Beiträge von Ette

    Guten Morgen,

    immer wenn ich denke, ich habe meine Co-Strukturen im Griff, fällt mir wieder auf, dass ich sie auch in ganz anderen Bereichen lebe. Abgrenzung ist ein ständiges Thema für mich. Zur Zeit vor allem im Beruf. Immer wieder erwische ich mich, dass ich nicht darauf achte, dass es mir zu viel wird, was zu tun ist. Kann schlecht etwas liegen lassen bzw. Kunden odr Mitarbeiter warten lassen und setze mich damit selbst ziemlich unter Druck. Ich muss also weiterlernen. Abgrenzen nicht nur einem alkoholabhängigen Partner gegenüber. Ich glaube, es liegt in der Natur des Menschen zu fordern. Und jeder ist dann für sich verantwortlich, für sich selbst die entsprechenden Grenzen zu ziehen. Wie gesagt, im Alk-Umfeld habe ich es geschafft. Aber in anderen Lebensbereichen arbeite ich daran noch jeden Tag.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Frozen Tears,

    ich danke dir für diesen Beitrag. Ich war mir schon im Klaren darüber, dass Kinder von abhängigen Eltern viel mitnehmen aus ihrer Kindheit. Du hast es sehr anschaulich und anrührend dargelegt. Ich wünschte, dass viele Angehörige, die sich nicht lösen können, daraus etwas mitnehmen können.
    LG
    Ette

    Hallo gudi,

    lang nix mehr von dir gelesen. Wie geht es dir? Konntest du dich schon um einen Therapeuten kümmern?

    Mach dir im übrigen keine Gedanken, was Freunde über deine Erfahrungen mit deine Äußerungen über das Trinken deines Freundes denken. Ich weiß, dass Außenstehende oft nicht nachvollziehen können, wie es ist, mit einem Alki zu leben. Es wird zu leicht verharmlost und als normal betrachtet, dass sich jemand immer wieder abfüllt. Oftmals steckt eine eigene Problematik dahinter, die man sich womöglich zugeben müsste, wenn man die Trinkerei eines anderen ernstnimmt.

    LG
    Ette

    Hallo Inga,

    was macht denn dein Rücken? Liegst du noch? Oder kannst du schon wieder aufstehen und dich bewegen? Ach.... ich hab gelernt, dass ich mich auch im Stillliegen bewegen kann. Kopfmäßig, mein ich. Da ist ein Stillliegen sogar außerordentlich förderlich.

    Vielleicht geht es dir ähnlich?

    LG
    Ette

    Zitat von hazel


    Dieses Hin und He kenne ich von ihm. Zuerst immer offensiv und vertrotzt und sobald ich auf den Tisch haue und Klartext rede, kommen dann die vernünftigeren Anteile zum zug. Leider halten die oft genau so lange, wie bis zu seinem nächsten Alkkonsum oder seinem nächsten Aerger über mich.

    Hallo hazel,

    seine Reaktion ist ziemlich offensichtlich. Wenn du auf den Tisch haust, bestünde ja die Gefahr, dass du auch ernst machst. Also säuselt er dir genau das ins Ohr, was du gerne hören möchtest. Und sobald du dich wieder beruhigt hast und ein paar Tage, manchmal auch Wochen, Ruhe gibst und nicht meckerst, ist alles beim Alten. Solange du nur auf den Tisch haust und keine Konsequenzen ziehst, solange wird er dich immer wieder "belatschern", dass du ruhig bist und er in Ruhe weitertrinken kann. Verhaltensweisen, die wohl alle Co-Abhängigen kennen und lange genug mitmachen und mitgemacht haben. Die allerdings auch nur so lange funktionieren, wie wir uns ihrer nicht bewusst sind. Also - denk drüber nach, ob du ihm glauben willst oder aber ob du durchziehst, was du ihm androhst. Respekt wirst du von ihm nicht bekommen, wenn du dich immer wieder von ihm einwickeln lässt. Und das Trinken lässt er mit Sicherheit deswegen auch nicht. Warum auch? Schließlich gibst du ihm doch immer wieder genug Raum, um seiner "Leidenschaft" ungestört frönen zu können.

    Zitat von hazel

    Er hat jedenfalls zurecht reale Existenznöte. Seit einigen Tagen auch, kämpft er immer wieder mit den Tränen, wenn wir darauf zu sprechen kamen. Dies zu seiner Situation.

    Diese tränenreichen Existenzangst-Gespräche kenne ich auch aus der Zeit, als mein Freund noch trank. An seiner beruflichen und finanziellen Situation hat sich seit damals nichts geändert. Jedoch ist er nun, seit drei Jahren trocken, durchaus in der Lage, seine Situation realistisch zu sehen und nicht mehr in seinem ASS (Arme-Sau-Syndrom) zu versinken. Somit kann er auch mit der Situation umgehen und sich wenigsten kleine Erfolge verschaffen.

    Fünf Monate ging es also ohne Absturz. Was hast du in diesen fünf Monaten für dich verändert? Oder warst du einfach nur froh, dass er nicht trank und der Meinung, dass nun alles in Ordnung wäre?

    Ich wünsche dir Kraft, DEINEN Weg zu gehen, egal, ob ER trinkt oder nicht.

    LG
    Ette

    Hallo mariposa,

    mir scheint, du hast mein Posting vom 3.10. nur zum Teil gelesen. Denn im Grunde schrieb ich dir nichts anderes als summerdream. Nämlich, dass es überhaupt nichts bringt, nur darüber zu lamentieren, was dein Partner wieder alles angestellt hat.

    Zitat von Mariposa

    Ich lese hier in allen Beiträgen, das es das Ziel eines jeden Co:s sein muß aus dieser "Krankheit" rauszukommen und das bedeutet immer, den Partner oder die Partnerin zu verlassen oder der Alkoholiker schafft den Ausstieg und bleibt trocken aber das wird er nie erfahren ob er trocken geblieben ist den Rest seines Lebens

    Ich glaube, du hast auch in den anderen Postings nur sehr selektiv gelesen, denn aus der Co-Abhängigkeit zu kommen, heißt nicht IMMER, den Partner zu verlassen. Und es ist auch NICHT ausreichend, wenn der Partner aufhört zu trinken. Denn seine Trockenheit ändert überhaupt nichts an DEINER Abhängigkeit. Sie hört NICHT auf, nur weil dein Partner nicht mehr trinkt. Dafür musst du schon selber etwas für DICH tun. Deine eigenen Strukturen kritisch reflektieren und dich nicht gedanklich dauernd um deinen Alki drehen. Wie viele Rückfälle möchtest du denn noch mitmachen? Und wie oft willst du dir danach wieder die Hoffnung einreden, dass alles gut wird, wenn er irgendwann nicht mehr trinkt? Was passiert, wenn er nie aufhört zu trinken? Wie lange willst du dich dann der Illusion hingeben, dass alles gut wird?

    Mariposa, hier geht es in erster Linie um Angehörige, um dich, um mich und all die Leute, die hier aus ihrer Co-Abhängigkeit herauswollen. Und das geht NICHT mit jammern und lamentieren. Klar, braucht es seine Zeit, aber kleine Schritte können letztendlich jeden Tag passieren. Und die haben eben weder summerdream, noch Doro, noch ich gesehen. Es hat nichts mit Akribie zu tun, dies nach einem Vierteljahr zu bemerken. Sinn einer SHG, auch einer virtuellen wie hier, ist es auch, dem Anderen Feedback zu geben. Denn gerade in unseren Verstrickungen der Co-Abhängigkeit habe wir viele blinden Flecke, wo wir uns und unsere Situation sehr verzerrt und irreal wahrnehmen. Und dann auch schon mal gern nur selektiv lesen....

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende mit guten Gedanken.

    LG
    Ette

    Als ich mich gestern Abend ins Bett legte, fühlte ich mich rundherum zufrieden und geborgen. Durchs Fenster, das immer auf Kipp steht, zog kühle Herbstluft herein und ich hatte es schön warm und kuschelig unter meiner Bettdecke.

    Ich hatte die Arbeit geschafft, die ich mir vorgenommen hatte und noch einige angenehme Dinge erlebt. Stille und auch laute. Es war ein ausgefüllter Tag gewesen, obwohl nichts Welt bewegendes geschehen war. Eine Art Flow-Gefühl hat sich vor dem Einschlafen meiner bemächtigt. Ein wunderschöner, zufriedenen Zustand.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    hach, schön ist es, ohne Wecker aufzuwachen. Kein schriller Ton, der mitten in Träume schneidet. Kein Muss, sondern ein Darf, Will und Kann, dass mich aus den Federn treibt. Draußen sieht es nicht besonders einladend aus. Macht aber nix. Ich will trotzdem raus, zieh ich eben eine dickere Jacke an.

    Aber vorher gibts lecker Frühstück. Schön!

    Ich wünsch euch allen einen zufriedenen Tag.

    LG
    Ette

    Zitat von Koko


    Tut mir leid. Kuemmert euch um welche, die es verdient haben, ich nicht, habt ihr schon richtig erkannt.

    Guten Morgen Koko,

    das ist es also, das ASS, das zum Trinken dazugehört wie der Gummi zum Bärchen. Du siehst, es tut dir keiner den Gefallen, dich darin zu bestätigen. Zum einen muss es sich niemand "verdienen", dass man sich um ihn kümmert. Zum anderen hast du es ganz allein in der Hand, dich aus dem ASS zu ziehen.

    Du hattest also einen Rückfall. Okay. Hingefallen, also neu aufstehen. Du machst mir fast den Eindruck, als ob dir liegenbleiben bequemer wäre. Kann ich nachvollziehen. Kannst du benennen, was dich dazu veranlasst hat, zu trinken? Was ist passiert?

    Und was ist passiert, positiv passiert, in der Zeit, als du nix getrunken hast?

    Ich weß, dass ich selbst das mit dem Trinken schwer nachvollziehen kann. Mein Suchtmittel heißt schließlich "Mann". Aber rückfällig werden kann ich trotzdem, kann also das Gefühl nachvollziehen und weiß auch, wenn ich rückfällig war, war ich nicht aufmerksam mit mir selbst und wollte mich nicht mehr anstrengen, gegen den Suchtdruck zu kämpfen. Inzwischen weiß ich aber, dass er auch vorbeigeht. Mich aus der Situation ziehen, den Ort verändern, mich mit etwas ganz anderem beschäftigen. Ich denke, das sind die Suchtstrukturen und die Art, damit umzugehen, zwischen Alkis und Co´s gar nicht so unterschiedlich.

    Ich wünsch dir Kraft und den Willen, etwas zu verändern.

    LG
    Ette

    Halo Hermann,

    wenn du die Schritte der AA´s bzw. der Al Anons meinst, ich reflektiere teilweise danach. Was jedoch ich mit meinem Post ausdrücken wollte, ist die Tatsache, dass ich mir der Krankheftigkeit meines Verhaltens gar nicht bewusst war, da es mein Leben lang zu mir gehörte. So, wie vielleicht ein kleiner brauner Punkt auf der Haut zu mir gehört, den ich lediglich als eine etwas zu dunkel geratene Sommersprosse einordne und nicht weiter beachte. Wenn dann jemand draufguckt, der sich mit solchen Sachen auskennt und mir sagt: geh bloß schnell zum Arzt, das sieht aus als wenn es ein Melanom wäre, dann erkenne ich erst die Gefährlichkeit.

    Ich war häufig in Kontakt mit der hiesigen Beratungsstelle und in meiner SHG und konnte anhand der Aussage: tun Sie etwas für sich, nicht erkennen, dass meine Verhaltensweisen nicht okay sind. Ich hätte mir einfach klarere Aussagen gewünscht. So habe ich viel Zeit dafür gebraucht, meine eigene Krankheit selbst zu erkennen und natürlich auch entsprechend lang gelitten und mich falsch verhalten.

    Vielleicht ist diese meine Erfahrung auch der Grund, warum ich immer recht deutlich auf Co-Verhalten hinweise. Na ja, egal......

    Ich bin jedenfalls froh, jetzt meinen Weg und meine Zufriedenheit gefunden zu haben.

    LG
    Ette

    Als ich damals immer wieder das Gefühl hatte, dass mein Freund trank, habe ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um etwas dagegen unternehmen zu können. Und habe immer wieder von all den Menschen, die etwas von der Materie verstanden, den Satz zu hören bekommen: Frau Ette tun Sie etwas für sich. Ziemlich verständnislos habe ich diesen Satz immer wieder wahrgenommen. Verständnislos deshalb, weil ich der Meinung war, ich täte doch schon genug für mich. Ich hatte Hobbies, Interessen, viel Ablenkung im Außen. Heute, im nachhinein, stelle ich fest, dass ich mir gewünscht hätte, dass mir jemand klipp und klar gesagt hätte, dass mein Verhalten aus einer KRANKHEIT resultiert. Niemand hat mir knallhart gesagt, dass mein Verhalten eine eigene Sucht, eine eigene Krankheit ist. So habe ich eine ganze Zeit gebraucht, um selbst herauszufinden, dass das, was ich für eine absolute Seelenverwandtschaft, eine alles umfassende Liebe hielt, nichts anderes war, als meine eigene Angst, alleine, zu nix nütze, nicht wertvoll zu sein. Also eine seelische Erkrankung, ein Defizit in meiner eigenen Persönlichkeit. Es hat lange gedauert, bis ich das für mich herausgefunden habe. Und dieser Satz: ...tun Sie etwas für sich.... bekam dann eine ganz andere Bedeutung. Es ging dann nicht mehr um kleine Ablenkungen im Außen, sondern darum, MEINE Krankheitssymptome zu bearbeiten. Ich hätte es früher in Angriff nehmen können, wenn ich die Klarheit darüber gehabt hätte.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Mariposa,

    Die Co-Falle hat zugeschnappt...... schreibst du als Überschrift. Diese Überschrift suggeriert mir, dass als nächstes kommt..... und jetzt kämpfe ich mich heraus. Deine Posting allerdings machen mir den Eindruck, und da gehe ich mit summdream konform, dass du genau das Gegenteil tust. Du scheinst dich geradezu in deiner Co-Falle einzurichten. Erzählst, was ER alles tut, was SEINE Krankheit ausmacht und suchst Erklärungen dafür, dass ER immer wieder trinkt. Deine Konsequenz zeigt sich einzig im immer wieder von vorne anfangen. Täglich grüßt das Murmeltier - na gut, nicht täglich - aber seit Juli, also ein Vierteljahr, gibt es für dich kein anderes Thema als IHN. Ich kann das nachvollziehen. Ich hatte ähnliche Zeiten. Jedoch ist hier eine Plattform, in der wir genau das Gegenteil üben können. Über UNS schreiben, über UNSERE Gefühle, UNSERE Ziele und Pläne. Und lernen können, wie wir Wege aus UNSERER Krankheit finden.

    Deine Postings machen mir das Gefühl, dass du hier die Chance siehst, all das loszuwerden, über das du mit niemanden sonst reden kannst. Ich weiß, dass mich das damals sehr erleichtert hat, in meiner realen SHG als die schlimmen Dinge zu formulieren, die ER mir angetan hat. Hier hast Menschen, die nachvollziehen können, dass man bei einem Alki bleibt, ja. Aber die meisten Menschen hier, mich eingeschlossen, haben als Motivation, aus dieser Co-Abhängigkeit rauszukommen. Ich kann hinter deinen Postings DEINE Motivation nur vermuten. Vielleicht magst du einfach einmal schreiben, was der Grund ist, warum du dich hier angemeldet hast und wie wir dir helfen können. Denn Hilfe suchst du schon, das ist offensichtlich. Nur – für wen?

    LG
    Ette

    Aufstehen ist schwierig zur Zeit. Ich stehe deutlich einfacher auf, wenn es morgens bereits hell ist. Also kommt für mich nun aufstehtechnisch die anstrengendere Jahreszeit. Dabei fand ich sie gestern nachittag dennoch richtig schön.

    Draußen goss es wie aus Eimern. Der Wind zauste die Bäume und zusammen mit dem Regen sausten Blätter durch die Luft. In meinem Wohnzimmer war es warm und trocken, ich hatte ein leckeres Essen und jemanden, der mit mir Karten spielte. Einfach so, mitten in der Woche mal einen auf Sonntagnachmittag machen. Schön!

    LG
    Ette

    Zitat von Amai

    ich habe niemals vorgehabt, euch eure wertvolle Zeit zu stehlen. Ich fühle mich nicht hilflos, sondern total traurig. Ich kann mich gar nimmer erinnern, wann ich das letzte Mal so traurig war.

    Ich möchte nicht manipulieren, auch nicht Zeit stehlen, auch nicht aufgemuntert werden.

    Ich werde nicht mehr jammern, auch nix mehr sagen, ... solange, bis ich mich selbst wieder im Griff habe. Mir ist klar, dass andere Hilfe brauchen, ich schaff` das schon. Ganz sicher.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

    Hallo Amai,

    all das will ich dir gern glauben. Ein Schritt auf dem Weg, gesund zu werden, ist es aber auch, an sich selbst genau diese Strukturen wahrzunehmen und zu akzeptieren. Und nicht nach dem Motto zu agieren: Wenn ihr mir nicht sagt, was ich hören will, dann spiel ich nicht mehr mit.

    In der Regel haben wir aus unserer Historie Gründe mitgebracht, uns so zu verhalten. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen, deine Gründe herauszufinden? Zum Beispiel die Rolle deiner "Helferelfe" in deinem Leben zu ergründen. Du schreibst immer wieder von Alkohol in deiner verwandschaftlichen Umgebung. Was hat das mit dir gemacht? Warum hat sich ein Teil deiner Persönlichkeit geweigert, erwachsen zu werden? Warum ist es für dich wichtig, immer wieder zu betonen, dass du aufgrund deiner Körperlichkeit, jederzeit neue Männer haben kannst? Warum brauchst du Männer, um dich zufrieden zu fühlen?

    Es gäbe noch zig Fragen, die mir einfallen würden, aber meine Zeit ist begrenzt. Deshalb solls nun genug sein.

    Gruß
    Ette

    Eine der wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg aus der tiefsten Co-Abhängigkeit war für mich die, dass ich eine EIGENE Krankheit habe, die vollkommen unabhängig ist vom Alkoholkonsum meines Freundes. Durch seine Abhängigkeit bekam sie lediglich einen Namen. Sie war schon lange vor ihm da. Ich bin nicht durch ihn krank geworden. Und ich bin nicht das Opfer seiner Sucht. Sondern ich ließ mich zum Opfer machen, weil es mir auch Vorteile brachte. Viele sagten fast bewundernd: was du alles aushältst, was du alles schaffst, du musst wirklich viel mitmachen. Ein Gefühl von angenommen sein, etwas wert zu sein, weil ich mir so viel auflade, lösten solche Äußerungen in mir aus. Zu gerne wollte ich seine Retterin sein, ihn von der Sucht befreien. Ich habe also quasi "meinen Alki" dazu gebraucht, mir ein Gefühl der Wichtigkeit zu verschaffen.

    Als ich das akzeptiert hatte, konnte ich viel gezielter vorgehen, um mich weiter zu entwickeln.

    Lg
    Ette

    Amai, weißt du, meine Oma sagte immer: ich kann nicht ist will nicht und will nicht ist Trotz. Auch in der Suchtfibel habe ich etwas Ähnliches gefunden: "Ich kann nicht" ist meine Entscheidung, Macht durch Hilflosigkeit auszuüben. So vermeide ich ein klares: " ich will nicht."

    Genauso habe ich auch bei dir den Eindruck, dass du letztendlich erwartest, dass sich FÜR dich etwas verändert anstatt du dich selbst veränderst. Es funktioniert ja auch. Du jammerst rum wie verrückt und alle schreiben sich die Finger wund, um dich aufzuheitern. Das ist Manipulation.....ebenfalls eine derco-abhängigen Glanznummern. Mir ist dafür, ehrlich gesagt, meine Energie zu schade für.

    Ich wünsch, dass du irgendwann den Bogen kriegst.

    Ette

    Hallo Amai,

    Zitat von Amai


    Ich bin immer intensiv, bei allem, was ich mache: Ich leide intensiv, ich liebe intensiv, bei mir gibt`s kein Mittelmaß.

    Ja, denn Mittelmaß hieße Ausgeglichenheit und Co-Abhängigkeit ist geprägt vom himmelhochjauchzend-zu-Tode-betrübt sein. Manisch-depressiv anmutende Verhaltensstrukturen halt..... Zudem bewahren dich die „Intensivitäten“ ja auch davor, dich mit deinem normalen Leben und Sein begnügen zu müssen. Es scheint mir, als wäre dir beides nicht sehr viel wert.


    Zitat von Amai


    Ich hab` ihn ja noch nicht einmal real zu Gesicht bekommen...brauche ich auch nicht, weil ich eben anders bin als die anderen.

    So, so, ein Wahnsinnsliebe für WORTE, die auf irgendeinem Bildschirm flimmern. Sorry, aber das ist Illusion pur und Illusionen zu leben, ist eine der Glanznummern der Co-Abhängigkeit. Ebenso wie die Tatsache, sich selbst als anders als Andere zu bezeichnen. Jeder Mensch ist einzigartig und somit anders als Andere. Das was du als anders bezeichnest, sind in meinen Augen lediglich schöngeredete Co-Strukturen.

    Deine Posts darüber, dass du deine Co-Abgängigkeit erkannt hast und daran arbeiten willst, halte ich inzwischen für ein reines Lippenbekenntnis. Ich nehme dich als ständig stüchtelnd wahr. Wie bereits erwähnt... dein neues Suchtmittel - ein trockener Alki, wenn ich es recht verstanden habe - ist doch bereits rekrutiert.

    Gruß
    Ette