Beiträge von Blizzard

    Hallo ihr beiden,

    und vielen Dank für die Rückmeldung. Ich gebe zu, dass ich auch ein bisschen stolz auf uns bin. Wir (meine Frau, mein bester Freund hier in Berlin, meine Schwiegereltern und ich) waren wirklich ein gutes Team.

    Jetzt ist alles im Ausklingen hier in Berlin. Besonders zufrieden stimmt mich auch, dass mein Umfeld jetzt wirklich als alkoholfrei zu bezeichnen ist. Während des gesamten Umzuges hat keine der beteiligten Personen in irgendeiner Weise alkoholisches getrunken, oder auch nur darüber gesprochen. Der Alkohol hat in meinem Umfeld und in meinem Leben keinen Stellenwert, keinen Platz mehr. Das finde ich sehr gut. Mein Schwiegervater hat früher gerne mit mir zusammen gesoffen - allerdings auch nur dann, sonst nie. Jetzt trinke ich nicht mehr, er weiß dass - und er würde gar nicht auf die Idee kommen, selber was zu trinken. Bei meinem engsten Freund hier ist es genau das gleiche. Das zeigt mir einmal mehr, dass ich wirklich der saufende Mittelpunkt in meiner Familie war, der es immer wieder geschafft hat, dass sich der eine oder andere meinen Zechgelagen anschloss. :?

    Viele Grüße an euch,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    der Umzug ist am Wochenende erfolgreich über die Bühne gegangen. Alles hat wie am Schnürchen geklappt *sichselberaufdieschulterklopf*. Wir haben alles in den ausgeliehenen Pritschenwagen reinbekommen (ich war der Einzige, der von Anfang an davon überzeugt war, dass das klappt, während alle anderen Panik schoben... 8) ). Nach knappen 8 Stunden Fahrt waren wir dann Freitag Nacht in München. Samstag ausräumen und Möbel aufbauen, elektronische Geräte gangbar machen und Lichter einbauen, Sonntag Rückfahrt, heute schon wieder seit 7 Uhr arbeiten. Puh....ich bin etwas geschafft, auch deshalb, weil ich derzeit auf einer Luftmatraze meine Nächte zubringen muss. Freitag früh habe ich morgens die Wohnungsübergabe der alten Wohnung, dann letzter Arbeitstag, dann sofort zum Flughafen und one way nach München.

    Heute in einer Woche beginne ich dann meinen neuen Job. Hoffentlich komme ich da gut rein. Bin schon sehr gespannt. Alles ziemlich aufregend momentan - bin aber dafür ziemlich gelassen. Schon irgendwie komisch.

    Naja, ich melde mich, sobald mir wieder etwas sinnvolles einfällt. Einstweilen viele Grüße an euch alle!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Plejaden,

    den Glückwünschen schließe ich mich natürlich gerne an! Du bist einen tollen Weg gegangen bisher - und ich mache mir auch wenig Sorgen, dass sich da in Zukunft was ändern könnte. Du bist gewissenhaft, besitzt ein hohes Maß an Reflektionsvermögen und weißt, "was Sache ist". Ich bin mir sicher, dass war erst der erste Trockenheitsgeburtstag in einer langen, langen, Abfolge.

    Viele Grüße


    Blizzard

    Hallo Loretta,

    du verbindest mit dem Nicht-Trinken einen einschneidenden Verzicht in deiner Lebensqualität. Das ist nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil: JEDER hier hatte auch mal diese Gedanken, jeder hier hoffte auch irgendwann einmal, das bei ihm oder ihr alles "nicht so schlimm" sei. JEDER hier hat mal versucht, sein Trinken zu kontrollieren oder gehofft, geglaubt, es auch zu können. Und deswegen bin ich mir sicher: JEDER hier kann die Situation in der du bist, nachempfinden.

    ABER: Wir sind hier eine Gemeinschaft, die dieses Stadium bereits (mitunter sehr weit) hinter sich gelassen hat. Unsere Ambivalenz gegenüber dem Alkohol - die Waage aus Vor- und Nachteilen, die uns der Alkoholkonsum bietet, schlug irgendwann soweit um, dass die Nachteile die Vorteile bei weitem überwogen. Ja, die Nachteile wurden größer, sichtbarer, gefährlicher. Als wir dann erfolglos versucht haben, das Problem kleinzureden, zu "kontrollieren" usw., haben wir alle irgendwann dann den Punkt erreicht, wo wir vor dem Alkohol kapituliert hatten: Wir mussten einsehen, dass man gegen den Alkohol nicht ankämpfen, geschweige denn ihn "kontrollieren" kann, wenn man an dieser Krankheit leidet - man muss sich von ihm distanzieren, sein Leben abseits von ihm gestalten und mitunter neu aufbauen.

    An diesem Punkt bist du noch nicht angelangt. Der Alkoholkonsum hat in deinem Denken und Fühlen noch zuviele Vorteile. In dieser Situation kann man meiner Meinung nach gar keinen ernstgemeinten Start in ein abstinentes Leben antreten. Deine Gefühle sind sehr ambivalent - und innerlich hast du noch gar keine Entscheidung für eine zufriedene, bedingungslos-abstinente Zukunft getroffen. Du ahnst, dass es das richtige ist - bist dir aber bei weitem noch nicht sicher.

    Ich wünsche dir, dass du die Zeichen rechtzeitig erkennst, und dann die richtigen Konsequenzen für dich ziehst. Auch wenn es sich vielleicht irgendwie sehr pathetisch anhört: Höre auf deine innere Stimme - und unterscheide deine innere Stimme von dem "Wunschdenken", was dir vorgaukeln will, dass ständig alle Zeichen des Problems relativieren und herunterspielen will.

    In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen schönen Abend,

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo,

    hier mein vielleicht letzter Bericht als (Wahl-)Berliner. Diese Woche ist es soweit: Am Freitag/Samstag ziehe ich um. Der LKW ist gemietet und bezahlt - ein Freund von mir fährt ihn, ich werde den Navigator mimen 8)

    Momentan packe ich hier alles zusammen. Meine Frau war die letzten Tage schon in München und hat die Wohnung übernommen und mit meiner Schwiegermutter die Wände gestrichen. Jetzt ist alles vorbereitet.

    Ich bin freudig aufgeregt. Meine Küchenschränke und mein Sofa habe ich bei dem großen, jedermann bekannten Internet-Auktionshaus versteigert. Alles klappt bis jetzt wie am Schnürchen. Um 10 Uhr kommen jetzt gleich ein paar Leute vom Sozialwerk hier im Bezirk und holen alte Möbel und Hausrat ab, die ich ebenfalls nicht mitnehmen werde. Das ist wesentlich günstiger (weil kostenlos), als Sperrmüll anzumelden - und sinnvoll obendrein, weil die Sachen in einem Sozialkaufhaus dann second-hand billig abgegeben werden.

    Nachts träume ich immer noch (auch nach jetzt 17 Monaten Abstinenz) regelmäßig davon, wieder getrunken zu haben. Ansonsten lese ich natürlich auch noch hier jeden Tag Beiträge und halte das Thema für mich so weiter sehr präsent. Dazu kommt natürlich mein neuer Job, auf den ich mich jetzt schon sehr freue, der ja im Rahmen der Sucht-Nachsorge stattfindet.

    Momentan bin ich dabei, mich auch seelisch von Berlin zu verabschieden. Seit 2001 habe ich hier gewohnt, habe erfolgreich studiert, die Frau meines Lebens kennengelernt, gearbeitet - und leider auch mehrere Jahre hindurch fast permanent gesoffen. Aber ich habe hier auch den wichtigsten Schritt meines Lebens vollzogen: Den Schritt hin zu einem alkoholfreiem, trockenen Leben. Und als Folge daraus: Den Schritt zu einem zufriedenem Leben. Ich war noch nie zuvor zufriedener in meinem Leben als momentan - und das macht mir Mut für die Zukunft.

    So, das wars erstmal wieder von mir. Es grüßt euch euer (Wahl-)Bayer in spe,

    Blizzard

    P.S.: Was den Menschen, zumal den depressiv erkrankten, wirklich krank macht, ist das Vakuum, das entsteht, wenn man sich von allen Aktivitäten, Arbeiten und Dingen des Alltages zurückzieht, weil man Angst hat, man könnte sich überfordern......

    Denn das führt dazu, dass sich der Mensch zurückzieht und sich die Gedanken schließlich nur noch um die eigene Gefühlslage drehen. Man nennt das auch Hyperreflektion. "Gehts mir gut?", "gehts mir schlecht", "Auweia, ich glaube mir gehts gerade wieder schlecht", "mir gehts gut, aber vielleicht gehts mir gleich wieder schlecht..." usw. Falls dir solche Gedanken bekannt vorkommen sollten, dann befindest du dich in dieser Gefangenschaft, der um das eigene Ich sich drehenden Gedankenströme. Das ist pathogen, aber änderbar: Und zwar ganz einfach dadurch, dass man seine Aufmerksamkeit wieder nach aussen richtet. Auf Aufgaben, die darauf warten, von einem erfüllt zu werden, oder auf Personen, denen man sich in Liebe zuneigen kann. Auf Erlebniswerte (z.B. Sport, Kultur, Reisen uvm.) Möglichkeiten gibt es derer genug. Man muss sich nur selbst-überwinden.

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo sokid,

    als ausgewiesener Sportler, der sich auch ein bisschen mit Burn-Out, Depressionen usw. (aus persönlichem Interesse, wie auch persönlicher Erfahrung) beschäftigt hat, kann ich dir nur empfehlen: Hör auf dein Gefühl - und lass dich nicht zu sehr von Fach-Autoritäten, die in dein Gefühlschaos nicht reinschauen können, beeinflussen.

    Wenn du gerne läufst und jetzt Lust darauf hast, zu laufen, dann lauf! Das was dir dein Psychiater empfohlen hat, kann ich insofern überhaupt nicht gutheissen...

    Sport reinigt den Körper, die Seele und hilft dabei, den Geist zu ordnen. Sport kann daher nie schlecht sein...schon gar nicht bei psychischen Krankheitsmerkmalen/Krankheitsbildern....

    Hallo lori,

    eine der wunderbaren Eigenschaften des Menschen ist, das er sich von Ängsten die er hat (v.a. von irrationalen, weil unbegründeten) distanzieren kann - und zwar mittels Humor.

    Viktor Frankl hat in diesem Sinne die Methode der paradoxen Intention eingeführt, die jeder an sich selbst ausüben kann. Dabei versucht ein Mensch der Angst vor etwas hat, sagen wir z.B. vor einem Ohnmachtsanfall in der U-Bahn oder vor einem Stotteranfall bei einem öffentlichen Vortrag oder auch vor dem Gefühl verrückt zu werden - sich, wenigenstens für einen Augenblick, die Sache vor der er sich so fürchtet fest vorzunehmen bzw. zu wünschen und das ganze noch humoristisch zu untermalen. Z.B. "Ich möchte jetzt unbedingt in Ohnmachtsanfall haben. Auf der Stelle möchte ich umkippen. Dann kann ich endlich den versäumten Schlaf von heute Nacht nachholen und die müden Mitreisenden haben endlich etwas worüber sie tuscheln oder lachen können."

    Du könntest dir z.B. sagen: "Ich freue mich darauf, endlich verrückt zu werden. Diese Welt ist sowieso so ausgesprochen langweilig mit ihren ganzen Spießern und fahlen Gesichtern. Es wird Zeit, dass mal einer aus der Reihe tanzt. So kann ich endlich wieder mal ein bisschen Schwung in mein Umfeld bringen und ein bisschen Gehirngymnastik kann meinem Kreislauf auch nicht schaden."

    Das hört sich erstmal ziemlich absurd an, oder? Der Clou daran ist, es funktioniert. Probier's aus. In dem Moment, in dem man es schafft (und sei es nur für einen Moment), sich auf solch humoristische Art von seiner Angst zu lösen (sich von ihr zu distanzieren!), kann man die Angst selber nicht mehr als so dringlich empfinden, weil man sich eben von ihr wegbewegt hat.

    Diese Methode ist millionenfach erprobt und du wirst auch im Internet viel darüber finden.

    Ich selber hatte auch eine Zeit lang schwere Ängste und das Gefühl verrückt zu werden ist mir wohlbekannt. Wer sich die Mühe macht, kann dies in meinen allerersten Beiträgen nachlesen.

    Nicht nur, aber auch mit Hilfe der paracoxen Intention habe ich diese Ängste heute im Griff, bzw. habe sie einfach nicht mehr. Sie sind nur noch eine ferne Erinnerung. Ich bin der Überzeugung, dass du das auch kannst.

    Viel Erfolg,

    Blizzard

    Hallo Sokid,

    aus deiner Geschichte lese ich doch einige Parallelen zu meiner eigenen heraus, weshalb ich dir hier auch gerne antworten will.

    Nach allem, was du erzählt hast, liegt die Diagnose "Burn out" wirklich ziemlich nahe. Dabei handelt es sich mMn letztlich auch um eine Art von Depression - und zwar einer geistig verursachten. Was hast du für Gefühle, wenn du an deine Arbeit der letzten Jahre zurückdenkst? Fühlst du dich in deinem Job wohl? Wenn ja: Wird das auch noch der Fall sein, wenn du dich künftig für ein alkoholfreies Leben entscheiden solltest und dann nicht mehr in der Hotelbar trinken wirst?

    Eine Depression kommt nicht aus heiterem Himmel - sie hat immer Ursachen. Grob gesagt kann man sie auf körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenfehlfunktion), psychische Ursachen (Verlust eines Angehörigen, Liebeskummer, traumatische Gewalterlebnisse u.a.) oder aber geistige Ursachen (Sinnleere) zurückführen. Unter letzterer Depression litt ich selber am Anfang meiner Abstinenz. Weil ich in kaum mehr etwas Sinn sah, konnte ich mich auch kaum zu etwas aufraffen.

    Du befindest dich in einer Krise. Ich habe vor kurzem gelesen, das Krise auf Chinesisch "wej-ji" heißt, wobei "wej" für "Gefahr" und "ji" für Chance steht.

    Eine Krise ist also sowohl Gefahr, als auch Chance für Veränderung.

    Geh in dich und schau, wo du dein weiteres Leben siehst - wie möchtest du deine Partnerschaft gestalten, wo siehst du deinen künftigen beruflichen Einsatz? Gibt es vielleicht eine Fort- oder Zusatzausbildung, die du gerne machen würdest? Was möchtest du noch erreichen? Was macht Sinn und was ist Unsinn? Welchen Interessen solltest du in deiner Freizeit möglicherweise künftig mehr Gewicht einräumen? Und letztendlich: Welche Spuren möchtest du auf dieser Welt hinterlassen? Wie soll man dich in Erinnerung behalten?

    Wenn du Schritt für Schritt überzeugende Antworten für diese Fragen findest (also Antworten, die dich von deinem eigenen Gefühl her selbst zu überzeugen vermögen), dann wirst du diese Krise im Sinne einer neuen "Chance" meistern.

    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Lori,

    ich kann deine derzeitige Gefühlssituation voll nachvollziehen! Anfang November letzten Jahres stand ich vor der gleichen Situation wie du! Ich habe auch nach mehreren Monaten Abstinenz und Arbeitslosigkeit wieder einen Vollzeitjob aufgenommen - und Anfangs auch ganz schön Bammel, es nicht zu packen.... :? ...aber ich kann dir sagen: Das ist das übliche Kopfkino, das sich wohl bei jedem Menschen in dieser Situation abspielt....

    Wenn der Job halbwegs in Ordnung ist, das Arbeitsklima und die Kollegen annehmbar, dann wirst du ziemlich schnell reinfinden und viele Deiner jetzigen Bedenken und Ängste werden dir bald sehr fern vorkommen. Bei mir wars jedenfalls so.

    Ich wünsche dir alles Gute! Arbeit zu finden ist ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg in eine stabile Trockenheit! Ich freue mich für dich, das es geklappt hat. Jetzt kann ich nur sagen: Nur Mut - alles fügt sich (mit der richtigen inneren Einstellung)!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    wollte mich mal kurz melden.

    Bin wieder aus dem Urlaub zurück und im schwülen Berlin gelandet. Der Urlaub war wunderbar - das Wetter ideal, die Stimmung super - und ein paar sportliche Bestleistungen konnte ich auch erzielen. :D

    Als ich nach Hause kam, stand der Briefkasten erwartungsgemäß kurz vor der Kapitulation. :roll: Was drinn sein sollte, war auch drinnen: Mein neuer Arbeitsvertrag und der neue Mietvertrag für die Münchner Wohnung. Beides unterschrieben und auf dem Weg zurück mittlerweile.

    Jetzt muss ich mich noch um den Umzug kümmern und am Montag starte ich in die letzten 4 Wochen meines Berliner Arbeitslebens. Am vorletzten Augustwochenende werde ich dann umziehen, wobei ich hoffe, noch ein paar Freunde zu finden, die uns beim Verladen helfen. :)

    Das Thema Alkoholismus ist bei mir weiterhin sehr präsent. Ich beschäftige mich immer noch täglich damit und achte sehr auf meine Gefühle in dieser Beziehung. Auch wenn ich jetzt schon immerhin über 16 Monate trocken bin, so werde ich auch weiterhin konsequent Orte und Veranstaltungen meiden, auf denen vordergründig getrunken wird und wo ich früher selber hingegangen wäre. Dazu muss ich mich aber auch gar nicht anstrengen, weil ich überhaupt kein Bedürfnis dazu verspüre, solche Orte aufzusuchen.

    Interessanterweise habe ich nach wie vor Träume, in denen ich getrunken habe. Bin immer wieder froh, danach aufzuwachen und zu realisieren, dass es nicht der Wahrheit entspricht. Eine deutliche Warnung für die Tatsache, das nichts selbstverständlich ist und das man weiterhin sehr wachsam sein muss! Eine Warnung, für die ich übrigens dankbar bin.

    Da mein zukünftiges Arbeitsfeld sehr viel mit Suchtproblemen, insbesondere aber mit Nachsorge nach stationären Suchttherapien zu tun hat, erarbeite ich mir in dieser Richtung gerade nebenbei die Grundlagen mit Hilfe der entsprechenden Fachliteratur. Ist alles sehr interessant.

    Ich fühle mich voller Energie und sehe mit viel Vorfreude den Dingen entgegen, die da kommen.

    Viele Grüße auch an euch alle, ich melde mich wieder, wenns was neues gibt!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    selbstverständlich möchte auch ich mich in die Reihe der Gratulanten einreihen. Du hast hier viele sehr gute und reflektierte Beiträge im Forum geschrieben und damit sicherlich auch dem einen oder anderen weiter auf seinem Weg geholfen - und am meisten wohl dir selber.

    Ich freue mich immer wieder mal von dir zu lesen und wünsche dir weiterhin alles Gute!!!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Spedi,

    auch ich möchte natürlich nicht verabsäumen, dir zu deinem 5. Trockenheitsgeburtstag zu gratulieren.

    Du hast durch deine kompromisslose und klare Haltung hier den Charakter des Forums maßgeblich mitgeprägt und ich hoffe dass du uns noch lange hier erhalten bleibst.

    Viele Grüße,


    Blizzard

    Hallo ollic,

    das klingt doch schon mal toll. Ich drück dir die Daumen und wünsch dir alles Gute.

    Zeitarbeit ist zwar nicht sehr toll bezahlt, kann aber DER Einstieg in ein richtiges Beschäftigungsverhältnis sein.

    Viel Erfolg!

    Gruß,

    Blizzard

    Hallo Olic,

    ich sehe es so ähnlich wie Kawi.

    Arbeit ist viel mehr als nur Geldverdienst. Gerade für uns trockene Alkoholiker, die sich einigermaßen stabilisiert haben, ist es geradezu essentiell wichtig, wieder aktiv zu werden, raus zu gehen, Chancen zu suchen und auch zu nutzen.

    Ein Verdienst von 8 Euro brutto ist gar nicht so schlecht. Das macht monatlich etwa 1400 Euro, wovon netto ungefähr 1000 Euro überbleiben würden.

    Was aber viel wichtiger ist: Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man 1400 Euro selber erwirtschaftet, oder als Leistung von der Gemeinschaft bekommt. Damit will ich jetzt sicherlich keine "Schmarotzerdiskussion" vom Zaun brechen, sondern auch hier nochmal darauf hinweisen, wie wichtig es für das persönliche Selbstvertrauen und -zutrauen ist, wenn man einen Einstieg in Arbeit findet. Wenn du dich dann gut machst, wird es sicherlich nicht lange beim 8-Euro-Verdienst bleiben. Parallel kann man ja auch immer nach etwas besserem suchen.

    Ohne Arbeit jedenfalls ist das Risiko, in eine erneute Krise (womöglich mit Rückfall) zu stürzen wesentlich höher, als mit.

    Als ich letzten Herbst wieder in den Arbeitsmarkt einstieg habe ich erst mal für 3 Euro pro Stunde Flyer in Briefkästen verteilt. Momentan verdiene ich pro Stunde etwa 10 Euro und ab 1.9. sind es dann hochgerechnet knapp 15 Euro.

    Das ergibt sich beiläufig wenn man sich bemüht. Denn ich arbeite persönlich nicht in erster Linie um immer mehr Geld zu verdienen, sondern weil es meinem Dasein Sinn und Richtung gibt. Das steigende Gehalt ist ein Nebeneffekt.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    ich wollte mich auch mal wieder zu Wort melden. Zum ersten Mal, seit ich hier im Forum schreibe, musst ich dazu meinen Strang auf der 2. Seite suchen... :roll:

    Es gibt etwas tolles zu berichten: Meine Zukunft ist geklärt. Ich trete am 1.9. eine Stelle in der Suchthilfe an und habe auch bereits eine Wohnung in München sicher. Die Wohnung ist seit letzter Woche klar - den Anruf mit der endgültigen Stellenzusage bekam ich heute morgen, kurz nach 8 Uhr.

    Morgen hat meine Frau ihre Diplomprüfung in Mathematik...und am Wochenende geht es dann für uns beide (bei mir mit dem Umweg München, da ich wegen der Wohnung noch was abklären muss und ausserdem noch Fortbildungsseminar habe) an die schöne Ostsee, wie jedes Jahr!

    Ach übrigens: Ich fühle mich gerade großartig!


    :D


    Blizzard

    Hallo Lori,

    die Phase, die du momentan durchmachst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich denke nicht nur mir....

    Wichtig wäre für dich momentan, die negativen Gefühle, die depressive Stimmung, die Verzweiflung usw. zu analysieren. Von dem romantischen Gequatsche ("Gefühle zulassen") usw. halte ich gar nichts. Gefühle sind für mich Botschaften. Sie kommen nicht aus dem nirgendwo, sondern haben ihre Ursachen.

    Für uns Alkoholiker gilt es doch, am Beginn unserer Trockenheit unsere Lebensinhalte neu zu ordnen bzw. überhaupt erst zu finden. Worin möchten wir unsere Energie reinstecken, unsere neugewonnene körperliche Vitalität? Gegen ein Leben im Vakuum strebt sich unsere Seele - in diesem Sinne habe ich meine Verzweiflung interpretiert und entsprechend gegengesteuert.

    Vielleicht kannst du ja mit diesen Gedanken etwas anfangen. Auf jeden Fall musst du dir Zeit geben, aber eben auch bei-zeiten HANDELN (auch wenn sich alles in uns dagegen sträubt).

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo zusammen,

    ich finde es zwar auch irgendwie gewöhnungsbedürftig, solche "Live"-Entzugserlebnisse zu lesen bzw. halte es für schlichtweg für Unfug, da nicht zielführend.

    Trotzdem die Entscheidung von Andi, den begleiteten Entzug "ambulant" zu machen, zu respektieren. Da er es in Absprache mit seinem Arzt tut - und wir hier selbst ja immer sagen, dass wir KEINE Ärzte sind - finde ich, dass wir nicht päpstlicher als der Papst sein sollten.

    Dir, lieber Andi, sei aber gesagt: Der Entzug, den du nun duchmachst, und der momentan für dich sicherlich schon eine große Herausforderung darstellt, ist der alleraller erste Schritt hin zu einem trockenem Leben. Nicht mehr und nicht weniger. Die richtige Arbeit beginnt erst danach - und geht (im Idealfall) ein Leben lang weiter. Ein Entzug allein bringt keinerlei Heilung - die es, strenggenommen ja sowieso nicht gibt für uns. Man kann nicht müde werden, dass immer und immer wiede zu betonen.

    Deshalb (und aus anderen Gründen, die dir noch einleuchten werden, wenn du die Spielregeln des Forums hier innerlich verarbeitet hast) solltest du einfach spektakuläre Beschreibungen über deinen körperlichen Entzug hier möglichst sein lassen. Das passt hier einfach nicht her.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo Eric,

    ich kann deine Fragestellung gut nachvollziehen.

    Ich persönlich empfand den Weg - am Anfang, so die ersten 4-6 Monate als sehr hart. Ich hatte große Probleme mit meinen Gedanken, die sich ständig mit meiner Gefühlslage beschäftigten, mit dem nicht-wissen, wie ich das entstandene Vakuum füllen soll, das der Alkohol hinterlassen hat, die Depressionen, die sich daraufhin meiner bemächtigten usw. Dass war sozusagen die "Talsohle", dann ging es aber bergauf - ich sah einen neuen Silberstreif am Horizont, wurde wieder aktiv, ging hinaus, bemühte mich um Arbeit, wurde ehrgeizig, in mancherlei Hinsicht sogar ein bisschen tollkühn, wissbegierig und hungrig nach Leben und persönlichem Fortschritt.

    Rückblickend kann ich nur sagen: Ja, verdammt, der Weg des Trockenwerdens ist steinig und hart - aber eben auch wunderbar, ihn zu gehen. Was wäre das auch für ein Leben, wo alles ganz leicht und locker wäre? Trocken werden ist eine Herausforderung - aber eine tolle und richtungsweisende. Wenn es ganz einfach wäre, wäre es keine richtige Veränderung.

    Irgendwie drängt sich mir da der Vergleich mit sportlichem Training auf. Dabei kommt es ja auch nicht darauf an, möglichst den gemütlichsten und ruhigsten Weg zu gehen, sondern darauf, wie man den besten Fortschritt erzielt. Und wenn man weiß, dass dies hartes Training erfordert, muss man sich zwar tierisch anstrengen, aber man macht es trotzdem gerne.... :D

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    selbstverständlich ziehe auch ich ein Leben im Überfluss einem Leben im erzwungenen Mangel vor! :)

    Allerdings beschleicht mich immer öfter das Gefühl, das in unserer Gesellschaft durch den herrschenden Konsumismus ein Mangel an etwas anderem zugedeckt werden soll. Denn soviele Erleichterungen und Vorteile uns der technische und materielle Fortschritt auch gebracht haben mag: Die menschliche Sehnsucht nach tieferem Verständnis und Sinn für sein Dasein blieb davon unberührt bzw. unbeantwortet.

    In dem Sinne ist mein o.g. Posting auch zu verstehen.

    Viele Grüße,

    Blizzard