Beiträge von Ette

    Guten Morgen,

    heute ist er wieder ein wenig kühler nachdem gestern ein heftiger Gewitterregen die Luft gereinigt hat. Gestern Mittag habe ich mir eine Stunde Zeit gewünscht von einem Menschen, der sehr viele Anteile von mir in sich trägt. Wir haben einen langen Spaziergang gemacht, ich hatte die Mutter zu hause gelassen und wir waren einfach zwei erwachsene Menschen, die sich unterhielten. Es war eine Stunde, die ich nicht missen möchte und die mir sehr viel Nähe zu meinem Sohn gezeigt hat, ohne dass es etwas Klammeriges, Gluckenhaftes hatte. Dass ich dieses Bedürfnis, mit ihm alleine etwas zu machen, formuliert habe, hätte ich früher auch nicht getan. Ich hätte ihn immer schön im Doppelpack genommen, wie es meistens ist, seitdem er in einer Beziehung ist. Es hat mich auf eine sehr ruhige Art und Weise zufrieden gemacht, einfach nur mal so mit ihm zu sprechen. Ohne dass ich das Gefühl hatte, ich muss für ihn sorgen oder etwas für ihn tun. Ich denke, auch das Mutter sein soweit loszulassen, habe ich gelernt dadurch, dass ich gelernt habe, mehr auf meine eigenen Bedürfnisse, mein eigenes Leben zu schauen. Es tut uns beiden gut.

    LG
    Ette

    P.S. Heißkalter, einige blaue Flecke, Hautabschürfungen und jede Menge schlechter Träume sind mir geblieben. Und der Gedanke, dass es auch im Alltag immer wieder schnell passieren kann, dass es vorbei ist. Noch ein Grund mehr, Zufriedenheit und Leben zu genießen.

    Zitat von crevette


    Wenn mir einer eine runterhaut und ich nicht ausweiche, dann bin ich meiner Meinung nach wohl "Schuld" dran, dass er mich erwischt hat mit seiner Ohrfeige, aber doch nicht daran, dass er mir eine Ohrfeige gegeben hat!!! Die Entscheidung Ohrfeige oder nicht-Ohrfeige hat er, und die Verantwortung dafür kann doch nicht bloss durch mein Dasein plötzlich mir angehängt werden!

    Crevette, unsere Krankheit ist die Co- oder Beziehungsabhängigkeit und ein Symptom dieser Krankheit ist das unterschwellige Leiden wollen, sich aufopfern um der Anerkennung von außen willen, um sich etwas wert zu fühlen. Schuld will ich es gar nicht nennen, aber ändern können wir es nur selbst. So, wie der Alki selbst entscheiden muss, nicht mehr zu trinken und nicht mehr zu lügen, so müssen wir entscheiden, uns nicht mehr aufopfern zu wollen, weil wir auch ohne dieses Opfer etwas wert sind. Die Krux ist nur, dass wir uns sehr schwer damit tun, unseren Wert selbst zu erkennen. Hier gilt es, anzusetzen, damit wir auf einen guten Weg kommen. Wenn hier Streicheleinheiten abgeholt werden, finde ich dies wenig hilfreich. Wie Kaltblut an anderer Stelle schreibt, sind es oftmals die Worte, die im ersten Moment schmerzen, die uns weiterbringen. Schließlich denken wir allzu oft, wir wären einmalig in unserem Kummer und Leid und vergessen dabei, dass zig Menschen genau die gleichen Strukturen leben wir sie leben oder gelebt haben. Viele, viele Spiegel, in die wir täglich sehen können. Hingucken, auch wenn es schmerzt, und die Haltung verändern, die uns das Leben schwer macht.

    LG
    Ette

    Hallo ihr beiden,

    ich kann verstehen, was ihr damit meint, dass eure Bilder von der heilen Welt zerstört wurden. Ich habe damals, und das empfand ich als ausgesprochen schmerzhaft, festgestellt, dass ich mir dieses Bild ganz alleine gezeichnet habe. Ich habe mir eine Illusion geschaffen, weil ich etwas sehen wollte und nicht das sah, was da war. Das ist aber ein typisches Verhalten von Co´s. Erst als ich anfing, die Realität wieder geradezurücken, konnte ich aus meiner Co-Spirale raus.

    LG
    Ette

    Hallo,

    ich will heute mit allem zufrieden sein, denn heute nachmittag hatte ich RICHTIG Glück. Schließlich hat ein Fahrrad deutlich weniger Knautschzone als ein Auto. Irgend jemand hat trotz allem gut auf mich aufgepasst, sodass ich außer ein wenig Haut nichts weiter lassen musste.

    LG
    Ette

    Gestern habe ich mir einen Genuss gegönnt, den ich schon lange nicht mehr hatte. Frisch gebackenes Brot. Eine Folge von Genuss. Sehen, wie aus Körnern feines Mehl wird, das aus der Mühle in die Schüssel rieselt. Das Aroma, das der gehende Teig verströmt. Das Kneten, das den Fingern schmeichelt und, wenn es im Ofen ist, der Duft, der durch die Wohnung zieht und einfach heimelig und warm ist. Endlich ist es durchgebacken und vernehme diesen ganz besonderen Ton, der erklingt, wenn ich durch Klopfen an der Unterseite prüfe, ob es gar ist. Nur noch ein halbes Stündchen warten, bis es duftend soweit abgekühlt ist, dass ich das erste Stückchen kosten kann, noch lauwarm, so dass die Butter sich geschmeidig darauf verteilen lässt. Der erste Bissen, der wonnig all die Aromen auf der Zunge verteilt....

    LG
    Ette

    Guten Morgen Crevette,

    ich habe mich sehr erschrocken, als ich deine letzten Postings gelesen habe. Sicherlich gibt es immer wieder einmal schlechte Tage, die wir haben. Allerdings ist das, was du geschrieben hast für mich, wie gesagt, erschreckend.

    All die Energie, die du darin verschwendest, unbedingt im Außen, sprich in SEINEM Verhalten, etwas verändern zu wollen, könntest du deutlich effizienter verwenden, wenn du sie zu deiner eigenen Weiterentwicklung nutzt. Aber es deine Entscheidung, ob du gegen Windmühlenflügel kämpfst oder dir selber Flügel wachsen lassen willst. Erwachsen erscheint mir dein Verhalten jedenfalls nicht. Wie ein bockiges Kind verharrst du darin, dass sich alles ändern soll, nur nicht du selbst.

    Deine Opferrolle scheint dir doch gewissen Vorteile zu bringen, dass du sie scheinbar gar nicht aufgeben willst.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    heute, nach einem trubeligen Gestern, das mir unheimlich viel Freude gemacht hat, freue ich mich an Stille meiner Wohnung. Zu wissen, da sind Menschen, wenn ich mit ihnen zusammen sein will und ansonsten kann ich mein Alleinsein genießen, ist ein schönes Gefühl. Es gibt mir eine große Zufriedenheit.

    LG
    Ette

    Hallo blauer Samt,

    dich hier anzumelden, war eine gute Entscheidung. Herzlich willkommen noch nachträglich.

    Du fragst dich, ob du hier richtig bist. Ach weißt du, so sehr unterscheiden sich die Abhängigkeiten Co u. Alk gar nicht. Cos haben einfach keine Stoff gebundene Sucht. Aber die Strukturen und das darin Verharren, das ähnelt sich schon sehr. „Morgen schmeiß ich ihn raus, oder wenn nicht morgen, dann bestimmt, wenn ER das nächste Mal trinkt.“ So oder so ähnlich war der Satz, der mich lange begleitete. Ich war auf dem gleichen Level wie ein Alki, der „ganz bestimmt ab morgen nicht mehr trinkt“.

    Es ist im übrigen nicht ungewöhnlich, dass Menschen sowohl co- als auch alk-abhängig sind.

    Du schreibst, dass dein Mann nie wirklich aus seinem nassen Denken kam. Auch hättest du von Anfang an gewusst, dass er dir nicht gut tut. Und doch hast du wohl Vorteile daraus gehabt, dich auf ihn einzulassen. Niemand beginnt etwas ohne Motivation. Ich habe nach einer ganzen Weile herausbekommen, warum ich Co-Strukturen habe, gegen die es gilt anzugehen. Und warum ich mich folglich immer auf Männer eingelassen habe, die nach außen hin schwächer als ich erschienen.

    Es wird, genau wie bei deiner Alk-Therapie eine Weile dauern, bis du all die Co-Rädchen und –Knöpfchen findest. Aber das Suchen lohnt sich auf jeden Fall. Ach – und falsch gemacht und Schuld, das sind Worte, die mit Krankheit in meinen Augen nicht konform gehen. Ich habe Dinge getan, weil ich es nicht besser wusste oder aufgrund meiner Krankheit nicht anders konnte. Jetzt muss ich nur noch aufpassen, nicht wieder in alte Gleise zu fallen. Aber da hilft mir das Mitlesen hier ungemein.

    Ich wünsche dir, dass du hier auch die richtigen Fragen gestellt bekommst oder aber du Antworten im Geschriebenen findest, ohne dass es der Fragen bedarf.

    LG
    Ette

    Zitat von Diandra

    Natürlich kann man eine Liste zusammenstellen, aber diese Liste dürfte ziemlich lang und vielfältig sein. Hinzu kommt ja wie "leidensfähig" man selber ist. Auch dort hat jeder von uns eine andere Grenze.

    Somit kann jeder wohl nur für sich selber schaun, welche "Knöpfe" er versenkt und nicht mehr zugänglich macht - so wie bei den moderneren Herden mit Kindersicherung :wink:
    Diandra

    Stimmt, Dia, wir können Listen aufstellen und uns darüber freuen, wieviele Knöpfchen wir gefunden haben. Listen über mögliche Co-Knöpfe haben den Vorteil, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf diese Liste lenken und unsere eigenen Knöpfchen noch ein wenig ignorieren können. So ist es mir jedenfalls ergangen. Erst als ich meinen Zeigefinger umdrehte und auf mich selbst zeigte beim Aufzählen der Co-Strukturen, da begann sich für mich etwas zu verändern. Nicht mehr verallgemeinernd, auf Co´s bezogen, sondern ganz allein auf mich, denn nur dort kann ich die Knöpfe versenken.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    nun sind wieder ein paar Wochen vergangen, in denen ich mich mit meinem eigenen Suchtpotential, sprich meinem Ursprung der Co-Abhängigkeit, auseinandergesetzt habe, eher nebenbei allerdings, denn täglich, ob ich es will oder nicht wird mir ein Spiegel vorgehalten. Im Kontext zu anderen Menschen kann ich mir jedoch auch immer wieder einmal meine Fortschritte vor Augen führen. Es ist ganz erstaunlich, was ich an Menschen in meinem Umfeld erkennen kann und somit auch wieder ein Teil meiner Selbst sehen und annehmen kann. Unser co-abhängiges Verhalten ist nicht einzigartig. Ich habe es nur gesteigert, als ich mit „meinem Alki“ zusammenkam. Die Anlagen dazu sind in sehr vielen Menschen vorhanden. Kontrollverhalten, über andere zu bestimmen, zu wissen, was gut für sie ist und dies auch zu formulieren, ist in vielen Menschen in meiner Umwelt vorhanden. Inzwischen kann ich diese Tatsache recht relaxed sehen und mir dabei so meine Gedanken machen.

    Es macht mir ein gutes Gefühl, dass ich sie sein lassen kann, wie sie sind. Lediglich wenn es dann um meine eigenen Grenzen geht, werde ich tätig, d. h. ich fordere meine Grenzen aktiv ein. Dann muss ich nicht mehr das kleine Ettchen sein, das von der Rückmeldung außen abhängig ist, sondern ich kann aktiv die Verantwortung für mein Wohlfühlen selbst übernehmen.

    Einen sonnigen Tag wünsche ich allen.

    LG
    Ette

    Hi Spedi,

    klar ist das unsere Krankheit. Hier unterscheiden wir uns auch gar nicht so sehr von Alkoholabhängigen. Schließlich weiß ein Alki in der Regel auch, dass er Raubbau mit seinem Körper, seiner Seele, ja seinem Leben betreibt.

    Für mich war das Erkennen der Ursachen und ihrer Wirkung auf mein Leben und den Umgang mit "meinem Alki" der erste Schritt. Jedoch ist das Erkennen einer Tatsache noch nicht genug, auch Verhaltensstrukturen zu verändern. Hier hat es eines längeren "Übungszeitraumes" bedurft. Ich denke, dass ich hier schon gute Fortschritte gemacht habe. Aber genau wie du, werde ich des öfteren noch ungeduldig, wenn ich Co-Beiträge lese. Dann muss ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass ich auch MEINE Zeit gebraucht habe, bis dahin kam, wo ich heute bin.

    Dass ich nicht mehr auf alle möglichen Knöpfe anspringe, habe ich heute wieder gemerkt und zwar in einem Umfeld, das nichts mit Alkohol zu hat - obwohl, wenn ich mir das Gegenüber von heute so ins Gedächtnis rufe, bin ich da gar nicht mehr so sicher.

    LG
    Ette

    Hallo Tami,

    ich denke, die Gefühle, die du gegenüber deinem Mann hast, kennen alle, die hier schreiben, zur Genüge. Du fragst, wie du mit deiner Situation umgehen sollst. Wie möchtest du denn, dass du mit der Situation umgehen kannst? Und vor allem, was möchtest du selbst tun, um für dich die Situation zu verändern? Wenn über Nacht ein Wunder geschähe, was sollte am nächsten Tag anders sein? Und woran würdest du merken, dass sich etwas verändert hat?

    Wenn wir selbst etwas verändern müssen, macht es uns oft Angst, die ersten Schritte zu tun, denn Veränderung macht nun einmal Angst. Eines ist jedoch feststehende Tatsache, niemand kann FÜR uns etwas verändern. Und wir können niemand anderen verändern außer uns selbst. Also, wenn etwas anders werden soll, müssen wir schon selbst aktiv werden. Das können durchaus kleine Schritte sein. Die Sicherheit, kleine Schritte geschafft zu haben, gibt uns die Gewissheit, dass wir auch größere und weitreichendere Schritte machen und ertragen können.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    Zitat von crevette


    Ich habe mit einigen anderen gerade über die berühmten "Knöpfe" gesprochen, die unsere alkoholkranken Partner bei uns Cos so gekonnt zu drücken wissen, damit wir "anspringen". Und da habe ich mir gedacht, vielleicht könnten wir sowas wie eine Beispielsammlung anlegen. Vielleicht als Hilfe, um eventuell Knöpfe an sich selbst entdecken zu können, die man noch gar nicht kennt.


    Crevette, die Idee, sich damit auseinander zu setzen, wo und wodurch wir manipulierbar sind, finde ich hervorragend. Viel wichtiger jedoch als eine Art Beispielssammlung, finde ich, ist zu hinterfragen, WARUM wir auf gewisse „Knopfdrücke“ reagieren. Dazu war es für mich hilfreich, herauszufinden, woher ich z. B. bestimmte Verhaltensmuster kenne. Sie lagen zu 99 % in meiner Vergangenheit und ich habe nur wieder so reagiert, wie ich es schon lange vor der Zeit mit „meinem Alki“ tat. Er hat zum Beispiel, wenn ihm Auseinandersetzungen zu viel wurden, einfach nicht mehr mit mir gesprochen, den Raum verlassen und sich nicht mehr mit mir auseinander gesetzt. Ich wurde dann ganz unruhig und konnte dieses Schweigen nur sehr schlecht ertragen und habe mich natürlich bemüht, wieder ins Gespräch zu kommen. Mit nett sein und mit verzeihen, mit Verständnis zeigen und ihn zu bedauern. Irgendwann wurde mir klar, dass ich ihm gegenüber genauso handle, wie ich es als Kind schon meiner Mutter gegenüber tat, die nicht mit mir sprach, wenn ich nicht „lieb“ gewesen war. So habe ich nach und nach meine „Co-Knöpfe“ gefunden und konnte sie außer Betrieb nehmen. Das hat nicht nur im Verhältnis zu „meinem Alki“ gut getan, sondern war auch im „normalen“ Leben hilfreich für mich.

    LG
    Ette

    Nach etlichen heißen Tagen endlich ein Gewitter, das die Luft erfrischt. Durch die geöffneten Fenster strömt es kühl herein, die Luft geschwängert vom Duft des Regens, der Asphalt und Erde nässt. Als ob die Bäume durchatmen und sich nach der lang ersehnten Dusche recken, wiegen sie sich im Wind. In der Ferne grummelt der Donner, verabschiedet sich und nimmt etwas von der Heftigkeit des Regens mit.

    LG
    Ette

    Hallo Lütze,

    stimmt, positive Gedanken und Gefühle kann man üben. Nicht umsonst habe ich meine Threads vom Genießen und von der Zufriedenheit aufgemacht. Für mich ist es wichtig, den Fokus auf Positives im Alltag zu lenken. Dann werden die dunklen Gedankenlöcher, die immer einmal wieder auftauchen, nicht so tief und ich komme schneller wieder aus ihnen heraus.

    Du machst das schon ganz richtig mit dem Üben, wie beim Inlinern halt....;-)

    LG
    Ette

    ...und wieder sonnendurchglühtes Heimkehren, an den Händen der Duft von Lavendel und die Haare vom Wind zerzaust. Wie Kinder mit Wasser geplanscht und träge in der Mittagssonne dem Rauschen - nein, nicht der Wellen, sondern der großen Bäume gelauscht, in denen der Wind von Ferne und Weite erzählt. Blicke sind ineinander getaucht und stilles Einverständis kann auf Worte verzichten.

    LG
    Ette

    Bienchen, ich kann hier nur von mir sprechen. Ich habe "meinen Alki" nie im Stich gelassen, wenn er mich um Hilfe gebeten hat. Allerdings habe ich ihn schon vor längerer Zeit losgelassen, damit er SEINEN Weg in SEINER Geschwindigkeit gehen kann um seine zufriedene Abstinenz zu finden und auch zu leben.

    LG
    Ette

    Ja, ja, Kaltblütiger, Genuss kann sich an den seltsamsten Stellen zeigen.

    Dagegen ist mein Genuss in den letzten Tagen geradezu „normal“. Sommerhitze - Sonne und das Schattenspiel, das sie in grünen Blättern treibt. Ein Drosselpaar, das unermüdlich seine Brut füttert und die Hängematte, die sanft im Wind schwingt und mich wiegt wie eine zärtliche Mutter. Gedanken, die mit den Wolken ziehen und Wasser, das kühl auf der erhitzen Haut perlt. Ein Bilderbuchsommer.....

    LG
    Ette

    Zitat von dagmar007

    Und wer, wenn nicht ein Betroffner, kann überdeutlich zur Sucht und dem Verhalten von Süchtigen Stellung beziehen.

    Guten Morgen,

    wenn es um das Verstehen von Sucht geht, gibt es eine ganz einfache Frage. Ich bitte ernsthaft um Antworten auf diese Frage: Warum bekommt man bei Masern rote Flecken?

    Da ich, wie von Dagmar zitiert, genau wie ihr, Betroffene UNSERER Sucht bin, nehme ich für mich in Anspruch, einige typische Co-Verhalten zu lesen. Und viele Lippenbekenntnisse – d. h. in epischer Breite wird oftmals darüber nachsinniert, wie ein selbstbestimmtes Leben aussehen könnte und doch dreht sich die Mehrzahl der Postings um die bösen, bösen Alkis. Ich kann das gut verstehen, denn zu Anfang, als ich mich von „meinem Alki“ trennt, war er mein einziges und immerwährendes Gesprächsthema. Das was er mir angetan, wie er sich verhalten hatte und, natürlich, wie ich mich von diesem Albtraum befreit hatte. In meiner realen SHG sagte damals eine Frau zu mir, dass ich nach wie vor Macht über ihn haben möchte und Kontrolle ausübe. Ich konnte es damals nicht verstehen. Inzwischen habe ich verstanden, dass meine Gedanken immer nur um ihn kreisten, weil ich nach wie vor wissen wollte was er macht, ob er trinkt, eine neue Frau hat oder womöglich irgendwo in der Gosse liegt, egal, ich wollte es wissen. Bei den Dingen, die wir noch zu regeln hatten, musste es nach meinem Kopf gehen, egal, was er mir vorschlug. Er hat verstanden, dass diese Kontrolle, Manipulation und Machtgehabe einfach Symptome meiner Krankheit, der Co-Abhängigkeit, sind. Dadurch hat er nicht nur mich, sondern auch meine Krankheit verstanden.

    LG
    Ette