Beiträge von Elfriede Lustig

    Wieder zurück, irgendwie k.O. und etwas enttäuscht :roll: .
    Mein Mann saß, wie ich kam, in einem Mobilstuhl, fand ich ja klasse.
    Leider war er noch von morgens sehr betäubt mit Medis, so das ich ihn kaum verstehen konnte und er schlief immer ein.
    Habe dann gebeten, ihn wieder ins Bett zu setzen.
    Fragte dann, wie lange er säße - 1,5 Stunden :evil: , mit einem Bettuch die Beine zugedeckt, die Füße ohne alles, natürlich kalt... :( .
    Ich begreife so was nicht, habe auch später gesagt, das das zu lange für ihn wäre.
    Er hat danach nur noch geschlafen, Temperatur 36,6, klar, zuzusetzen hat der nix.
    Die Ärzte kamen kurz, nichtsagende Visite, die Werte unverändert.
    Dann wollte ich den Arzt nochmal wegen der Leberwäsche fragen, die sind heute alle früher weg, war keiner mehr da von den zuständigen, macht ja auch nix, sind ja nur noch drei Tage, in denen man sich 24 Stunden Gedanken macht, ich könnte verrückt werden.
    Diese Schafslaustherapie war einem Schäferehepaar bekannt, die haben sich auch noch bei Kollegen umgehört, sind aber nicht aufzutreiben, vor allem nicht in so großen Herden, da wird ja wacker die Chemiekeule geschwungen, damit sich solche Biester nicht vermehren.
    Alles in allem mal wieder ein besch... Tag.
    Ach ja, ich frag nur mal der Vollständigkeit halber hier nach, falls einer nur zufällig Schafe hält oder jemanden kennt, der solche Schafe mit "Anhang" besitzt, ich fahre auch notfalls bis Australien, nein, natürlich nicht, aber ich würd schon alles in Bewegung setzen, die abzuholen.

    Werte gibts wie immer erst heute nachmittag.
    Aber immerhin geht es meinem Mann von den körperlichen Kräften so gut, das er wieder heute nacht aufgestanden ist, obwohl er komplett festgebunden war :shock::shock: .
    Auf meine Frage, wieviel Blut er dann diesmal verloren hat, kam die Antwort der Schwester, nichts, er hat mittlerweile den Bogen heraus und dreht die Hähnchen an den Schläuchen zu, er stöpselt sich quasi selbst ab :shock::shock: .
    Da mußte ich dann heute morgen doch mal lachen und feststellen, das das typisch mein Mann ist, Klempner von Beruf...der kennt sich anscheinend nicht nur mit Wasserleitungen aus 8) .

    So, meine Mutter hatte mir von einer Nachbarin vor 30 Jahren erzählt, die gelb war und der kein Arzt helfen konnte.
    Die hat Schafsläuse in Kapseln gepackt, eine pro tag geschluckt und wurde wieder gesund.
    Humbug, dachte ich. Habe gerade mal gegoogelt und viel erstaunliches gelesen, eine Telefonnummer gefunden, morgen rufe ich da an.

    Zustand unverändert, dieser blöde Bilirubinwert ist schon wieder auf 22 gestiegen :( , die Entzündung, die er noch intus hat, geht langsam, aber stetig weiter runter, die Nieren unverändert.
    Tja, nun wird noch bis Montag !! abgewartet, dann will der Arzt nochmal wegen einer Leberwäsche betteln gehen...
    Mein Mann hat die Nacht wieder ordentlich aufgedreht und wollte unbedingt aus dem Bett, logo, das mußte wieder mit Beruhigungstablette quittiert werden, alles andere ist eben zu gefährlich, ach ja, an den Schläuchen hats dann auch wieder gut geblutet, als er die sich abgedreht hat.
    Abends ist er aber vom Pfleger aus dem Bett gesetzt worden, ohne Kreislaufprobs und hat sich mit Hilfe naß rasiert.
    Die Phasen wechseln sehr, von schläfrig über müpfig, auch unterhalten geht gut, die verwirrtheit ist nur stückeweise.
    Er wußte sogar, das heute der 24. oder 25.Januar ist, das ist ne Leistung, denn er hat keine Zeitung, keinen Kalender und keine Uhr im Zimmer.
    Darf etwas Astronautenkost trinken, heute habe ich ihm welche aus der Apo mitgebracht, die Marke (zu teuer) haben die nicht im KH, natürlich schmeckt ihm die am besten!
    Dann wieder Arztgespräch, diesmal gings um Wiederbelebung und co :cry: , ich muß über das Leben meines Mannes entscheiden, was soll man denn da entscheiden?
    Diese Geschichte bleibt so ungewöhlich in sich, es gibt keine Prognosen, kaum Erfahrungswerte mit Alkoholikern an der Leberdialyse, Werte, die sich bessern, Werte, die sich verschlechtern, der Albtraum geht weiter :? ...
    Wie immer, nur nicht die Hoffnung aufgeben.

    Hallo Anja!
    Das Dein LG arbeitet, ist leider kein Indiz, das er kein Alkoholiker ist.
    Mein Mann hat bis zum 6.Januar gearbeitet, sein Chef hat die letzten Wochen morgens die Fahne gerochen und hat ihn Auto fahren lassen, alles ganz normal in Deutschland, ist am 9. zum 1. Entzug seines Lebens und hat nun eine Überlebenschance von 5%, wenn das nicht zu hoch gegriffen ist :cry: . Kannst Du auch hier nachlesen.
    Für mich als Neuling hier, ist er Alkoholiker.
    Reagieren?
    Das muß eigentlich Dein Mann, wenn Du Dich hier durchliest, gibts nur 2 Möglichkeiten, entweder den Mann verlassen oder warten, bis es knallt, nur heißt das nicht, das es immer gut ausgeht, sprich, das jemand den Entzug lebendig übersteht.
    Es bringt die Zeit, je länger die Organe geschädigt werden, desto schwieriger wird es später, auch bei noch "jungen" Leutchen.
    Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen.

    Wie erwartet, wurde mein Mann dann so unruhig heute morgen, das sie ihn wieder fixieren mußten.
    Er ist ein klein wenig verwirrter wie gestern.
    Habe mir mal Blutwerte kopieren lassen, die bekomme ichmorgen von jemanden erklärt, der sich damit sehr gut auskennt.
    Aber ich kann auch selbst schon genug daraus lesen, es gibt Werte, die haben sich leicht verbessert, und Werte, die haben sich leicht verschlechtert, der Ammoniak zum Beispiel ist noch in der Norm, aber in den drei Tagen kontinuirlich angestiegen, kann sein, das er deswegen wieder verwirrter ist wie gestern.
    Bei der Visite gabs nichts Neues, morgen kann es sein, das sich der Chefarzt nochmal zu Wort meldet, der Arzt, der sich immer um meinen Mann kümmert, meinte, es müsse dann besprochen werden, wie die weitere Therapie von statten geht.
    Auf meine Frage, was denn für Möglichkeiten da wären, sagte er ganz ehrlich, das ihm selbst nichts einfiele...
    Eine Zellprobe zu entnehmen, die einzige Möglichkeit, um zu sehen, wieviel Lebergewebe untergegangen ist, ist wohl noch zu riskant, weil der Blutgerinnungswert nicht o.K. ist, die Gefahr von Blutungen ist dann zu groß.
    Ihr braucht mir nichts zu schreiben, ich wüßte selbst nicht, was ich zu so einem Thema schreiben sollte.
    Es ist einfach ausgedrückt, immer noch ein ganz zähes Ringen mit dem Tod, nicht mehr und nicht weniger :cry: und es hilft nur eines: Abwarten und dieses bischen Hoffnung niemals aufgeben!

    Hallo Shalimar!
    Wenn er ganz unten ist, soll vielleicht heißen, wenn er z.B. mit Blaulicht ins Krankenhaus kommt.
    Da ja schon einer seiner Freunde an den Alkoholfolgen gestorben ist, kann ihn meine Geschichte wohl auch nicht mehr schocken.
    Ich kann mir vorstellen, das die Erschöpfung durch die ramponierten Organe kommen, meine Mann war die letzten Wochen abends nach der Arbeit auch sehr müde, google doch mal nach "Leberzirrhose" oder "hepatorenales Syndrom" ( Beteiligung der Nieren).
    Die Psyche würde ich sagen, ändert sich schon mal alleine durch den Alkohol.
    Die Tipps oben zur Unabhängigkeit oben finde ich wichtig, wenn Du nicht die Kraft hast, Deinen Mann zu verlassen, was ich trotzdem nachvollziehen kann, dann versuche, Dich ein weinig auf eigene Füße zu stellen.
    Das wird Dir eines Tages zu Gute kommen, so oder so.
    Wenn mein Mann das überlebt, heißt das für mich auch, die nächsten 5 Monate alleine zu leben, das ist nach so viel Jahren sehr, sehr ungewohnt, aber man hat eben keine andere Wahl.

    Klar :) , ich werde hier noch einige Worte schreiben!
    Und nein, gerade solche Erfahrungsberichte sauge ich auf, wie ein Staubsauger, mir brennen gerade die Augen, weil ich mich durchs Forum rauf und runter lese.
    Finde es sehr wichtig, zu wissen, was in einem vorgegangen ist in der Zeit der Entgiftung und als nasser Alkoholiker.
    Das die Werte sich nur langsam bessern , ist klar, nur hier geht es halt immer noch darum, aus dem lebensgefährlichen Bereich zu kommen, deswegen bin ich immer noch so kribbelig.
    Stolz bin ich nun auf mich, das ich es bisher ohne irgendein Beruhigungsmittelchen geschafft habe, da ich Auto fahren mußte, kam das nicht in Frage und irgendein leichtes Mittel auf Privatrezept von der neuen Hausärztin verschrieben, schlummert immer noch in der Apo, vergessen, abzuholen.
    Auch heute nacht werde ich gut schlafen können, nur die Schwestern in der Klinik tun mir leid, weil ich weiß, wie erfindungsreich mein Mann ist, wenn er etwas durchboxen will :lol: .

    Die Werte sind nicht angestiegen, sondern so geblieben.
    Das heißt, es ist noch keine Entwarnung, aber trotzdem ein gutes Zeichen :) !
    Mein Mann hat schon heute morgen vor dem Bett gestanden :shock: , ist Gott sei Dank nix mit den Infusionen passiert.
    Er denkt, er wäre in der Zahnarztpraxis, weil er gestern Zahnschmerzen hatte, heute nicht und demzufolge will er natürlich nur eins: Nach Hause!
    Hat immer noch Hunger auf Obst und Paprika.
    Für morgen ist ein Krankengymnast ans Bett bestellt 8) , irre.
    Er wurde bei der Visite ausgetestet, welches Jahr, Monat und Tag sei.
    Bis auf den Tag wußte er alles und hat sich geärgert, das er den Tag nicht wußte. Ehrlich gesagt? Ich bin froh, das sie mich nicht befragt haben, bei mir war nämlch noch der 22. :oops: .
    Ja, ich bin noch ganz platt von diesen Eindrücken heute...

    So, er ist wieder hier und der Bilirubinwert ist wieder hoch auf 20.
    Er war lange wach, teilweise durcheinander und hatte Hunger auf Kuchen und Cappucino. Gabs aber nicht, er durfte zwar Astronautenkost haben , aber auf 2 maliges Bitten in 4 Stunden kam nichts, die Schwester hatte keine Zeit :( , ich rufe da gleich nochmal an und bohre nach, ist mir egal.
    Die Nieren verbessern sich weiter.
    Ansonsten alles unverändert.
    Heute gehe ich mal früher schlafen, k.O. ist kein Ausdruck.
    Wollte eigentlich noch zu einem Vortrag über Co Alkoholiker gehen, aber ich war so fertig und durchgefroren vom Besuch dort, das ich einfach nicht hingegangen bin, ich denke, das ist in Ordnung, ich habe einfach auch keinen Nerv, solange überhaupt nicht klar ist, ob mein Mann überlebt.
    Dafür habe ich mir hier endlich mal was zu essen gemacht, sitze hier mit einer warmen Wolldecke und hüpfe gleich ins Bett.

    Heute kam ich ans Krankenbett, quasi mehr oder weniger geschlichen vor Angst..und siehe da, mein Mann war hellewach :D !
    Zwar zu 90% durch den Wind, aber wenige gezielte Fragen, einmal Langzeit-und auch Kurzzeitgedächtnis funktionieren, irre.
    Der Bilirubinwert ist nochmal auf 13,5 runter, Leberwerte nochmal leicht gebessert, die Nieren arbeiten weiter.
    Er wäre heute schon zurückverlegt worden, aber das KH hier hatte kein Bett frei auf Intensiv, morgen kommt er zurück.
    Und ich brauche nur noch 30 km pro Tag anstatt 300 zu fahren.
    Er ist sehr blaß an den Händen geworden :shock: , das fiel mir erst heute auf, die waren auch gelb gewesen.
    Er darf und kann schon Astronautenkost für Leberkranke trinken, konnte dann sogar selbst den Becher halten.
    Danch hatte er Sodbrennen und als der Pfleger die Magentablette, die er sonst bekam im KH hier, in flüssig injizierte, wußte er den Namen davon :shock: .
    Also heute wieder mal ein Tag, an dem ich mich beruhigt schlafen legen kann und Kräfte auftanke.
    Jetzt werden die Werte wieder leicht steigen, und dann müssen sie langsam fallen, ich hoffe es so sehr.

    Ach ja, und warum die hier keinen Fernseher hätten, ihm wäre so langweilig. Nach einer Stunde ist er dann aber erstmal eingeschlafen, war mir auch ganz lieb, das Reden mit seinem eigenen verwirrten Mann ist echt anstrengend, naja, Gott sei Dank kenne ich es von meinem Beruf her, da habe ich mich über einiges gut retten können, denn Streit mit einem Verwirrten hat keinen Wert, das geht in die Hosen und keinem ist damit geholfen.

    Wenig später sollte ich dann gehen, weil dieser Apparat wieder angeschlossen wurde.
    Er hat aber Temperatur entwickelt, da habe ich Angst deswegen, kann aber auch alles mit dem durcheinandergeratenen Blut zusammenhängen.
    Habe gerade nochmal dort angerufen, hatte eine nette Ärztin am Telefon, die psychologisch etwas fitter war, wie ihre Vorgänger.
    Die hat mich nach allen Regeln der Kunst beruhigt, ist ja klar, die werden mir heute abend nicht erzählen, wenns schlechter wird, wäre ja auch unklug, schließlich muß ich ausgeschlafen morgen sein.
    Mein Mann wollte wohl vorhin aufstehen und mich besuchen :cry::cry: , so ist er halt, selbst im Delir denkt er noch an seine Frau.
    Er hat auch wieder 2x geweint, es ist so ein Wechsel zwischen durcheinander sein und begreifen.
    Das Problem ist, das ich mit den Verwandten kaum noch reden mag, ich merke genau, wie fertig die alle sind, die sind mir keine Stütze mehr, die brauchen selbst Unterstützung.
    Naja, die nächsten zwei Tage geht es eben in die Vollen, alles ist möglich, Das ist es eben, wo ich Angst vor habe.

    Hallo!
    Ja, die nächsten Tage hilft dann wohl nur beten.
    Ich war heute 4,5 Stunden am Bett, das war zu lange, bin vollkommen ausgebrannt.
    Er bekommt 4 Zyklen Leberwäsche, die dritte hing gerade, wie ich kam, er war wach und hat sich gefreut, wie ich da war.
    Und fand es bescheuert, "das die ihn immer noch so abschießen".
    Ich konnte ihm vermitteln in ein paar einfachen Sätzen, wo und warum er in der Uniklinik ist, wegen dem Apparat, den er sich auch staunend anguckte.
    Dann sagte er klar zu dem Pfleger:
    " So, jetzt habe ich verstanden, warum ich hier bin."
    Leider war ich gerade so weit mit erklären, da piepste das Gerät, es war verstopft, im nachhinein stellte sich heraus, das dem Blut ein Gerinnungsfaktor fehlte, irgendwie war diese Sache aber wohl außerplanmäßig, der Arzt hat dann alle Hebel in Bewegung gesetzt und nach 2 Stunden kam extra ein Bote und brachte das.

    Die Nieren arbeiten weiter so gut, das auf Entwässerung und noch ein Mittel völlig verzichtet worden ist.
    Das einzigste ist, das mein Mann heute noch weniger wach war, eigentlich kaum.
    Es kann aber sein, das diese Wäsche sehr schlaucht, eine normale Nierendialyse dauert im Schnitt 3-4 Stunden, dann sind diese Leute danach auch sehr erschöpft, das weiß ich.
    Und mein Mann lag dort schon20 Stunden.
    Er hat eine große Wärmelampe über sich, da sich das Blut ja durch den Weg durch die Maschine abkühlt und die Temperatur ist schon wieder auf ein Grad mehr (36) angestiegen. Wenn ich da an gestern morgen denke (34,1) :roll: .
    Er macht aber das, was man verlangt, wenn man ihn energisch anspricht, z.B. habe ich ihn aufgefordert, mal meine Hand zu drücken, um zu wissen, wie viel Kraft er hat, hat er auch getan.
    Zu den Schläuchen und dem Fixieren:
    Er ist ja fertig längst mit Entgiften, das ist ja gegessen.
    Aber er wurde heute auch sofort von den Handfesseln befreit, weil ich da war und ja, er kratzt sich mal am Kinn, oder hält die hand vor den Mund, wenn er hustet.
    Tja, aber dann kratzt er sich auch schon mal da, wo das EKG ist und wenn er dann nur etwas höher greift, dann verwurschtelt er sich in den Schläuchen, das ist es.
    Er reißt die nicht willentlich ab oder so.
    Ist überhaupt in allem, wie er immer war, unauffällig und ein lieber Patient eben, so unauffällig, das er meiner Meinung nach schon am Sopnntag auf die Intensiv gemußt hätte, da fing das eintrüben nämlich schon an, aber wie so oft, hat er das Personal etwas hinters Licht geführt, indem er 2-3 mal sich aus dem Bett gequält hat und eine rauchen war, unglaublich . Rauchen durfte er.

    Mir geht es endlich nach dieser einen Schreckenswoche gut, ich habe gerade die erste warme Mahlzeit hinter mir und ich freu mich schon aufs Bett und morgen gehts mit neuen Kräften weiter!

    Das er aufhört zu trinken, bezweifel ich irgendwie nicht, denke schon, das wenn man dem Tod so von der Schippe springt (hoffentlich :? ), aber das ist alles noch Theorie, erstmal gehts immer noch "nur" ums nackte Überleben.

    So, das waren heute mal die guten Nachrichten.
    Und Lilly, Deine Geschichte ist ja auch der helle Wahnsinn und gibt mir weiter Mut.

    Hallo Lilly!
    So :) , nun muß ich erst einmal meinen Bericht von gestern etwas revidieren.
    Ich weiß nicht, was da gestern auf der Station los war, héute war es mit normaler Lautstärke, es wurde ganz normal dort gearbeitet, auch gelacht (die sind da ja auch nicht auf dem Friedhof), aber eben alles normler Stationsablauf.
    Der Pfleger meines Mannes ist total nett heute gewesen, ich war drei Stunden dort, zur Vorsicht hatte ich meinen Bruder mitgenommen, aber ich konnte hin und zurück selbst fahren.
    Habe den Pfleger heute bei seiner Arbeit beobachtet und gemerkt, er arbeitet sehr besonnen, rationell und ist auch nett zu meinem Mann.
    Einfach normal, fertig.
    Er hat mir soviel zu den Blutwerten erklärt, das ein Arztgespräch überflüssig war...
    Der schlimme Bilirubin wert, der für die Gelbfärbung zuständig ist, ist in den 12 Stunden Wäsche um ein drittel gesunken!!
    Die Dame aus Hamburg macht nun jeden morgen die Maschine fertig und war von dem Wert superbegeistert :D , na, wenn die das ist, dann bin ich es auch!

    Ich muß das hier noch loswerden, .
    Da kam eine Gruppe Leute, die von einem Lehrer, Proffessor? angelernt wurden, habe ich auch Verständnis für.
    Leider wurde mein Mann gerade wach und hat es mitbekommen :cry: .
    Der erklärte dann doch mir, er wolle das seinen Leutchen nur mal eben zeigen, weil man so selten jemand zu Gesicht bekomme, der am ganzen Körper so gelb wäre :shock::shock::shock:
    Den Schülern war das direkt peinlich, das sah ich an den Gesichtern, zwei haben sich auch noch bedankt, gucken zu dürfen, das war ja auch nur 1 Minute oder so, die Erklärung hätte er auch draußen loswerden können.
    Null Menschlichkeit dort, leider ist die Betreuung menschlich dort alles andere wie hier bei uns, da träume ich heute nacht davon, da gehe ich hier auch nicht ins Deteil, das werde und muß ich eines Tages woanders aufarbeiten müssen.
    Das ist aber nun egal, da muß mein Mann durch, es gab keine andere Möglichkeit.
    Hätte mir Weihnachten jemand gesagt, das ich ab heute die Betreuung von Gericht her über meinen Mann habe, den hätte ich wahrscheinlich einliefern lassen...
    Morgen lasse ich mir etwas für die Nerven verschreiben, nichts superstarkes, aber ich merke, das ich an meine Grenzen stoße, ich habe nämlich im Auto beinahe hyperventiliert nach einem Telefongespräch, das war heute einfach sehr leichtsinnig, morgen und übermorgen werde ich zur Klinik gefahren.
    So, nun versuche ich noch, endlich was zu essen und irgendwie in die Falle zu kommen.
    Das Schreiben hier macht einen klaren Kopf :) .
    Gute nacht Euch allen!

    Er soll, wenn alles komplikationslos läuft, auch am Sonntag direkt wieder hierher ins KH zurück und das macht mir Angst, er bekommt diese Wäsche nun 60 Stunden - und dann?
    Dann habe ich ihn wahrscheinlich noch einmal wach, klar erlebt und kann dann zusehen, wie er wieder abbaut :cry::cry::cry:
    Ich spreche morgen nochmal hier mit dem Arzt, denn er hat mir geagt, das diese Wäsche nur lebenserhaltend ist, das über eine Transplantation dringend nachgedacht werden müsse, wäre ja alles kein Problem, ich konnte mit meinem Mann heute darüber sprechen kurz :) , er wußte nicht, das er so schlecht gesundheitlich dran wäre, da kullerten ihm die Tränen übers Gesicht, die er sich noch nicht einmal wegwischen konnte, weil er festgebunden ist :twisted: , unter meiner Aufsicht durfte der rechte Arm frei gemacht werden, er hat sich da aber nicht versucht, die Schläuche abzureißen, wie vorher wohl, nein, er hat nur die Hand gehoben, wenn er husten mußte oder er sich unter der Nase an der Sauerstoffbrille kratzen mußte.
    Jetzt muß ich nochmal googeln, einer sagt, eine Leberlebendspende gäbe es nicht, der nächste sagt wieder, doch, das geht - was denn nun?