade da stellt es doch jedem potentiellen Arbeitgeber die Haare zu Berge, wenn man hört dass der Bewerber trockener Alkoholiker ist (v.a. wenn es genug andere Bewerber gibt, die das NICHT sind :roll: )

    Ich würde ja auch einfach die Klappe halten und das Thema gar nicht erst ansprechen, aber: In meinem Lebenslauf fehlen nun mal die Monate März-August 2007. Wie soll ich erklären, das ich mein letztes Beschäftigungsverhältnis gekündigt habe (gekündigt in die Arbeitslosigkeit). Was soll ich also erzählen, was ich die letzten 5 Monate gemacht habe? Das ich mich von einem Nervenzusammenbruch in Folge meiner Alkoholkrankheit erholen musste? Wer bitte stellt mich dann noch ein?

    Mit Ehrlichkeit - so fürchte ich - werde ich mir vielleicht Anerkennung ernten, aber wohl keine verantwortungsbewusste Stelle.

    Noch liegt ja keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vor, aber wenn das demnächst der Fall sein sollte, wäre ich gerne gewappnet.

    Was würdet ihr mir raten? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bei der Arbeitssuche? Wie habt ihr die Sache gelöst?

    Herzlichst,

    Blizzard