Hallo Ette,
nun kann ich es besser verstehen.
Wenn ein Co helfen "muss" und es perfekt machen will , kommt er immer wieder an seine Grenzen , da dem Alkoholiker ja nicht zu helfen ist. Er dreht sich immer wieder im Kreis und seine Krankheit verschlimmert sich, solange er nicht kapituliert und sich von dem Suchtmittel löst.
Diese Helfen und alles perfekt machen wollen, zieht sich ja durch alle Lebensbereiche. Nur wird es dann nicht als Co-Abhängigkeit bezeichnet. Die Hintergründe sind jedoch die selben.
Dann wäre eine Trennung vom Partner ja unabdingbar, wenn dieser nicht bereit ist was für sich zu tun.
Richtig. Diese Trennung war bei meinem Ex und mir unabdingbar, da ich geradezu reflexmäßig immer wieder in alte Muster verfiel
Wenn "beide trocken" sind , dann besteht die Möglichkeit des Zusammenlebens weiter , macht es aber für den CO schwieriger , da nun der Alkoholiker keine Hilfe mehr benötigt die aber bei der CO-Krankheit ein Hauptbestandteil ist.
Genau und deshalb reicht es auch nicht aus, dass nur der trinkende Partner aufhört zu trinken.
Ich hatte aber auch des öfteren den Eindruck um Co-Bereich , das sich einige gerne in der "Opferolle" bewegen und nicht nur Co-Abhängiges Verhalten annehmen und es zu einen Bestandteil der Krankheit machen.
Hartmut, die Opferrolle ist Teil der Co-Abhänigkeit. Und sie ist genauso eine Abgabe der Verantwortung für das eigene Leben. Der Alki lässt seinen Co für sich "machen" und der Co überlässt es seinem Alki, sein Leben zu gestalten. Solange ich das Opfer bin, bin ich schuldlos an meiner Misere. Wenn ich die Verantwortung selbst dafür übernehme, gibt es ja keinen Grund mehr, warum ich in der Situation bleiben sollte. Aber Co´s haben sehr viel Angst. Ich blieb lieber in einer schlechten Beziehung, als gar keine zu haben. Wenn ich das Opfer dieser schlechten Beziehung bin, kann ich mich besser herausreden, warum ich nix verändere.
Dann auch vermitteln das sie ne Lösung gefunden haben aber dannach wieder die "Opferrolle" zurückfallen , ein anderes Problem annehmen und das ganze "Spiel" von vorne los geht.
Auch das ist richtig und ein Teil unserer Krankheit. Zu oft wird von Co´s die Fassade aufrecht erhalten, dass alles in Ordnung ist. In einer "alkoholischen" Beziehung genauso wie dann im Bemühen, sich daraus zu lösen. "Ich tue was für mich" als Synonym dafür, gesund zu werden. Nicht nur im Helfen perfekt, sondern auch darin, der gestellten Aufforderung "tu was für dich" perfekt zu folgen. Vor lauter Betreben, hier "gut" zu sein, wird jedoch oft der Blick dafür verstellt, was es letztendlich heißt, etwas für sich selbst zu tun. Dieses "für sich selbst tun" kann nicht nur im Außen stattfinden. Sonst ist die nächste Alk-Beziehung vorhersehbar.
Etwas kompliziert diese CO Geschichte. Werde noch viel bei dir lesen um es beser zu verstehen.
Schönes Wochenende.
Gruß Hartmut