Ich bin mein neues Ich-Tagebuch

  • Zitat von Oiseau

    Es liegt mir fern, irgend jemanden hier zu verjagen. Warum sollte ich das auch tun?

    Ich würde dir nur gern helfen, deine Art der Sucht zu definieren. Ich weiß ja nicht mal, ob ich die Begriffe Sucht und Co-Sucht richtig verstanden habe, aber möglicherweise bist du ja ganz einfach "süchtig".
    Ob du hier schreibst oder nicht, das kann ich nicht entscheiden. Ich wollte nur helfen, damit du vielleicht ein bisschen weiter kommst.

    Also, ich hoffe, dass ich das klären konnte.

    Alles Gute,

    Oiseau

    :? boahhhhhhh....hast Du den Plumpser gehört...das war der Stein, der von meinem Herzen gefallen ist. Ich danke Dir. Ich werde in Zukunft nachfragen und nicht von meinen "komischen" Gedanken sofort auf den anderen schließen, wenn ich auf einen Beitrag treffe, der mich "trifft", weil Resonanz da ist.

    Vielen Dank,
    Ingrid :D

  • Zitat von Oiseau

    Kann es sein, dass hier Co-Abhängigkeit (also das Abhängigsein von der Sucht des Partners) mit einer einfachen Abhängigkeit von Menschen verwechselt wird? Ich sehe nämlich in all deinen Beiträgen keinen Hinweis darauf, dass du wirklich an dieser Co-Abhängigkeit (um die es hier im Forum geht) leidest, sondern an einer Abhängigkeit von oder Sucht nach Menschen bzw. deren Zuwendung.

    Hi Oiseau,

    ich sehe das so wie du. Wobei es definitiv so ist, dass Co-Abhängigkeit und Beziehungsabhängigkeit ein und dasselbe ist. Lediglich durch die Tatsache, dass ein alkoholabhängiger Mensch involviert ist, erhält unsere Krankheit den Namen Co-Abhängigkeit. Auf der großen W-Lexikonseite findest du dies beschrieben. Und es ist mir auch in jeglicher Literatur so begegnet. Wenn ich meine eigene Geschichte betrachte, fällt mir auch auf, dass ich die Strukturen, die dann den Namen Co-Abhängigkeit bekamen, schon immer gelebt habe und wahrscheinlich auch weiter gelebt hätte - unzufrieden wohlgemerkt - wenn ich nicht "meinen Alki" kennengelernt hätte.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • ich bin Karsten und Team dankbar für die wertvollen Grundbausteine für Coabhängige und Angehörige. :D

    Vielen herzlichen Dank,
    Ingrid :D

  • Servus Ette,

    hier möchte ich mal ein Veto einlegen:

    Zitat von Ette

    ...Wobei es definitiv so ist, dass Co-Abhängigkeit und Beziehungsabhängigkeit ein und dasselbe ist. Lediglich durch die Tatsache, dass ein alkoholabhängiger Mensch involviert ist, erhält unsere Krankheit den Namen Co-Abhängigkeit...


    Die Internet-W-Lexikonseite ist vielleicht auch nicht gerade das Nonplusultra...

    Ich gebe Dir durchaus Recht, dass die Strukturen hinter beiden Bereichen identisch sind, nicht jedoch die Auswirkungen und die Entstehung.

    Und nachdem dies kein "allgemeines Psychologie-Forum" ist, welches sich um jegliche Art psychischer Erkrankung kümmert, halte ich persönlich es für verfehlt, hier auch die "allgemeinen Defizite" mit aufarbeiten zu wollen.

    Das Feld der alkoholspezifischen Erkrankungen ist weit genug, und wir werden die Welt nicht retten können...

    Bin schon wieder weg...

    LG
    Spedi

  • Zitat von Amai

    ... derzeit lese ich nur mehr und lasse das Schreiben ....

    Hallo Amai,

    ja, solche Zeiten haben wir wohl alle einmal. Allerdings nimmst du dir damit selbst die Chance, deine Gedanken und Empfindungen von anderen reflektieren zu lassen. Schließlich ist ein Spiegel die Möglichkeit, festzustellen, ob unser inneres Bild mit dem äußeren zusammenpasst. Ohne Spiegel, ohne Feedback, drehen wir uns leicht in unseren eigenen Vorstellungen, die, so habe ich an mir selbst erfahren, nicht unbedingt realistisch sein müssen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • :D ich habe gerade bei Dir gelesen, in Deinem Zufriedenheitsthread. Ich bin noch nicht so weit wie Du, dass ich meine Zufriedenheit nicht mehr von der Akzeptanz und der positiven Rückmeldung von anderen Menschen abhängig mache. Mir ist es wichtig, was andere Menschen über mich denken, sagen, fühlen, .... leider (weil da für mich manchesmal, na ja eigentlich immer, Dinge dabei sind, die mich seelisch zurückschmeißen).

    Ich hab` den Trick noch nicht herausgefunden, wie ich etwas lesen kann, ohne gleich den Kopf einzuziehen und unter meinen Computertisch zu kraxeln, weil`s mich seelisch trifft. Daran möchte ich für mich arbeiten. Darum lese ich jetzt viel, weil ich von anderen viel lernen kann...wie sie z. B. auf Konflikte reagieren oder auf Hilfestellungen, die momentan halt nicht in ihr Weltbild passen, aber dennoch sehr wichtig sind.

    Ich wünsche Dir noch einen superschönen Tag,
    Ingrid

  • :D ich werde mir heute wieder ein Buch kaufen...das dürfte recht gut sein, ich hab`s bei Koketterie gelesen und auch im www bin ich darauf aufmerksam geworden, als ich Infos für Selbstliebe und Selbstakzeptanz gesucht habe:

    So werde ich mein bester Freund von Klaus D. Ebert und Karin Ebert

    Ich möchte etwas für mich tun, ... endlich ins TUN übergehen ... ich mache den ganzen Tag etwas für mich, aber anscheinend nicht das Richtige und das meistens noch dazu nur im Kopf.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Hallo Amai,

    ich habe das nun hier eine Weile bei Dir beobachtet und möchte Dir dazu auch mal etwas schreiben.
    Dein Verhalten spricht für mich Bände, für mich bist Du keinen Millimeter mit Deiner CO-Abhängigkeit weitergekommen, bisher…. aber kann ja noch werden, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
    Ich erkenne Dich sehr wieder in den Grundbausteinen unter „Verhaltenssymtome der CO-Abhängigkeit“.

    Aber mal der Reihe nach, zu Deinem Verhalten.
    Du rennst weg, wenn Dir was nicht passt, wenn Dir jemand mal die Realität vor Augen führt. Wie ein kleines bockiges Kind, was seinen Willen nicht durchbekommt. :twisted:
    Ich könnte es auch mit meinem eigenen Suchtverhalten vergleichen, ich kenne sowas aus nassesten Zeiten, aber selbst dann war ich noch nicht so extrem.
    Dann kommst Du wieder, mit reuevollen Worten, anstatt mal vorher für 5 cent ein wenig nachzudenken, aber nö, gleich ne überhastete Reaktion.
    Wie oft willst Du diese Nummer noch so abziehen ?
    Ich kann Dir sagen, was passiert, wenn man solche Nummern im Privatleben immer wieder abzieht.
    Man verliert damit das Vertrauen der Menschen, die einen lieb haben. Und am Ende auch die Menschen selbst. :(

    Weißt Du, was ich vermute, warum Du wieder kamst, schon nach kurzer Zeit ?
    Du bemerktest, das das auf einmal ein Loch entstand, denn hier ist AUCH ne gute Adresse, sich selbst darzustellen, die große Chance, das auf Dich eingegangen wird, das Du im Mittelpunkt stehen kannst. Alles unter dem Deckmäntelchen der CO-Abhängigkeit. Denn auch da gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen, eine davon kann, jeweils demjenigen Typ entsprechend, so aussehen.
    Meist müssen sich Menschen im net so darstellen, wenn sie persönliche Defizite haben, denn da kann jeder sein, wie er es gerne möchte. Praktiziert man aber so ein Verhalten zu lange, verzerrt sich die Realität und man glaubt am Ende selbst, was man so von sich gibt, wie toll man doch eigentlich ist...
    Und Du scheinst sehr viel im net zu sein, hast Du auch Freunde im realen Leben, wie ist es damit bestellt? Verfügst Du über einen stabilen Freundeskreis, der Dich auffangen kann, wenn Du ins Trudeln kommst ? Wenn Nein, warum nicht ? Wenn Ja, Gut !

    Zu Deiner CO-Abhängigkeit, Dein Verhalten bei diesem Typ da aussem net sprach auch Bände. Sofort war wieder nur ER im Sinn, alles andere nebensächlich, warten auf mails…wie gelähmt wartend…Du wärest sogar zu ihm hingefahren, wie Du schriebst :shock: . Zu einem Menschen, den Du kaum kennst, sorry, aber SO seh ich das. Wenn das nicht Beziehungssucht is, dann erkläre mir bitte jemand, was sonst ?
    Ich weiß, das es auch Schreie nach Liebe sind, aber auch, einen Menschen BESITZEN zu wollen, auf Teufel komm raus. Hat nich so geklappt, typisch CO wäre jetzt, nach dem Nächsten Ausschau zu halten, um ja nicht mal mit sich allein sein zu müssen.

    Desweiteren fiel mir auch auf, das Du auf Geschriebenes der Anderen nicht eingingst, nö, lass die labern, ich bin ja FÜR MICH hier, in wahrsten Sinne des Wortes, für mich, denn ihr sollt mich bewundern ! Ich bezweifel, ob Du auch nur irgendwas verstanden hast, was Dir geschrieben wurde, auch wenn Du so getan hast, weil es gar nicht ankam durch den Panzer von Selbstgefälligkeit und Ignoranz. Auch typisch für das Krankheitsbild „CO“.

    Verhaltensänderungen sind aber sehr schwer, das weiß ich selbst, denn ich bin auch eine von Sucht Betroffene. Anfangs wollte ich auch nicht viel ändern, einen bequemen Weg gehen, das war aber unmöglich, wie ich sehr schnell feststellte.
    Also nahm ich viele Mühen auf mich und führte für mich Änderungen durch, die mich viel innere Kraft kosteten. Viele Erkenntnisse taten mir weh, ich wollt sie am liebsten nicht wahrhaben, aber die Augen zumachen wollte ich auch nicht mehr.
    Und ich bin noch lange nicht fertig, ein fertig gibt’s wahrscheinlich auch nicht, und ich bin mittlerweile 6 Jahre trocken.
    Was es mir allerdings leichter machte, war meine Fähigkeit, Erfahrungen von anderen WIRKLICH anzunehmen, darüber intensiv nachzudenken, bis ich verstanden hatte. Denn ich wollte verstehen, um mich aus meinen krankmachenden Verhaltensweisen lösen zu können, die mich in meine Alkoholsucht trieben. Ansonsten wäre ich evtl. rückfällig geworden und hätte mich ganz einfach totgesoffen. CO-Abhängigkeit ist meist nicht tödlich, darum kann man es sich noch länger darin bequem machen, und es ist auch besser zu tarnen…

    Du schreibst, Du liest jetzt viel bei anderen, das finde ich gut. Aber Lesen und auch Verstehen sind noch 2 Paar Schuhe. Ich wünsche Dir, das Dir auch zweiteres gelingt, dafür muß man aber auch offen und bereit sein. Es gibt hier Erfahrungsberichte von Menschen, die wirklich ihr Verhalten ändern könnten, ich hoffe, Du liest auch darin ? Denn ich denke, es ist der Mühe wert, um gesunden zu können.
    Heil werden wir alle nicht mehr ganz, aber so gut wie möglich, war immer mein Ziel.
    Meine Sucht schlummert nur in mir, passe ich nicht auf mich auf und sorge gut für mich, wird sie wieder ausbrechen, bei anderen Süchten, stofflich oder nicht-stofflich ist es ebenso.

    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg in die psychische Gesundung.
    Und entschuldige bitte die harten Worte, ich wollte sie so nicht mehr benutzen, aber genau diese hätte ich auch bei jedem in meiner Realen benutzt, wenn er so ein Verhalten über längere Zeit an den Tag gelegt hätte, soll zum zum wachwerden dienen. :wink:

    LG
    Lilly

  • Hallo, Lilly,

    du schreibst mir aus der Seele. Genauso sehe ich es auch.

    Ich wünsche dir, Amai, dass du etwas davon verstehst und annehmen kannst, damit es dich weiterbringt auf deinem Weg aus der Sucht - welcher Sucht auch immer...

    Liebe Grüße,

    Oiseau

  • :D danke für Deinen Beitrag. Ich lese mir, seit Karsten die Grundbausteine reingestellt hat, diese immer wieder und immer wieder durch. Ich bin noch nicht mal 2 Monate da und wollte mindestens schon 4 Mal flüchten.

    Ich habe es endlich erkannt...ehrlich. Ich lege zwei Zustände an den Tag, wenn es um meine Person und die, in meinen Augen, Nicht-Akzeptanz derer geht:

    "Angriff ist die beste Verteidigung" oder "Flucht". Ich bin Meisterin darin und ich möchte es ändern, ernsthaft. Ich bin heute am Bahnhof gestanden, war in einer Situation gefangen und hätte mir gewunschen, dass Ette oder Spedi neben mir stehen und mir soufflieren. Es ging um die Akzeptanz meiner Person. Ich hab` mich beruhigt, bin nicht auf 3000
    und sehr nachdenklich beim Blutplasmaspenden gewesen. Ich habe nie gelernt, anders zu reagieren, als mit einem verbalen Rundumschlag oder mit Flucht. Das möchte ich ändern. Und mir ist auch bewusst, dass das nur geht, wenn ich nicht permanent flüchte .... und mir sehr wohl die Ansichten und Erfahrungen anderer anhöre, auch wenn sie mir augenscheinlich im ersten Moment nicht passen. Ich hab` mich um Möglichkeiten gebracht, mit meiner Flucht.

    Ich hab` nicht vor, diese Nummer weiter abzuziehen...ich hab`s ja jetzt erkannt. Und ich nutze die Anonymität des Internets, dass ich halt einmal einen Tag nicht reinschaue und darüber nachdenken kann.

    Ich habe ein gutes soziales Netz, Freunde, die mich auffangen, wenn`s mir besch****en geht.

    Und ja...auch da hast Du Recht: Ich habe einen anderen Menschen zu meinem Mittelpunkt im Leben gemacht...ich habe auf mich und auf meine Verantwortung vergessen. Ich hab` sogar meine Tochter geistig auf Urlaub zu meinem Vater geschickt (an die Nordsee), damit ich eventuell Tage mit ihm verbringen kann....krank...ich weiß.


    Ich habe heute 13 Euro von meinen 28 Euro in ein Buch investiert...mit dem werde ich arbeiten. Und weiterhin lesen und dieses Mal offen sein.

    Vielen lieben Dank für Deine Worte,
    ich habe auch für mich Hoffnung, 2 Monate zu 41 Jahren falsch antrainierte Verhaltensweisen....a bisserl Geduld muss ich mir selbst auch entgegenbringen,
    Ingrid :D

  • Zitat von Oiseau

    Hallo, Lilly,

    du schreibst mir aus der Seele. Genauso sehe ich es auch.

    Ich wünsche dir, Amai, dass du etwas davon verstehst und annehmen kannst, damit es dich weiterbringt auf deinem Weg aus der Sucht - welcher Sucht auch immer...

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    :D ich danke Dir für Deine Worte. Ja, ich wünsche es mir auch, von Herzen. Ich tu` auch was dafür, das habe ich mir heute ganz feste versprochen. Und das sind jetzt keine leeren Worthülsen, ich möchte daran arbeiten, dass ich mich selbst endlich einmal liebe und nicht ständig jemanden brauche, damit ich mich geliebt fühle.

    Mein Buch heißt übrigens: Der innere Freund (Sich selbst lieben lernen) von Thomas Hohensee. Das ist ein perfektes Buch für mich, mit Übungen.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Hallo Ingrid,

    dieses Flüchten, weglaufen wollen, kenne ich nur allzu gut. Es war bei mir nasses Verhalten, was ich auch mit dem Trockenwerden noch nicht stoppen konnte, das war ein längerer Lernprozess. Nur nicht mehr zu trinken reichte dafür lange nicht aus.

    Und wenn ich nicht mehr abhauen konnte, flüchtete ich mich in den Alkohol, einer meiner „Saufgründe“. Oder am besten gleich Streit provozieren, dann wegrennen…die ganze Nummer halt… :roll:

    Ich mußte lernen, Gespräche auszuhalten, in denen mir Dinge gesagt wurden, die mir überhaupt nicht passten, ich bin dabei auch noch mehrmals weggelaufen, weil ich es nicht aushalten konnte. Derjenige hatte aber eine unendliche Geduld mit mir, und ich durfte wiederkommen, es gab keine Vorwürfe, und es wurde dann in Ruhe weitergeredet.
    Und heute noch ist mir manchmal nach weglaufen, aber ich mach das nicht mehr.
    Desweiteren verfüge ich auch noch über ein leicht überschäumendes Temperament, was ich disziplinieren muß, alles nich so einfach :oops:

    Und glaub mal nich, das ich nicht auch schon geweint habe, mich schön in Selbstmitleid gesuhlt habe und mich wie der einsamste Mensch auf diesem Planeten fühlte, auch in trockenen Zeiten. :cry:
    Danach kommt aber dann, das ich darüber nachdenke, was mir gesagt wurde und schnell von solchen Tripps zurückkomme. Könnte sein, das dann wieder Tränen fließen, weil es teilweise schmerzhafte Dinge sind, die ich dann sehen muß, aber das ist dann was anderes, Selbsterkenntnis tut nun mal meist weh. Aber sie ist die einzige Möglichkeit zur Änderung seines Verhaltens.

    Und trotzdem haben wir auch alle Stärken, auf die dürfen wir uns auch besinnen und nutzen.
    Und wie Du schon so richtig schreibst, GEDULD zu haben bzw. zu erlernen, ist ganz wichtig dabei, Geduld mit sich selbst, aber auch Geduld mit anderen Menschen zu haben.
    Dann noch n bisi mehr Gelassenheit dazu, und das Leben wird sehr viel einfacher. :wink:
    Das alles ist erlernbar, aber es dauert seine Zeit und die Bereitschaft dazu muß auch da sein. Und die muß ganz echt sein und nicht nur vorgeschoben, geht nämlich auch, nur so zu tun, als ob :wink: … bringt aber persönlich nicht weiter.

    Und es ergeben sich beinah täglich Gelegenheiten, sich in Beiden zu üben, man muß nur richtig hinsehen und sie erkennen und nutzen. Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten doch einfach, bzw. erkennen und nutzen sie. Hier besteht auch die Möglichkeit dazu… :wink:

    LG
    Lilly

  • Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten doch einfach, bzw. erkennen und nutzen sie.

    Hallo Lilly, hallo Amai,

    darf ich mir diesen Satz für meinen Thread klauen? Passt grad gut für mich!

    Gruß

    k.

  • ....von mir aus gerne, liebe Koketterie... :D

    ich habe es gern, wenn man mich zitiert und meiner Meinung ist und die Menschen, die es tun, mag ich am liebsten :lol:
    Kann ich gleich schön weiter an meinem Größenwahn basteln :lol: Danke, das Du mir dazu noch Vorschub leistest :lol: hab ich auch gleich jemand, dem ich es inne Schuhe schieben kann :lol:

    Heeey, nur Spaß :lol::lol::lol:

    LG
    Lilly

  • Hallo Amai,

    was Lilliy da so von sich gibt, kann man sich wirklich zu Herzen nehmen. Was die Frau mich manchmal auf den "Pott" gesetzt hat, oh man, ich hätte sie in der Luft zerreissen mögen. Heute denke ich gerne an ihre "etwas harten worte", denn genau das habe ich gebraucht.

    LG
    Lillith

  • :D vielen lieben Dank für Deine offenen Worte. Deinen Satz Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten doch einfach, bzw. erkennen und nutzen sie habe ich mir auf ein Post-It geschrieben und am Rand des Computers, gut sichtbar, hingeklebt. DANKE dafür.

    Wie ist das, mit den Gesprächen aushalten? Dieses Gespräch am Bahnhof wollte ich heute nicht ... eine Frau, mit der ich gar nicht gesprochen habe, hat sich in das Gespräch permanent eingemischt (Schwiegermutter von der Gesprächspartnerin), das ich mit einer anderen Frau geführt habe. Das ging bis in den Zug und ich hab` gemerkt, wie ich innerlich zum Kochen angefangen habe...es hat zumindest gebrodelt.... Diese alte Frau wurde beleidigend, ich hab` ihr gesagt: Jeder darf seine Meinung haben...Sie ihre, ich meine, .... es ging weiter, bis ihre Schwiegertochter sagte: Halt jetzt endlich Deinen Mund, ich möchte mich unterhalten!

    Die junge Frau hat mich quasi aus der Situation befreit, ich hätte es aber gerne selbst gekonnt. Ich weiß....würde ich ausgeglichen sein, würde ich wissen, dass ich ein wertvoller Mensch bin, egal was irgendeine wildfremde Person von mir denkt.... dann würde ich nicht permanent meine zwei (blöden und falschen) Alternativen heranziehen: Flucht oder verbale Attacke.

    "Er" ist bei Weitem viel, viel weiter als ich. Er schrieb mir mal: Ingrid, wenn zwei Kranke zusammen kommen, dann gehen sie beide drauf, das ist nicht gut.

    Ich schrieb damals zurück: Ich bin nicht krank, ich bin maximal zutiefst gekränkt.

    Heute editiere ich mich selbst, meine Zeilen von damals: Ich bin krank und zutiefst gekränkt und ich werde da herausfinden, aus diesem unmöglichen Zustand.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Zitat von Lillith67

    Hallo Amai,

    was Lilliy da so von sich gibt, kann man sich wirklich zu Herzen nehmen. Was die Frau mich manchmal auf den "Pott" gesetzt hat, oh man, ich hätte sie in der Luft zerreissen mögen. Heute denke ich gerne an ihre "etwas harten worte", denn genau das habe ich gebraucht.

    LG
    Lillith

    :wink: ich weiß....Lilly12 hat mir ganz am Anfang, als ich neu ins Forum kam, geschrieben und sie hat bewirkt, dass ich Gott sei Dank geblieben bin. Mit ihren Worten und weil ich mich "herausgefordert" gefühlt habe....und das hat mir gut getan, auch wenn ich eine Runde (oder gerade weil ich eine Runde) Rumpelstilzchen in der Wohnung gespielt habe (weil ich auch ziemlich viel Temperament habe). :D

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

  • Das neue Buch dürfte auch auf das Unbewusste wirken *freu* ... ich hab` gestern von 18 bis 19 Uhr darin gelesen und musste es weglegen, weil ich auf einmal so müde wurde .... (nicht, weil das Buch so fad ist, sondern weil mein Tag anstrengend war). Auf alle Fälle habe ich geträumt.... eine Frau sagte zum Schluss meines Traumes: Ich bin wie ein Baum, ich kann ohne Wald nicht existieren. Noch im Traum dachte ich mir: Komisch, was ist mit den einzelnen Bäumen, die ich in meiner Ortschaft stehen habe....

    Vielleicht glaube ich, was heißt vielleicht.... ganz sicher glaube ich noch, dass ich ohne andere Menschen nicht existieren kann. Mein Verstand sagt, dass das nicht wahr ist, dass ich sehr wohl alleine leben kann, ... mein Gefühl pfuscht mir manchmal dazwischen, aber: Ich hab`s wenigstens erkannt.

    Zeit, endlich etwas für mich zu tun: Am Dienstag sitz` ich beim Friseur und lass mich verschönern, danach lasse ich mich von einer Freundin, die hauptberuflich Fotografin ist, fotografieren.

    Unerwartet schnell kam zusätzlich Geld ins Haus, das ich jetzt monatlich bis März 2009 erhalte. Ich hab` die Vorratskammer und die Gefrierfächer aufgefüllt....es tut gut zu wissen, dass jetzt Reserven da sind, wenn`s wieder eng wird.

    Mein Leben fängt an, mir Spaß zu machen. Einen Großteil dafür trägt dieses Forum dazu bei, ein anderer Teil das Buch.

    Das Bild von "ihm" verblasst schön langsam ... ich habe diesen Mann emotional überfallen, eigentlich, im Nachhinein betrachtet, fast fertig gemacht. Das tut mir heute unendlich leid. Damals wusste ich nicht, was ich ihm antue.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • ich hab` über die vergangene Woche nachgedacht....Vieles ist mir eingefallen, was ich für mich und auch leider noch nicht für mich gemacht habe. Ich arbeite daran....

    Was in meinen Augen gut gelungen ist:

    Ich bin das erste Mal in meinem Leben nicht geflüchtet. Das ist ein sehr gutes Gefühl, auch weil es mit seelischen Schmerzen verbunden war. Aber es stimmt schon: Selbsterkenntnis kann weh tun.

    Ich habe seelisch eine Woche ohne ein Lebenszeichen von "ihm" überlebt. Vor einer Woche hielt ich das für unmöglich. Es geht, es geht tatsächlich.
    Die Liebe ist nach wie vor da, aber nicht mehr in diesen extremen Auswüchsen....

    Ich habe mich um meine Finanzen gekümmert. Ich bin stolz auf mich. Das erste Mal, dass mich niemand stupsen musste, damit ich in die Gänge komme. Das Resultat ist Extra-Geld, mit dem meine Tochter und ich gut leben können. Leben! Alles vorher war "dahingrundeln".

    Je strukturierter meine Gedanken werden, umso gegliederter wird mein "Außen". In meiner Wohnung herrscht auf einmal soetwas wie "Ordnung", ich habe endlich Rechnungen abgelegt, Zeitungen und Sonstiges aussortiert, ... es wird immer besser.

    Ich habe der Talkshow zugesagt und freue mich unendlich darauf. Alle Spesen werden übernommen, ich erhalte Geld für`s Teilnehmen, ich bekomme eine Übernachtung bezahlt. Das erste Mal im Leben mache ich etwas alleine, angefangen vom Auftritt bis hin zum Alleine Übernachten. Wauw!

    Ich schaue wieder auf mein Äußeres...es ist mir wieder wichtig, wie ich mich fühle und vor allem, wie ich mich sehe.

    Ich lese in diesem Buch, ich würde am liebsten den Autor umarmen...es hilft mir supergut, den Weg zur Selbstliebe zu finden.

    Was ich unbedingt erlernen möchte und soll:

    Konfliktfähigkeit. Ich möchte lernen, nicht sofort auf Angriff überzugehen, wenn jemand anders denkt als ich, wenn mich jemand anders sieht, als ich tatsächlich bin, .... Natürlich gehört in diesen Bereich Kritikfähigkeit. Hier habe ich ebenfalls ein Riesenmanko. Ich beziehe es immer auf meine Person, auf mein ICH, wenn mir jemand etwas sagt, das mich seelisch trifft. Ich werde daran arbeiten, dass nicht ICH, sondern ein Verhalten von mir kritisiert wird. Auch hier hilft mir das Buch und der Austausch im Forum. Besonders Liliy12 mit: "Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrung und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten doch einfach, bzw. erkennen und nutzen sie."

    Bei den trockenen Alkoholikern habe ich gelesen, dass sie ihren Tag durchstrukturieren, damit keine "Löcher" entstehen, in denen sie an ihre damaligen Gewohnheiten erinnert werden. So etwas würde mir auch gut tun....ich verbringe sehr viel freie Zeit mit "denken", herbeisehnen, bei "anderen sein" .... Das nehme ich mir ab sofort vor: Geregelter Tagesablauf, unbedingt. Fängt ab sofort damit an, dass ich mit meiner Tochter aufstehe, ihr die Jause mache, und herausfinde, wie ich meinen Tag wunderschön für mich gestalten kann. Bis jetzt sind es immer nur "Zufallstreffer"....ob ein Tag schön wird oder nicht, da ich nicht plane.

    Außerdem werde ich jetzt etwas für meinen Körper machen. Ich habe ein Fitness-Center in der Nähe, da werde ich hingehen, samt meiner Tochter. Wir werden beide etwas für unser Körpergefühl machen...ich möchte gerne erschöpft ins Bett fallen, mit der Gewissheit, dass ich etwas Gutes für mich getan habe. Sollte uns das nicht gefallen, dann habe ich noch Plan B in Reserve: In meiner Ortschaft gibt es einen Sportverein, der alles mögliche anbietet: Gymnastik, Pilates, Yoga, Volleyball, .....

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

  • :D auch wenn`s seelisch eine Nuance weh getan hat, aber es stimmt:

    Ich bin als Kind derart mit meinen Gefühlen übersehen worden, dass ich als Erwachsene lauthals um Aufmerksamkeit schreie. Ich bin kein Kind mehr...ich versuche mir jetzt selbst Aufmerksamkeit zu schenken, indem ich mich selbst lobe für das, was mir gelungen ist und selbst liebevoll an der "Nase ziehe", wenn ich wieder einmal den "Schlendrian" raushängen lasse. Geduld und Gelassenheit sind dabei meine Begleiter.

    Ich möchte mich als "Heilige" darstellen...bin ich nicht und jetzt stehe ich auch dazu. Ich hab` genug Ecken und Kanten, die gehören ebenso zu mir wie die positiven Anteile. Geduld ist hier ebenfalls mein Begleiter, immerhin habe ich dieses Bild über Jahrzehnte "aufgebaut und versucht, aufrecht zu erhalten." :oops:

    Ich bin oberflächlich. Diese Erkenntnis hat mich am meisten getroffen. Es gibt keine Entschuldigung dafür, auch keine Ausrede. Ich weiß, warum ich es bin und werde daran arbeiten..... Aus meinem "Helfersyndrom" heraus entsteht diese Oberflächlichkeit...ich sage zu allem und jedem "Ja" und verstricke mich dabei in das Leben anderer, dass ich dann so fertig bin, dass ich mich zurückziehe und erholen muss. Für die anderen erscheint dann das als: Aha, ... sie hat mich vergessen, ... auf sie ist kein Verlass, ..... Ich werde ab jetzt das Wörtchen "Nein" öfter und passend einsetzen, für mich, dass ich mich selbst nicht in anderen verliere.

    Also...ich hab` genug zu tun, ... die nächsten Wochen und Monate.....viel lesen, viel austauschen, viel zuhören, ... und viel nachdenken. Und auf`s Leben natürlich nicht vergessen.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

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