Beiträge von Ette

    Hallo Ihrs,

    liest sich vielleicht doof, aber ich hab gestern einen Tag im Bett genossen. Morgens war ich noch einkaufen und fühlte mich total schlapp und kränkelnd. Also hab ich für nachmittags alles an die Seite gepackt, was anstand und hab mich im Bett verkrochen, alberne Nachmittagssendungen im Fersehen geguckt und mich mit diebischem Vergnügen in die Federn gekuschelt. Und sieh an, das Krankheitsgefühl wich einem "das gönn ich mir heut"-Gefühl, das ich genüsslich auskostete.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    Hartmut, ich hab dir mal ein wenig "dazwischengefunkt". Das macht mir das Antworten leichter.

    LG
    Ette

    Zitat von dicke katze

    Aber in allem will ich nicht gefestigt sein, sonst kann ich mich nicht mehr ändern.

    Hallo dicke Katze,

    wenn ich in mir gefestigt bin, bin ich nicht tot und unbeweglich. Ganz im Gegenteil. Ich kann mich sehr wohl bewegen. Im Gegensatz zum Leben in meiner Co-Abhängigkeit. Denn in der Co-Abhängigkeit werde ich gelebt und bewegt durch Andere.

    Meine Gedanken zum Gefestigt sein.

    LG
    Ette

    Hallo Hartmut,

    sicherlich ist ein Perfektionsanspruch an sich selbst nicht von vornherein Teil eines Krankheitsbildes. Es ist aber, wie in so vielem, eine Frage des Maßes. Einer in meiner Gruppe formuliert es ganz pragmatisch: genug ist genug und mehr als genug macht krank. Aber damit wird ja auch Sucht definiert: Immer mehr und nie genug.

    Hartmut, wir machen uns das Leben schwer, meinst du, wenn wir unser Verhalten im Kontext zu unserer Krankheit sehen. Ich habe für mich gelernt, dass ich ja genau deswegen krank geworden bin, weil ich mein Verhalten als "normal" betrachtet habe und immer mehr in den Strudel Leistung-Anerkennung-noch mehr Leistung-noch mehr Anerkennung geraten bin. Ich musste erst lernen, dass es keine Gefahr für mich bedeutet, nicht von allen Menschen anerkannt und gemocht zu werden. Hier gleichen sich die Geschichten von Alkohol- und Co-Abhängigen, habe ich in meiner gemischten, realen SHG festgestellt. Alkoholiker trinken sich die schlechten Gefühle in der Regel oft weg, und denken, so entstehen die guten. Sie "trinken sich kommunikativ, spontan oder zu everbodies darling" . Und Co´s "helfen" sie sich weg. Sie kümmern sich um alles, nur nicht um sich, weil sie denken, dies sei nicht gestattet. Sie seien nur etwas wert, wenn sie Leistung - sprich Hilfe - bringen.

    Ich habe für mich festgestellt, dass ich auch oft Probleme hatte, mit einem erreichten Ziel zufrieden zu sein. Immer musste es weitergehen, mehr, besser, höher, weiter.... Meine Partner hatten es darum sicherlich nicht einfach mit mir. Zudem bin ich immer stiften gegangen, wenn es mir lang genug nicht genug war. Ich hab nie darüber nachgedacht, dass ein Gefühl des Zuwenig-bekommens ganz, ganz viel mit mir selbst zu tun hat.

    Dies zeigt sich meist eben nicht im bewussten Handeln. Aber wenn dich das ewige Roboten krank macht, dann fängst du an, dahinter zu gucken - ins Unbewusste quasi. Und da sind MIR Kronleuchter aufgegangen. Wenn ich mir so "umlese" oder in meiner realen SHG zuhöre, stelle ich immer wieder fest, dass ich da ähnlich ticke, wie viele Abhängige auch.

    LG
    Ette

    Hallo,

    wieder eine Woche Reha vorbei und ich bin froh, dass Wochenende ist, auch wenn mich, so wie es aussieht, eine fiese Erkältung erwischt hat.

    Die letzten beiden Wochen waren sehr anstrengend. Ich kam an Punkte in meinem Leben und meinem Verhalten, von denen ich dachte, ich hätte sie bereits gut im Griff. Wenn es um „meinen Alki“ geht, ist dies auch der Fall. Aber meine Co-Strukturen durchziehen eben mein GANZES Leben und nicht nur eine etwaige Beziehung. Kein Mensch würde es co-abhängig nennen, wenn er sich in seiner Arbeit aufreibt. Und trotzdem sind die Ursachen die gleichen. Anerkennung, die Suche nach der Anerkennung, ohne die wir Co´s scheinbar nicht leben können. Die Suche danach, in Beziehungen zu Menschen (und Beziehung zwischen Menschen ist jeglicher Kontakt nach außen) Akzeptanz und Wertschätzung zu erhalten. Und die Suche nach Perfektion. Wir setzen uns selbst unter Druck, indem wir perfekt sein wollen. So perfekt, dass wir es uns nur sehr schwer gestatten, schwach, hilflos und verunsichert zu sein. Übersehen dabei, was wir bereits geschafft haben und hinterfragen immer wieder unser Tun und Handeln. Überprüfen es daraufhin, ob wir auch alles zu unserer eigenen Zufriedenheit, also perfekt, gemeistert haben. All dies in der Regel aus der Tatsache heraus, dass wir in unserer frühesten Sozialisation nur über Leistung anerkannt, geliebt worden sind. Teilweise schon heftig, welche Aha-Erlebnisse mir immer wieder begegnen.

    LG
    Ette

    Hallo Elfriede,

    danke für dein Posting. Zeigt es doch, dass uns die Co-Abhängigkeit in ganz unterschiedlichen "Klamotten" über den Weg laufen kann. Wenn deine Kolleginnen nichts sagen, leben sie Strukturen, die wir "Geläuterten" leichter erkennen und umschiffen können.

    LG und alles Gute für dich

    Ette

    Zitat von Hartmut


    ich habe noch nicht erlebt das ein Ertrinkender einen anderen Ertrinkenden retten kann. Da geht einer immer unter.

    Ich sehe das ähnlich wie Hartmut und muss aber hier des öfteren feststellen, dass wild rudernde Forenteilnehmer, die sich selbst nur mit schönen Worten vorm Ertrinken retten, für andere Ertrinkende genau die richtigen Schwimmzüge zu kennen scheinen.

    Ich lese Ratschläge mit sehr gemischten Gefühlen. Erfahrungen hingegen sind etwas, mit denen ich umgehen kann. Zumal Ratschläge genau das unterstützen, wo es bei Co´s eh krankt. Der Fähigkeit, eigene Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Diese Fähigkeit zu entwickeln und zu leben ist meines Erachtens einer der Kernpunkte, um aus der Co-Abhänigkeit zu kommen.

    LG
    Ette

    Hallo fuego,

    ich finde deine Frage interessant. Allerdings den Einstieg nicht so glücklich. Die Frage sollte nicht lauten, wieviel der "dreckigen" Manipulationen (Alkoholiker sind krank und ihre Verhaltensweisen Teil ihrer Krankheit), ein Co-Abhängiger "erdulden" muss. Die Kernfrage ist, vielmehr warum Co-Abhängige nicht in der Lage sind, ihre Grenzen frühzeitig aufzuzeigen.

    LG
    Ette

    Zitat von Julchen148

    Ich war bei der Suchtberatung, die sagten mir, tun sie mal was für sich. Die sagten nicht ich bin auch süchtig, ich sollte mich ändern. Ich habs nicht kapiert, was für mich machen wär für mich egoistisch gewesen. Seine Theapeutin auf LZT sagte zu uns ich halte immer zu ihm da muss ja noch Liebe sein. Wieso sagte sie nicht daß ich von ihm abhängig bin?
    Erst hier im Forum hab ich kapiert was Sache ist und dann konnte ich was ändern.
    julchen

    Guten Morgen julchen,

    mir ging es vor Jahren bei der Suchtberatung genauso. Ich bekam zu hören, ich solle etwas für mich tun, jedoch hatte ich keine Vorstellung, wie dies aussehen sollte. Zumal ich mich, genau wie du, als egoistisch betrachtet hätte, wenn ich mich und meine Bedürfnisse vor seine gestellt hätte. Mir sagte auch niemand, dass ich von meinem damaligen Freund abhängig sein würde. Ich glaube, das hat auch eine Art therapeutischen Hintergrund. Als Co sind wir weder in der Lage, zu spüren, was uns gut tut, noch dazu, unsere Abhängigkeit wahrzunehmen. Für mich war das schrittweise Begreifen meiner Situation und meiner Abhängigkeit wichtig. Niemals hätte ich jemandem geglaubt, der mir gesagt hätte, dass meine Freund mein Suchtmittel sei. Diese Erkenntnis musste aus mir selbst kommen, damit ich sie akzeptieren und bearbeiten konnte.

    LG
    Ette

    Zitat von Karotte

    Doch der Frauenworkshop z.B. bringt mich näher zu mir, gibt mir Kraft...hat mir wieder Bewußtheit dafür gebracht was alles eigentlich schon da ist. Was für Stärke und was für positive Seite...ich bekam Dinge gespiegelt die mir sehr gut getan haben und mir helfen mich auf mich zu besinnen, anstatt die Meinungen von außen zu sehr anzunehmen, vorallem wenn sie meinen Träumen und meinen Visionen und Kräften im Weg stehn.

    Wenn ich dich so erzählen sehe, habe ich den Eindruck, dass so ein Frauenseminar nach dem Motto läuft "wir haben uns alle lieb." Schließlich bekamst du genau das, übrigens auch von außen, gespiegelt, was du gerne hören wolltest. Die Welt funktioniert nur leider nicht immer so.

    Deine Aussage empfinde ich hier als widersprüchlich und nicht stimmig. Du nimmst die Dinge als wohltuend an, die deinem Selbstbild das Wort reden. Ist die "Außen-Meinung" eine andere als deine eigene, ignorierst du sie. Ich kann das gut nachempfinden. Schließlich ist dies der schmerzfreiere Weg. Aber Karotte, das wo es weh tut, da gehts lang.... habe ich erfahren.

    Ette

    Zitat von Karotte

    Ps.. Verlassen werden wäre in diesem Fall natürlich einfacher...für mich, aber auch nicht besser...
    Heute habe ich so gedacht das es cool wäre wenn er in die Klinik gänge oder wieder zu einem Praktikum in eine andere Stadt. Einfach um mal wieder Abstand zu haben...und dann zu schauen was ist...

    Ich musste richtig lachen, als ich das grad las. Weil es genau das widerspiegelt, was ich geschrieben habe. ER soll weggehen, damit du es nicht tun musst.

    eine schmunzelnde Ette

    Zitat von Karotte

    Ich denke auch das es eher an Ultimatum an mich sein sollte... Bin nicht gut im verlassen. Manchmal is so der Wunsch das es sich einfach ergibt oder das ich abhaue oder so ne Träume...wenn ich dran denke Ihm so sagen: Keine Lust mehr, Will nicht mehr; da krampft sich sowas in meiner Brust zusammen... das is wahrscheinlich sowas mit Mitgefühl, Mitleid..etc. aber das bringt uns beide ja auch nicht weiter....

    Hallo Karotte,

    im Verlassen war ich auch nie gut. Schließlich hat es zur Folge, dass ich erst einmal alleine bin. Und da schien es sicherer, in einer, wenn auch schlechten, Beziehung zu bleiben als ohne dazustehen. Die Nummer mit dem Mitleid und Mitgefühl hab ich mir übrigens auch immer wieder erzählt. Schiss vorm Alleinesein ist auch deutlich weniger edel als Mitgefühl.... deshalb hab ich mir meine eigene Angst schöngeredet mit solchen "Edel-Gefühlen". Genau wie du hatte ich den Wunsch, dass sich einfach alles ergibt. Inzwischen weiß ich, dass das meine Art war, mich vor der Entscheidung zu drücken. Wenn ich selbst entscheide, muss ich ja Verantwortung tragen. Wenn "es einfach geschieht", liegt es außerhalb meines Verantwortungsbereiches und ich kann womöglich die unmöglichen Umstände beklagen, wenn es nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle.

    Selbstreflektion ist schmerzhaft, aber lehrreich. Wenn ich hier im Forum lese, lerne ich immer noch eine ganze Menge über mich. Ich wünsche dir, dass du auch für dich etwas mitnehmen kannst. Meines Erachtens sind deine Weibersessions und Wasser-Shiatsu-Geschichten prima Ablenker, nicht wirklich reflektieren zu müssen. Wirklich verändern wird sich dadurch nichts, denn die Geschichten sind alle im "Außen". Verändern müssen wir uns aber im Innern.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    @ Käferchen: Danke, du hast mir aus der Seele geschrieben.

    @ Merlina: Ich kann mich den Worten des Käferchens nur anschließen. NIEMAND zwingt uns, mit einem alkoholabhängigen Menschen zu leben. Jeder, der hier schreibt, hat seine Gründe dafür und die sind nur zweitrangig in der Person des Abhängigen zu suchen. Darum ändert sich auch nichts Grundlegendes für einen Co-Abhängigen, wenn er sich von seinem trinkenden Partner trennt oder aber dieser trocken wird.

    LG
    Ette

    Zitat von dicke katze

    Das bringt mich auf ne andere Frage, hat je ein Alkoholiker/in sein Co verlassen. Nicht nur vorüber gehend, weil er/sie eine/en neuen Co gefunden hat. Sonder einfach so! Oder sogar weil er eingesehen hat, das er dem Co nicht gut tut und wollte das der ein glücklicheres Leben führt?

    Ja, hat er! Zuerst auch hinter der Maske, ich hätte Besseres verdient. Da diente der Rückzug aber nur dazu, ungestört trinken zu können. Endgültig die Paar-Beziehung beendet hat er, als er aus der LZT kam und für sich feststellte, dass er, um trocken leben zu können, sein Leben alleine auf die Reihe kriegen muss.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Ihrs,

    na, ein paar haben sich ja schon getraut. Prima! Ich wünsch mir aber noch viel mehr Positives. Schließlich sind hier so viele Frauen, und natürlich auch Männer, die in ihrer Co-Abhängigkeit so viel geschafft haben. Und die wollen alle nix finden können, was sie an sich selbst gut finden? Seltsam..... Es heißt zwar immer, Eigenlob stinkt, aber hier ist es gestattet. Traut euch mal, ihr werde erstaunt sein, wie viele Punkte ihr findet. Zudem ist das Bewusstsein der eigenen Stärken ein guter "Wanderschuh" aus der Co-Abhängigkeit heraus. Unsere Stärken zeigen uns doch, dass wir trotz abhängigem Partner, oder auch ohne, eine ganze Menge bewegen, schaffen und auf die Reihe bekommen können.

    Den Fokus auf das richten, was gut ist in unserem Leben, sind Pfunde, mit denen wir wuchern können, die uns helfen, nicht mehr länger Opfer zu sein. Ungewohnt ist es vielleicht, das will ich gerne zugeben, aber ein guter Weg, den Weg aus der Co-Abhängigkeit zu schaffen.

    Wo sind denn jetzt all die Frauen, die viel darüber schreiben können, was ihr Partner ihnen angetan hat? Löst mal den Blick davon und schaut auf euch selbst. Wie gesagt, hier ists erlaubt und keiner meckert "gib mal nicht so an".

    LG
    Ette

    Hallo Mädels (sorry, etwa vorhanden Co-Kerle bleiben diesmal außen vor),

    ich lese oft vom nicht vorhandenen Selbstbewusstsein. Dazu muss „frau“ sich ja erst einmal bewusst machen, was sie wirklich alles kann. Was haltet ihr davon, wenn wir hier mal sammeln, was ihr so alles könnt? Schreibt einfach auf, was ihr an euch positiv findet.

    Ich bin gespannt.....

    LG
    Ette

    Puuhhhh..... das waren wieder einmal anstrengende Tage! Reha ist ganz einfach Stress, finde ich. Schließlich wird immer einmal wieder an alten Wunden gerührt. Der Schmerz zeigt dann schon, dass sie nicht ganz verheilt sind. Aber nach einem halben Tag heulen, einem Tag im Bett und nun einem ausgedehnten Winterspaziergang geht es mir wieder gut. Es war so toll draußen, obwohl mir ja eigentlich eher nach Frühling denn nach Winter ist, habe ich heute den Schnee genossen. Im wahrsten Sinne des Wortes :-). Da, wo mich keiner gesehen hat, hab ich mit der Zunge Schneeflocken aufgefangen. Grad so, wie wir es als Kinder getan haben. Und durch den Schnee geschlurft bin ich, dass die Flocken stoben. Warm ists mir dabei geworden und das nicht nur, weil ich recht schnell gegangen bin, sondern auch weil mich plötzlich ein Wohlfühlgefühl durchströmt hat.

    Gleich werde ich mir noch in der Badewanne das I-Tüpfelchen zum Wohlfühlen holen und dann den Sonntag im Warmen genießen.

    Bis denne

    Ette

    Hallo Trauerkloß,

    vielleicht wäre es sinnvoll, wenn du einen Thread für dich einrichtest, in dem du schreibst. Immer wieder tauchen tauchen neue Threads mit einzelne Fragen von dir auf, bei denen mir zudem auffällt, dass sie sich immer nur auf deinen Mann beziehen. Was tust du denn für dich, um in deiner Situation zufrieden zu leben? Oder welche Umstände und Denkweisen möchtest du für DICH verändern? Wo ist dein Teil an deiner Gesundung? Egal, ob dein Mann trinkt oder nicht, wäre es doch ein erster Ansatzpunkt, für dich ein eigenes Leben zu entwickeln.

    LG
    Ette