Guten morgen charly,
Zitat von charly66
hallo julchen,
weiß überhaupt ned was nach der klinik kommt. hab weder plan a noch plan b. schau erst mal wie es in und nach klinik wird.
DAS kenn ich! Und irgendwann hab ich für mich beschlossen, egal, was ER macht, ICH habe für die zukunft die und die pläne und deren verwirklichung mach ich nicht mehr davon abhänig, wie SEIN trinkverhalten und der umgang mit seiner sucht ist. Da begann für mich die befreiung und das gesund werden.
Zitat von charly66
weiß auch gar ned, wie er danach zu mir steht, hat mich bisher, wenns ihm wieder gut ging, ja immer ganz böse fallen gelassen, wenn er weiter trinkt, werd ich ihm bestimmt wenns kritisch wird weiter helfen, wenn auch nimmer so intensiv wie die letzten jahre.
Und auch das kenn ich, denn nach seiner letzten LZT hat er dann beschlossen, alleine zu leben, weil er der meinung ist, nur dann trocken bleiben zu können. Das hätte für ihn absoluten vorrang. Hmmmm.... da stand ich also nun, wieder einmal enttäuschte hoffnung, weil mit dem aufhören des trinkens halt nicht alles gut war. Zornig, traurig, verlassen, ausgenutzt und fallengelassen fühlte ich mich. Aber dann kam halt mein überlebenswille zu tage. Nicht jeder tag war damit gut für mich. Aber ich habe gelernt, mich wohl und zufrieden zu fühlen, EGAL, wie er sich verhält. Hab mein leben nicht mehr von seinem verhalten abhängig gemacht, also nicht mehr erwartet, dass er für meine zufriedenheit sorgt.
Damit, also mit der aufgabe meiner erwartungshaltung, begann es für mich gut zu werden. Er ist nicht dafür zuständig, dass mein leben rund läuft. Das war für mich die wichtigste erkenntnis. Wenn er trinken will, wird er es tun und wenn er nicht trinken will, wird er es durchhalten. Egal, ob ich ihm da reinrede oder nicht oder wie ich mich ihm gegenüber verhalte. Und ich kann leben und meine dinge tun, egal, ob er trinkt oder trocken ist. Er hat seine genesung an die erste stelle gesetzt. Vielleicht war ich deshalb zu der zeit auf ihn so zornig, weil er vor mir verstanden hat, was wichtig ist. Nämlich für sich alleine verantwortlich zu sein. Ich als co, hab mir diesbezüglich lange etwas vorgemacht. Ich hatte immer prima argumentationen dafür, ihn nicht loszulassen. Die überprüfe ich auch heute immer wieder. Am besten merke ich, dass ich auf einem guten weg bin, wenn ich eine verabredung mit ihm absage. Das wäre mir früher im leben nicht passiert, weil ich geradezu gierig nach jedem moment zeit war, die ich mit ihm verbringen konnte. Dafür ließ ich damals alles andere stehen und liegen. Das passiert uns heute beiden nicht mehr. Wir treffen uns gerne und verbringen zeit zusammen, aber jeder kann akzeptieren, dass der andere mal keine lust oder keine zeit hat, ohne dass es zu irritationen führt.
Es ist ein langer, schwieriger weg, aus einer abhängigkeit zu kommen. Egal, ob sie stofflich (alk) oder nichtstofflich (co) ist. Aus deinem posting lese ich nicht, dass du dich aus deiner abhängigkeit lösen möchtest. Im gegenteil. Aber auch das kenne ich. Es dauert halt seine zeit, bis wir unsere eigene abhänigkeit annehmen und damit in die lage versetzt werden, uns aus ihr zu lösen.
Lg
ette