Beiträge von Ette

    Guten Morgen ihr Lieben,

    lilly : Wenn ich nur endlich dürfte, wie ich wollte, dann wäre auch die Einarbeitung nicht das Problem. Aber – ich arbeite dran!!!

    Ansonsten stellt es sich so dar, dass ich festgestellt habe, dass ich meine Arbeit nur deshalb habe, weil ich auf einem relativ einfachen Weg dazu kam. Eins kam zum Andern und ich habe immer auf dem Vorhandenen aufgebaut. Und doch hatte ich schon seit Jahren eine Vision. Je mehr ich mich mit meiner Co-Abhängigkeit auseinander setzte, desto klarer wurde diese Vision und ist inzwischen soweit gediehen, dass ich mich in die entsprechende Richtung fortbilde. Nun muss ich nur noch meine Personalabteilung davon überzeugen, dass ich eine andere Arbeit (die, die ich im Grunde immer machen wollte) in unserem Haus bekomme. Sicherlich gibt es noch einen „Plan B“, der wäre jedoch mit sehr viel mehr Unsicherheit verbunden. Jedoch weiß ich, dass ich auf jeden Fall meinen derzeitigen Arbeitsplatz verändern will. Das ist die Substanz, die sich hinter all dem, was inzwischen anders geworden ist, zeigt. Und für die mich ich mich jetzt stark.

    Jeany? Na, an deren Stelle hätte ich schon alles im Griff.

    LG
    Ette

    Hallo ihr Lieben,

    ich danke euch für das freundliche Willkommen beim Zurückkommen. Ganz da bin ich zur Zeit nicht, aber auch nicht ganz dort oder wo anders. Veränderung ist angesagt und noch steht nichts fest. Das macht mich unsicher und ängstlich. Ich weiß aber, dass sich auf jeden Fall etwas ändern muss und deshalb muss ich durch diese Zeit. Viel zu lange habe ich die Veränderung vor mir hergeschoben. Wohl fühle ich mich jedenfalls in diesen Tag nicht unbedingt und wünsche mir die "bezaubernde Jeany", die einmal zwinkert und alles ist in Ordnung. Halt, doch fühle ich mich wohl, und zwar, wenn ich zu hause bin, wo mich nichts und niemand beeinflussen oder manipulieren will. Abends finde ich kein Ende, um diesen Zustand so lange als möglich zu genießen. Was natürlich zur Folge hat, dass ich ständig müde und unausgeruht bin. Aber auch hier werden wieder andere Zeiten kommen, da bin ich ganz zuversichtlich.

    LG
    Ette

    Hallo Kermy,

    ich kann deinen Ansatz nachvollziehen. Listen kenne ich jedoch nicht. Ich habe einfach beim Kochen überall Alkohol weggelassen. Beim Einkaufen achte ich darauf, dass kein Alkohol in den Produkten ist.

    Sicherlich hat Spedi recht, wenn in erster Linie dein Vater sich darum kümmern muss, alkoholfreie Lebensmittel zu sich zu nehmen. Solltest du jedoch für deinen Vater kochen, finde ich es sinnvoll, dass du dich informierst. Ich halte es zumindest so, dass ich darauf achte, was und womit ich koche, währenddessen alles andere die Verantwortung meines Ex-Freundes ist. Hier sehe ich nicht so sehr die Co-Abhängigkeit im Vordergrund, sondern eine Rücksichtnahme auf die Krankheit des Angehörigen, für den ich koche. Einem Diabetiker würde ich schließlich auch keine dicken Tortenstücke vorsetzen.

    LG

    Hmmm.....Hoffnung.....

    Ich habe festgestellt, dass wir Co´s unter dem Mäntelchen "Hoffnung" gern unsere Angst vor Veränderungen verstecken, unsere Angst vor dem Alleinsein und die Tatsache, dass wir meinen, etwas falsch gemacht zu haben im "Handling" unseres Partners. Wir können schlecht akzeptieren, dass etwas nicht so geht, wie wir es gerne möchten und bezeichnen es als Hoffnung und Liebe. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass ich es nicht akzeptieren konnte, dass "er" etwas anderes wollte als ich. Inzwischen kann ich das und - wir sind nach wie vor befreundet. Jeder kann machen, was er will. Doch wollen wir beide oft etwas zusammen machen. Aber das ging erst, als ich aufhörte, immer alles nach meinem Willen gestalten zu wollen.

    LG
    Ette

    Hallo Fränkin,

    ich kann verstehen, wie es dir geht. Für mich brach auch eine Welt zusammen, als "sein" Rückfall offen wurde. Mein Bauchgefühl hatte ich, wie sich im nachhinein herausstellt, jahrelang (!) ignoriert. Er hatte sich gut im Griff und trank meist nur, wenn ich nicht in der Nähe war. Erst als wir zusammenwohnten, war es nicht mehr zu verheimlichen.

    Du hast nichts falsch gemacht. Wenn dein Partner wieder trinkt, dann wollte ER es so.

    Dass du eine reale Gruppe besuchst, ist ein guter Weg, mit der Situation umzugehen. Geh sorgsam mit dir selbst um und mache dich nicht dafür verantwortlich, dass er wieder trinkt. Es kommt jetzt darauf an, wie er selbst mit seinem Rückfall umgeht. Bei manchen Menschen gehören Rückfälle zur Genesung dazu. So auch bei meinem Ex-Partner, der jedoch inzwischen drei Jahre trocken ist und eine eigene SHG leitet. Manche brauchen mehrere LZT´s, um die Kurve zu kriegen. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass es nicht in deiner Macht steht, hier etwas zu bewirken. Es muss von ihm ausgehen, einen trockenen Weg zu gehen.

    Da ihr in getrennten Wohnungen wohnt, hast du den Vorteil, dich zurückziehen zu können. Nimm diese Chance wahr und sorge gut für dich. Vielleicht nimmst du eine Auszeit von ihm und guckst, wie es dir alleine geht. Mir hat das sehr gut getan. Inzwischen kann ich damit leben, dass wir nicht mehr zusammen leben und doch befreundet geblieben sind. Mein Ex-Partner brauchte meines Erachtens die Freiheit, sein Leben alleine auf die Reihe zu bekommen. Es hat mich anfangs sehr geschmerzt, doch inzwischen habe ich auch für mich den Vorteil, der darin liegt, erkannt und bin mit meinem Leben zufrieden. Ich mache mir keine Gedanken mehr darum, ob er trinkt oder nicht und kann ihn somit sein Leben alleine regeln lassen. Das hat uns beiden gut getan, ohne dass wir uns letztendlich aus den Augen und aus dem Sinn verloren haben.

    LG
    Ette

    Herbst - die Bäume nackt und ohne Blätter. Verharrend bis zum Frühling, in dem wieder neue kommen. Ob sie erleichtert sind, von der grünen Last befreit zu sein?

    Für mich ist dieser Herbst ähnlich. Es muss etwas weichen, was nicht mehr wirklich zu mir passt. Wie überflüssiges Laub. Nun gilt es, erst eine Weile auszuharren, bis - vielleicht im Frühling - etwas Neues kommt. Auf jeden Fall war ich gestern zufrieden. Entscheidung endlich gefällt, Klartext gesprochen, Abschied eingeleitet. Komischerweise hab ich gestern abend im Fernsehen einen Satz gehört, der besagt, dass Entscheidungen befreien. Ja, kann ich nachempfinden und unterschreiben. Ich bin zufrieden über und mit meinem Schritt.

    LG
    Ette

    Hallo ihr Lieben,

    ich danke euch für die lieben Wünsche zur Genesung. Ich kann sie auch jetzt noch gut gebrauchen.

    Denn nach einer ziemlich langen Pause melde ich mich nun wieder. Der Schuss vor den Bug (Hörsturz) hat mich recht nachdenklich gemacht. Jedoch konnte ich meine Gedanken nicht wirklich formulieren. Ich habe viel Zeit mit Nachdenken verbracht. In einer Klinik bietet sich das ja an. Und auch als ich wieder zuhause war, räderte es in meinem Kopf. All die Dinge, die mir wichtig sind, bleiben auf der Strecke, da meine Arbeit meine sämtliche Energie absorbiert. Und zwar so lange und so sehr, dass ich nun krank geworden bin. Das erinnert mich an die Zeit, als „mein Alki“ trank. Auch damals war keine Zeit für anderes.

    Für mich war das lediglich der Beweis, dass meine Co-Strukturen nicht weg sind. Damals war er es, für den alles Andere hinten anstehen musste, nun war es meine Arbeit. Kunden, Chef, Mitarbeiter, alles war wichtiger als ich. Der Laden muss schließlich laufen und das auch noch so, dass unsere Mannschaft das Jahr als eine der Besten abschließen. Da muss ich also für Ziele kämpfen, die nicht meine eigenen sind. Und meine eigenen bleiben auf der Strecke. Das ist schon ein Grund für mich, eine Zäsur einzuleiten. Ein sehr wichtiger Schritt wurde von mir gestern dafür getan und ich bin nun gespannt, wie es weitergeht.

    Wenn ich hier oft immer wieder die gleichen Dinge lesen muss, kann ich mich auch selbst wieder einmal an die eigene Nase fassen. Krankheitseinsicht erst, wenn es nicht mehr zu übersehen ist. Selbstverleugnung bis zum Abklappen. Selbstfürsorge hinten angestellt. Also geht es wieder weiter mit dem Lernen. Und das, obwohl ich nun in meinem Umfeld keinen trinkenden Angehörigen mehr habe. Für mich erneut ein Beleg dafür, dass meine Gesundheit nicht dadurch wieder hergestellt ist, wenn der trinkende Angehörige nicht mehr trinkt.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    es ist gar nicht so einfach, mir meine Zufriedenheit zu erhalten. Vor allem funktionieren meine Abgrenzungsmechanismen noch nicht wirklich. Das hat sich vor allem in beruflichen Umfeld gezeigt. Und zwar dergestalt, dass ich gleich wegen eines Hörsturzes ins Krankenhaus gehe. Vielleicht musste ich mir einfach zu viel anhören die letzte Zeit und mein Ohr meint, es wäre genug.

    LG und bis bald
    Ette

    Guten Morgen Mely,

    sicherlich hast du inzwischen die Grundbausteine für Co-Abhängige gelesen und weißt ein wenig mehr darüber, wie dein Weg aussehen kann.

    Wenn dir die Leute von der Beratungsstelle anraten, dich von deinem Mann zu trennen, werden sie ihren Grund dafür haben. Ein Ratschlag kann nicht so aussehen, wie du ihn gerne hättest, denn weder du noch jemand anderer kann gegen die Sucht deines Mannes etwas bewirken, wenn er es nicht selbst will. Die Beratungsstelle, mit der ich in Kontakt stehe, bietet auch Lebensberatungsgespräche an. Als ich mich damals erkundigte, erhielt ich sehr schnell einen Termin, um die erste schwere Zeit nicht alleine durchstehen zu müssen. Ich weiß nicht, in welcher Ecke von Hannover du wohnst. Wenn es nicht zu weit weg ist, könnte ich dir die Adresse sagen. Sie ist am südlichen Ende von Hannover.

    Um eine Therapie zu bekommen, musst du als erstes zu deinem Hausarzt und ihm deine Situation schildern. Aber stelle dir eine Therapie nicht als Zaubermittel von außen vor. Sie erfordert eine ganze Menge Arbeit an dir selbst und deinem eigenen Verhalten. Jedoch kann sie dich sehr stärken auf deinem Weg aus deiner abhängigen Beziehung.

    Nach NRW kommt man im übrigen von Hannover aus ganz hervorragend mit dem Zug, sodass du auch ohne Führerschein bei deinen Eltern unterkommen könntest. Wissen sie denn von deiner Situation? Wenn nicht, sprich mit ihnen, denn du kannst alle Hilfe gebrauchen, die du bekommst.

    LG
    Ette

    Zitat von Linde66

    Hallo Ette,

    verstehe ich dich richtig: die Co-Abhängigkeit war schon vor der Partnerschaft da und wurde in der Partnerschaft erst sichtbar?

    Mit deinem Beitrag hast du bei mir ein Dominosteinchen angetippt, aber ich kriege es noch nicht richtig klar... Ich bin ein erw. Kind. und frage mich, ob der völlige Kontaktabbruch sein MUSS, oder ob ich nicht meine Problematik unabhängig davon, ob Kontakt besteht oder nicht, für mich selber ausheilen kann.

    Nachdenkliche Grüße, Linde

    Hallo Linde,

    ja, so habe ich jedenfalls bei mir festgestellt und ich denke, dass ich hier kein Einzelfall bin. Inzwischen habe ich auch wieder regelmäßig Kontakt mit meinem Freund, aber jeder von uns muss an seinem eigenen Weg arbeiten.

    Ich habe auch festgestellt, dass ich ähnliche Strukturen in jeder meiner Partnerschaften gelebt habe, nur wurde es dort nicht co-abhängig genannt, weil meine damaligen Partner nicht tranken. Mein Verhalten war aber dasselbe. Mich um alles kümmern, sagen, wo es lang geht, das Heft in der Hand haben. Immer war ich so eine Art Personaleinheit von Mutter und Ehefrau für meine Partner. Die Tatsache, dass mein letzter Partner trank, hat dann meine Strukturen natürlich verstärkt, sodass ich letztendlich tätig werden musste. Für mich.... und ich habe dabei eine Menge über mich gelernt. Von daher kann ich keinen Groll gegen "meinen Alki" formulieren. Er hat seine Krankheit und ich hab meine. Vielleicht haben sie sich gegenseitig potenziert, auf jeden Fall aber meine sehr deutlich werden lassen.

    LG
    Ette

    Hallo Dagmar,

    meines Erachtens kann man die EIGENE Genesung auch ganz anders aufrollen, vollkommen unabhängig davon, ob der Partner aufhört zu trinken oder nicht. Dazu ist es aber zum einen erforderlich DEINE eigene Krankheit als solche anzuerkennen und zum anderen den Fokus vom trinkenden Angehörigen zu nehmen.

    Somit hast du dann selbst die Möglichkeit, dich um eine Therapie für DICH zu kümmern und an DEINER Sucht zu arbeiten. Ob du dann räumlich getrennt bist oder nicht, ist nicht unbedingt Ausschlag gebend. Es ist jedoch erforderlich an dir und für dich selbst zu arbeiten und u. U. professionelle Hilfe für DICH in Anspruch zu nehmen. Für meine Begriffe siehst du deine Co-Abhängigkeit immer noch viel zu sehr im Konsenz zu deinem Ex. Es ist aber DEINE Krankheit und damit hat dein Ex überhaupt nichts zu, außer dass er sie sichtbarer machte.

    LG
    Ette

    Hallo Smile,

    Mut um in einem eigenen Thread zu schreiben? Ich kanns nicht so recht nachvollziehen. Weder greift einer aus dem Bildschirm nach dir noch wirst du untergehen mit deinem Thread. Allerdings benutzt du hier Lämmchens Thread unter dem Vorwand, so ängstlich zu sein. Für mich hat das etwas von Mitleid erregen wollen und dich in der Rolle des armen Hascherls halten.

    Hast du dir schon einmal die Grundbausteine für Co´s durchgelesen?
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php Guck hier einfach mal. Und vielleicht magst du doch einen eigenen Thread eröffnen und uns mitteilen, wie wir dir hier helfen können.

    LG
    Ette

    Hallo Sommersonne,

    ich heiße dich hier herzlich willkommen und kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen. Noch kennst du ihn erst seit drei Monaten und die Beziehung ist noch nicht so tief, dass du nicht heraus kommen könntest.

    Was im übrigen seine Erzählungen über sein schwieriges Leben betrifft: bei nassen Alkis ist die Welt immer schlimm und schlecht, sodass sie gar keine andere Möglichkeit zu haben scheinen, als zu trinken. Aber kein auch noch so schwieriges Leben rechtfertigt es, zu trinken.

    Viel interessanter wäre, herauszufinden, warum in drei Teufelsnamen, du dich darauf eingelassen hast. Nimmst einen beginnenden Burnout in Kauf und machst dir dabei Gedanken, was mit ihm passiert, wenn du dich trennst. Es gibt genau zwei Möglichkeiten: entweder er tut etwas gegen seine Sucht oder er trinkt weiter. Und diese beiden Möglichkeiten sind immer da, egal, ob du es auch bist oder nicht.

    Ich kann dir keine Hoffnung, dass du etwas bewirken kannst. Wenn du deiner Freundin nicht wirklich glauben kannst, wie dann uns? Wie können wir dir hier helfen?

    LG
    Ette

    Hallo Jörg,

    auch von mir die allerbesten Urlaubswünsche. Genieße die Zeit! Lass die Gedanken an zu hause einfach mal zu hause. Ich wünsche dir viel Spaß, Zeit, die Seele baumeln zu lassen, damit du mit neuer Energie deinen Weg weiter gehen kannst.

    LG
    Ette

    So, das größte Tief habe ich erst einmal wieder überwunden. Langsam fang ich wieder an zu leben, nachdem ich ein paar Tage in einer großen, grauen Wolke gefangen war. Der Garten hat mir wieder einmal geholfen. Dort konnte ich meine destruktive Ader voll ausleben und habe Unmengen von Laub und Gezweig gehäckselt. Verdreckt, nass geregnet, verschwitz und müde kam ich zurück und hab mir das erste Mal seit Sonntag wieder etwas gekocht.

    Da ich also die letzten Tage einen größeren Rückschritt gemacht habe, wird es nun wieder Zeit, zwei Schritte vorwärts zu gehen. Es wurde mir nur wieder deutlich, dass es nicht vorbei ist, wenn der trinkende Partner weg ist oder nicht mehr trinkt. Es ist noch ein lange Zeit da. Wahrscheinlich, wie Lilly es an anderer Stelle beschreibt, mein Leben lang.

    LG
    Ette

    Hallo Spedi,
    ich setze dies mal hierher, weil ich Kahrys Thread nicht dafür nutzen möchte.

    Ich hätte mich befreut, wenn du auf Lillys Frage eingegangen wärst. Du schreibst in der Regel sehr deutlich, was deiner Meinung die Schreiberinnen und Schreiber in ihrer Co-Abhängigkeit falsch machen. Manchmal sogar mit einem fast abwertenden Unterton. Ich fände es hilfreicher, wenn du uns an DEINEN Erfahrungen auf dem Weg in ein trockenes, gesundes Miteinander teilhaben ließest. Sicherlich war es EUER Weg, aber vielleicht kann sich da manche/r ebenso seinen Teil mitnehmen wie aus den Postings, die du so normalerweise schreibst.

    LG
    Ette

    Hallo sadi,

    ich kann gut nachvollziehen, dass du dich veräppelt fühlst. Schließlich wirst du hier mit Erkenntnissen und Fakten konfrontiert, die alles außer Kraft setzen, was wir unser Leben lang gelernt haben. Besonders Frauen sind ja nun einmal dafür zuständig, Kranken und Schwachen zu helfen, sich zu kümmern und zu sorgen. Leider ist dies nun bei einem Alkoholkranken genau der falsche Weg. Diese Erkenntnis war auch bei uns nicht von jetzt auf gleich da. Wir mussten sie mühsam und schmerzhaft er-leben. Ich weiß auch, dass es sehr schwer ist, Erfahrungen von anderen zu nutzen. Lieber machen wir unsere eigenen, denn wir denken schließlich bei unserer Partnerschaft ist alles ganz anders und alle anderen wissen sowieso nicht, dass wir etwas ganz Besonderes sind. Aus meiner ersten SHG für Co´s bin ich heulend nach hause gefahren, weil mir diese Frauen so fürchterlich lieblos ihren Männern gegenüber vorkamen. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich nachvollziehen konnte, warum sie sich so verhielten. Sie hatte gelernt, sich abzugrenzen, die Manipulationen und Spielchen der trinkenden Angehörigen zu durchschauen.

    Es war schwer für mich, festzustellen, das ich im Grunde in einer Illusion gelebt hatte. Nicht Liebe war es, die mich an „meinen Alki“ band, sondern Angst und die Suche nach einer Anerkennung und Zuwendung, die ich wohl in frühen Zeiten vermisst hatte. Paradigmen leben, die wir unser Leben lang gelernt haben und die wir im Umgang mit einem alkoholkranken Partner vollends umkrempeln müssen, ist einer der Kernpunkte für mich gewesen, den es galt zu akzeptieren. Und in mir selber gucken, warum ich um alles Welt daran festhalten wollen an einer solchen Beziehung. Wenn mir jemand sagte, ich solle etwas für mich tun, sah ich ihn nur an wie die Kuh wenn’s donnert, denn meiner Meinung nach war ja NUR „mein Alki“ krank. Das ich auch nicht so ganz richtig tickte, das stellte ich erst im Laufe der Zeit fest, schmerzhaft fest. Inzwischen habe ich meine eigene Erkrankung akzeptiert und sehe zu, dass ich aus ihr heraus komme.

    Glaub mir, mit veräppeln haben die Postings hier überhaupt nichts zu tun. Es ist einfach die Wahrheit. Und wir Co´s scheuen uns ganz lange, sie so klar zu sehen, wie sie uns hier immer wieder präsentiert wird.

    LG
    Ette

    Danke, Kahry, für diesen Beitrag.

    Die Fragen, die du stellst, sind ziemlich interessant und hilfreich für diejenigen, die wirklich etwas an sich verändern wollen. Allerdings ist ihre ehrliche Beantwortung womöglich schmerzhaft. Da ist es einfacher, den trinkenden Partner in all seinen schlimmen Handlungen zu zerpflücken. Dass hinter seinen Verhaltensweisen eine massive Krankheit steckt, wird dabei nicht wirklich wahrgenommen. Aber solange man sich über SEIN Fehlverhalten ereifert, muss man seine eigenen Handlungen nicht in Frage stellen.

    Ich wünsche dir, dass du für dich deine Fragen beantworten und daraus lernen kannst. Und die Kraft findest, die entsprechenden Schritte zu tun. Wenn du dich von deinem Freund trennst, muss dies nicht für immer sein. Aber wenn ihr getrennt seid, habt ihr beide die Möglichkeit, Verantwortung für euer eigenes Leben zu über nehmen und womöglich als zwei gestärkte Persönlichkeiten wieder aufeinander zuzugehen.

    LG
    Ette

    Hallo Sari,

    ich wünsche dir eine wunderschöne auf Rhodos und freue mich für dich, dass es am 27. losgeht. Hab keine Angst, sei gespannt - schließlich wirst du jemanden kennenlernen, den du lange hinter der Flasche versteckt hast. Dich! Ich wünsche dir alles gute.

    LG
    Ette