Beiträge von Ette

    Guten Abend,

    draußen ist es schon dunkel und vor einer halben Stunde, als ich nach Hause fuhr, war es dies auch bereits. Ein sommerlich warmer Tag, der jedoch am Abend schon ziemlich herbstlich duftet. Offen mit dem Auto durch die Dunkelheit fahren, Musik, die ich mag, aus dem Radio und der Fahrtwind, der mit kalten Luftfingern in meinen Haaren spielt und mir kleine Schauer am Nacken aufsteigen lässt. Den Rythmus der Trommel noch im Körper und die Vorfreude auf ein heimelig erleuchtetes Zimmer.

    Ein Tag, der arbeitsreich war und friedvoll-genüsslich zu Ende geht.

    LG
    Ette

    Hallo Amai,

    sorry, dann habe ich dich wohl falsch verstanden. Denn im ursprünglichen Posting stand nichts von 7 Jahren. Egal!

    Co-Abhängigkeit ist nicht wirklich mit einer Grippe zu vergleichen, denke ich. Denn eine Grippe kommt und geht. Unsere Co-Strukturen kommen und sind da. Ich denke, es genauso wie bei einem trockenen Alki. Wir müssen unserer Abhängigkeit gegenüber aufmerksam sein, weil sie uns unser ganzes Leben begleitet. Wir können die Symptome in Schach halten, indem wir uns der Abhängigkeit immer wieder bewusst sind. Co-Abhängigkeit HATTEN wir nicht. Die HABEN wir. Sie wird nicht einfach ausheilen wie eine Grippe. Wir können uns nur so weit stärken, dass wir unser Verhalten in die gesunde Richtung verändern und das ist eine Lebensaufgabe - für UNSER Leben.

    LG
    Ette

    Gestern, auf dem Nachhauseweg, kam ich an einem Garten vorbei, in dem einige Rosenbüsche stehen. Dicht besetzt von üppigen Blüten in herrlichen Pastellfarben. In ein paar dieser Blüten, die dicht am Zaun standen, steckte ich meine Nase, um den sanften, unaufdringlichen Duft zu atmen. Septemberrosen - wie ein letztes Aufflammen des Sommers. Und ein Synonym dafür, dass auch dann, wenn die Tage kürzer und kühler werden, es noch Genüsse gibt, die mir den Tag veschönen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Anonymus,

    bei der Überschrift deines Threads ist mir als erstes eingefallen, dass einer Ent-Täuschung eine Täuschung vorausgeht. Und gerad wir Co´s sind Meister im Illusionieren, also im Täuschen. Und zwar von uns selbst. Wir sehen ganz viel, weil wir es sehen WOLLEN. Wir interpretieren in die kleinsten Gesten und Handlungen die große Liebe und finden für manche Handlungsweisen "unseres Alkis" eine harmlose, schlüssige Erklärung, genauso wie für unser Co-Verhalten.

    Wir setzen ganz oft unser Kopfkino in Gang und beschränken uns nicht auf das, was einfach ist. Irgendwann kommt dann ein Punkt, wo wir der Wahrheit einfach ins Auge schauen müssen, weil sie sich nicht weiter verleugnen lässt. Ich war sehr enttäuscht, als "mein Alki" von der Polizei mit einigen Promille erwischt wurde. Dass er schon mindestens ein halbes Jahr heimlich getrunken hatte und es dafür Anzeichen gab, hatte ich mir gnädig "wegillusioniert". Denn dann hätte ich ja aktiv werden müssen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Heißkalter,

    ich hoffe, du hast die Bohnensuppe gut vertragen und bist nicht als Mückenkonkurrent um die Lampe geschwirrt des Nachts.

    Geschirrspülen - ICH HASSE ES und bin froh, dass in meiner Küche eine Minna steht, die das für mich übernimmt. Ich steh zu meinen Defiziten und suche mir professionelle Hilfe dafür ;-).

    Ich hoffe, dass bei dir heut morgen die Sonne genau so schön scheint wie hier, damit du bei deinem Morgenlauf nicht nass wirst.

    LG
    Ette

    Guten Morgen TaLu,

    ich habe auch erlebt, dass "mein Alki" die erste Zeit mit mir gar nicht über seine Trinkzeit reden wollte. Im Gegensatz zu dir, denke ich aber schon, dass dies mit Emotionen, Gefühlen also, zu tun hat. Nur sind wir geneigt, bei Emotionalität nur an die angenehmen Gefühle zu denken. Gefühle sind aber auch Scham und Stolz. Und ich kann mir vorstellen, dass gerade die Scham ein großes Hemmnis ist, zu reden.

    "Mein Alki" ist inzwischen drei Jahre trocken und so langsam können wir ganz normal über Dinge sprechen, die damals passiert sind. Ich glaube, es hätte auch in der ersten Zeit nicht so viel Sinn gemacht, da ich noch zu sehr meine eigenen Verletzungen in den Vordergrund gerückt hätte bei solchen Gesprächen. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich damals manche Dinge sehen wollte, die gar nicht da oder wahr waren. Und dass Verletzungen nicht aus Bosheit passiert sind. Wir haben uns beide entwickelt und können deshalb nun über "damals" miteinander reden.

    LG
    Ette

    Zitat von kaltblut


    Mein größtes Organ bin ich, daß habe ich in den vergangenen Monaten geschrumpft und fühlt sich angenehm an.

    Charlos,

    kannst du mir erklären, warum mir jetzt "Sack hüpfen" einfällt? *lautlach* und bis denne

    Ette

    Hallo Amai,

    ähmmm....find ich ja toll, dass du intensivst an deinem Thema arbeiten willst. Doch ganze 50 Tage, um dann der Welt eine Co weniger präsentieren zu können! Hut ab! Da können sich ja alle, die schon Jahre an ihrem Co-Sein arbeiten, nur noch vor Scham verstecken.

    Ich hatte dich kürzlich gefragt, inwieweit du deine Co-Abhängigkeit für dich auch verstanden und akzeptiert hast. Sorry, bei der angegebenen Zielarbeitszeit habe ich da so meine Zweifel.

    LG
    Ette

    Hallo Ribanna,

    diese beiden Bücher erachte ich neben "Wenn Frauen zu sehr lieben" von Robin Norwood und "Co-Abhängigkeit - Die Sucht hinter der Sucht" von Anne Wilson Schaef als Pflichtlektüre eines Co´s. Bei mir hat es allerdings noch eine ganze Weile gedauert, dass ich vom verstandesgemäßen Erkennen meiner Co-Symptome bis zum wirklichen Akzeptieren meiner Krankheit kam. Erst dann konnte ich beginnen, etwas an meinen Verhaltensstrukturen zu verändern. Aber du hast den ersten Schritt bereits getan und das ist gut so.

    Ich wünsch dir viel Kraft und Mut für diesem Weg. Denn ich glaube, die größte Anstrengung ist es, sich einzugestehen, wirklich einzugestehen, dass man selbst krank ist. Für mich war immer der Alki der Kranke. Den ich jedoch nicht ändern konnte. Als ich akzeptiert hatte, dass ich ebenfalls krank bin, konnte ich an meiner Genesung arbeiten. Für mich war die Erkenntnis sehr, sehr wichtig, dass "das Kranke" nicht nur außerhalb von mir ist.

    LG
    Ette

    Hallo TaLu,

    es freut mich für dich, dass du das WE halbswegs gut überstanden hast. Gereizte Stimmung kann ich mir gut vorstellen, wenn dein Partner mit dem Trinken aufhört.

    Ich möchte dich bitten, in einem Thread zu bleiben, denn es ist für die Leser nicht sehr übersichtlich, wenn eine Geschichte unter verschiedenen Überschriften weitergeht. Dank dir!

    LG
    Ette

    Charlos,

    wenn es Gedanken gewesen wären, denke ich, dass der Umgang damit einfacher gewesen wäre. Es waren Gefühle, die hochkamen. Aber du hast recht, wir haben gelernt, anders damit umzugehen als früher. Sie machten mir nicht mehr diese Angst wie damals.

    Dank dir, dass du etwas dazu zu "sagen" wusstest.

    LG
    Ette

    Zitat von dagmar007

    In meinem Fall interpretierst Du gerne, liebe Ette, oder?

    Nö, liebe Dagmar, tue ich nicht. Zum einen arbeite ich bei einer Bank und zum andern habe ich die gleiche Geschichte bei meiner Scheidung und bei der Trennung von "meinem Alki" gehabt. Aber vielleicht sehe ich auch manche Dinge einfach etwas pragmatischer, wenn es darum geht, sie zum Abschluss zu bringen.

    LG
    Ette

    Hallo Pengu,

    diesmal hatte also der Stoff-Panda die Verantwortung dafür, dass du nicht gegangen bist. Kann ich verstehen. Ich habe auch lange Zeit immer wieder einen Grund gefunden, nicht wirklich etwas zu verändern. So lange, bis meine Not so groß war, dass ich die Augen nicht mehr davor verschließen konnte. Alles passiert, wenn die Zeit reif ist - hängt an meinem Kühlschrank. Wenn du Gründe findest zu bleiben, ist vielleicht einfach die Zeit noch nicht reif oder deine Not nicht groß genug.

    LG
    Ette

    Hallo Nachwuchsoptimist,

    ich bin Co. Trotzdem kann ich gut nachfühlen, was du bezüglich verkopft sein schreibst. Die erste Zeit nach absetzen meiner "Droge", des abhängigen Partners an meiner Seite, machte ich viele Dinge auch nur aus dem kognitiven Bewusstsein heraus, etwas, d.h. mich und meine Verhaltensweisen, ändern zu müssen. Dass ich für diese Unternehmungen und Tätigkeiten, die mir früher Spaß gemacht hatten, diesen Spaß und diese Freude wieder empfinden konnte, hat eine ganze Weile gedauert. Mein Gefühlsleben war durch die Co-Abhängigkeit durcheinander geraten. Für das neue "justieren" war es zu Anfang erforderlich, mich mit dem Kopf dazu zu bringen, mich anders zu verhalten. Meine Gefühle kamen dann irgendwann hinterher.

    Ich kann mir vorstellen, dass es bei Alkoholabhängigkeit ähnlich funktioniert und denke, dass auch bei dir irgendwann wieder die Freude an den Sachen kommte, die du machst. Oder vielleicht auch an ganz anderen. Denn das Lösen aus der Abhängigkeit lässt uns auch selber anders werden. Egal ob unser "Stoff" der Alk oder der Alki ist.

    LG

    Gerade bin ich nach Hause gekommen von einer Veranstaltung auf dem Gelände der hier zuständigen Entgiftungsklinik, in der auch „mein Alki“ damals entgiftet hat. Es war ein ganz seltsames Gefühl für mich. Ich konnte mir den Weg dahin nicht mehr vorstellen oder mich daran erinnern. Ich habe mich deshalb hinfahren lassen. Und dort, obwohl das Gelände sehr weiträumig ist und ich noch nicht einmal an dem entsprechenden Gebäude vorbeikam, war Alles wieder da. Mein Ängste, meine Zweifel, diese grenzenlose Hilflosigkeit und auch die Wut auf den Alkohol. Gut, dass einige Leute aus der realen SHG dabei waren und ich all das im Gespräch formulieren konnte. Das hat mir geholfen, diese Veranstaltung doch noch zu genießen als das, was sie war. Einfach ein nettes Event an einem sonnigen Frühherbsttag. Ich war dankbar, dass ich nicht alleine war und meine schlechten Gefühle so gleich an Ort und Stelle „be- und verarbeiten“ konnte.

    LG
    Ette

    bille,

    als "mein Alki" weg war, habe ich sehr viel mit meiner Freundin unternommen. Und sie hörte sich immer sehr geduldig mein Geschichten an über den Kummer mit ihm an. Bis sie mir eines Tages sagte, dass sie mir für diesen Tag eine Vereinbarung treffen möchte. Alle Themen wären erlaubt, bis auf das Thema "Alki". Da erst wurde mir bewusst, dass sich trotz Trennung noch immer meine Gedanken um nichts anderes drehten als um ihn. Von da an begann ich, mich langsam wieder auch für andere Sachen und Themen zu interessieren. Es ist ein Angehen, ich weiß, denn ich musste immer wieder bewusst machen, dass es auch noch andere Dinge gibt, außer meiner Gedankenspiralen, die sich allein um meine Geschichte mit ihm und seine Befindlichkeit rankten.

    LG
    Ette

    Hallo Daria und Dinchen,

    ich fände es schade, wenn ihr euch abmeldet und nicht mehr schreiben wollt.

    Wir leben in einem freien Land, in denen jeder seine Meinung formulieren kann. Ich persönlich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass Meinungsfreiheit oftmals mit der Erwartung einher geht, dass diejenigen, die es lesen, die gleiche Meinung haben. Wir können jedoch nicht erwarten, dass wir nur Bestätigung unserer Meinung bekommen. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, die sich in SEINER Sichtweise und Meinung widerspiegeln. HIER haben wir Chance diese anderen Sichtweisen und Meinungen zum Thema Alkohol zu lesen und daraus lernen zu können. Wenn wir es wollen und der richtige Zeitpunkt für uns gekommen ist.

    Vielleicht mögt ihr ja noch einmal überlegen, ob ihr euch wirklich zurückziehen wollt. Wie gesagt, ich fände es schade.

    LG
    Ette