Hallo Bärbel,
ich denke mal, dass bei dir alles als Angriff ankommt, weil du nicht das zu lesen bekommst, was du möchtest. Keiner stößt mit dir ins gleiche „Dem-Armen-muss-man-helfen-Horn“.
Infos über Co-Abhängigkeit gibt’s übrigens bei Amazon, Melody Beattie kann ich da sehr empfehlen als Autorin oder Anne Wilson Schaef. Solltest du dich über die Krankheit Alkoholabhängigkeit informieren wollen, hat mir die Suchtfibel von Ralf Schneider viele Infos gebracht.
Ansonsten ist dieses Forum hier dazu da, um mit sich selber ins Reine zu kommen. Zum Beispiel, sich damit auseinander zu setzen, warum wir unbedingt helfen wollen und was wir hinter diesem Drang zu helfen, verstecken. Und natürlich – wie wir von unserer Abhängigkeit, der Sucht, zu helfen, loskommen.
Wir alle leben mit wertvollen Menschen, oder haben zusammen gelebt, die trinken oder getrunken haben. Diese wertvollen Menschen haben alle irgendwann die Kontrolle über ihr Trinkverhalten verloren und sind süchtig geworden. Probleme, Ängste und schlechte Gefühle waren so für sie leichter zu ertragen. So hat es mir jedenfalls „mein Alki“ erzählt. Und viele Angehörige haben im Laufe der Zeit festgestellt, dass es wichtig ist, bei sich, bei den eigenen Gefühlen und Motiven zu bleiben. Ich habe dir an anderer Stelle geschrieben, dass Co-Abhängigkeit oder auch Beziehungsabhängigkeit eine psychische bzw. psychosomatische Krankheit ist, die jedoch in unserem Land, im Gegensatz zu den USA, nicht als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt ist.
Symptome dafür sind z. B., dass es typisch ist für Co´s, dass sie andere Menschen in den Mittelpunkt ihres Lebens machen. Es wird immer die Opferrolle gesucht, die meist eine Helfer-Rolle in aussichtsloser Position ist. Ein Sucht nach Anerkennung von außen geht damit einher. Und sie wollen so gern andere Menschen „retten“.
Bei einem Gespräch, das ich kürzlich mit einer Suchttherapeutin der Diakonie führte, sagte mir diese, dass in aller Regel darauf hingewirkt wird, dass Angehörige von Alkoholabhängigen eine Psychotherapie machen. Jedoch versuchen allzu viele, Zitat:....sich da ohne Therapie durchzuwurschteln. Das kann ich nachvollziehen. Kein Wunder nämlich, denn bei einer Psychotherapie muss man sich mit all seinen Schwächen und Ängsten auseinandersetzen. Das tut so leicht nicht jemand, zumal doch auch der Alki der Kranke ist. Die Co´s wollen ja nur helfen. Bis sie sich selber helfen und helfen lassen, muss der Leidensdruck schon immens sein.
Co-Abhängigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Meist kommen Co-Abhängige aus dysfunktionalen Familien, wobei dies nicht der einzige Grund sein muss. Allen ist aber ein mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gemein.
Vielleicht solltest du im Netz mal nach Co-Abhängigkeit googeln. Einige Fakten aus meinem Posting habe ich so auch gefunden.
LG
Ette