Beiträge von Ette

    Zitat von charly66

    hallo elocin,
    gehts denn noch tiefer?
    noch mehr angst, noch mehr panik, noch mehr verzweiflung, noch mehr durchheulte nächte auf der autobahn :cry: ?

    oder er schafft doch endlich den absprung :) .

    lieben gruß charly

    Tja, charly, und was machst du, wenn er nie aufhört zu trinken? Willst du dann bis an dein Lebensende auf der Autobahn heulen?

    Fragt sich Ette

    Hallo Thelma,

    zu der Zeit, als ich dies tat, habe ich alles nur zum Besten meines Sohnes getan. Dass sich dahinter auch Macht verbarg, wurde mir erst im nachhinein bewusst, als ich mich selbst weiterentwickelt habe.

    Wenn dein Sohn den Vater so ablehnt, würde ich auch nicht dafür sorgen, dass ein Kontakt zustande kommt. Keine Frage.

    Mir geht es nur gegen den Strich, dass hier so eine schwarz-weiß Diskussion in Gang kommt.

    LG
    Ette

    Hallo Chanell,

    auch wenn du hier in deinem eigenen Thread schon lange nichts mehr geschrieben hast, freut es mich, dass dein Lebenswille anscheinend soweit wieder hergestellt ist, dass du in den Threads anderer User herumpolemisierst.

    Und wenn dann gar nix mehr geht, dann haben wir ja immer noch den....

    Zitat von Chanell


    Generationskonflikt?? tztz
    Und wer hier Jahre rumlungert...und nichts gelernt hat...bringt das denn was????

    Ich denke, das was einige Schreiberinnen hier gelernt haben, kannst du überhaupt noch nicht begreifen. Ayki ist übrigens eine dieser Schreiberinnen und die ist haargenau so alt wie mein Sohn.... Generationskonflikt? Wohl eher nicht.

    Gruß
    Ette

    Hallo Ihrs,

    gut, dass für dieses brisante Thema endlich ein eigener Thread eröffnet wurde. ( Chanell : da du so engagiert bist, wäre das ne gute Aufgabe für dich gewesen.)

    Ich habe einen Sohn. Den habe ich jedoch nicht mit dem Mann, der inzwischen trockener Alkoholiker ist. Jedoch habe ich mit meinem Ex-Mann, dem Kindsvater, ganz ähnliche Spielchen gespielt, wie sie hier hinter der Sorge um die Kinder versteckt werden. Da ging es dann eben nicht ums Trinken, sondern darum, dass meine Sohn unangemessene Filme gucken durfte oder von der neuen Freundin seines Vaters einen „körperlichen Verweis“ sprich Klaps erhielt. Es war, im nachhinein betrachtet, ganz einfach das Ausüben von Macht. Ich hatte das Sagen wenn es um mein Kind ging und wenn der Vater nicht spurte, klappte es mit den Besuchen eben nicht.

    Es ist ohne Frage wichtig, gut für die Kinder zu sorgen, nachdem man sich von einem trinkenden Partner getrennt hat. Oftmals erschöpft sich diese Sorge jedoch in der Tatsache, dass der Kontakt zum Vater unterbunden wird. Therapeutische Unterstützung wird in den wenigsten Fällen gesucht. Kinder haben in der Regel beide Elternteile gern. Und dem Schaden, die sie durch einen trinkenden Elternteil sowieso schon mitbekommen haben, wird dann noch die Krone aufgesetzt, indem dieser Elternteil dann vollends aus dem Leben des Kindes verschwindet. Ich bin zudem der Meinung, dass eine co-abhängige Mutter nicht weniger schlecht für die Entwicklung eines Kindes ist als ein alkoholabhängiger Vater. Nur ist es hier nicht so offensichtlich. Ich weiß aus Gesprächen mit einem Kind „meines Alkis“, dass die Kinder noch nicht einmal wussten, wo der Vater war, als er zur LZT war. Die Mutter hatte ihnen einfach gesagt, er sei weg. Alle Kontaktversuche wurden unterbunden – unter Hinweis auf seine Sauferei. Auch als er schon nicht mehr getrunken hat.

    Ich denke, man kann hier nicht einfach hopp oder topp sagen, sondern muss jede Situation schon differenziert betrachten. Und wie Elo schon schreibt – ein alkoholkranker Vater hat nicht automatisch sein Recht auf Kontakt zu seinen Kindern verwirkt. Ebenso hat ein Kind das Recht auf Kontakt mit seinem Vater. Nicht unter allen Umständen, logischerweise, aber auch nicht aus einer Art Rache heraus, wie es nicht zu selten vorkommt.

    Ich würde mich zudem freuen, hier auch die Meinung von Betroffenen zu lesen. Denn Ihr seid es ja, denen u. U. die Kinder entzogen und entfremdet werden. Was sagt Ihr dazu? Wie habt Ihr den Umgang mit eueren Kindern erlebt?

    LG
    Ette

    Sorry, Chanell, ich muss dich enttäuschen. Ich habe einen Sohn und meine Co-Knöpfe habe ich dank meiner Arbeit als Gruppenleiterin einer realen SHG für Angehörigen von Suchtkranken ganz gut im Griff. Ganz im Gegenteil zu zu dir, wie mir scheint. Bei dir sind "Alkis" noch immer die Buh-Männer. Dass es ganz einfach kranke Menschen sind, mit allen Rechten und Pflichten von "normalen" Menschen, das geht scheinbar verloren.

    Gruß
    Ette

    Zitat von ayki79

    Es geht hier nicht um mich, es geht hier um die Kinder!!!

    Hallo ayki,

    das empfinde ich als sehr wichtigen Satz! Ich habe nämlich das Gefühl, dass ganz oft einfach das Feindbild "Alki" dazu dient, die Kinder dem Vater zu entziehen. "Mein Alki" hat seine Kinder seit 10 Jahren nicht mehr gesehen und obwohl er nun seit einigen Jahren trocken ist, erhält er immer mal wieder Mails seiner Sprösslinge, in denen er als Säufer und Schwein bezeichnet wird. Er hat immer versucht, Kontakt zu den Kids herzustellen. Briefe wurden jedoch unterschlagen und Gesprächstermine beim Jugendamt boykottiert. Für mich hat das etwas von "lebenslänglich" für die Tatsache, dass er getrunken hat. Ich weiß nicht, ob aus solchen Kindern dann glücklichere Erwachsene werden. Ich glaube es nicht.

    LG
    Ette

    Zitat von ayki79

    Ich wollte mal nachfragen, ob hier jemand in der gleichen Situation ist wie ich... Wie schafft ihr es, eure Wut auf den Ex komplett abzulegen, das Thema abzuhaken und ihn links liegen zu lassen? Schließlich hab ich mich scheiden lassen, damit ich endlich Ruhe vor diesem ganzen Mist habe... Zwischendurch schafft er es doch immer wieder, mich völlig wütend und rasend zu machen, und ich will das einfach nicht mehr... wie kann ich ruhig und gelassen reagieren und vor allem innerlich endlich mal zur Ruhe kommen?

    LG, Ayki.

    Liebe ayki,

    so wie es aussieht, ist deine ursprüngliche Frage vollkommen in Vergessenheit geraten. Ich hatte zu Anfang auch lange mit der Wut zu kämpfen, zwar nicht im Zusammenhang mit einem Umgangsrecht, aber eben in anderen Bereichen. Ich konnte die Wut loslassen, indem ich mir immer wieder gesagt habe, dass ER ist, wie er ist und er einfach manche Dinge vollkommen anders bewertet und eine andere Wichtigkeit beimisst, als ich es tue. Aber es ging eben nicht von heute auf morgen. Und gerade in deiner Situation stelle ich es mir alles andere als leicht vor, damit umzugehen. Denn schließlich wirst du immer wieder mit dem Problem konfrontiert.

    Ich finde es gut, dass du deine Kinder ihrem Vater nicht entziehst und dich und die Kinder dabei therapeutisch begleiten lässt. Wie geht es dir damit, dass etwas, das du für dich und deine Kinder entschieden hast, nun in nahezu epischer Breite diskutiert und zerpflückt wird?

    LG
    Ette

    Ach charly,

    ich hab früher auch immer total rationale Argumente gefunden, es doch wieder versucht zu haben. Aber Kernpunkt ist und bleibt die Tatsache, dass es mir ein innerer Reichsparteitag war, wenn er gesagt hat, ich brauche dich, ohne dich schaffe ich es nicht. Dabei ist es alleine in seiner Macht, etwas gegen seine Sucht zu tun. "Mein Alki" hat dies erst getan, als ich NICHT mehr "helfend" da war und er die Konsquenzen seines Handelns, sein Leben, selber in die Hand nehmen musste. Dazu war es aber erforderlich, dass ich mein Bedürfnis des Gebrauchtwerdens ignorierte. Auch wenn es teuflisch schwer war.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    meine Hand wird so ganz langsam besser. Allerdings kam gestern auch noch ein Tag Fieber dazu, sodass ich mich ziemlich daneben fühlte. Dazu Magen-Darm-Probleme aufgrund des Antibiotikums. Na ja, meine Gewichtsabnahme geht dadurch ein wenig schneller und nun trennen mich nur noch drei Kilo von meinem Wunschgewicht. So hat halt alles auch sein Gutes. Langsam wird es mir zu hause auch langweilig und ich möchte wieder arbeiten. Mal sehen, ich denke, nächste Woche kann ich wieder los. Zufrieden macht mich dieser Zustand nicht wirklich, da ich ihn aber auch nicht beeinflussen kann, versuche ich, das beste daraus zu machen, denn es nützt mir wenig, mich dagegen aufzulehnen. Es würde nur unnötig Energie kosten und mich grämlich machen. So gönne ich mir Ruhe, lese viel und harre der Dinge, die da kommen.

    LG
    Ette

    Zitat von charly66

    ...und was mich grad total verwirrt, obwohl er nüchtern is, richtig lieb zu mir.

    Guten Morgen charly,

    mich verwirrt das nicht. Denn schließlich bewirkt sein "lieb sein" genau das, wovor er sich drückt - er braucht die Konsequenzen seines Handelns nicht zu tragen. Du kümmerst dich, du "rettest" ihn aus der Klinik, die ihm nicht gefällt, die ihm aber vielleicht helfen könnte, wenn ihr beide es zulassen würdet. Lies dir mal dein Posting durch! Eine einzige Rettungsgeschichte - durch dich. Genau das, was wir Co´s so gerne tun. Retten. Mit Liebe hat das in meinen Augen wenig zu tun.

    LG
    Ette

    Hallo ayki,

    lass dich nicht beirren! Im Gegensatz zu chanell bin ich der Meinung du hast schon Sieben-Meilen-Schritte gemacht.

    Chanell : Dein Posting erinnert mich an die Ex „meines Alkis“. Sie hat bis heute nicht realisisert, dass zu einer funktionierenden oder nicht funktionierenden Beziehung immer zwei gehören. Egal, ob alkoholisiert oder nicht. Und in der Beziehung zu einem Alki gibt es IMMER zwei Kranke. Nur ist der, der alkoholkrank ist, leichter zu erkennen.

    LG
    Ette

    Hallo charly,

    Zitat von charly66

    ich weiß, des is ned richtig so aber mein herz is einfach noch viiiiiiiiel mächtiger als mein kopf.

    Hier würde ich sagen, es ist NICHT das Herz. Es ist die Angst. Deine Angst, vielleicht vor dem Alleinsein. Besser eine Alki-Mann als gar keinen. Oder davor, mit dir alleine klarkommen zu müssen. Vor lauter Schauen auf Andere hatte ich damals überhaupt keine Ahnung mehr, wer ICH bin oder was ICH wollte.

    Zitat von charly66

    gestern ging es ihm so schlecht, dass ich am liebsten los wär um flasche wein zu kaufen. weiß ja, dann würd es wieder besser gehen.

    Notarzt? Psychatrischer Notdienst? Das wären z. B. sinnvolle Alternativen. Es kann, trotzdem du medizinisch nicht ganz unbeleckt bist, tötlich sein, kalt zu entziehen. Diese Verantwortung willst du mittragen, um womöglich als seine „Retterin“ da zu stehen?

    Ich habe es schon in einem anderen Thread geschrieben. Wenn deine beste Freundin sich so verhalten würde, was würdest du IHR sagen?

    LG
    Ette

    Zitat von katrine

    .. ich würde einem außenstehenden alles genau so erklären, leider bin ich nicht außenstehend.

    Katrine, es liegt in deiner Macht, dich "außenstehend" zu betrachten, dich wie deine beste Freundin zu behandeln. Die würdest du sicherlich nicht in eine solche Beziehung rennen lassen. Ihr würdest du offen und ehrlich sagen, dass es nicht das Gelbe vom Ei ist, sich sehenden Auges auf einen nassen Alkoholiker einzulassen. Für dich selbst findest du tausend Begründungen, es fortzuführen. Ich weiß, dass es schmerzt, sich ehrlich zu trachten. Deshalb lassen wir uns immer wieder auf abhängige Beziehungen ein - um uns diesen Schmerz zu ersparen. Aber glaub mir, der Schmerz heilt, läutert und da, wo der Schmerz ist, ist der richtige Weg, da gehts lang zu einem eigenverantwortlichen Leben ohne Abhängigkeit.

    LG
    Ette

    Genuss - morgens mit dem Wissen aufzuwachen, wenn ich will, kann ich noch liegenbleiben. Nicht aufstehen müssen, sondern wollen und dürfen - weil die Sonne scheint, weil der Kaffee lockt, weil der Körper nacht Bewegung verlangt.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Katrine,

    in meiner schlimmsten Co-Zeit konnte ich mich auch in eine Stimme verlieben, per Telefon. Im nachhinein weiß ich, dass es eher die Tatsache war, dass sich jemand mit mir so ausgiebig beschäftigt hat. Ich fühlte mich etwas wert, weil ein intelligenter Mann so viel mit mir redete. Ich sah eine Art Seelenverwandtschaft, obwohl ich den Menschen nie gesehen hatte. Deine Gefühle kann ich also gut nachempfinden.

    Dass du im Netz jemanden findest, der Alkoholprobleme hat, ist relativ naheliegend. Ich habe die Erfahrung gemacht in bald 10 Jahren Chat- und Forenerfahrung, dass hier sehr viele Menschen unterwegs sind, die ein Persönlichkeitsdefizit oder Suchtprobleme haben. Schließlich ist das Internet so herrlich anonym, dass niemand eine Fahne bemerkt und rotgetrunkene Gesichter sieht. Und Intelligenz spielt dabei überhaupt keine Rolle. Vom Arzt über Rechtsanwälte bis zum geschäftsführenden Leiter einer großen sozialen Einrichtung sind mir hier schon alle möglichen Menschen über den Bildschirm geflimmert.

    Mir stellt sich vielmehr die Frage, was du für DICH getan hast, seit du dich von deinem Mann getrennt hast. Was hast du in dieser Zeit für DEINE persönliche Entwicklung getan? So, wie es für mich aussieht, hast du lediglich dein „Suchtmittel“, sprich Mann, aus deinem Umfeld verbannt und dich wenig mit deiner Co-Abhängigkeit beschäftigt. Somit ist es ziemlich naheliegend, dass du wieder auf jemanden triffst, der abhängig ist. Aus der Erfahrung mit deinem trinkenden Ehemann heraus, hätte ich angenommen, dass du, sobald du erfährst, dass deine neue Flamme trinkt, sofort den Rückwärtsgang einlegst. Aber er hat ja genau das getan, was uns Co´s so gut tut. Er hat wegen DIR beschlossen, aufzuhören mit dem Trinken. Das ist ein tolles Gefühl, ich weiß. Ich weiß aber auch, dass Alkis dir das Blaue vom Himmel versprechen, nur damit du bei der Stange bleibst.

    Ich kenne über meine reale SHG einen Mann, der seit Jahren alle paar Monate eine neue „beste Frau aller Zeiten“ hat. Übers Internet gefunden, seine Alkoholabhängigkeit teilweise verschweigend, sucht er sich immer wieder ein neues Helferlein, wenn das bisherige anfängt, wegen der Trinkerei zu nerven. Und es klappt, denn schließlich gibt es genug Frauen, die sich unsterblich übers Netz verlieben. Die blind werden für Probleme, nur aufgrund der Tatsache, wahrgenommen, wertgeschätzt zu werden. Wie der Alki nach der Wodkaflasche, greifen sie nach jedem Mann, der ihr Aufmerksamkeit entgegenbringt.

    Die Frage, die ich mir an deiner Stelle stellen würde, ist nicht, warum du Abhängige anziehst, sondern warum DICH Abhängige anziehen. Wenn du dich selbst und deine Verhaltensstrukturen besser kennen lernst, wirst du auch nicht mehr so schnell in die Lage kommen, dich von beziehungsunfähigen Menschen angezogen zu fühlen. Es beginnt bei DIR und nur bei DIR, etwas in deinem Leben zu verändern.

    LG
    Ette

    Zitat von skypy

    hallo elocin, ich komme hier im forum leider nicht so gut zurecht. keine ahnung warum. auch wenn ich dir versuche zu schreiben kommt nie was zurück, bin zwar schon noch auf xxx, aber in einem anderen forum geht aber auch um co-abhängikeit. es wäre schön wenn du dich mal auf meiner seite melden würdest danke

    skypy

    edit summerdream: bitte keine werbung für andere foren - thx

    Hallo skypy,

    ich bin zwar nicht Elo, hab aber gelesen, was du schriebst. In deinem Thread finde ich sehr wenig von dir. Welche Rückmeldung erhoffst du dir denn? Wir können wir dir helfen?

    LG
    Ette

    Hallo Heißkalter,

    mich macht Wut blind und die Energie, die daraus resultiert, bringt mich in erster Linie dazu, blindwütig um mich zu schlagen. Zuerst war ich wütend auf „meinen Alki“ und habe meine Co-Machtspielchen weiter betrieben. Als ich merkte, dass mich das nicht vorwärts bringt, hat sich meine Wut gegen mich selbst gerichtet, weil ich so „dumm“ war und viele Dinge irreal gesehen hatte. Meine Wut hat nur eins bewirkt, so stellte sich im nachhinein heraus- mich vor meiner Angst zu schützen. Meine Angst vor dem Alleinsein, vor dem Unvollständigsein, vor dem Wertlossein ohne Partner. Für mich war es wichtig, das „Gefühl hinter dem Gefühl“ wahrzunehmen und zuzulassen, damit eine Veränderung für mich initiieren konnte. Mit einem aber hast du recht – es dauerte lange, bis ich dazu in der Lage war.

    LG
    Ette

    Hallo Weitsicht,

    ich bin mir durchaus bewusst, dass hier die Wurzeln meiner Co-Abhängigkeit sind. Und ja, als Baby sind wir abhängige Wesen, die auf die Eltern angewiesen sind. Trotzdem habe ich für mich erfahren, dass ich durchaus in der Lage bin, von den damals gelegten Defiziten zu genesen. Und zwar dergestalt, dass ich die Verantwortung für mich und meine Gefühle selbst übernehme. Es nützt mir überhaupt nichts, wenn ich immer und immer wieder die Tatsache in den Vordergrund stelle, dass ich als Kind nicht liebevoll genug behandelt worden bin. Diese Tatsache kann ich nicht mehr rückgängig machen oder nachholen. Ich kann aber lernen, mit mir selbst liebevoll und anerkennend umzugehen. Und das auch ganz ohne Partner. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Andern etwas wert bin, wenn ich mir vor allem selbst bin. Und das ist etwas, was NIEMAND für mich tun kann.

    Als Mutter habe ich natürlich in Anbetracht meiner eigenen Defizite die Angst, auch an meinen Sohn die gleichen Defizite weitergegeben zu haben. Weitsicht, ich weiß nicht, wie alt du bist. Mein Sohn ist dreißig Jahre alt und ich habe mit ihm mehrfach über meine Bedenken gesprochen. Weißt du, was er mir dazu gesagt hat? „Mutter, du hast mich so erzogen und behandelt, wie du dachtest, es wäre das beste für mich. Wenn etwas nicht richtig gelaufen ist, ist es nicht mehr deine Verantwortung, dass ich damit klarkomme. Ich bin jetzt erwachsen und kann und muss für mich selber sorgen.“ Das hat mir gezeigt, dass ich, auch wenn vielleicht nicht immer alles optimal gelaufen ist, ich doch auch eine ganze Menge richtig gemacht habe, als mein Sohn noch Kind war.

    Du hast also recht, mit deiner Äußerung, dass es mit Vater und Mutter beginnt, wie wir uns entwickeln. Und du hast recht, dass das Bedürfnis nach dem Eingebunden sein in eine Familie zum Leben dazu gehört. Der Dreh- und Angelpunkt sind wir jedoch selbst. Wenn wir uns ein Leben lang darauf berufen, was in unserer Ursprungsfamilie falsch gelaufen ist, halten wir uns ein Leben lang auf einer Art Kind-Status. Solange wir die Verantwortung für unser Wohlfühlen und unsere Zufriedenheit in allen möglichen äußeren Konstellationen suchen und begründen, sind wir nicht wirklich erwachsen.

    LG
    Ette