Hallo Erdbeere,
ich kann verstehen, dass du dich damit tröstest, dass dein Mann keinen Schnaps mehr trinkt, sondern nur mehr Bier. Aber es ist genauso Alkohol, als wenn er Schnaps trinken würde. Auch Bier benebelt. Aber schließlich möchtest du ja hoffen können, dass alles gut wird. Ein Wochenende, so wie du es dir vorstellst, mit Kuscheln und so und schon ist der dickste Streit vergessen. So funktionieren wir Co´s. Unser trinkender Partner braucht nur kurzzeitig ein Benehmen an den Tag zu legen, wie wir es uns wünschen und schon sind wir wieder bereit, weiter zu machen. Denn es geht weiter, davon kannst du ausgehen. Er trinkt weiter und du hoffst weiter. Daran wird auch ein kuschliger Kurzurlaub, nur ihr zwei, nichts ändern. Nicht solange dein Mann nicht an seiner Alkholproblematik arbeitet.
Bestimmt denkst du jetzt, bei euch ist das nicht so. Ihr schafft das. Glaub mir, das ist eine Überzeugung, die in jeder Partnerschaft vorherrscht. Jeder Co-Abhängige denkt, dass er und seine Beziehung etwas ganz besonderes ist und durch viel Liebe wird der Partner schon trocken werden. Es ist schwer zu begreifen, dass hier die „normalen“ Regeln der Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft außer Kraft gesetzt werden müssen. Denn sie unterstützen den trinkenden Partner nur, in seiner Abhängigkeit zu bleiben. Warum sollte er auch etwas ändern? Alles funktioniert weiter und er hat ein Umfeld, in dem er ungestört trinken kann. Na gut, die Ehefrau meckert ab und an. Aber dann wird halt ein Kuschelwochenende eingeschoben, etwas weniger getrunken und schon ist sie wieder still.
Ich glaube dir, dass du deinen Mann liebst und ihn nicht verlieren willst. Aber du verlierst ihn jeden Tag an den Alk.
In den Grundbausteinen für Co´s (Karsten, kannst du bitte den Link rüberschieben?) findest du wichtige Infos, wie du für dich mit deiner und der Abhängigkeit deines Mannes umgehen kannst.
LG
Ette