Beiträge von Blizzard

    Hallo Kerstin,

    ich kann deine Wut über den Spruch deines Ehemanns bezüglich der LZT gut verstehen. Viele Nicht-Betroffene wissen einfach zuwenig über unsere Krankheit und die Mechanismen dahinter.

    Der große Teil unserer Bevölkerung denkt ungefähr in dem Muster: "Da gibt es diese Getränke mit Alkohol und manche konsumieren davon zuviel. Die sind dann ständig betrunken, man nennt sie deswegen auch Alkoholiker. Die können aber ganz leicht Ex-Alkoholiker werden, wenn sie nichts mehr trinken". So einfach gestrickt ist die Welt vieler Menschen.

    Das hinter unserer Krankheit aber auch eingefahrene Mechanismen, der missglückte Umgang mit individuellen Gefühlslagen, Konfliktunfähigkeit, Unfähigkeit zur Entspannung ohne Alkohol und vieles mehr, stecken, davon wissen die meisten nichts. Aber genau für diese Dinge sind Therapien da.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    das Zitat in der Signatur von Pauly ist mir in den letzten 2 Wochen immer wieder durch den Kopf gegeistert und ich habe mich intensiv damit auseinander gesetzt und die dahinter stehende Wahrheit für mich "beleuchtet".

    Ich glaube eines der größten Probleme der Menschen ist es, die Ursachen für seine eigenen Probleme in seiner Umwelt oder beim "Schicksal" zu suchen um sie sich irgendwie zu erklären oder das eigene Versagen erträglich zu machen.

    Am Anfang habe ich mir zu dem Spruch gedacht "na gut, dass ein Streit mit einem Angehörigen, ein verlorenes Fussballspiel, eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr oder das schlechte Wetter kein Grund ist, sich das eigene Saufen zu rechtfertigen, ist ja klar - das begreift doch jeder".

    Aber die Wahrheit geht doch noch viel tiefer: Ob ich negative Gedanken habe, aus denen sich negative Gefühle wie Angst, Sorgen oder Wut entwickeln, die dann wiederum zu negativen Handlungen/Haltungen führen (z.B. sich zurückziehen, lethargisch werden, das Haus nicht mehr verlassen, Gesellschaft meiden, herummurren und über das eigene Schicksal schimpfen und jammern; bei nassen Alkoholikern schlichtweg: Trinken) - all dies entspringt doch meinem eigenen Geist, meinem eigenen Denken!

    In den letzten Wochen und Monaten saß ich oft in der Früh bei meiner Tasse Kaffee und fragte mich voller Sorgen "Oh Gott, was werden mich heute wohl wieder für Gefühlslagen erwarten?" Wie ein willenloses Stück Treibholz auf offener See, das von Wind und Wetter nach Belieben hin und her geworfen wird, so kam ich mir vor. Ich fühlte mich machtlos.

    Jetzt wächst aber langsam die Erkenntnis in mir, dass dem gar nicht so ist. Ich bin nicht irgendwelchen negativen Gefühlslagen machtlos ausgeliefert. Ich kann sehr wohl was dafür zu tun, negative Kreisläufe (aus Gedanken werden Gefühle, aus Gefühlen werden Handlungen, Handlungen erzeugen widerum Gefühle usw.) aufzubrechen. Ich kann dem Hin- und Hergeworfen werden selbst entgegensteuern - indem ich dem Sturm meine positiven Gedanken entgegensetze.

    "Positives Denken" - dies gilt es jetzt für mich zu kultivieren.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Pauly,

    und vielen Dank auch für deine guten Wünsche!

    Einen Urlaub ohne Alkohol zu verbringen - das erschien mir persönlich im Vorfeld eine der schwersten "Prüfungen", da Urlaub für mich seit 10 Jahren immer gleichbedeutend mit regelmäßigem Vollrausch war. Ich fragte mich, ob ich von meinem Gefühl her das einfach so hinkriege.

    Mir war nur klar, das ich keinesfalls etwas trinken werde in diesem Urlaub - auch wenn es mir noch so schlecht dabei gehen sollte. Es kam aber anders: Es ging mir nämlich gar nicht schlecht damit! Im Gegenteil: Ich konnte den Urlaub wirklich so verbringen, wie man sich das so vorstellt: Erholung, Sport, Freizeitaktvitäten, gutes Essen, Geselligkeit und Ruhe. Alles das hatte ich - ohne Alkohol.

    Da mein Entschluss des Nicht-Trinkens ja jetzt bereits einige Monate feststeht, kamen auch keine Wehmutsgefühle oder sowas in der Art auf. Mein Verstand, mein Geist war also frei, sich völlig auf diese neue Urlaubssituation einzulassen - und es hat prima funktioniert, viel besser als ich mir das dachte.

    Jetzt will ich hier weiter zu Hause daran arbeiten, dass sich dies auch auf meinen übrigen Alltag überträgt.

    Viele Grüße an die Côte d'Azur (?)

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Kerstin,

    schreib doch wieder mal ein paar Zeilen mehr darüber, wie es dir so geht. Irgendwie hörst du dich ziemlich lethargisch an (ohne dir zu nahe treten zu wollen).

    Meistens hilft es einem, wenn man seine Gefühle sich mal frei von der Leber weg schreibt - auch wenn die ersten Worte ziemlich schwierig fallen.

    Aber vielleicht schätze ich die Situation auch völlig falsch ein.

    Was ergab denn deine Untersuchung?

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Annika, Speedy, Sweety und Timster!

    Danke für eure Glückwünsche und die netten Worte - ich habe mich sehr gefreut.

    Werde jetzt weiter an meiner Trockenheit arbeiten und habe durch den gelungenen Urlaub wieder ein Stück Selbstvertrauen bekommen. Meine Güte, ich hatte mir diverse Horrorszenarien im Vorfeld durch den Kopf gehen lassen, die allesamt zum Glück nicht eingetroffen sind. Hoffe, das sich daraus jetzt in emotionaler Hinsicht ein stabiler Trend für die nächste Zeit ergibt.

    Viele Grüße an euch und bis bald!

    Blizzard

    Hallo liebes Forum,

    ich bin wieder zurück und freue mich, mitteilen zu können, das es mir sehr gut erging. ich bin jetzt verheiratet, immer noch trocken und hatte einen alles in allem sehr schönen Urlaub.

    Am Anfang war ich noch etwas angespannt. Ich wusste nicht, was da so auf mich zukommen wird - im 1. Urlaub ohne Alkohol. Gerade zu Beginn gab es so die eine oder andere Situation, die mich sehr an meine nasse Zeit erinnerte. Es gab da z.B. einen Abschnitt am Strand, wo ich in den letzten Jahren immer zu sitzen und Dosenbier zu trinken pflegte. Diesmal bin ich daran vorbei gejoggt bzw. war schwimmen. Am 1. Tag wurden da schon bestimmte Gefühle wieder wachgerufen. Aber bereits beim 2. Mal war davon nichts mehr zu spüren.

    Wir machten jeden Tag Sport, gemeinsame Freizeitaktivitäten (Kartfahren, Minigolf usw.) und abends dann Gesellschaftsspiele bis spät in die Nacht. Bei all dem wurde ich dann sehr schnell sehr entspannt und auch richtig glücklich. Zu keinem Zeitpunkt verspürte ich das Bedürfnis Alkohol zu konsumieren.

    Auch nicht am Tage der Trauung, wo einem ja z.B. selbst im Fernsehen immer suggeriert wird, das man diese Stunden nur mit einem Flachmann im Anzug überstehen kann. Ich war kaum nervös oder angespannt. Saufdruck verspürte ich während der ganzen Zeit auch nicht.

    Beinahe unglaublich finde ich, wie sehr sich mein Urlaubsalltag geändert hat. Bisher lag ich meist bis nach 12 Uhr Mittags im Bett um meinen Rausch auszuschlafen und hatte danach kaum Lust was zu unternehmen, bevor ich nicht wieder ein paar Flaschen/Dosen Bier intus hatte. Ich war ziemlich faul und klinkte mich bei den meisten geplanten Aktivitäten einfach aus. Das war dieses Mal so völlig anders. Ich war meistens den ganzen Tag über aktiv und machte bereitwillig und gerne überall mit.

    Zwischendurch gab es den einen oder anderen familiären Stress in unseren Großfamilien, aber ich konnte ganz gut damit umgehen.

    Jetzt bin ich wieder zurück in unserer Wohnung und werde mich wieder den Problemen zuwenden, von denen ich die letzten 10 Tage wunderbar abschalten konnte. Hoffe, das es jetzt auch in anderer Hinsicht richtig bergauf geht.

    Herzliche Grüße an euch alle,

    euer Blizzard

    Hallo zusammen,

    hallo Hergon und Danke für deinen Beitrag. Auch dir weiterhin alles Gute auf deinem weiteren Weg. Sich an den kleinen Dingen des Alltages erfreuen zu können ist sicher ein guter und richtiger Weg in eine zufriedene Trockenheit. Ich habe bemerkt, das man das "sich freuen" wieder völlig neu lernen muss, wenn man seine Gefühle jahrelang mit der Droge Alkohol manipuliert hat.

    Ich möchte mich mit diesem Posting vorerst verabschieden. Ich fahre morgen für 10 Tage auf Urlaub, und werde in dieser Zeit auch in den Hafen der Ehe einfahren und meine langjährige Lebensgefährtin heiraten. :D Mittlerweile wissen alle Angehörigen von mir (sowohl von meiner Familie als auch von meiner Schwiegefamilie) von meinem Alkoholproblem und können offensichtlich ganz gut damit umgehen. Ich werde den Urlaub versuchen in vollen Zügen zu genießen, viel Sport zu machen und die frische Luft zu genießen.

    Ich bin dann in spätestens 2 Wochen hier im Forum und wünsche euch anderen derweil alles Gute auf eurem weiteren Weg und viele trockene und glückliche 24-Stunden.

    Bis demnächst!

    Herzlichst,


    Blizzard

    Hallo Timster,

    Zitat von Timster

    Hallo Blizzard,


    Ich will damit nicht sagen, dass du selbst "schuld" bist, wenns dir schlecht geht. Es gibt keine Schuld wenn ich nicht weiß, wie ich mit allen Gedanken und Gefühlen, die ich habe umgehen kann. Vielleicht denkt man auch manchmal "Es soll mir doch gut gehen, warum gehts mir nicht gut, ist doch alles gut. Ich sollte mich mehr anstrengen, dass es mir gut geht..." - und dadurch beginnt man sich selbst Vorwürfe zu machen und unter Druck zu setzen, weil es einem nicht gut geht, was dazu führt, dass es einem nicht gut geht, was zu mehr Vorwürfen und Druck führt,.... :roll:

    wie wahr, wie wahr!

    Nichts könnte meine gestrige Situation besser wiedergeben (und nicht nur die von gestern :roll: )

    Heute war wieder so ein völlig anderer Tag. Das Gespräch mit meiner Sucht-Psychologin hat mir sehr geholfen, am Nachmittag half ich einem guten Freund und den Abend verbrachte ich entspannt - und bei all dem wurde ich von den Gedanken in "Ruhe gelassen", die mir gestern noch den Verstand zu rauben schienen.

    Es ist ein stetiges auf und ab, bei dem ich aber - wie ich hier im Thread ja schon öfters festgestellt habe - eine sehr positive Grundtendenz nach oben sehe, seit ich das Trinken beendet habe. Es wird, aber ich würde es hier nicht mit Heraklit ("Alles fließt") halten. Denn momentan kommt es mir wie sehr unruhiges Gewässer vor, durch das ich tagtäglich schwimme. Strudel, Stromschnellen - und dann wieder tiefes, stilles Wasser.

    Meine Psychologin fragte mich heute, wie bei mir solche Tief-phasen wie gestern zu Ende gehen. Ich sagte dann, das ich angestrengt nachdenke, und dann immer einen oder mehrere Gedanken finde, die mich aus meiner Lethargie und Verzweiflung wieder ein Stück herausreissen. Sie meinte dann, das das eine wichtige Ressource ist, die ich da habe - die Kraft zur Selbstbefreiung aus Stimmungslöchern. Das machte mir wieder Mut.

    Auch ich suche nach einer geistigen, spirituellen Grundlage für mein weiteres Leben. Ich glaube, ohne diese kann kein Mensch dauerhaft zufrieden sein. Auch die Menschen, die behaupten, das sie sowas gar nicht haben, haben Dinge an die sie glauben und die ihnen halt geben. Ich suche noch nach den Gedanken, den Ideen, Vorstellungen und Überzeugungen, die meinem Leben den notwendigen (Ge-)Halt geben können. Ich bin also ein "Suchender". :) Mal sehen, wann ich fündig werde.

    Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute und danke dir nochmals sehr herzlich für deinen ausführlichen und tiefgreifenden Beitrag.

    Viele Grüße

    Blizzard

    Hallo Andi,

    danke für die Nachfrage - momentan wieder besser. Ich kann das in der Früh noch nicht so wirklich einschätzen, was die nächsten Stunden auf mich zu kommt. Habe jetzt gleich um 11 Uhr einen Termin bei der Suchtberatungstelle und helfe danach kurz einem Freund beim Umzug.

    Irgendwie stehe ich jeden Tag in der Früh leicht verängstigt und unwohl auf, mit der Frage im Hinterkopf - wie wirds wohl heute werden? In welche Richtung drehen sich heute die Gedanken? Irgendwie ist das bei mir immer ungewiss. :? Kann sein das ich mich in der Früh gut fühle, am Nachmittag total beschi..en und am Abend wieder locker und gut. Kann auch umgekehrt sein. Und das alles, obwohl eh jeder Tag bei mir ziemlich ähnlich ist.

    Naja - ich melde mich später wieder.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    heute gings mir wieder mal nicht so gut. Zumindest die erste Hälfte des Tages. Ich war wieder total lustlos und unmotiviert irgendetwas zu tun. Das sind so die Stunden wo einem nichts Freude macht und nichts locker sein lässt. Die Gedanken drehen sich dann bei mir im Kreise warum das so ist. Warum kann ich nicht einfach jetzt locker und energiegeladen den Tag genießen? Warum kann ich mich zu nichts aufraffen? Warum denke ich schon wieder die ganze Zeit an etwaige Probleme in der Zukunft?

    Ich stand da echt wieder ein paar Stunden ziemlich neben mir, völlig durch den Wind.

    Naja, gegen Abend hat es sich dann, wie bisher immer, wieder gebessert - und jetzt kann ich klaren Kopfes darüber nachdenken. Heute nachmittag hätte ich mich nichtmal dazu überwinden können, hier was reinzuschreiben, obwohl ich das doch eigentlich immer gerne tue.

    Ausserdem habe ich mich heute wieder dabei ertappt, wie meine Gedanken schon wieder im Kosmos herumschwirren (siehe frühere Einträge von mir), was bin ich? was mache ich hier? wozu leben? usw. Das löste gar keine besonders negativen Emotionen bei mir aus, keine Traurigkeit oder Verzweiflung - eher Lethargie.

    Nunja, morgen ist ein neuer Tag. Mal sehen, wie es wird.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Sylvia,

    freut mich, dass es dir gut geht!

    Wünsche dir einen wunderschönen Sommer mit deiner Familie!

    Arbeite schön weiter regelmäßig an deiner Trockenheit, dann wird auch der Herbst und der Winter schön, der Frühling und der nächste Sommer usw.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Lararay,

    im Prinzip weißt du die Antwort. Es gibt keine Hilfe für jemanden der sich nicht helfen lassen will. Deine Freundin hat schwerste Probleme, wenn ihr nichtmal die Zeit der Entgiftung die Augen geöffnet hat und sie kurz danach sofort wieder zum Saufen begonnen hat.

    Du weißt was richtig ist: Ihr müsst sie komplett fallen lassen - wie du es selber schon beschrieben hast. Wir Alkoholiker müssen nunmal oft erst ganz unten ankommen, bevor wir uns helfen lassen. Deine Bekannte ist da ein besonders bezeichnender Fall.

    Was die Kleine betrifft gibt es im Prinzip auch nur eines: Jugendamt informieren, dieses muss sie notfalls aus ihrer Familie herausnehmen. Alles sehr brutal - aber immer noch 100xbesser als eine etwaige Katastrophe (Stichwort: Gasherd).

    Helfen könnt ihr definitiv nicht.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    hallo kommal, vielen Dank für deine Rückmeldung. Tja, das allseits beliebte "Kopf-Kino"...gerade erlebe ich es wieder.

    Seit ich nicht mehr trinke, kommt es immer wieder dazu, das ich Ängste entwickle, das etwas schlimmes passieren könnte (v.a. meiner Verlobten oder auch mir): Krankheit, Unfall, Bombenanschlag...was weiß ich. Irgendwas, was mein ganzes Leben auf den Kopf stellt (oder beendet) und alles anders werden lässt, als man es sich momentan vorstellt.

    Irgendwie war das ja schon immer mein Problem - was ich jetzt durch die Reflektionen mit meiner Psychologin herausgearbeitet habe: Ich brauche immer Sicherheiten. Ich mag keine Ungewissheiten, keine Unplanbarkeiten usw. Nicht das man mich falsch versteht: Ich bin kein penibler Typ, der wegen jedem Staubkorn einen Putzlappen holt oder sonst irgendwie auffällig ist. Aber ich mache mir halt immer leicht Sorgen wegen diesem und jenem.

    Mit diesen Ängsten muss ich mich jetzt in meiner Trockenheitsarbeit auch intensiv auseinandersetzen. In meiner nassen Zeit spielte das ja keine Rolle. Ein paar Bier drauf=Ängste waren weg.

    Vielleicht habt ihr ja diesbezüglich auch ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich versuche halt einfach an das Gute zu glauben und meine Ängste mit Statistiken zu zerstreuen. Aber die Ungewissheit, das Restrisiko macht mich fertig.

    Ansonsten gehts mir ganz gut. Heute in einer Woche bin ich schon an der Ostsee - endlich mal raus aus der Stadt. :wink:

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Eric,

    freut mich, von Fällen wie dem Deinen zu lesen. Habe mir gerade die ersten Postings von dir durchgelesen und mich da ja auch drin wiedererkannt.

    Bin jetzt im 4. Monat der Trockenheit und mir geht es soweit ähnlich gut wie dir.

    Auf das es so bleibt! :D

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo hasenpfoetchen,

    ich glaube dir du musst dir keine Sorgen machen, weil du dir bereits Sorgen machst.

    Klingt verwirrend?

    Du zeigst in deinen Gedanken ein sehr hohes Problem/Gefahrenbewusstsein. Dieses schützt dich.

    Ich glaube nicht, das in den Betäubungsmitteln Alkohol drinnen ist - und wenn doch, dann konsumierst du diese ja nicht, weil du einen Weg suchst, dein Suchtverhalten zu "überprüfen" (Motto: "vielleicht halte ich es ja aus und kann dann auch..."), oder weil es dir "so gut schmeckt" (Stichwort: Schnapspralinen).

    Trotzdem ist es sicherlich nicht vekehrt, deinen Arzt einzuweihen. Wenn du dazu noch nicht den Mut hast, dann sag doch einfach, dass du "allergisch" auf Alkohol reagierst. :wink:

    Hallo anemone,

    danke für deine ausführlichen Nachbemerkungen. Jetzt kann ich die ganze Geschichte doch viel besser nachvollziehen. Es ist ein beeindruckender Weg den du gegangen bist und weiter gehst. Ich denke, deine Geschichte kann vielen Leuten hier Mut machen und ich hoffe, das viele sie lesen werden!

    Blizzard

    Hallo Hasenpfoetchen,

    ich bin zwar nicht der Administrator, aber du bist im richtigen Forum.

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Besuch in der SHG! Freut mich, dass es dir dabei so gut ergangen ist - du hast Erfahrungen gemacht, die viele von uns auch schon gemacht haben.

    Wichtig ist jetzt für dich, dass du diese Besuche regelmäßig ausübst - am besten ein Leben lang! Denn genauso lange wird auc deine Krankheit aktuell sein.

    Weiterhin viel Kraft und Zuversicht für deine junge Trockenheit wünscht dir

    Herzlichst

    Blizzard

    Hallo Micha,

    ja, darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht und gehe diese Sache freudvoll und locker entgegen - und zwar aus einem einfachen Grund:

    Unsere Hochzeit wird ein bisschen unothodox. Es gibt weder einen "Junggesellenabschied" noch ein eine Feier, sondern lediglich ein Abendessen im Kreise der engsten Verwandtschaft. Keiner von diesen Leuten (ausser mein Bruder :roll: ) hat ein Alkoholproblem.

    Ich heirate ja quasi am Beginn meines Urlaubs, also bereits vor Ort (Ostsee). Dann bleiben uns noch 2 schöne Wochen (meiner künftigen Frau, ihrer Freundin und meinem Trainingskameraden und mir), wo wir täglich trainieren gehen wollen. Dort wo wir da sind, machen wir jedes Jahr Urlaub und man kann sich dort sehr gut von Alkohol fernhalten. Mit Partys oder so is da nix, und wenn doch bin ich schon damals nicht hingegangen.

    Hier sehe ich also keine Gefahr für mich - zumal mein Entschluss ernsthaft und sehr fest ist.

    Schon mehr Sorgen bereitet mir da ein Fest, was von der Familie meiner künftigen Frau im Herbst in deren Heimatstadt ausgetragen wird. Da muss ich durch. Bin gerade dabei, mir einen Plan zurechtzulegen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    heute ist der 101. Tag in meinem neuen Lebensabschnitt :wink: . Gestern abend habe ich das hier mit Kopfhörern und lauter Musik gefeiert und mich gefreut über meine gute Stimmung, die durch die Musik noch gesteigert wurde. Ehe ich mich versah war es 3 Uhr morgens. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange wach war.

    Dementsprechend müde war ich heute tagsüber und wusste nichts so recht mit mir anzufangen. War dann eine Stunde im Wald laufen, damit ich heute früher in die Falle gehen kann.

    Natürlich habe ich mir auch die letzten Tage viele Gedanken gemacht - um mich, die Alkoholkrankheit, meine Trockenheitsarbeit.

    Momentan befinde ich mich ja in einem sehr geschützten Umfeld: Ich bin akutell nur für den Haushalt von mir und meiner Verlobten zuständig, gehe fast jeden Tag am Sportplatz trainieren und sitze sonst hauptsächlich vorm PC. Dies war eigentlich die ganzen letzten 100 Tage der Fall - eine Zeit in der ich mir über vieles klar werden konnte und in der es seelisch erkennbar vorwärts mit mir ging. Die befürchteten Depressionen und Ängste sind fast vollständig ausgeblieben.

    Jedoch weiß ich, dass das hier ja nicht ewig so weitergehen kann. Ich will und muss auch wieder aktiver werden - einen Job suchen oder einen Studienplatz für ein Masterstudium bekommen. Mich wieder beginnen für andere Dinge zu interessieren als nur für Sport (der mir ja leider nichts einbringt) und für diesen und jenen Freizeitvertreib.

    Davor habe ich noch ziemlichen Bammel. Es wird die erste Bewährungsprobe für mich werden, wenn ich jetzt irgendwann wieder anfangen muss, ernsthaft Bewerbungen zu schreiben. Vor allem für welche Jobs? Ich könnte ziemlich viel machen - aber was ist für mich halbwegs das Richtige? Ich möchte nicht wieder was anfangen, was sich nach ein paar Monaten als das Falsche herauskristalliesiet - vor allem nicht während meiner noch jungen Trockenheit.

    Naja, jetzt wird erstmal im Juli geheiratet und noch 2 Wochen Urlaub gemacht. Danach beginnt die ambulante Entwöhnungstherapie und dann werde ich mal weitersehen.

    Viele Grüße an euch alle!

    Herzlichst,

    Blizzard