Guten Morgen!
Nun sind drei Tage vergangen, als ich mich zum letzten mal gemeldet habe.
Ich brauche manchmal für Dinge etwas länger. Gerade wenn es so viele Eindrücke gibt, oder ich Dinge nicht so verstehe. Schlaf ich erst mal ne Nacht drüber.
Die letzten drei Tage haben mir gezeigt, was es heißt :
'Allein nicht mehr zu trinken reicht nicht, du mußt an dir arbeiten, lernen.'
Sonntag gings mir wieder schlecht. Bedingt daß meine Frau mal wieder arbeiten gehen mußte (24 h) von Sonntag Mittag bis nächsten Montag Mittag.
Da Sonntags meine Tochter immer zum Kindergottesdienst geht und ich sie dann zu meiner besten Freundin fahre, die dann mit ihr dort hingeht. Und ich die Hund versorgen mußte konnte ich nicht ins Forum gehen. Sonntag Vormittag habe ich ja auch noch reale SHG.
Ich hatte so einen Saufdruck. Hab mir überlegt, ob ich mir was hole um das spätere allein sein nicht wieder zur Qual werden zu lassen.
Dann viel mir der Satz von Hermann ein: renn in die Gruppe.
Thema war Alkoholfreie Zone (das ist etwas was ich als aller erstes umgesetzt hatte) und Rückfälle. Einer der Teilnehemr erzählte, daß er sich am Anfang ganz viel über Rückfälle beschäftigt hätte. Da hat ihm mal jemand gesagt, wenn du so viel drüber nachdenkst und die anderen Rückfallbeispiele so reinziehst, gebe ich dir nicht mehr lange bis du selber einen hast. Lenk deine Gedanken auf dein Nüchternes leben. Höre und lerne.
So und so ähnlich wird es ja auch hier immer wieder gesagt. Höre und lerne. Ich habe gelernt. Habe mir zu Hause Gedanken gemacht, wie ich dieses alleine sein anders besetzen kann. Wie ich Kontakte wieder knüpfen kann die mir gut tun und dir mir auch fehlen (hab einige durch das Saufen verloren).
Obwohl ich nur meiner Frau erzählt habe wie es mir geht, kam etwas wo ich manchmal denke, gibt es doch etwas wie Schicksal. Als erstes rief mich meine beste Freundin an. Sie hatte sich einige Monate schon von mir zurück gezogen. Ihr Vater war Alkoholiker und sie wußte wie es um mich stand. Sie mußte mich gehen lassen. Jetzt hat sie sich mit mir verabredet. Morgen frühstücken wir zusammen. ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Telefonat gefreut hat. Am späteren Nachmittag riefen noch zwei von meiner SHG an, wie es mir geht und so. Eins davon ist ein langjähriges trockenes Paar. Knallharte. Die reden nichts schön, sag ich euch. Aber genau die brauche ich. Auf jedenfall haben die mich zu sich eingeladen. So entstehen wieder Kontakte.
Nun habe ich trotzdem ja noch das allein sein Problem. Mit diesem Problem bin ich gestern zur Suchtberatung gegangen. Vorher mußte ich noch die ganzen Fragebögen ausfüllen. Woran ich nicht alles arbeiten möchte.
Ich weiß jetzt warum ich nicht allein sein kann und wie ich diese Hürde überwinden kann. Alle anderen Vorhaben soll ich erstmal auf Eis legen. da das mein größter Saufdruck ist, konzentrieren wir uns ganz dieser Thematik. Mit diesem Rüstzeug kann ich leben und arbeiten. jetzt kann ich aktiv an mir arbeiten.
Das heißt also:
'Alleine nicht mehr zu trinken reicht nicht'
Unsere Pflegetochter (nicht im herkömmlichen Sinne, haben uns ihrer angenommen als sie 16 jahre alt war. mitlerweile hat sie eine 6 jährige tochter) ist aus dem Urlaub zurück (war 3 wochen weg). Sie wohnt hier im Ort, so daß ich auch zu ihr gehen kann, wenn ich mal nicht so gut drauf bin. In unserem Freundeskreis wird gott sei dank nicht soviel getrunken (vieleicht wenn jemand Geburtstag hat). Meine Pflegetochter hat auch ein Hund und eine Tochter, so gehe ich auch nicht mehr alleine spazieren. Sie freut sich über meinen Schritt nicht mehr zu trinken.
So wollte ich euch nur mal erzählen, wie es mir die Tage ergangen ist, und wünsche euch noch einen schönen Tag.