Beiträge von Blizzard

    Hallo Leute,

    vielen Dank für eure schnellen und objektiven Antworten.

    Ja, ihr habt mich wieder mal ertappt. Aber eigentlich wusste ich es eh selber. Ich muss einfach mir immer wieder in Erinnerung rufen, das man nur im HEUTE leben kann, alles andere ist sinnlose Kraftverschwendung. Aber manchmal unterlasse ich diesen Gedanken und dann ist es gut, wenn es andere Menschen, wie euch hier, gibt, die es einem nochmals vorhalten.

    Es ist halt alles momentan so ungewiss. Die Stimmungsschwankungen sind zwar nicht mehr so stark wie am Anfang meiner Trockenheit, aber ich fürchte mich halt immer davor, das es bei einer neuen Arbeitsstelle wieder schlimmer werden könnte.

    Aber ich will mich nicht schon wieder in diesen Gedanken reinsteigern. Ich lebe jetzt und lasse die Dinge auf mich zukommen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Viele Grüße,

    Hallo zusammen,

    habe ja jetzt eine Woche nichts mehr von mir hören lassen. Ist aber auch verdammt wenig los hier im Unterforum (Sommerloch?).

    Mir gehts weiterhin ziemlich gut. Immer wieder werde ich zwar weiterhin für kurze Momente von "störenden Gedanken" befallen (werde ich es schaffen meine Krankheit langfristig und völlig in den Griff zu bekommen? Werde ich mein Leben dann ohne Depressionen, Zweifel und krankhafte Sorgen führen können? Werde ich eine Arbeitsstelle finden und diese Arbeit dann langfristig und verläßlich meistern?), aber insgesamt fühle ich mich weiterhin ganz gut.

    Irgendwie ist es schon komisch. Objektiv geht es mir eigentlich ausgezeichnet, aber ich traue dem Frieden weiterhin nicht wirklich über den Weg. Ständig fürchte ich, dass es seelisch doch noch einen Einbruch oder was auch immer gibt. Wer meinen Strang hier mitverfolgt hat, weiß ja, dass ich diese Zweifel und Sorgen schon die ganze Zeit mit mir rumschleppe.

    Morgen ist Dienstag - da ist wieder Gruppensitzung in meiner ambulanten Therapie. Mal sehen, wie es diesmal wird. Letzte Woche waren wir ja nur zu viert + Therapeut. Fand ich aber ganz gut. Mir war schnell klar, um was es dem Therapeuten vordergründig geht und das finde ich in Ordnung.

    Insgesamt 5 Bewerbungen habe ich jetzt am laufen. Bis jetzt kam noch keine Rückmeldung. Das ist ja weder positiv noch negativ, v.a. deswegen, weil die Bewerbungsfristen bei den betroffenen Stellen noch laufen.

    Wenn ich an Arbeit denke, dann habe ich sowohl ein freudiges Gefühl, als auch ein besorgtes. Ein freudiges deswegen, weil ich dann wieder mein eigenes Geld verdiene und natürlich auch wegen der sozialen Wirkung. Irgendwie fühle ich mich ja doch von meiner gesamten Verwandtschaft in dieser Hinsicht "beobachtet". Auch wenns keiner sagt, erwartet man natürlich von mir als jungem gesundem Mann, das er arbeiten geht.

    Andererseits habe ich auch hier Sorgen: Ich fürchte mich davor, zu versagen, indem ich wieder seelisch einbreche, irgendwelche depressiven Phasen bekomme, was weiß ich. Beim letzten Mal war das für mich wirklich eine Katastrophe - aber auch wegweisend. Denn wegen den Depris damals habe ich den endgültigen Entschluss gefasst, dem Alkohol abzuschwören, der für mich die grundlegende Ursache meiner seelischen Probleme war.

    Was sich ja jetzt auch bestätigt. Ich lebe jetzt bald 5 Monate ohne Alk und es geht mir vieeeel besser! Aber wird es auch so bleiben? Diese Frage treibt mich einfach noch sehr um....

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Malle,

    irgendwie hatte ich beim Lesen dieses Stranges gerade das Gefühl, ich sei im falschen Film.

    Du stellst dich vor, bittest um Rat, bekommst eine Ansicht, die dir gegen den Strich geht und willst daraufhin schon wieder gehen? Hallo?

    Kommt es beim Erlernen einer dauerhaften Trockenheit nicht gerade darauf an, über die Ansichten anderer Betroffener erstmal nachzudenken anstatt sich sofort wie eine beleidigte Leberwurst zurückzuziehen?

    Du bist doch ein erwachsener Mensch! Jeder hier im Forum hat ein klein wenig andere Ansichten (auch wenn wir uns in bestimmten Punkten sehr einig sind). Sicherlich könnte dir der Austausch hier im Forum auch weiterhelfen. Wenn du dir selber diese Chance nicht zugestehst ist das natürlich deine Sache.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Danke Andi!

    Ich hatte Erfolg. Neue persönliche Bestzeit und ein toller Lauf bei idealen Läuferbedienungen in der Berliner West-City!

    An diesem Abend gestern gab es zwei Anlässe, wegen derer ich mich früher zugeschüttet hätte:

    1. Der tolle Lauf - die sportliche Leistung.
    2. Als ich nach Hause fuhr, musste ich am S-Bahnhof feststellen, das mein Rad geklaut wurde. Trotz Absperrschloss!

    Insofern war der gestrige Tag eine gute "Übung" um zu sehen, wie sehr mich dies belastet, bzw. ans Trinken denken lässt. Ergebnis: Überhaupt nicht. Mein Entschluss sitzt so fest, das Alkohol wirklich keine Option, auch nicht in Gedanken darstellt. Keine Lust, kein unterbewusstes Verlangen, geschweige denn Saufdruck. Es scheint mir, als ob ich auf meinem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen bin.

    Das tröstet mich über den Verlust meines Fahrrades dann wieder etwas hinweg... :roll:

    Muss mir jetzt ein neues Fahrrad holen, am Dienstag ist erste Therapiesitzung. Morgen schreibe ich noch 2 Bewerbungen. Bis die Tage!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Smilla,

    und vielen Dank auch für deine nachträglichen Glückwünsche!

    Heute war ein guter Tag. Ich ging gestern endlich mal wieder ein bisschen früher schlafen und stand schon um halb acht auf. Für mich ist das ziemlich früh - im Vergleich zu den Wochen davor. :roll:

    Ich hatte natürlich auch einen Grund dafür: Um 9 Uhr war das erste Gespräch mit meinem Therapeuten von der Suchtberatungsstätte - jetzt geht es also mit der ambulanten Therapie los. Gesprochen wurde heute nochmal über die Ziele meiner Therapie und über meine persönliche Einschätzung meiner Lage.

    Meine Ziele habe ich so formuliert:

    1. Weitere Stabilisierung meiner Trockenheit
    2. Gewinnung/Zurückgewinnung meiner Selbstsicherheit, gerade auch bezüglich des Wiedereinstieges in den ersten Arbeitsmarkt.
    3. Allgemeine psychische Stabilisierung.

    Dann wurde ich gefragt, wie ich mich charakterlich selber beschreiben würde. Das war gar nicht so einfach. Denn die Adjektive, die vor einem Jahr (also in meiner nassen Zeit) noch zutreffend gewesen wären, waren es jetzt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil nicht mehr. Da musstte ich also erstmal nachdenken, wie ich jetzt wirklich bin. Nach langem Nachdenken war ich dann folgende Worte in den Raum "extrovertiert, tolerant, jähzornig, gerechtigkeitsfanatisch, sesshaft". Mehr viel mir nicht ein.

    Am Dienstag ist die erste Gruppensitzung. Mal sehen, was das gibt.

    Danach war ich heute noch in meinem ehemaligen Büro, wo ich bis November 2006 beschäftigt war. Ich besuchte meinen ehemaligen Arbeitskollegen, der dort jetzt alleine in seinem Büro sitzt. Wir haben uns über alte Zeiten unterhalten und gemütlich Kaffee getrunken. Ich habe ihm auch von meinem Werdegang erzählt. Er war überrascht, weil er - so wie ich das vermutete - nie gemerkt hat, das ich ein Alkoholproblem haben könnte.

    Am Nachmittag habe ich mir ein sehr angenehm-erholendes Nickerchen gegönnt und dann war ich mit meiner Frau einkaufen und Besorgungen machen.

    Morgen habe ich einen 10km-Wettkampf. Bin gut in Form und freue mich darauf. Viele Grüße an euch alle und ein schönes Wochenende!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Guido,

    mit welchen gesundheitlichen Verbesserungen du rechnen kannst, hängt maßgeblich damit zusammen, was denn schon alles kaputt war.

    Ich hatte 2004 während meiner nassen Zeit (damals war ich gerade mal 24) eine massive Fettleber diagnostiziert bekommen. Jetzt bin ich seit etwa 4 1/2 Monaten abstinent - und der Ultraschall beim Internisten ergab eine Rückbildung der Fettleber auf unbedenkliches Niveau. Auch alle anderen inneren Organe waren "frei", wie es so schon heißt.

    Ganz grundsätzlich ist es doch so: Alkohol ist ein Zellgift. Es wirkt also auf den ganzen Körper zerstörend. Wenn man nun abstinent lebt, regenerieren sich alle möglichen Zellen im Körper.

    Aber auch indirekt führt die Abstinenz zu höherem gesundheitlichem Niveau: Schließlich waren die meisten von uns während ihrer nassen Zeit sehr träge, unsportlich und machten wenig für die allgemeine körperliche Fitness. Abstinent hat man aber wesentlich mehr Energie - und Sport macht auch wieder Spaß.

    Ich habe letztens gelesen, dass sich sogar Gehirnzellen bis zu einem gewissen Grad wieder regenerieren können, wenn man denn nur abstinent lebt.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Löwe,

    das mit dem "Du doch nicht!" von den Bekannten und Freunden kann ich gut nachvollziehen. Bei mir war es so, das zwar schon alle gewusst haben, das ich sehr gerne mal einen hebe und auch ziemlich viel vertrage, aber es hat wohl niemand wirklich für ein Problem gehalten - weil ich die längste Zeit ja auch noch "gut funktioniert" habe (bis es halt irgendwann psychisch für mich nicht mehr ging so weiterzumachen).

    Ich lebe jetzt seit 19. März abstinent. Seit diesem Zeitpunkt hat sich in meinem Leben, v.a. in meinem Denken und meiner Einstellung dem Alkohol gegenüber, sehr viel verändert.

    Ich von Anfang meiner Abstinenz an bei einer Suchtberatungsstelle in Betreung, zu der ich noch während meiner letzten nassen Tage Kontakt herstellte. Anfangs war ich täglich in eine Gesprächsgruppe eingebunden, die aber für jeden Teilnehmer auf 4 Wochen begrenzt war. Während dieser Zeit lernte ich sehr viel - einerseits im täglichen Austausch mit anderen Betroffenen und den Psychologen der Beratungsstelle - andererseits im Internet und vor allem natürlich hier im Forum. Da ich als eine indirekte Folge meines Alkoholismus auch arbeitslos wurde, hatte ich viel Zeit - ich konnte und musste mich mit mir selber befassen. Mit meinen Gedanken, meinen Ängsten, Hoffnungen, auch mit Überzeugungs- und Glaubensfragen.

    Am Anfang war das ein ziemliches Wirrwarr, doch mittlerweile habe ich einige Zusammenhänge der Suchterkrankung Alkoholismus im Allgemeinen und auf meine Person spezifiziert, verstanden. Und ich arbeite täglich weiter an mir.

    Im Laufe der Gespräche, die ich mit meiner Psychologin von der Suchtberatungsstätte hatte, wurde mir eine ambulante Therapie nahegelegt: 2 wöchentliche Termine - 1 Gruppengespräch (90 Minuten) + 1 Einzelgespräch mit der Psychologin. Anfangs war ich skeptisch, dann überzeugt, dass das gut für mich ist. Jetzt bin ich wieder skeptisch aber auch neugierig. Am Freitag dieser Woche gehts los.

    Meine Ziele sind jetzt - ganz grob: Weiter an meiner Trockenheit arbeiten. Dazu gehört für mich auch vordergründig, wieder die Selbstsicherheit zu gewinnen, früher oder später Vollzeit arbeiten zu gehen. Und das bedingt widerum, das ich eine gewisse positive Grundhaltung zu mir, meinem Leben und meiner Zukunft habe. Dabei soll mir jetzt die Therapie auch weiterhelfen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Löwe,

    das hört sich ja richtig gut an. Auch ich brauchte keine stationäre Entgiftung, hatte keinerlei Entzugserscheinungen usw.

    Trotzdem war es für dich und mich richtig und wichtig, trotzdem zum Arzt zu gehen - erstens um unseren Zustand nochmal von jemanden begutachten zu lassen, der es von Berufs wegen wissen muss und zweitens, um für uns selbst nach aussen zu gehen. Du hast jetzt einen wichtigen Schritt nach aussen gemacht! Für deine Psyche war das sehr wichtig - es zeigt dir jetzt selber, dass du dein Problem, deine Krankheit, ernst nimmst und bereit bist, etwas dagegen zu tun!

    Jetzt heißt es, am Ball zu bleiben. Du bist bei einer Suchtambulanz in Betreuung, eine Kur steht zur Debatte - die nächsten Schritte werden jetzt folgen.

    Weiter so!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Zitat von kommal

    Hallo Blizzard,


    "Sie haben ihre Kindheit als glücklich erlebt" sagte er und das hat einen ziemlichen Denkprozess ausgelöst. :?: Heute sehe ich die Zeit ganz anders, als glücklich empfunden und unglücklich verlaufen. Besser bekomm ich´s jetzt nicht formuliert. Bei der ganzen Geschichte geht und ging es mir auch nie um Schuldige (Eltern), sondern um URSACHEN. Und da bin ich heute wesentlich weiter. :idea: Die Ursachen meiner Sauferei sehe ich jetzt nicht in den letzten Jahren als Folgen einer Entwicklung, sondern in meinen ersten zehn Jahren als Folgen des Beginns MEINER Entwicklung.

    Ich habe für meine Trockenheitsarbeit ganz andere Ansätze gefunden!

    LG kommal

    Hallo kommal,

    ich habe über deine Zeilen eine Zeit lang nachgedacht und finde den Gedanken, der dahinter steckt sehr interessant.

    Wenn du möchtest, würde es mich freuen, wenn du dazu noch etwas weiter ausholst. Denn der Gedanke, das ich mit 14-15 als ich anfing, meine problematischen Trinkgewohnheiten zu entwickeln, dies als Folge dessen tat, ich wie ich die Jahre davor meine Gefühle erlebte und Bewältigungsstrategien entwickelte (oder auch nicht entwickelte), klingt plausibel.

    Ich z.B. wollte als Kind in der Schule, beim Sport und beim anderen Geschlecht immer zu den Besten und Beliebtesten gehören - aber es gab natürlich immer welche, die besser, schneller, athletischer und erfolgreicher waren. Ich schaffte es - meiner Ansicht nach - immer "nur" in die 2. Reihe. Als ich dann anfing zu trinken, dann fühlte ich mich so selbstsicher, cool und souverän, wie ich mich wohl fühlen wollte, ohne dass es dafür eine objektive Grundlage gab. War das vielleicht ein Grund für meine Trinkgewohnheiten? Ich glaube schon, irgendwie fühle ich mich jetzt in diesem Moment so, als ob ich etwas wichtiges entdeckt habe. Wow! :idea:

    Ich muss jetzt weiter darüber nachdenken - würde mich freuen, mehr von dir, oder natürlich auch von den anderen, zu diesem Thema zu hören.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Zitat von Train

    ich dreh mich im kreis --- fortlaufend schwirren die gedanken hin und her, ich bin unruhig, nervös, traurig - aber kein gedanke an alkohol! Allerdings ist das ein Zustand der so durchaus Stunden anhält ... wenn ich mich nicht ab und zu zwinge, was zu tun, würde ich vollkommen regungslos sitzen oder liegen und in die luft starren und die gedanken würden kommen und gehen - mal mit angst im Bauch, mal ohne ...

    train

    Hallo Train,

    mir ging es am Anfang meiner Abstinenz genauso - das war vor nichtmal 5 Monaten! Jeder Gefühlszustand, den du beschreibst, habe ich genau so auch erlebt. Eigentlich könnte das auch eines meiner Postings von damals sein. :?

    Glaube mir: Es wird besser.

    Ich würde nicht zwangsläufig auf eine behandlungsbedürftige Depression schließen, ein Besuch beim Arzt ist aber auf jeden Fall empfehlenswert.

    Bei mir ist dieser Zustand von Woche zu Woche ein Stück besser geworden. Ich habe die auf mich einströmenden Gefühle einfach versucht zuzulassen, ruhig durchzuatmen und mich irgendwie zu beschäftigen. Ohne meinen Sport wäre ich zu dieser Zeit vielleicht völlig abgedreht, wer weiß...

    Ich dachte dabei auch die ganze Zeit nicht an Alkohol, kein Saufdruck o.ä. ABER: Ich wusste in schlimmen Momenten, das nach ein paar Bieren die Welt erstmal wieder in Ordnung wäre - bis zum nächsten Morgen, wo dann alles noch viel schlimmer geworden wäre. Alkohol war einfach keine Option mehr für mich - dafür hatte ich mich fest entschieden.

    Vielleicht ist das auch ein Grund für die uns beide überfallende, innere Unruhe? Davor konnte ich Trinkpausen ja immer ganz gut hinbekommen (teilweise bis zu einem halben Jahr!): Ich sagte mir einfach "wenns mir mal ganz schlecht gehen sollte, dann fange ich halt wieder zum Trinken an"...tja und das wars dann.

    Aber jetzt gibt es keine "Trink-Option" mehr. Du musst etwas neues finden, was deinem Leben, auch deinem geistigem Leben, Inhalt, Sinn und Richtung gibt.

    Interpretiere die dich derzeit überfallenden Gefühle am besten so: Dein Unterbewusstsein versucht sich gerade an den Gedanken zu gewöhnen, das Alkohol zukünftig keine Lösung mehr ist, kein gehbarer Weg für dich. Alkohol hat keine Bedeutung mehr.

    Du befindest dich in einer Art Übergangsphase - halte durch! - sie dauert nicht ewig. Auf keinen Fall aufgeben!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo bordy,

    jetzt hab' dich doch nicht so und bleib hier. Jeder kann mal was falsches oder missverständliches schreiben. Die Frage, die sich bei mir dann stellt, ist: Tut es derjenige aus Ideologie und Überzeugung, oder einfach "aus dem Bauch heraus".

    Ich denke, wir können dich hier schon richtig einordnen. Das Schreiben und der Austausch hier im Forum kann sicher auch dir sehr gut helfen, auch wenn bei dir Borderline die primäre Krankheit sein sollte. Und wir anderen profitieren doch davon auch. Ich z.B. habe mich erst wegen dir im Internet umgesehen, was Borderline-Syndrom eigentlich meint - und weiß jetzt mehr.

    Man kann vielleicht anderer Auffassung sein - aber ich bin ziemlich überzeugt davon, das Alkoholismus nie als völlig isoliertes Krankheitsbild auftritt.

    In diesem Sinne kann ich dir nur empfehlen, hier im Forum weiterzuschreiben.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo lilly

    und vielen Dank auch für deine nachträglichen Glückwünsche!

    Das mit der Therapie ist so eine Sache. Irgendwie habe ich ja gar nichts gegen sie, werde sie auch mitmachen und schauen, was ich davon mitnehmen kann. Es ist halt einfach nur so, das ich nicht so genau weiß, was man bei mir großartig therapieren kann. Ich habe in meiner Vergangenheit eigentlich nichts aufzuarbeiten, glückliche Kindheit, fürsorgliche Eltern, Erfolg in der Schule, Freunde, Freundin, jetzt Ehefrau - alles da. Keine Tiefpunkte, keine Katastrophen, keine Verluste, keine Trauer, kein gar nichts. Null negatives.

    Vielleicht habe ich aber auch nur eine zu begrenzte Vorstellung von Therapie.

    Die ambulante Therapie hört sich ja auch nach mehr an, als sie ist. Es sind im Prinzip 2 wöchentliche Sitzungen. Ein Einzelgespräch mit meiner Psychologin, bei der ich schon seit Monaten regelmäßig zu "Gast" bin und von der ich sehr viel halte - und ein 90minütiges Gruppengespräch mit Therapeuten, ohne spezielle Themenvorgaben. Hört sich für mich irgendwie an wie "Selbsthilfegruppe mit professioneller Moderation". :?:

    Egal, ich werde es machen - schaden wirds mir schon nicht, ausserdem sind die Einzelgespräche mit der Psychologin ja doch immer schon sehr fruchtbar für mich gewesen. Da kann ich mich sehr gut reflektieren.

    Herzliche Grüße an dich und alle anderen,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    seit ich von meiner Flitterwoche zurückgekommen bin, fühle ich mich in einem neuen "Stadium" angekommen. Die Gedanken, die Sorgen und Grübeleien, sind zwar grundsätzlich noch die gleichen wie vorher (wie denn auch sonst, schließlich bin ich ja auch noch der selbe Mensch :roll: ), sie fühlen sich aber anders an.

    Ein Stück mehr Selbstsicherheit scheint gewonnen zu sein. Am Dienstag und Gestern habe ich die ersten 4 Bewerbungen geschrieben, seit ich trocken bin. Es ging mir dabei gar nicht schlecht. Dienstag war ich ausserdem wieder bei der Suchtberatung. Meine ambulante Therapie wurde von der Rentenversicherung bewilligt, aber mittlerweile frage ich mich immer öfter: "Brauch ich die denn überhaupt?". Meine Psychologin meinte, das das ganz normal ist. Ich glaube ja mittlerweile, das ich die Therapie nicht brauche, aber ich werde sie trotzdem machen. Es ist ein Angebot, das mich nichts kostet, mir vielleicht hilft, aber auf keinen Fall schadet. Also: Warum nicht?

    Zwischendurch befallen mich immer noch mal wieder Gedanken der Unsicherheit, der Lethargie und des Zweifels - aber ich weiß ja mittlerweile, das ich da wieder rauskomme aus diesen Gedankenmustern - und dadurch tauchen sie auch immer seltener auf. Hoffentlich gehts so weiter.

    Gehe jetzt zum Bowlen, das kann ich richtig gut. :D

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Stormday,

    der Zusammenhang bzw. Kreislauf Alkohol - Depressionen beschäftigte mich von Anfang meiner Suchtaufarbeitung an.

    In den vergangenen Jahren setzten bei mir immer während meiner Trinkpausen (seit 2000 jährlich immer 1-2 Trinkpausen zwischen 5-25 Wochen) nach einer gewissen Zeit Depressionen ein. Sie waren nicht krankhaft schlimm, aber doch sehr unangenehm. Wenn ich dann trank waren sie monatelang ziemlich verschwunden. Lange Zeit dachte ich, dass ich einfach von Natur aus depressiv bin (Stichwort: Schilddrüsenfehlfunktion) :roll: Natürlich gibt es solche Fälle, aber mittlerweile bin ich ziemlich sicher, dass der Alkohol die Grundursache meiner Depressionen ist. Ich konnte nach vielen Jahren der Sauferei nur noch mit Hilfe von Alkohol Freude, Leichtigkeit und Entspannung empfinden. Längere Zeiten ohne Alkohol führten dann zu Depressionen. Das war für mich ein schier unüberwindbarer Kreislauf. Einige Wochen gings mir mit dem Saufen richtig gut, dann kamen einige Wochen wo ich mir immer mehr und besorgte Gedanken um meinen Konsum mache, dann die Entscheidung eine Trinkpause einzulegen, dann einige Wochen Gewissensberuhigung durch die Trinkpause, dann Depressionen während der Trinkpause und dann wieder alles von vorne. Ich war schon sehr verzweifelt, weil ich dachte, da niemals rauszukommen. Aber jetzt sehe ich wirklich eine Chance, weil ich mein Problem, meine Krankheit jetzt erst richtig kenne.

    Wenn man zuviel Alkohol trinkt und sich daraus diverse Probleme ergeben, dann meldet sich nun mal irgendwann unvermeidbar das eigene Unterbewusstsein/Seele zu Wort und macht einem auf seine Weise klar, das da etwas falsch läuft.

    Aber ich spreche nur für mich. Sicher gibt es auch viele Fälle, wo Depressionen durch andere Ereignisse (Tod von Angehörigen, Scheidung, Krankheit usw.) ausgelöst wurden, die man dann versucht hat, mit Alkohol niederzukämpfen.

    Zitat von ernie001

    Was macht Ihr , wenn der Druck zu hoch wird ?

    Ich mache sehr viel Sport um mich in solchen Situationen richtig auszupowern. Dazu trinke ich sehr viel Flüssigkeit (bis zu 5 Liter pro Tag - je nachdem wieviel Sport ich an diesem Tag mache).

    Auch Beten hat bei mir immer geholfen, wobei ich darin weniger ein bestimmtes religiöses Gottesbild anbetete (darunter kann ich mir einfach zuwenig vorstellen), sondern mehr mir innerlich gut zuredete und Gott darum bat, das alles besser wird. Irgendwie habe ich mich danach immer ruhiger gefühlt.

    Für den Notfall habe ich mir schon mal gedacht, mir ein Kissen zu nehmen darin reinzubeissen und so laut zu schreien wie es nur irgendwie geht. Ich habe gehört das soll sehr befreiend sein. :wink:

    Ich denke, jeder Alkoholiker, der trocken werden will, entwickelt da seine eigenen Strategien.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo ernie,

    herzlich willkommen im Forum.

    Aus deinem Posting kann man erkennen, das du es sehr ernst meinst mit deinem Wunsch, dauerhaft und zufrieden trocken zu werden. Damit erfüllst du bereits die wichtigste Voraussetzung für einen Erfolg: Du willst es selbst und tust es nur für dich!

    Das dein Umfeld teilweise dein Problem nicht als solches ansah, ist kein Einzelfall. Auch bei mir sahen es viele nicht als so ernsthaft an, wie ich selber es tat - nichtmal meine Frau. Aber ich selbst wusste, das etwas falsch läuft - und ich konnte natürlich auch viel von meiner Trinkerei verheimlichen.

    Du hast dich geoutet, warst bei deiner Ärztin und hast nach 3 Wochen jeden körperlichen Entzug hinter dir.

    Jetzt beginnt die "richtige" Arbeit - die Arbeit an dir selbst. Mir (der ich selber erst seit 4 Monaten trocken bin) hat es am Anfang sehr gut getan, mich hier im Forum intensiv einzulesen und auszutauschen und mich auch an anderer Stelle im Internet ausführlich zu informieren. Dazu habe ich noch das eine oder andere Buch über die Alkoholkrankheit gelesen und durch all dies erst das notwendige Know-how erlangt, um meine Krankheit zu begreifen.

    In der nächsten Zeit werden auf dich womöglich die unterschiedlichsten Gefühle einprasseln, die du früher weggesoffen hast (zumindest war das bei mir und vielen anderen so). Lerne, mit diesen nüchtern umzugehen. Das sehe ich momentan als Schwerpunkt meiner Trockenarbeit.

    Und noch ein Tipp: Such dir eine Beschäftigung/Hobby, was dir richtige, tiefe Freude bereitet (falls du nicht schon eins hast). Das gibt deinem Leben Inhalt und verhindert das aufkommen von Gefühlen der Leere und Sinnlosigkeit.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    heute habe ich mich mal mit folgender Frage beschäftigt:

    Bereue ich mein bisheriges Leben, insbesondere meine nasse Zeit?

    Vielen wird diese Frage vielleicht geschmacklos erscheinen, schließlich beantworten die vielen traurigen und verlustreichen Geschichten, die wir durch die Droge Alkohol durchlebt haben, diese Frage offenbar eindeutig.

    Ich persönlich komme allerdings immer mehr zu der Einstellung, das die Alkoholkrankheit ein Teil meiner Persönlichkeit, meines Wegs und auch meines Schicksals ist. Viele denken sich vielleicht: "Hätte ich doch in meiner Jugend bloß nach dem "richtigen" Freundeskreis mich umgesehen, hätte ich doch bloß Sport gemacht, statt in die Kneipe zu gehen, hätte ich doch dieses oder jenes getan anstatt zu saufen.

    Doch wäre es tatsächlich so einfach gewesen? Ich glaube: Nein. Nichts und niemand hätte mich am Anfang meiner Säuferkarriere stoppen können. Schon der erste Rausch war einer zuviel, denn ich lernte ihn sofort lieben und wollte ihn fortan immer und immer wieder erleben. Andere Drogen waren für mich völlig uninteressant. Selbst wenn man mir damals gesagt hätte, das ich 12 Jahre später psychische Probleme, eine Fettleber im Anfangsstadium und berufliche Probleme durch den Alkohol bekommen werde - es hätte nichts geholfen. Ich musste diesen Weg offensichtlich gehen.

    Das klingt irgendwie schwer nach "Vorbestimmung", nicht wahr? Und tatsächlich habe ich bei dieser Sache das Gefühl, das es soetwas sein könnte. :o

    Soviel zu diesem Gedanken.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Kathinka,

    habe mir jetzt deinen Thread ganz durchgelesen und komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

    So einen krassen Angehörigen-Fall habe ich hier selten gelesen.

    Pass gut auf dich auf und lass dich nicht unterkriegen! Wie ich aber aus deinen Postings lesen kann, besitzt du eine wunderbare Waffe: Beissenden Sarkasmus - den kannst du in deiner Situation auch gut gebrauchen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Wenn der Antrag von der BfA an die Krankenkasse weitergeleitet wird, sagt sie damit, das sie nicht zuständig ist, möglicherweise weil du zuwenig Versicherungsmonate in der Rentenkasse vorweisen kannst.

    In diesen Fällen muss die Krankenkasse die LZT zahlen. Habe von solchen Fällen hier schon ein paar mal gelesen.

    Herzlichst,

    Blizzard